Kongo: Rebellen rücken auf Buvaku vor

DPAIm Kongo ist die Rebellengruppe M-23 weiter auf dem Vormarsch: Nach der Einnahme von Goma und Sake ist jetzt die strategisch wichtige Stadt Buvaku das nächste Ziel der Aufständischen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-868789.html
  1. #1

    Buvaku?

    Weil sie es so oft wiederholen bin ich mir plötzlich nicht mehr ganz sicher... Sie meinen nicht vielleicht etwa Bukavu?
  2. #2

    ....Die Aussage
    "Derzeit sind im Kongo rund 17.000 Uno-Soldaten der Monusco-Mission präsent. Die Blauhelme haben sich aber bisher nicht aktiv in den Konflikt in dem zentralafrikanischen Staat eingemischt."

    ist sachlich unrichtig. Ein Teil der 19.100 Monusco Truppen, die sich in der Naehe von Goma aufhalten haben mehrfach in Bodenkaempfe gegen M23 eingegriffen, obwohl sie dafuer ueberhaupt kein Mandat haben. Zuletzt wurden sogar Kampfhubschrauber eingesetzt um die Armee der DRC (FARDC) zu unterstuetzen. Erst als die FARDC Hals ueber Kopf Goma verlassen haben, nicht ohne dabei die Hauser der eigenen Bevoelkerung zu pluendern, hat Monusco aufgehoert zu kaempfen.

    (Im Laufe der letzten Jahre hat Monsco immer wieder Kampagnen der FARDC unterstuetzt, nicht zuletzt bei kaempfen gegen die FDLR in Sued Kivu.)

    M23 ist eine Meuterei von FARDC Einheiten, die mittlerweile eskaliert ist. Es ist nicht einmal entscheidend ob M23 von Ruanda oder Uganda unterstuetzt wird. Fuer Monusco ist ausschlaggebend, dass man nicht ohne Mandat die Kartoffeln aus dem Feuer holen will, wenn eine FARDC von 120.000 Mann nicht bereit ist, selbst gegen 1.000 Meuterer anzutreten. Es waere wuenschenswert, wenn sich die Regierung in Kinshasa am Kampf gegen bewaffnete Gruppen jeder Art auf ihrem eigenen Territorium beteiligen wuerde. Solange das nicht der Fall ist brauchen Soldaten aus Bangla Desh, Belgien, Russland, und der Schweiz nicht den Kopf hinhalten.

    Es ist nach nicht lange her dass der Conoglesische President Kabile gefordert hat, Monusco (damals noch MONUC) solle das Land verlassen, weil es seine Aufgabe erfuellt habe. Was denn nun?
  3. #3

    Zitat von Olafimwesten Beitrag anzeigen
    ....Die Aussage
    "Derzeit sind im Kongo rund 17.000 Uno-Soldaten der Monusco-Mission präsent. Die Blauhelme haben sich aber bisher nicht aktiv in den Konflikt in dem zentralafrikanischen Staat eingemischt."

    ist sachlich unrichtig. Ein Teil der 19.100 Monusco Truppen, die sich in der Naehe von Goma aufhalten haben mehrfach in Bodenkaempfe gegen M23 eingegriffen, obwohl sie dafuer ueberhaupt kein Mandat haben. Zuletzt wurden sogar Kampfhubschrauber eingesetzt um die Armee der DRC (FARDC) zu unterstuetzen. Erst als die FARDC Hals ueber Kopf Goma verlassen haben, nicht ohne dabei die Hauser der eigenen Bevoelkerung zu pluendern, hat Monusco aufgehoert zu kaempfen.

    (Im Laufe der letzten Jahre hat Monsco immer wieder Kampagnen der FARDC unterstuetzt, nicht zuletzt bei kaempfen gegen die FDLR in Sued Kivu.)

    M23 ist eine Meuterei von FARDC Einheiten, die mittlerweile eskaliert ist. Es ist nicht einmal entscheidend ob M23 von Ruanda oder Uganda unterstuetzt wird. Fuer Monusco ist ausschlaggebend, dass man nicht ohne Mandat die Kartoffeln aus dem Feuer holen will, wenn eine FARDC von 120.000 Mann nicht bereit ist, selbst gegen 1.000 Meuterer anzutreten. Es waere wuenschenswert, wenn sich die Regierung in Kinshasa am Kampf gegen bewaffnete Gruppen jeder Art auf ihrem eigenen Territorium beteiligen wuerde. Solange das nicht der Fall ist brauchen Soldaten aus Bangla Desh, Belgien, Russland, und der Schweiz nicht den Kopf hinhalten.

    Es ist nach nicht lange her dass der Conoglesische President Kabile gefordert hat, Monusco (damals noch MONUC) solle das Land verlassen, weil es seine Aufgabe erfuellt habe. Was denn nun?
    Ich glaube es wäre interessanter einen von Ihnen geschrieben Artikel über dieses Thema zu lesen, als diesen oberflächlichen aus Agenturmeldungen zusammengeschusterten Text, in dem man dann auch noch von Buvaku schreibt.

    Was halten Sie von der These, dass die M23 von Ruanda unterstützt werden?
  4. #4

    Einmal

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Kongo ist die Rebellengruppe M-23 weiter auf dem Vormarsch: Nach der Einnahme von Goma und Sake ist jetzt die strategisch wichtige Stadt Buvaku das nächste Ziel der Aufständischen.

    Kongo: Rebellen rücken auf Bukavu vor - SPIEGEL ONLINE
    mit Napalm rüber und ruhe ist.
    Mist, das kommt von diesen blöden Vietnamfilmen.
    ;-I
  5. #5

    Zitat von Progressivist Beitrag anzeigen
    Was halten Sie von der These, dass die M23 von Ruanda unterstützt werden?
    Es gibt da nicht so viele Beweise. Bis jetzt zitieren alle und jeder aus einem einzigen Annex zu einem UN Bericht (Expertengruppe der UN). In Ruanda glaubt man die Beweise wiederlegt zu haben, besonders weil die Anschuldigungen sich auf wenige Interviews mit einigen Deserteuren und auf auf einen einzigen gefundenen ruandischen Militarausweis berufen. Dass ein Chef eines der Congolesischen Dienst gegenueber dem ruandischen Verteidigungsminister bei einem der vielen bilateralen Treffen, die ja nicht abgerissen sind, zugegeben hat diesen Ausweis selbst hat anfertigen zu lassen ist dann nicht mehr sehr weit in der Presse kommuniziert worden.

    Sicher hat Ruanda lange viel Einfluss unter den Soldaten mit ruandischer Abstammung gehabt. Es gibt auch Verwischungen zwischen den Armeen, da congolesische Tutsi (und nicht nur ruandische Fluechtlinge der zweiten Generation) im ruandischen Buergerkrieg 1994 auf der Seite Kagames mitgekaempft haben. Als zwei Jahre nach diesem Krieg der Aufstand gegen Mobutu im Congo richtig losging was es auch Ruanda, dass Kabila (den Vater des jetzigen Praesidenten) auf den Thron gehoben hat. Dabei sind viele Congolesen dann als Buergerkriegsarmee in ihr eigenes Land wieder einmarschiert. (Kabilas Stabschef war lange genug der jetzige ruandische Verteidigungsminister Kabarebe)

    Seit dem ist viel passiert, und man kann die ganze Reihe von Konflikten seitdem nicht in Kuerze zusammenfassen, aber Ruandas Einfluss bei der CNDP, einer Tutsi Rebellion gegen Kabila, ist gesunken, seit diese Gruppe nach einem Friedensschluss in 2009 in die FARDC integriert wurde. Nun sind es einige Hundert dieser ehemaligen CNDP Rebellen, die wieder meutern, da angeblich die Regierung die Vereinbarungen nicht einhaellt.

    Da dieser Aufstand den Ruandern eher ungelegen kommt kann man annehmen, dass diese neue M23 sich von Ruanda emanzipert hat, mehr als dass die alte CNDP je konnte. Dass es da allerdings immer noch alte Affinitaeten gibt ist sicherlich war, dass die Regierung in Kinshasa versucht von ihrer eigenen Inkompetenz abzulenken ist leider auch war.

    Die Congoregierung braucht eigentlich eine Unterstuetzung von Ruanda fuer M23 um sich Hilfe der noerdlichen Staaten zu sichern. Das mag dazu gefuehrt haben dass waehrend des Vormarsches von M23 auf Goma congolesische Granaten auf ruandischem Territorium eingeschlagen sind. Die Ruander haben Kinshasa nicht den Gefallen getan daraufhin einzugreifen - das waere dann naemlich die "smoking gun" geworden, die Kinshasa noch fehlt um ruandische Einmischung beweisen zu koennen.

    Das Ganze ist hier natuerlich sehr stark paraphrasiert.
  6. #6

    bisschen spät

    @ Olafimwesten, Ich habe ihren Artikel gelesen und mit dem was ich erfahren habe stimmt er überein. Nur eine Sache scheint mir unrichtig. Sie schreiben FARDC hat wieder 120.000 Mann unter Waffen? Das halte ich für sehr übertrieben. Als sich M23 aus der kongolesischen Armee verabschiedete und nunmehr mit Waffengewalt seine (wie ich finde mehr als berechtigten) Forderungen durchsetzte verschwanden nicht ein paar hundert Mann, die Rede war von der Hälfte der kongolesischen Armee. Diese M23 verstärkten sich zusätzlich mit Freiwilligen aus Ruanda die gegen Paul Kagame kämpfen. Am 18.08. war ihre Macht bereits so stark das sie eine eigene Regierung einsetzen konnten. Und vergessen wir nicht das am 22.08. Oberst Tshibangu mit seinen Leuten in den Kasai Provinzen sich für unabhängig erklärt hat. Als am 05.07. die Rebellen die Stadt Bunagana eroberten und der FRDC einen solchen Hieb verpasst hatten das die Überlebenden über die Grenze nach Uganda flohen und sich dort ergaben stand nur noch die Präsidentengarde als kampfstärkste Einheit zwischen den Gebieten der Rebellen und der Hauptstadt. Die Truppen rund um Goma zähle ich nicht dazu, die standen so weit abseits das diese unmöglich eingreifen konnte.

    Nebenbei ärgert mich die Berichterstattung des Spiegels sehr, hier wird behauptet M23 ist international geächtet...absolut sicher liebe Spiegelschreiber? Am 11.07. wurde der Kopf der Regierung der Bewegung des 23 März vorgestellt. Jean-Marie Runiga Rugerero als Regierungsoberhaupt ist im Zivilberuf katholischer Bischof !
  7. #7

    Vielen Dank, ich antworte mal in Ihren Brief
    „Sie schreiben FARDC hat wieder 120.000 Mann unter Waffen? Das halte ich für sehr übertrieben .“

    EUSEC hat die congolesische Armee waehrend einiger Jahre Mann fuer Mann gezaehlt um jedem Soldaten einen Dienstausweis mit Foto zuordnen zu koennen. Die Idee war es Phantomsoldaten von den Gehaltslisten und Ausruestungsbedarfslisten herunter zu bekommen. Zur Zeit sind 92.000 Dienstausweise erstellt worden fuer die 18 Brigaden, die existieren. Die Soldaten in der Provinz Equateur muessen alledings noch gezaelt werden. 120.000 Mann ist da sicherlich eine Obergrenze, zugegeben, aber auch nicht ganz und gar unrealistisch. Der Begriff „unter Waffen“ ist ungenau. Es gibt mindestens eine Garnision ohne eine einzige Waffe.

    „Als sich M23 aus der kongolesischen Armee verabschiedete und nunmehr mit Waffengewalt seine (wie ich finde mehr als berechtigten) Forderungen durchsetzte verschwanden nicht ein paar hundert Mann, die Rede war von der Hälfte der kongolesischen Armee.“
    Die halbe Armee ist nie zu M23 uebergelaufen, nein. Allerdings rekrutiert M23, die sich mittlerweile „Revolutionaere Armee“ nennt, massiv unter desertierten FARDC.
    „Oberst Tshibangu mit seinen Leuten in den Kasai Provinzen sich für unabhängig erklärt hat.“

    Tshibangu fuehrt die „Bewegung fuer die Wiederherrstellung der Wahrheit der Wahlurnen“, keinen Unabhaengigkeitskrieg. Er ist mit 40 Soldaten desertiert, die mittlerweile 300 geworden sein sollen.


    „Als am 05.07. die Rebellen die Stadt Bunagana eroberten und der FARDC einen solchen Hieb verpasst hatten das die Überlebenden über die Grenze nach Uganda flohen und sich dort ergaben stand nur noch die Präsidentengarde als kampfstärkste Einheit zwischen den Gebieten der Rebellen und der Hauptstadt.“

    Sicher, ein ganzes Battalion ist nach einem Scharmuetzel nach Uganda geflohen und hat die Waffen zurueckgekassen (sonst waere es ja ein Einmarsch gewesen und man haette es mit der ugandischen Armee zu tun bekommen). Aber es gibt noch ein von Belgien aufgebildetet Elite Regiment, das in den Osten geschickt wurde. Sein Erfolg haelt sich in Grenzen, wie man sieht. Zwischen Goma und Kinshasa liegen allerdings dann auch noch 1600km ohne Verkehrswege, und wie bisher wird schon irgend jemand Kinshasa retten. Letzes mal hat die Armee von Angola das gemeinsam mit der von Zimbabwe (und anderen) erledigt.
  8. #8

    US-Doppelmoral Kongo/Syrien

    Sowohl in der D.R. Kongo, als auch in Syrien haben wir es mit einem Aufstand zu tun, der für sich in Anspruch nimmt, einer kleptokratischen Demokratie ein Ende bereiten zu wollen. In beiden Fällen erhalten die Aufständischen mutmaßlich Unterstützung aus dem Ausland, werden vielleicht sogar von dort maßgeblich gesteuert, wobei die Indizien dafür im Falle Syriens wohl noch viel stärker sind. In beiden Fällen geht der Vormarsch der Aufständischen mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit einher. Aber in Syrien begrüßen die USA dies und in der D.R. Kongo bezeichnen sie es als Angriff auf die Souveränität der D.R. Kongo. Absurd und hört sich nicht gerade nach gefestigten, auf Überzeugung beruhenden demokratischen Werten an, so gefestigt und inbrünstig gelebt, dass man sie in der Welt verbreiten könnte.
  9. #9

    sitzen UN

    und warten auf das nächste "arbeitsessen"?
    17.000 UNOS gegen 700 DESies (4:1) oder
    doch mittagschlaf in afrikasonne. zum schutze
    vor entarteter religionen werden proffessionelle
    und engagierte (ggf. privatwirtschaftliche) armeen
    entstehen müssen! UN-"blauhelden" erwarten das
    ende ihres "auslandpraktikums" - eine mögliche
    beamtenanwartschaft, mit der weiteren aussicht
    auf "arbeitsessen"! viel schlimmer noch! machen
    sich UN-"schlauhälse" nicht wegen der unterlassenen hilfe strafbar? schmeckt`s noch?