Wahlfarce um Sarkozy-Nachfolge: Machtkampf bei Frankreichs Konservativen eskaliert

DPAAuf der Suche nach einem Nachfolger für Nicolas Sarkozy rutschen die französischen Konservativen immer tiefer in die Krise. Nach der Wahlfarce um den UMP-Vorsitz droht Ex-Premier Fillon mit der Justiz. Er fühlt sich um den Sieg betrogen - und ruft nach einer Übergangsführung.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-868619.html
  1. #1

    Wenn das mal nicht ins Auge geht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auf der Suche nach einem Nachfolger für Nicolas Sarkozy rutschen die französischen Konservativen immer tiefer in die Krise. Nach der Wahlfarce um den UMP-Vorsitz droht Ex-Premier Fillon mit der Justiz. Er fühlt sich um den Sieg betrogen - und ruft nach einer Übergangsführung.

    Sarkozy-Nachfolge: Machtkampf bei Frankreichs Konservativen eskaliert - SPIEGEL ONLINE
    Fillon spielt jetzt die Rolle des weisen Staatsmannes. Er fordert den Vorsitz nicht für sich, sondern für den 'neutralen Juppé. Was für ein toller Politiker der nicht seine Karriere zum Dreh- und Angelpunkt macht, sondern das Wohl seiner Partei.
    Falls aber das Wohl der Partei nicht so erreicht werden kann, kennt Fillon auch einen anderen Weg, er 'ruft die Justiz' an die ihm Gerrechtigkeit verschaffen soll.
    Fazit: Fillon erkennt nicht das Reglement der UMP an, Fillon sagt dass die UMP von einer Bande von Täuschern und Wahlfälschern geführt wird, Fillon sagt auch dass letztendlich nicht die Wahl der Parteimitglieder ausschlaggebend ist. Letztendlich geht damit der Anspruch der innerparteilichen Demokratie bei der UMP flöten. Was bleibt wäre eine Bande von Personen die sich einer Gruppierung, nämlich der UMP, bemächtigt hat um in ihr und mit ihrer Hilfe politische Karriere zu machen.
    Fillon ist sich nicht bewusst was er hier anrichtet, oder er ist vollkommen durchgeknallt. Hätte eine in ihre Ursprungsbestanteile 'RPR' (konservativ, national) und 'UDF' (bürgerlich, europafreundlich) zerfallende UMP (die erst seit Chirac existiert) noch eine Chance, getrennt streiten im Wahlkampf, anschliessend in einer Koalition zusammen regieren, so macht das Beharren Fillons innerhalb der UMP 'Gerechtigkeit' einzuklagen der Partei den Garaus.
    Es gibt einen Gegensatz in Frankreich zum deutschen Parteiensystem. Eigentlich ist die UMP eine Ansammlung von vielen kleinen Gruppierungen, Kreisen usw in denen einzelne Politiker oft eine herausragende Rolle spielen. Das Ganze geht nur gut wenn ein 'starker Mann' wie Chirac oder Sarkozy dem vorsteht und die Richtung ansagt. Rechte Wähler bevorzugen normalerweise einen starken Mann am Ruder, aber mit zwei sich wie Pack schlagenden UMP-Granden gibt es keinen "starken Mann" mehr, aber es gibt eine "starke Frau" in der französischen Rechten. Bleibt als 'starker Mann' noch Sarkozy, aber der war im zurückliegenden Wahlkampf oft noch rechter als die 'starke Frau'.
  2. #2

    Sarko komm zurück!

    Der Wunsch nach Rückkehr von Heilsbringer Sarkozy ist Zeichen der geistigen Verwirrung der Rechten in Frankreich. Dabei war es Sarkozy, der mit seinem ultrarechten Wahlkampf die UMP in die Bredouille brachte, zu dem er den traditionell bürgerlichen Werten zugeordneten Teil seiner Partei, zu dem Fillon zu zählen ist, vergewaltigte. Der hyperehrgeizige Copé führte nur fort, was Sarkozy begann. Profiteur dieser rechtslastigen, rassistischen Politik ist der Front National unter Marine Le Pen. Die UMP wird implodieren und in zwei Lager zerfallen.
    Außerdem muß sich Sarkozy heute vor dem Untersuchungsrichter in Sachen Bettencourt rechtfertigen und danach entscheidet das Gericht, ob es zu weiteren gerichtlichen Schritten in dieser Sache gegen Sarkozy kommen wird, was als wahrscheinlich gilt.
    Vielleicht ist ja Sarkozy der erste Politiker der 5. Republik, der seine Partei aus dem Gefängnis heraus leitet. Sarko wäre alles zuzutrauen.
  3. #3

    Urwahl ist möglicherweise kein echtes Patentrezept

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auf der Suche nach einem Nachfolger für Nicolas Sarkozy rutschen die französischen Konservativen immer tiefer in die Krise. Nach der Wahlfarce um den UMP-Vorsitz droht Ex-Premier Fillon mit der Justiz. Er fühlt sich um den Sieg betrogen - und ruft nach einer Übergangsführung.

    Sarkozy-Nachfolge: Machtkampf bei Frankreichs Konservativen eskaliert - SPIEGEL ONLINE
    Es kann ja ganz nützlich sein und Innovationen beschleunigen, wenn die Basis befragt wird. Das haben die GRÜNEN in Deutschland gerade eindrucksvoll demonstriert. Aber richtig "rund" geworden ist das Ergebnis der Urwahl der Spitzenkandidaten am Ende auch nur dadurch, dass die Delegierten beim Parteitag eine sinnvolle Ämterteilung herbeigeführt haben. In Frankreich scheint die Urwahl bloß Ratlosigkeit ausgelöst zu haben.
  4. #4

    Mal gucken.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auf der Suche nach einem Nachfolger für Nicolas Sarkozy rutschen die französischen Konservativen immer tiefer in die Krise. Nach der Wahlfarce um den UMP-Vorsitz droht Ex-Premier Fillon mit der Justiz. Er fühlt sich um den Sieg betrogen - und ruft nach einer Übergangsführung.

    Sarkozy-Nachfolge: Machtkampf bei Frankreichs Konservativen eskaliert - SPIEGEL ONLINE
    Nächstes Jahr in Bayer. Nächstes Jahr in Deutschland.

    Obwohl, die CSU hat bewiesen, dass sie das kann; nur noch nicht richtig.
  5. #5

    Zitat von Europa! Beitrag anzeigen
    Es kann ja ganz nützlich sein und Innovationen beschleunigen, wenn die Basis befragt wird. Das haben die GRÜNEN in Deutschland gerade eindrucksvoll demonstriert. Aber richtig "rund" geworden ist das Ergebnis der Urwahl der Spitzenkandidaten am Ende auch nur dadurch, dass die Delegierten beim Parteitag eine sinnvolle Ämterteilung herbeigeführt haben. In Frankreich scheint die Urwahl bloß Ratlosigkeit ausgelöst zu haben.
    des PS-Präsidentschaftskandidaten hat doch prima geklappt.

    Allerdings ging die Wahl um den Parteivorsitz der PS 2008 zwischen Royale und Aubry ähnlich knapp mit ähnlichen Problemen wie jetzt aus.

    Urwahlen für den Vorsitz franz. Parteien gehen wohl oft extrem knapp aus, was für die Legimitation des Siegers problematisch ist.