Suche nach Spitzenforschern: Wir wollen mehr zahlen dürfen

CorbisWer Spitzenforscher will, muss mit Spitzengehältern locken. Bei weniger als 200.000 Euro pro Jahr lehnen manche Koryphäen ab. Doch die meisten Unis und Wissenschaftseinrichtungen dürfen gar nicht so viel zahlen. Noch. Denn bald gibt es ein neues Gesetz, berichtet das Hochschulmagazin "duz".

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...-a-868021.html
  1. #1

    Science

    Vielleicht könnte man einmal mit Uli Hoeneß reden, wie man Sponsoren finden könnte ? Im Ernst, natürlich läßt sich nicht so viel Geld verdienen mit Wissenschaft, aber der Wert für die Gesellschaft ist außerordentlich im Bereich Medizin und technologischer Fortschritt im Mittelstand, was wiederum Wohlstand für alle bedeutet.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer Spitzenforscher will, muss mit Spitzengehältern locken. Bei weniger als 200.000 Euro pro Jahr lehnen manche Koryphäen ab. Doch die meisten Unis und Wissenschaftseinrichtungen dürfen gar nicht so viel zahlen. Noch. Denn bald gibt es ein neues Gesetz, berichtet das Hochschulmagazin "duz".
    Seltsam, ich ging davon aus, dass die W3-Professur am höchsten besoldet wird - und das sind höchstens ca. 83.000 Euro pro Jahr. Wie wird die Differenz zu den im Text angegebenen 150.000 Euro finanziert? Und was erhalten Wissenschaftler aus dem Ausland? Eine W3-Besoldung setzt eine Verbeamtung voraus, die nur Deutsche erhalten können.
    Ich bin zwar der Meinung, dass die W3-Besoldung für einen Spitzenforscher Peanuts sind, aber mich würde interessieren, wo sonst Geld hergenommen wird. Dieses Geld müsste folgerichtig woanders eingespart werden. Denn mit ca. 70.000 Euro kann man ca. 1 1/2 E13-Stellen (inkl. Overhead) finanzieren.
  3. #3

    Das Geld ist einfach nicht da!

    Für Luxusgehälter ist in der Wissenschaft einfach kein Geld da. Und wer nicht aus Überzeugung für die Sache forscht, sollte es in meinen Augen ohnehin lieber bleiben lassen. Wir brauchen keine vergoldeten Denkmäler, sondern, erst einmal, eine solide Grundfinanzierung. Die ist nicht gegeben. In vielen Bereichen reicht es nicht einmal mehr, um grundlegende Lehraufgaben angemessen zu erfüllen oder die Bausubstanz in einem erträglichen Zustand zu halten. Und nach welchen Maßstädben will man messen, wer die Spitzengehälter bekommt? Höher-schneller-weiter? - Dafür bekommt man sicher einen gewaltigen Berg Daten, aber großartige Erkenntnisse stecken eben nicht immer dahinter...
  4. #4

    Interessant. Es ist also dem Bund und den diversen Gremien wichtiger "3-4" mehr "führende Wissenschaftler" im Jahr für je 200.000 EUR einzukaufen, als sich mal um den Nachwuchs im eigenen Land zu bemühen. Wie wäre es mal mit einem Programm die ewigen Befristigen zumindest perspektibisch einzudämmen? Wie sollen so junge Wissenschaftler(innen) Familien gründen, wenn sie selten länger als ein Jahr in Lohn und Brot stehen? Elternzeit kann man gleich vergessen, die läuft nämlich mit dem Vertrag aus und entsprechend auch die Perspektiven auf eine Weiterbeschäftigung nach Geburt des Kindes. Und immer mehr sehr gut ausgebildete Nachwuchskräfte wählen nun die Flucht aus dem System: ins Ausland, in die Industrie oder gleich ganz Umschulen auf was "vernünftiges". Wieviele Taxi-fahrende Biologen gibt es wohl gerade?
    Aber natürlich, die Gehälter der Chefs sind erstmal wichtiger als die Arbeitsbedingungen der Untergebenen...
  5. #5

    Ein Spitzenforscher...

    macht aber keine Spitzenforschung mehr - jedenfalls keine, für die es mal einen Nobelpreis geben wird... Die meisten Nobelpreisträger bekommen den Preis nämlich für Arbeiten, die sie in "jungen Jahren" publiziert haben...

    Und mir sind drei engagierte junge unbekannte Assistenzprofessoren allemal lieber als eine sogenannte Koryphäe... Von denen hab ich nämlich mittlerweile die Nase voll. Die ich kenne, haben (nicht immer, aber oft) schon irgendwelche Persönlichkeitsmerkmale, die eine Zusammenarbeit mit ihnen nicht ganz leicht macht. Aber das ist vermutlich der Grund, warum sie es so weit in der Wissenschaft geschafft haben. Ähnlich wie in der Politik - man muss über Leichen gehen können.

    Wenn es wirklich gewollt ist, in Deutschland Spitzenforschung zu betreiben: schafft einfach gaaaanz viele Stellen im sogenannten Mittelbau und schafft die 12-Jahre-Regelung ab!
  6. #6

    Mittelbau

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer Spitzenforscher will, muss mit Spitzengehältern locken. Bei weniger als 200.000 Euro pro Jahr lehnen manche Koryphäen ab. Doch die meisten Unis und Wissenschaftseinrichtungen dürfen gar nicht so viel zahlen. Noch. Denn bald gibt es ein neues Gesetz, berichtet das Hochschulmagazin "duz".

    Wissenschaftsfreiheitsgesetz erlaubt höhere Gehälter für Spitzenforscher - SPIEGEL ONLINE
    Tut doch endlich mal jemand was für den akademischen Mittelbau. Da schleppt man sich von Ein-Jahresvertrag zu Ein-Jahresvertrag auf Drittmitteln. Und da wundert man sich darüber, dass so wenige eine akademische Karriere anstreben und dabei noch eine Familie gründen und Kinder in die Welt setzen.
  7. #7

    Der wahre Spitzenforscher

    Wer kennt es nicht? Verteilungsschlüssel von 1:2. Heißt: 1 Festangestellter auf 2 Drittmittelangestellte. Die Realität ist oftmals 1:4 bis 1:5. Den Organisationsaufwand bei der permanenten Bearbeitung von Projektskizzen, Projektanträgen, Gutachten für andere Forschungseinrichtungen kann man sich beim heutigen Drittmittelkrieg vorstellen. Oder: "Mindestbürofläche pro Mitarbeiter". Heißt eigentlich ca. 10 m².

    Heute stopft man aber schonmal 4 Mitarbeiter auf ca. 20 m². Dazu dann 3 bis 4 Telefone und schon haben wir eine konzentrierte (soll heißen verdichtete) Arbeitsatmosphäre. Da wird Studentenbetreuung, Stipendiatenbetreuung, Doktorandenbetreuung, Praktikantenbetreuung, Bachelorbetreuung und Masterbetreuung zum Genuss für alle Büroinsassen.

    In Zeiten, in denen auch viele Professoren ein Büro in der Abstellkammer erhalten, Religionskriege in der Drittmittelvergabe ausgefochten werden (mit Knowhow und Expertise haben viele Vergaberunden von Drittmitteln ja nichts mehr zu tun) sowie Doktoranden und Wissenschaftliche Mitarbeiter Viertel-Jahres-Verträge bekommen mit 50-%-Stellen, gesplittet auf mehrere Projekte, hat die deutsche Forschungslandschaft wirklich andere Probleme als zu schlecht bezahlte Spitzenwissenschaftler. Wer heute an Universitäten unter den momentanen Bedingungen etwas Gescheites ergründet (und nicht nur zum 100. mal den selben Brei aufwärmt) ist eientlich schon absolute Spitze.
  8. #8

    Verbeamtung

    Zitat von Plasmabruzzler Beitrag anzeigen
    Seltsam, ich ging davon aus, dass die W3-Professur am höchsten besoldet wird - und das sind höchstens ca. 83.000 Euro pro Jahr. Wie wird die Differenz zu den im Text angegebenen 150.000 Euro finanziert? Und was erhalten Wissenschaftler aus dem Ausland? Eine W3-Besoldung setzt eine Verbeamtung voraus, die nur Deutsche erhalten können.
    Ich bin zwar der Meinung, dass die W3-Besoldung für einen Spitzenforscher Peanuts sind, aber mich würde interessieren, wo sonst Geld hergenommen wird. Dieses Geld müsste folgerichtig woanders eingespart werden. Denn mit ca. 70.000 Euro kann man ca. 1 1/2 E13-Stellen (inkl. Overhead) finanzieren.
    Woher nehmen Sie die Annahme, dass ein Professor verbeamtet sein muss. Es wird in der Regel gemacht, da es für das Land billiger ist, da die Kosten dann vor sich her geschoben werden und statt sofortiger Sozialabgaben erst im Alter teuer kommen (da ja gesetzwiedrig natürlich keine Altersanlage getätigt wird), aber es ist durchaus kein Problem eine Professur ohne Verbeamtung zu haben und dies wird auch (zumindest in einigen Bundensländern) immer öfter angewandt.
  9. #9

    Aha, daher auch Wulff als Redner

    bei UNI Heidelberg, 25.000 für einen "richtigen" Redner dürfen sie nicht zahlen.