Türkisch als Prüfungsfach: Abitür für Müttersprachler

Anil KöseTürkisch in der Oberstufe sei gut für die Integration, sagen Bildungspolitiker. Doch meist bleiben türkischstämmige Schüler im Unterricht unter sich. Denn wer kein Muttersprachler ist, kann kaum mithalten.

Abitur in Türkisch: Schule in Hamburg will Integration fördern - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Türkisch in der Oberstufe sei gut für die Integration, sagen Bildungspolitiker. Doch meist bleiben türkischstämmige Schüler im Unterricht unter sich. Denn wer kein Muttersprachler ist, kann kaum mithalten.

    Abitur in Türkisch: Schule in Hamburg will Integration fördern - SPIEGEL ONLINE
    In NRW können theoretisch viele Sprachen in der Schule angeboten werden. Wenn es aber heißt: "Auch deutsche Schüler sollen deshalb Türkisch lernen", sagte Rabe, dann ist das völliger Unsinn.

    Türkisch ist eine der Fremdsprachen, die gewählt werden können, aber Sinn macht es ausschließlich für Muttersprachler, so wie Aussiedler aus Russland eben oft Russisch nehmen. Das Angebot an Leuten mit türkischen Sprachkenntnissen in D übersteigt die Nachfrage enorm, gewählt wird es, um leichter das Abitur zu schaffen und später an der Schule unterrichten zu können. Oder ist schon mal im Abitur irgend jemand in Türkisch durchgefallen? Mit Sicherheit nicht.

    Wer keine Hobbys betreiben will, lernt die Weltsprachen Englisch, Spanisch, Französisch, vor allem aber Chinesisch, dann evt. Französisch, Portugiesisch, Polnisch, Italienisch oder Japanisch. Aber Türkisch hilft einem, besonders in D, überhaupt nicht weiter, weil hier zu viele diese Sprache als Muttersprache sprechen.
    Dass "Bildungspolitiker" das anders sehen, verwundert nicht, leben die doch häufig in einem anderen Kosmos ohne Kontakt zu den gesellschaftlichen Realitäten
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das liegt vor allem an einer Hürde: Für das Fach werden - anders als in Französisch oder Spanisch - sehr gute Sprachkenntnisse vorausgesetzt.
    Aha. Welchen Sinn diese Maßnahme hat, dürfte wohl offensichtlich sein: Hier sollen gezielt nicht-türkische Schüler/innen ausgeschlossen werden.

    Oder was soll diese eingebaute Sprachbarriere? Eine FREMD(!)Sprache in der SCHULE lernt man von Grund auf. Alles andere ist politisch motiviert.
  3. #3

    ?

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    gewählt wird es, um leichter das Abitur zu schaffen und später an der Schule unterrichten zu können. Oder ist schon mal im Abitur irgend jemand in Türkisch durchgefallen? Mit Sicherheit nicht.
    Und warum wählt ein Deutsch-Muttersprachler Deutsch als Prüfungsfach? Wie häufig fallen dabei welche durchs Abitur? Ich glaube Deutsch ist Plichtfach in Deutschland damit möglichst viele Deutsche das Abitur schaffen.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Außerdem hätten sich bisher nicht genügend Schüler dafür interessiert. Schuld daran sei vor allem das schlechte Image der türkischen Sprache, vermutet Lehrer Yilmaz. "Türkisch gilt als Migrantensprache", sagt er.
    Schuld ist nicht das Image der türkischen Sprache. Schuld ist das Image der in Deutschland lebenden Türken, der in der Türkei lebenden Türken und der Türkei selbst.

    Davon abgesehen ist es doch eher nutzlos, weil geographisch extrem beschränkt und - wie im Artikel erwähnt - für einen Nicht-Muttersprachler dank der Konkurrenzsituation ohnehin sinnlos. Da wäre es sinnvoller, arabisch zu lernen, damit kann man sich mit weit mehr Menschen und Ländern verständigen.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Türkisch in der Oberstufe sei gut für die Integration, sagen Bildungspolitiker. Doch meist bleiben türkischstämmige Schüler im Unterricht unter sich. Denn wer kein Muttersprachler ist, kann kaum mithalten.

    Abitur in Türkisch: Schule in Hamburg will Integration fördern - SPIEGEL ONLINE
    Das ist ja eine politisch inkorrekte und damit weise Äußerung der sog. "Bildungs"politiker, denn die Auswanderung hierlebender Türken in die Türkei ist bekanntlich größeren Ausmaßes, als die der durch sog. "Familienzusammenführung" einwandernder Türken nach Deutschland.

    Die rückkehrenden jungen Türken mit akademischem Bildungsgrad haben dagegen massive Probleme sich in der Türkei zu integrieren.
    Diese Türken bereits in Deutschland so zu fördern damit später die Integration in der Türkei leichter fällt, ist daher die klugste Entscheidung die deutsche Bildungspolitiker seit dem Pisa-Reinfall je fällen konnten.

    Insbesondere der chauvinistische Anteil der deutschen Bevölkerung dürfte ihnen jetzt schon sehr dankbar dafür sein...
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Türkisch in der Oberstufe sei gut für die Integration, sagen Bildungspolitiker. Doch meist bleiben türkischstämmige Schüler im Unterricht unter sich. Denn wer kein Muttersprachler ist, kann kaum mithalten.

    Abitur in Türkisch: Schule in Hamburg will Integration fördern - SPIEGEL ONLINE
    Wie eine Separation die "Integration" fördern soll, muss mir noch jemand erklären.
    Es wird also mehr oder minder ein Türkisch Grundkurs angeboten, ohne darauf hinführenden Unterricht.
    Wieso nicht gleich komplett andere Schulen für Migranten - alles in Türkisch - das fördert die Integration bestimmt gewaltig.

    Des weiteren gibts genug türkisch Sprechende für den Bedarf am deutschen Arbeitsmarkt, eine Fortbildung ist also von geringem Wert.
    Die Frage ist doch viel mehr: Soll damit der Export der frisch ausgebildeten Elite unter den Migranten vorbereitet werden? Was hilft es Deutschland, wenn ausgerechnet von all den Migranten die Abiturienten uns verlassen?

    Die aktion ist also nicht positiv, sondern aus Sicht des Staaten kontraproduktiv!
  7. #7

    Türkisch - die meistgesprochene Fremdsprache in Deutschland

    Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Türkisch an jedem Gymnasium für Deutsche ohne Migrationshintergrund als zweite Fremdsprache angeboten wird. Als Spanischlehrer weiß ich aber, dass es ABSOLUT notwendig wäre, für die Schüler mit türkischem Elternhaus gesonderte Kurse anzubieten. Wer beide Gruppen zusammenschließen möchte, der hat - das muss gesagt werden - vom Fremdsprachenunterricht überhaupt keine Ahnung.
    Es wäre ein Beitrag zur Integration, wenn wir dieser alten Kultursprache, die von so vielen Menschen bei uns gesprochen wird, mehr Respekt zollen würden. In anderen Schulfächern wie Gemeinschaftskunde und Geschichte sollte auf die lange und fruchtbare Beziehung zur Türkei eingegangen werden. Immer nur mit dem Zeigefinger auf das Kopftuch und das Fehlverhalten einzelner türkischstämmiger Mitbürger zu zeigen, ist sicherlich keine gute Voraussetzung für die berechtigterweise geforderte Integration.
  8. #8

    Ignoranz ohne Ende

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    In NRW können theoretisch viele Sprachen in der Schule angeboten werden. Wenn es aber heißt: "Auch deutsche Schüler sollen deshalb Türkisch lernen", sagte Rabe, dann ist das völliger Unsinn.

    Türkisch ist eine der Fremdsprachen, die gewählt werden können, aber Sinn macht es ausschließlich für Muttersprachler, so wie Aussiedler aus Russland eben oft Russisch nehmen. Das Angebot an Leuten mit türkischen Sprachkenntnissen in D übersteigt die Nachfrage enorm, ....
    Warum sollte es sinnvoll sein Polnisch oder Italienisch zu lernen, nicht aber Türkisch. Die Türkei mit ihrer boomenden Wirtschaft und Wachstumsraten wie es sie sonst nur in China gibt, wird für unsere Wirtschaft
    immer wichtiger. Türkischstämmige Abiturienten können aber nur dann eine gute Brücke zu diesem Land sein, wenn sie auch ihre Muttersprache halbwegs beherrschen und sich dort nicht lächerlich machen, indem sie nur miserabeles Türkisch radebrechen.
    Neben den wirtschaftlichen Beziehungen geht es auch um den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch.
    Die türkische Sprache ist auch der Schlüssel zu dem weiten Welt der Turksprachen, ein weites Gebiet welches sich von der Türkei über Azerbaidschan, Turkmenistan, Kasachstan etc. bis nach China hinein reicht.
    Für eine Exportnation ein wichtiger Bereich dieser Welt.
  9. #9

    Zitat von Florentinio Beitrag anzeigen
    Und warum wählt ein Deutsch-Muttersprachler Deutsch als Prüfungsfach? Wie häufig fallen dabei welche durchs Abitur? Ich glaube Deutsch ist Plichtfach in Deutschland damit möglichst viele Deutsche das Abitur schaffen.
    Bei der Abiprüfung in Deutsch dürfte es aber nicht in erster Linie um die Beherrschung der Sprache und das Übersetzen von Texten gehen...