Fast eine halbe Million Erstsemester: Studienstarter strömen in Massen an die Unis

dapdDas Semester läuft seit einigen Wochen, jetzt gibt es die offiziellen Zahlen zum Studienstart: 492.000 Erstsemester haben sich 2012 eingeschrieben. Nur im Vorjahr strömten mehr Studenten an die Unis. Doch die Effekte des Wehrpflicht-Endes sind nun weniger zu spüren.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-868909.html
  1. #20

    Beim Niveau von 1960

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Früher waren die Menschen ja auch viel dümmer. Von meinem Jahrgang haben nur 9% das Abitur geschafft.
    ...würden das heute nur noch höchstens 5% schaffen
  2. #21

    Die jungen Leute tun mir Leid

    Als jemand, der vor 30 Jahren an der Münchener TU sich auch als Erstsemester einschrieb - im damals schon teuren München für die Miete Bafög-Schulden machen musste und bis zum Ende durchhielt - erlebe ich jeden Tag als Berufspendler die jungen Leute im Zug von und nach Cottbus (TU) aus der Hauptstadt.

    Es fällt auf, dass jeden Tag der Zug bereits um 6 Uhr voll ist. Die jungen Gesichter scheinen immer noch bei ihren Eltern wohnen zu können und nehemn die Pendelei auf sich. Die wenigsten wollen offenbar in Cottbus wohnen, vermutlich aus Preisgründen.

    Wir hatten damals mit einem echten Uni-Diplom an einer Technischen Universität fast die Garantie, einen gutbezahlten Job zu erhalten. Der Abschluss an der TU war damals rar und hochangesehen.

    Heute ist der Abschluss verwässert, jede verkappte Schule nennt sich jetzt Hochschule. Die FH-Lobby hat die Abschlüsse auf ein niedriges Niveau nivelliert.

    Die Aussichten sind extrem schlecht, die Vergütung gleicht sich immer mehr den Handwerksberufen an. Das ist politisch so gewollt, außerdem leisten die Handwerkskammer gute Lobby-Arbeit. Geselle im Handwerksberuf und der akademische "Bachelor" (engl. ebenfalls Geselle) verdienen zukündtig gleich schlecht. Das haben die Sozialisten jetzt geschafft.

    Beim Blick in die Gesichter tun mir die jungen Leute Leid. Wie gut, dass man es vorher nicht weiß, wie schlecht die Lage ist.
  3. #22

    Auf viel zu hohem Ross

    Zitat von Spessartplato Beitrag anzeigen
    ...würden das heute nur noch höchstens 5% schaffen
    Wenn ich mir hier die alten Matheabiaufgaben anschau (1951 bis 1969)... Was daran schwerer als heute, ich finds eher leichter^^
    Es fehlt Gauss, DGL, Induktion und Stochastik.. Welche heutzutage Basics sind für ein Naturwissenschaftliches Studium

    Theodor-Mommsen-Schule | Gymnasium zu Bad Oldesloe | Fach Mathematik

    Aber das erklärt wieso viele Profs mit den Studenten ab den höheren Semestern nicht mehr mitkommen...
    Seht es als natürlichen lauf der Evolution an, ich werde auch akzeptieren müssen das meine Kinder Sachen in der Schule lernen welche früher bei mir an der Uni gelehrt wurden.

    Liebe Grüße eines Physikstudenten, geboren 1985

    P.S. Dies gilt nur für Naturwissenschaften, wieso? Ganz einfach ich kann mitreden wie es bei den Geisteswissenschaften aussieht keine Ahnung, aber eins kann ich 100% sagen das Abi in Mathe und Physik war vor 60 Jahren leichter, da gibs kein wenn und kein aber.
    Auch aus logischer sicht, vieles was heute in der Oberstufe gelehrt wird wurde erst in den 50igern entdeckt ;-)
  4. #23

    ...

    Zitat von donadoni Beitrag anzeigen
    Die Aussichten sind extrem schlecht, die Vergütung gleicht sich immer mehr den Handwerksberufen an. Das ist politisch so gewollt, außerdem leisten die Handwerkskammer gute Lobby-Arbeit. Geselle im Handwerksberuf und der akademische "Bachelor" (engl. ebenfalls Geselle) verdienen zukünftig gleich schlecht. Das haben die Sozialisten jetzt geschafft.
    Ihre Analyse ist ja in den meisten Punkten zutreffend. Aber wieso sind denn jetzt die Sozialisten schuld? Hab ich da was verpasst, oder gab es in diesem Land 16 Jahre Kohl und ich-will-es-gar-nicht-wissen-aber-auf-jeden-Fall-schon-zu-lange Merkel?

    Klar, der Schröder mit seiner kurzen Amtszeit, der ist für alles Böse in der Welt verantwortlich, der hat die Finanzmärkte entfesselt und überhaupt alles andere auch.

    Was die anderen Foristen betrifft...ich weiß nicht, welche Relevanz es hat, mit dem Abitur von 1950 zu argumentieren. Mag ja sein, daß die Ansprüche früher anders waren, vielleicht sogar höher (obwohl sowas jede Generation behauptet). Dafür hat man dann in Latein Abitur gemacht, und wofür? Waren die Leute denn früher besser deswegen? Also besonders intelligent kann der Jahrgang nicht gewesen sein, der zehn Jahre vorher Europa zu Klump geschossen hat.

    Ich habe jedenfalls Respekt vor jedem, der heute ein Studium aufnimmt. Die Anforderungen sind nämlich auch in umgekehrter Richtung anders. Genauso, wie ein Student von heute das Abitur der 50er Jahre nicht mehr schaffen würde, genausowenig würden die damaligen Abiturienten an einer heutigen Uni überleben. Es stimmt nämlich nur zum Teil, daß durch die Verschulung des Studiums Dinge einfacher geworden sind. Gleichzeitig ist nämlich auch der allgemeine Druck gestiegen. Und das System war in den 50er Jahren sicher besser finanziert. Darüber könnten sich die alten Säcke mal aufregen, aber das scheint in Deutschland, der angeblichen "Bildungsrepublik" niemand zu stören.

    Am Ende bekommt man als Gesellschaft die Akademiker, die man verdient. Und wenn man, wie in Spanien erst zigtausend Leute ausbildet und dann verheizt, dann wird sich das auch mal rächen. Im Zweifel dauert das gar nicht mehr lange, bis der Laden auseinanderfliegt. Wenn die junge Generation das hinkriegt, das wäre etwas, worüber man sich freuen könnte. Es gibt zu viele Alte, die die Welt zu einem schlechten Ort machen. Die sollten zwangsweise in die Rente geschickt werden.
  5. #24

    Zitat von Spessartplato Beitrag anzeigen
    ...würden das heute nur noch höchstens 5% schaffen
    dass die generation die deutschland zerstört hat sich auch noch für schlau hält
  6. #25

    DDR-light

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Ihre Analyse ist ja in den meisten Punkten zutreffend. Aber wieso sind denn jetzt die Sozialisten schuld? Hab ich da was verpasst, oder gab es in diesem Land 16 Jahre Kohl und ich-will-es-gar-nicht-wissen-aber-auf-jeden-Fall-schon-zu-lange Merkel?

    Klar, der Schröder mit seiner kurzen Amtszeit, der ist für alles Böse in der Welt verantwortlich, der hat die Finanzmärkte entfesselt und überhaupt alles andere auch.
    Ich meine da vor allem Fr. Merkel aus der DDR.

    In der DDR haben auch der Arzt und der Hilfsarbeiter gleich gut bzw. gleich schlecht verdient.
    Die Motivation war deshalb entsprechend "hoch" und darum ging auch der Staat zu Grunde.

    Dass wir auf dem Weg zur DDR-light und wohl auch mit dem gleichen Schicksal sind, wie ich prophezeie, merkt man nicht nur daran, dass mit Merkel und Gauck zwei Repräsentanten aus diesem Staat an der Spitze des vereinigten Deutschland stehen.

    Man merkt es auch im Bildungssystem, in dem alle tolle Titel und Abschlüsse erhalten, es aber kaum noch Bezahlungsunterschiede gibt.

    Das beste Beispiel ist die Besoldung der Hochschulprofessoren (Besoldungsgruppe W1, W2, W3 - siehe Besoldungstabelle), für die ich nur Mitleid übrig habe. Netto bleibt kaum mehr übrig als ein geschickter Hartz IV-Empfänger mit nachweisbarer Familie, der Netto ebenso viel zzgl. Miete und anderen "Nebengeräuschen" bekommen kann.

    Das sagt alles. Da kann nichts Gutes an den Unis herauskommen.
  7. #26

    [QUOTE=dschmi;11416724]Wenn ich mir hier die alten Matheabiaufgaben anschau (1951 bis 1969)... Was daran schwerer als heute, ich finds eher leichter^^
    Es fehlt Gauss, DGL, Induktion und Stochastik.. Welche heutzutage Basics sind für ein Naturwissenschaftliches Studium

    Theodor-Mommsen-Schule | Gymnasium zu Bad Oldesloe | Fach Mathematik

    Respekt, dass sie diese Aufgaben als leicht empfinden... Ich bin Mathe-Lehrer in Hamburg. Ich kann meinem Abi-Jahrgang diese Aufgaben nicht vorlegen. (Außer ich möchte, dass alle durchfallen...)
    Die meisten Hamburger Abiturienten haben schon mit der Realschulprüfung aus Bayern schwer zu kämpfen... Die habe ich meinen Schülern vorgelegt... Durchschnittsnote 4-
  8. #27

    Klempnerlehrling mit Abitur....

    Zitat von karlsiegfried Beitrag anzeigen
    Ist doch viel sicherer als Taxifahrer mit Master in Philosophie.
    ...meinen Sie einerseits zu Recht aber auch ein wenig abwertend. Der Beruf heißt schon seit langem anders. Aber was soll es: Wer jemals in letzter zeit ein Haus gebaut hat, der kann ein Lied von wahrem Mangel an Fachkräften singen. Moderne Heizanlagen sowie Licht- und Jalousientechnik über Datenbusse sind heute so komplex, daß viele Handwerker überfordert sind. Klar - den schlitzekloppenden Elektriker gibt es auch noch - aber im Grunde müssen die Leute viel mehr können. das lernt man auf keiner Hochschule, sondern da, wo die Musik spielt. Was wir an Talenten über die Hochschulen auf den falschen Weg schicken, ist kaum noch zu verantworten. In vier Jahren stehen die alle auf der Straße und fordern von der Gesellschaft einen Job ihrer "vermeintlichen" Qualifikation entsprechend. Es wird dann so werden, wie im Club Med schon heute zu beobachten. Mehr als 20% eines Altersjahrgangs ausschließlich durch die Hochschulen "qualifizieren" zu wollen, ist ein Verbrechen an der jeweiligen Generation. Dann beklagen die gleichen Studenten, daß es keinen ausreichenden Wohnraum gibt. Einmal abgesehen davon, daß dieser u.a. auch von Herrn v. Guttenberg verantwortete Schub, nicht voraussehbar war: Wenn keiner mehr einen Bau- oder Ausbauberuf lernen will, dann gibt es auch keine Häuser!
  9. #28

    Das wundert mich jetzt nicht, werden die Abis den Schülern doch heute inflationär hinterhergeworfen. Das Niveau wurde wahrscheinlich aus Gründen der "Chancengleichheit" nach unten gedrückt. Da aber auch die Anforderungen an den Unis in den meisten Fächern eine ähnliche Entwicklung durchgemacht haben, steht den Damen & Herren ihrer Zukunft als Bachelor-Irgendwas wohl nichts entgegen.
  10. #29

    Zitat von Unbekannt12345 Beitrag anzeigen
    Ich würde hier gerne mal folgende Frage in den Raum werfen:
    Warum studieren heutzutage so viele junge Menschen?
    Ich habe selbst erst im letzten Monat mein Wirtschaftsingenieursstudium begonnen. Während der Kennenlernphase schockierten mich die Gründe meiner Kommilitonen für ihre Studienwahl. Hier eine kleine Auswahl: " Ich wusste nicht, was ich studieren sollte", "Eigentlich wollte ich etwas anderes studieren. Leider sehen da die Berufschancen schlecht aus". "Ich habe geschaut, was ich nicht studieren kann und dann blieb nicht mehr soviel übrig".
    Meiner Meinung nach ist es für eine Gesellschaft ein Armutszeugnis, wenn Leute zum studieren "gezwungen" werden.
    Wer in Deutschland Abitur und danach eine Ausbildung macht, das ist heutzutage vom Ansehen her vegleichbar mit einem Hauptschulabschluss der 60iger Jahre.
    Interessant finde ich auch immer die Reaktionen, wenn jemand mit einem 1,0 Abitur ein relatives einfaches Studium wie Grundschullehramt macht(Ich will die Schwierigkeit dieses Studiums nicht verschmähen!!). Dann heißt es nämlich: "Dem steht doch die Welt offen, was will der mit so einem Studium". "Was für eine Verschwendung".
    Die Gesellschaft erwartet einfach, dass man studiert, sodass auch viele studieren, die nicht dafür "geeignet" sind.
    Traurig, aber wahr.
    Gründe? Gibt es soviele wie Studierende. Bei mangelndem Interesse ist das Studium meist auch schnell beendet (über die Abbrecher (-> Versager) wird aber wenig berichtet).
    Ihre Erfahrungen in der Kennenlernphase sind aber ok. Es ist nicht falsch sich auszuprobieren und ggf. den Studiengang zu wechseln. Der Unterschied zu früher ist, dass ältere Jahrgänge durch längere Schule, Bund, Zivildienst oder einfach nur Reisen erst zu sich selbst finden konnten und mit mehr Ernsthaftigkeit das Studium angingen (pädagogisch: intrinsische Motivation). Insofern ist ihre Erkennstnis, dass nur studiert wird, weil die Gesellschaft es erwartet und somit viele heutige Studenten garnicht wissen was sie da tun, garnicht so falsch.