Israels Gaza-Offensive: Gesetz der Rache

AFPDer Wahnsinn geht weiter: Hamas und Israel schießen pausenlos aufeinander. An Frieden haben beide Seiten kein Interesse. Im Nahen Osten gilt immer noch: Der Krieg ist der Vater aller Dinge.

Jakob Augstein über Israels Gaza-Offensive: Gesetz der Rache - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    ach Herr Augstein...

    Warum bloß immer diese etwas einseitige Perspektive? Natürlich stimmt vieles von dem, was Sie geschrieben haben und man muss nicht wirklich ein Freund von Nethanyahu & Co. sein, aber manchen Ihrer Phrasen merkt man doch an, dass sie vor allem aus der fernen Persepktive verfasst wurden und sich nicht wirklich auf intime Kenntnis der Sachlage stützen. Als Journalist sollten Sie doch wissen, dass Dinge, die mehr als eineinhalb Jahre zurückliegen, meist weit im Hinterstübchen des menschlichen Gedächtnisses angekommen sind, wie etwa der soziale Protest hier in Israel im Sommer 2011, von dem in diesem Jahr kaum noch etwas zu spüren war. Trotz der fehlenden Aggression der Hamas. Zu dieser Organisation hätten Sie vielleicht auch noch bemerken können, was deren Kriegsmotivationen sein könnten (neben dem erklärten Ziel der Vernichtung des zionistischen Staates), denn eigentlich schreiben Sie das nur über Israel : Hamas kann vor allem Terror, Aggression und Krieg. Hamas ist ausgesprochen ungeübt im Aufbau einer halbwegs modernen Zivilgesellschaft und hat daran sicher kein Interesse, da nach dem klassischen Rollenverständnis des arabischen Mannes der Krieger (vor allem im Namen Gottes) das Idealbild ist, nicht aber derjenige, der sich um Abwasser, Bildung oder Müllabfuhr kümmert. Darum will man den Gegner lieber dort lassen, wo man mit ihm am besten "kommuniziert", und das ist das Schlachtfeld und nicht die Kläranlage. Israel braucht den Krieg nicht und Sie können mir glauben, dass nur wenige hier die Situation "genießen". Übrigens wird auch darüber offen gesprochen, die Wahlen zu verschieben, damit kein Vorteil aus den Kriegshandlungen für die eine oder andere Partei erwachesen können, durchaus demokratisch gedacht, aber als Fakt Ihnen offenbar unbekannt. Bei Hamas gibt es übrigens keine Wahlen...
  2. #2

    Israel ist nicht die zionistische Regierung

    daher gibt es große Teile der Bevölkerung, die die momentane Politik gegenüber den Palästinensern nicht gutheißen. Aber diese Politik samt dem momentanen Kriegeinsatz hilft der momentanen Regierung bei der nächsten Wahl im Amt zu bleiben. Auch die Hamas wird durch die Poltik Israels gestärkt, da Versuche, über die Uno auch geblockt wird.
  3. #3

    Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...

    Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu.

    Jakob Augstein über Israels Gaza-Offensive: Gesetz der Rache - SPIEGEL ONLINE
    ... werter Herr Augstein, warum ziehen Sie denn nicht die naheliegenden Schlüssen aus den Sachverhalten welche Sie in Ihrem Artikel ausführen.

    Natürlich gibt es in Israel auch gewaltbereite Splittergruppen und religiös verblendete/verblödete Menschen. Nur im Gazastreifen und bei der Hamas handelt es sich eben nicht um eine Splittergruppe, sondern um die Majorität. Das ist das Problem.

    Schaut man sich einmal an wieviele Vereinbarungen die beiden palästinensischen Hauptakteure Hamas und Fatah miteinander geschlossen und umgehend wieder gebrochen haben, so wird man unschwer zu der Überzeugung kommen können dass in deren Unfähigkeit - in jeder Beziehung - die Wurzel aller Probleme in dieser Region liegen. Man will keinen Frieden haben und deshalb wird alles und jedes was auf einen Frieden hinarbeitet bekämpft.

    Als erstes sollte die Hamas erklären, dass ihre Charta keine Gültigkeit hat, dann hätte man wenigstens eine Hoffnung, dass man sich ändern will, ob das dann kommen würde ist noch einen völlig andere Frage.

    Das Chaos ist das Geschäftsmodell dieser Gesellen und das lassen sie sich eben nicht gerne kaputt machen.
  4. #4

    Hass ist genauso ...

    ... ein Bindungsfaktor wie Liebe, da hat Herr Augstein schon recht. Mit Kriterien der Vernunft lässt sich der ewige Krieg in Nahost nicht erfassen. Sonst hätten die Parteien eine solche Lösung längst gefunden.

    Je länger der Krieg läuft, desto mehr Leute sind davon abhängig. Wer würden denn als erstes in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn auf einmal Frieden wäre? Die Hamas und die israelischen Fanatiker. Sie ernähren sich gegenseitig, sie sind in Wirklichkeit Verbündete.

    Deswegen wird auch keine Seite jemals siegen, denn auch dann wäre Frieden und die Hassenden würden arbeitslos. In Nahost missbraucht einfach jeder jeden. Nie in meinem Leben werde ich einen Fuß auf diesen "heiligen" Boden setzen.
  5. #5

    Ende der Gewalt ? In 7 Tagen möglich

    Voraussetzungen:
    1.Anerkennung eines plästinensischen Staates durch Israel
    2.Sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen, sowohl von Hamas, A Fatah, Israelsiche Armee
    3.Rückzug aus allen besetzten Gebieten a
    4.Verzicht auf Annexionen , in den Westanks, in Jerusalem,auf dem Golan
    Das alles ist bereits in Resolutionen der UN gefordert, aus denen mach sich die Regierung Israels nichts und bleibt bei der Maximalpolitik dieser Annexion fremden Landes durch Siedler,Terror und Mord und Ausplünderung .
    Die Unterstützung so einer Politik als deutsche "Staatsräson" - das meinen wohl nur Frau Merkel, Herr Westerwelle und die Propagandamaschinerie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
  6. #6

    optional

    "1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus." Nein, die arabische Welt sitzt dort seit Jahrzehnten brütend auf einem Kamikaze-Ei gegen Israel. Ägypten könnte das Gefängnistor leicht öffnen und alle Gefangenen herausholen. Was sind 1,7 Millionen, wenn die arabischen Länder gewillt wären, sie aufzunehmen? Um die gleiche Zeit, als der Gazastreifen entstand, hat der zerstörte Rest Deutschlands mehr als 6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.
  7. #7

    Von wegen einseitige Perspektive

    Das ist einer der wenigen Artikel, welche sich noch trauen, beide Seiten für die Gewalt verantwortlich zu machen. Aber klar, in diesen Zeiten ist selbst das schon "antisemitisch"!
  8. #8

    Vielen Dank...

    Hr. Augstein fuer diesen Artikel! Sehr gut geschrieben und ohne irgendeine einseitig Parteinahme. Aber zu 100% in das Schwarze getroffen. Mehr muss man dazu nicht sagen, nur noch einmal danke dafuer!
  9. #9

    Oh Gott, Gestz der Rache?!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Wahnsinn geht weiter: Hamas und Israel schießen pausenlos aufeinander. An Frieden haben beide Seiten kein Interesse. Im Nahen Osten gilt immer noch: Der Krieg ist der Vater aller Dinge.

    Jakob Augstein über Israels Gaza-Offensive: Gesetz der Rache - SPIEGEL ONLINE
    Meine Güte, was soll so eine Information? Ich bin alt genug um noch nie auch nur einen Tag zu wissen, seit es nun auch TV gibt dass im nahen Osten Frieden herscht. Die Generationen die dort leben auf beiden Seiten, also Israelis und Palästinenser kennen das doch gar nicht anders, also die Deutschen fühlen ja sogar 6 Jahre Krieg als absolute Katastrophe, aber Generationenüberschreitung? Nöö, nigs neues im Staate naher Osten.

    Vielleicht sollten Sie beim Spiegel wieder die älteren Generationen einstellen, als die Jüngeren, die da sowieso keine Erfahrung haben und für die ist das ein Aufmacher, aber in 50 Jahren auch nicht mehr.

    Uninteressant sozusagen und längst normal.