Schavans Elitenförderung: Mehr Stipendien, mehr Kritik

DPAErfolgsstory oder Flop? Das Bildungsministerium von Annette Schavan (CDU) feiert neue Zahlen beim umstrittenen "Deutschlandstipendium". Fast 11.000 leistungsstarke Studenten bekommen den 300-Euro-Bonus mittlerweile. Die ursprünglichen Zielmarken verfehlt das Programm aber deutlich.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-868229.html
  1. #1

    Meiner...

    Erfahrung nach haben die die besten Studiennoten, die nebenher nicht jobben müssen und sich voll auf ihr Fach konzentrieren können. Also die Leute, denen Mama und Papa das Studium komplett finanzieren. Da fällt ein Großteil der Geisteswissenschaften-Studenten raus (wenn es nicht gerade Lehramt ist), und damit gehen die Stipendien nur an die Leute, die von Haus aus eigentlich schon genug Kohle haben. Was für ein unsagbarer Blödsinn - lieber wirklich das Bafög aufstocken!
  2. #2

    Pillepalle

    Wegen 300 Euro einen dicken Elitetest machen. Und wer kein Stipendium bekommt, d.h. durchfliegt, hält sich dann für einen Doofkopp. Tolle Idee.
  3. #3

    Viele Studierenden

    wurden von ihrer Uni erst gar nicht informiert, wie sie an so
    ein Stipendium kommen können. Wer keine sogenannte
    "Elite" Uni frei nach Schavan besucht, hat da schlechte Karten. Mein Nachwuchs bestand das Staatsexamen zum
    Lehramt an einer deutschen Uni mit 1,0, leider ohne jemals
    in den Genuss eines "Elite"-Stipendiums zu kommen.
  4. #4

    Richtiger Akzent

    Zitat:
    „Eines der grundsätzlicheren Hauptargumente der Gegner des "Deutschlandstipendiums" geht so: Warum stecken wir das Geld in die punktuelle Förderung der besten Köpfe und stocken nicht das Bafög auf, das sozial gerechter ist? Allerdings ließe sich mit den Stipendienmillionen kaum eine spürbare Bafög-Erhöhung finanzieren - in das Bafög-System fließen Jahr für Jahr zwei bis drei Milliarden.“

    Ja, warum steckt man Geld in die besten Köpfe? Nur in einem Land, wo „Elite“ ein Schimpfwort ist, kann man überhaupt so eine Frage stellen. Aber so etwas ist typisch für die „Wir fördern Masse statt Klasse und schenken jedem das Abitur, der sich die Schuhe zubinden kann“-Politik, die sich in vielen Bundesländern breit gemacht hat.
    Deutschland müsste eigentlich viel mehr Eliteförderung betreiben. Allenfalls optimieren, d.h. minimieren, sollte man den Bürokratieaufwand in der Stipendienvergabe
  5. #5

    An meiner Uni gibt es nur 5 Deutschlandstipendien (bei 5000 Studenten) zu vergeben. Davon nur eins für meine Fakultät und das bei der größten Fakultät an meiner Uni.

    Man hätte das Geld ins Bafög stecken sollen und regeln sollen, dass jedes Jahr eine Erhöhung des Satzes kommt, um die Infaltion und gesteigerte Energiekosten aufzufangen.
  6. #6

    scheiß Drittmittel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erfolgsstory oder Flop? Das Bildungsministerium von Annette Schavan (CDU) feiert neue Zahlen beim umstrittenen "Deutschlandstipendium". Fast 11.000 leistungsstarke Studenten bekommen den 300-Euro-Bonus mittlerweile. Die ursprünglichen Zielmarken verfehlt das Programm aber deutlich.

    Deutschlandstipendium: Doppelt so viele Stipendiaten wie im Vorjahr - SPIEGEL ONLINE
    Hätte man den Zwang zur Drittmittelwerberei weggelassen, wären alle glücklicher.


    Was Bafög anbelangt:
    Es gibt zu viele Studenten, bei denen die Eltern zu viel, aber eigentlich doch zu wenig verdienen. Es wäre viel gerechter, wenn:

    - jeder Student elternunabhängig Bafög kriegt
    - alles (Zinslos) zurückgezahlt wird


    => gleiche Kosten, aber keine Ungerechtigkeiten


    mfg
  7. #7

    Ein Erfahrungsbericht aus 1. Hand

    Teile der Kritik am Deutschlandstipendium sind sicher begründet. Unter anderem sollte die Förderung nicht nutzlos verfallen, wenn es keine privaten Förderer gibt.

    Trotzdem bin ich von der Idee vollkommen überzeugt. Ich selbst hatte dass Glück nun schon das 2. mal das Stipendium zu bekommen, dass für mich einen echten Unterschied macht. Ich bekomme nur wenig BaföG und könnte damit alleine mein Studium nicht finanzieren und das obwohl ich zusätzlich als HiWi arbeite. Nur Dank des Stipendiums komme ich über die Runden.
    Anders als hier viele Foristen darstellen stufe ich mich dabei keineswegs als "Elite" ein. Ich studiere an einer kleinen FH BWL und das Stipendium kommt zumindest bei uns nicht dem Geldadel zu Gute sondern sehr bodenständigen Studierenden.
    Die maximale Förderquote hat unsere Provinz FH übrigens das 2. mal in Folge problemlos ausgeschöpft und laut unserem Rektor der die Mittel einwirbt ist da "noch viel Luft nach Oben".
    Ebenfalls anders als vielfach vermutet kommen die Gelder nicht automatisch bestimmten Studiengängen zu Gute. Die Mehrzahl der Geber hat "freie Stipendien" vergeben, d.h. sie sind nicht an einen Studiengang gebunden. Dadurch hat bei uns jeder Studiengang unabhängig vom Prestige anteilsmäßig an der Studierendenzahl Mittel bekommen.

    Ich bin durch meine persönliche Erfahrung mit der Vergabe sicher, dass es ein gutes Konzept ist und wir auf dem richtigen Weg sind. Das zeigt sich für mich besonders darin, dass die Mehrheit der Stipendiaten bei uns später selbst die Förderung vergeben möchte. Ich sehe darin einen ersten Ansatz einer Stipendienkultur.
  8. #8

    Andere Meinung...

    Zitat von myxx Beitrag anzeigen
    Erfahrung nach haben die die besten Studiennoten, die nebenher nicht jobben müssen und sich voll auf ihr Fach konzentrieren können. Also die Leute, denen Mama und Papa das Studium komplett finanzieren. Da fällt ein Großteil der Geisteswissenschaften-Studenten raus (wenn es nicht gerade Lehramt ist), und damit gehen die Stipendien nur an die Leute, die von Haus aus eigentlich schon genug Kohle haben. Was für ein unsagbarer Blödsinn - lieber wirklich das Bafög aufstocken!
    Das sollte man differezierter betrachten. Obwohl ich kein BaföG bekomme und meine Eltern mich finanziell ausreichend unterstützen können, besitze seit zweieinhalb Jahren zwei verschiedene SHK-Stellen und arbeite zudem seit Beginn meines Studiums freiberuflich. Mir war es dennoch möglich mit all den Tätigkeiten (und ausreichend Freizeit) ein Deutschland-Stipendium zu erhalten.

    Jeder sollte die Chance bekommen, sich selbst versorgen zu können - unabhängig vom Einkommen der Eltern. Durch die SHK-Stellen habe ich die Möglichkeit, mir fachspezifische Kenntnisse anzueignen, die mir im Studium nie zugänglich wären. Das Deutschland-Stipendium ermöglicht es mir, ein Forschungspraktikum im Ausland, Fachliteratur und teure Software zu finanzieren. Ohne dieses Stipendium müsste die finanzielle Unterstützung meiner Eltern in Anspruch nehmen, was ich könnte, aber nicht unbedingt möchte.

    Einen weiteren Vorteil, den ich im Deutschland-Stipendium sehe, ist, dass es politisch ungebunden ist und das Leistungskriterium in den Vordergrund stellt. Viele Stiftungen erwarten politisches oder soziales Engagement, was durchaus sinnvoll ist. Aber Studenten, die neben dem Studium jobben oder durch andere Tätigkeiten eingebunden sind, müssen meist auf ein solches Engagement verzichten. In solchen Fällen hat man bei diesen Stiftungen keine Chance auf ein Stipendium trotz hervorragender Leistungen und möglicher Potentiale.
  9. #9

    [I]Wer Eliten fördert, fördert die Einfalt nicht die Vielfalt. Die sogenannten Eliten sind mit verantwortlich, dass nicht nur in Deutschland immer häufiger nur in eine Richtung gedacht wird.
    Um aber intelligente Veränderungen zu bewerkstelligen braucht es die Meinung von Allen egal welche Wissenstufe jemand erreicht hat.
    Ihre Meinungsäußerung ist ideologisch ausgerichtet, Sie geht von einem Mehrwert der Eliten für die Gesellschaft, was macht Sie so sicher, dass die besten Köpfe in jedem Fall in der Elite einer Gesellschaft zu suchen sind ? Um zu testen, ob jeder der sich die Schuhe zubinden kann auch das Abitur bekommt, empfehle ich Ihnen
    die Aufgaben der letzten Abiturprüfung zu besorgen und selbst ans Werk zu gehen, vielleicht erkennen Sie dann wie schwierig es ist eine Schleife zu binden. Wer so einen ideologisch verbohrten Unsinn schreibt, den kann ich und sicherlich viele andere Zeitgenossen nicht ernst nehmen.

    Zitat von leonardo01 Beitrag anzeigen
    Zitat:
    „Eines der grundsätzlicheren Hauptargumente der Gegner des "Deutschlandstipendiums" geht so: Warum stecken wir das Geld in die punktuelle Förderung der besten Köpfe und stocken nicht das Bafög auf, das sozial gerechter ist? Allerdings ließe sich mit den Stipendienmillionen kaum eine spürbare Bafög-Erhöhung finanzieren - in das Bafög-System fließen Jahr für Jahr zwei bis drei Milliarden.“

    Ja, warum steckt man Geld in die besten Köpfe? Nur in einem Land, wo „Elite“ ein Schimpfwort ist, kann man überhaupt so eine Frage stellen. Aber so etwas ist typisch für die „Wir fördern Masse statt Klasse und schenken jedem das Abitur, der sich die Schuhe zubinden kann“-Politik, die sich in vielen Bundesländern breit gemacht hat.
    Deutschland müsste eigentlich viel mehr Eliteförderung betreiben. Allenfalls optimieren, d.h. minimieren, sollte man den Bürokratieaufwand in der Stipendienvergabe