Wachkoma: Wenn das Bewusstsein aufflackert

CorbisEs wurde als medizinische Sensation gefeiert: Einem kanadischen Arzt ist es gelungen, per Hirnscan mit einem Wachkomapatienten zu kommunizieren. Der Fall macht Angehörigen von Betroffenen Hoffnungen. Dennoch bleibt die Fahndung nach einem aufflackernden Bewusstsein heikel.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-868523.html
  1. #10

    Die wichtigste Frage?

    Zitat von tart Beitrag anzeigen
    und darauf wartet der Patient sicherlich...
    Das ist die wichtigste Frage aus Ihrer Sicht, die Sie jedoch ganz persönlich betrifft und das zu einem Zeitpunkt in dem Sie sich nicht in dierser Situation befinden.

    Allerdings können auch Sie nicht wissen, ob Ihnnen dies, falls Sie jemals in einen Wachkomazustand geraten sollten, dann immer noch wichtig erscheint.

    Ob diese Frage für den Betroffenen genauso wichtig ist, kann keiner beantworten. Auch Sie nicht! Sie vermuten es einfach nur.
  2. #11

    ...

    Zitat von Laura_24 Beitrag anzeigen
    Ich finde es fürchtbar, wie hier manche schon im Unterton über "den Stecker rausziehen" nachdenken.
    Ich persönlcih glaube, dass diese Leute, wenn sie nicht wirklich in diesem Zustand leben wollen sich entscheiden können von alleine (ohne äussere Hilfe) zu gehen.
    Es geht doch nicht rein um die Frage, ob man früher abschalten kann. Es geht insbesondere darum, wie viel und ob jemand noch etwas mitbekommt. Was sind die Wünsche? Für mich gehört da auch die Frage nach dem Tod zu. Wenn jemand den Wunsch hat, weshalb sollte man ihn nicht berücksichtigen dürfen. Letztlich würde man nur dem Wunsch eines Patienten nachkommen. Ohne äußere Hilfe spich einfach durch die Gedanken sterben? Es gibt zwar Untersuchungen bei denen überlebenswillige Personen in diversen Situationen länger überlebt haben, aber es ist unmöglich rein kraft seiner Gedanken zu sterben. Jedenfalls darf man es sich nicht so vorstellen, dass einfach ein Schalter umgelegt wird und es ist vorbei.
  3. #12

    Gedankenkraft

    Zitat von J4cky Beitrag anzeigen
    Es gibt zwar Untersuchungen bei denen überlebenswillige Personen in diversen Situationen länger überlebt haben, aber es ist unmöglich rein kraft seiner Gedanken zu sterben. Jedenfalls darf man es sich nicht so vorstellen, dass einfach ein Schalter umgelegt wird und es ist vorbei.
    Das Glauben Sie. Es gibt aber solche merkwürdige Fälle, z.B. viele langjährige Ehepaare: wenn der Mann bzw. die Frau verstirbt lebt der andere Lebenspartner nur noch wenige Jahre bzw. gar Monate.
    Soviel ich weiß passiert so etwas auch manchmal bei Zwillingen.
    Ob es Studien dazu gibt, weiß ich nicht, ich habe darüber schon öfters in der Presse gelesen.
  4. #13

    Zitat von J4cky Beitrag anzeigen
    Mich persönlich würde die Antwort auf die Frage ebenfalls interessieren. Allerdings ist dessen Antwort zumindest in Deutschland für ein eventuelles Abschalten belanglos. Schließlich ist die Sterbehilfe in Deutschland verboten und somit müssten die Maschinen eingeschaltet bleiben.

    Entsprechend ist es reines Interesse und ggf. irgendwann eine Gesetzesänderung möglich.
    Das stimmt nicht.
    Passive Sterbehilfe ist in Deutschland legal, denn jegliche medizinische Hilfe ist zunächst einmal Körperverletzung und darf nur mit ihrer (angenommenen) Zustimmung erfolgen.
    Dies trifft auch auf lebenserhaltene Maßnahmen zu. Wenn sie also wollen, daß man ihnen "den Stecker zieht", brauchen sie nur eine entsprechende Patientenverfügung zu unterschreiben.
    Interessante Fußnote: Umgekehrt haben sie kein Recht weiter am Leben erhalten zu werden, wenn der Arzt es als sinnlos betrachtet. Alle kämpfen für ein Recht zu sterben und keiner merkt, dass das Recht zu leben fehlt...
  5. #14

    wer weiss es schon?

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Das kommt auf den Grad des Locked-In. Manche Locked-In-Patienten können zumindest noch die Augen bewegen. Die letzte Frage die ich einem Patienten stelle, ist, ober nach oben oder unten schauen könnte. Wer das dann gezielt macht, wird als bei Bewusstsein erkannt. Wer aber gar nichts bewegen kann, der sieht aus wie ein apallisches Syndrom. Manche Locked-In-Patienten, sozusagen doppelt-locked-in, können nicht nur den Körper nicht bewegen, sondern bekommen auch keine Infos mehr von aussen rein, deren Großhirnrinde ist praktisch völlig abgeschnitten, und die hören uns gar nicht.
    Da gibts wie gesagt haufenweise Abstufungen. 1/4-1/3 der Patienten die man als Appalliker einstuft ("wachkoma" im Volksmund) sind in Wirklichkeit im minimal conscious mind (wie der Prinz im Artikel) und bekommen zumindest phasenweise was mit und können dann reagieren. Ist halt nur schwer genau in der Phase nachzuschauen wo sie munterer sind. Ist dann immer ein super-vorführ-effekt, wenn du als Pfleger beim Patienten eine Reaktion findest, und wenn der Arzt den Patienten 10min später testet, ist er wieder "weggedriftet".

    Fakt ist, es braucht bessere Kommunikationsmöglichkeiten mit Menschen, die ihren Körper nicht mehr nutzen können.

    Was man nicht braucht ist eine Abwertung dieses Daseinszustand. Es gibt kein unwertes Leben und Menschen gewöhnen sich an extrem vieles. Ich finds schlimm dass diese Artikel immer den Tenor haben müssen von, "denen gehts so schlecht und eigentlich wollen die Pat. vermutlich sterben".
    Ich empfehle jedem das Buch oder den Film "Taucherglocke und Schmetterling", geschrieben allein mit Augenzwinkern eines Locked-In-Patienten, wo man sehen kann, dass es auch Lebensqualität gibt in diesem Zustand.
    Guter Kommentar. Vor vielen Jahren las ich das Buch Awakenings von Oliver Sacks, es ist auch verfilmt worden.
    Awakenings - Wikipedia, the free encyclopedia
    Überlebende der Schlafkrankheit können temporär mit L-Dopa "zurückgeholt" werden. Die Tragik eines solchen Schicksals kann man nur erahnen und so denke ich es wäre faszinierend zu wissen statt vermuten zu müssen. Respekt allerdings gehört jeder Form des Seins, da stimme ich Ihnen voll zu. Es soll übrigens Arztausbildungen geben wo ein Teil ist für einige Zeit die Patientenrolle einzunehmen.
  6. #15

    "...hat SICHER kein Bewusstsein"? Was für eine unglaubliche Behauptung.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es wurde als medizinische Sensation gefeiert: Einem kanadischen Arzt ist es gelungen, per Hirnscan mit einem Wachkomapatienten zu kommunizieren. Der Fall macht Angehörigen von Betroffenen Hoffnungen. Dennoch bleibt die Fahndung nach einem aufflackernden Bewusstsein heikel.

    Wachkoma: Wie ein Patient per Hirnscan mit seinem Arzt kommunizierte - SPIEGEL ONLINE
    Dann lesen Sie doch mal das hier: The Science of Heaven - Newsweek and The Daily Beast
    oder kaufen Sie sich das Buch des Neuro-Chiurgen Dr. Eben Alexander: Proof of Heaven: A Neurosurgeon's Journey into the Afterlife: Amazon.de: Eben M.D. Alexander: Englische Bücher
  7. #16

    Zitat von Barath Beitrag anzeigen
    Umgekehrt haben sie kein Recht weiter am Leben erhalten zu werden, wenn der Arzt es als sinnlos betrachtet. Alle kämpfen für ein Recht zu sterben und keiner merkt, dass das Recht zu leben fehlt...
    Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett?? Das Recht zum Leben hat jeder Patient und die Pflicht dies auch zu erhalten hat jeder Arzt. Sollte es medizinisch sinnlose Situationen geben und hat der Patient keine Patientenverfügung verfasst/ sich äußern können, wird mit den Angehörigen das weitere Procedere besprochen.
    Ich weiß gar nicht aus welchem schlechten Buch oder FIlm diese Allmachtsphantasien den Ärzten unterstellt werden!?
  8. #17

    Ja

    Zitat von MediTomSin Beitrag anzeigen
    Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett?? Das Recht zum Leben hat jeder Patient und die Pflicht dies auch zu erhalten hat jeder Arzt. Sollte es medizinisch sinnlose Situationen geben und hat der Patient keine Patientenverfügung verfasst/ sich äußern können, wird mit den Angehörigen das weitere Procedere besprochen.
    Ich weiß gar nicht aus welchem schlechten Buch oder FIlm diese Allmachtsphantasien den Ärzten unterstellt werden!?
    Ja so habe ich es auch 2 mal erlebt
    Fall 1: "Blumenkohl" ein furchtbares Wort für ein total zerstörtes Gehirn nach 40 min Reanimation an einem über 80 jährigen Patienten.
    Fall 2: trotz gegenteiligem Wunsch und klarer Ansage der Sterbenden wurde reanimiert.
    Im Zweifel wird es schwieriger sein die Patientenverfügung respektiert zu bekommen.
    In Fall 1 haben die Angehörigen mit den Ärzten entschieden, in Fall 2 hat die anwesende Tochter die Ärzte gestoppt. Beide durften dann sterben, und die Ärzte und Pflegeteams waren klasse weil man sie offen ansprach. Vielleicht ist das das Problem in manchen Diskussionen.
  9. #18

    Zitat von Barath Beitrag anzeigen
    Das stimmt nicht.
    Passive Sterbehilfe ist in Deutschland legal, denn jegliche medizinische Hilfe ist zunächst einmal Körperverletzung und darf nur mit ihrer (angenommenen) Zustimmung erfolgen.
    Dies trifft auch auf lebenserhaltene Maßnahmen zu. Wenn sie also wollen, daß man ihnen "den Stecker zieht", brauchen sie nur eine entsprechende Patientenverfügung zu unterschreiben.
    Interessante Fußnote: Umgekehrt haben sie kein Recht weiter am Leben erhalten zu werden, wenn der Arzt es als sinnlos betrachtet. Alle kämpfen für ein Recht zu sterben und keiner merkt, dass das Recht zu leben fehlt...
    Gilt soweit ich weiss nur, wenn sie bei bewusstsein sind. Angenommen sie wollen sich die Pulsadern aufschneiden, dann wird nur solange nicht eingegriffen bis Sie ohnmächtig sind.
  10. #19

    Zitat von J4cky Beitrag anzeigen
    Es geht doch nicht rein um die Frage, ob man früher abschalten kann. Es geht insbesondere darum, wie viel und ob jemand noch etwas mitbekommt. Was sind die Wünsche? Für mich gehört da auch die Frage nach dem Tod zu. Wenn jemand den Wunsch hat, weshalb sollte man ihn nicht berücksichtigen dürfen. Letztlich würde man nur dem Wunsch eines Patienten nachkommen. Ohne äußere Hilfe spich einfach durch die Gedanken sterben? Es gibt zwar Untersuchungen bei denen überlebenswillige Personen in diversen Situationen länger überlebt haben, aber es ist unmöglich rein kraft seiner Gedanken zu sterben. Jedenfalls darf man es sich nicht so vorstellen, dass einfach ein Schalter umgelegt wird und es ist vorbei.

    Ein älteres niederländisches Ehepaar, dass ich kenne "lösten ihr Problem" so, als Ihr der Wunsch nach Abstellen der Beatmungsmaschine selbst in den NL verboten würde, das der Ehemann den " Stecker zog" und aus dem Haus ging zum Zeitung holen .

    Ich selber würde gerne Sterbehilfe bekommen, wenn ich in so eine Situation kommen würde. Und die Gespräche mit meinem erwachsenen Sohn gehen in diese Richtung so das er meinen Wunsch kennt , um mich zu unterstützen. Er sagt dann: Wir warten das mal ab, wenn es so kommen würde, sprechen wir neu darüber.
    Da ich einen schweren HWS Schaden durch einen schweren Unfall habe, kann jeder neue selbst leichte Unfall mich in den Rollstuhl bringen. Ich glaube nicht , auch aufgrund anderer Erkrankungen, dass ich die Kraft hätte im Falle eines Unfalls Hals-abwärts gelähmt 20- 30 Jahre weiter leben zu können, zumal ich auch sehr an ein Leben nach dem Tod glaube, das sicherlich friedlich und schön ist