Trotzphase bei Kindern: Stampfen, schreien, wüten

CorbisEin schreiendes Kind auf dem Supermarkt-Boden? Schlecht erzogen, meinen Außenstehende. Doch so sehr der tägliche Ausnahmezustand Eltern nervt - Wüten ist für das Kind unverzichtbar.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...-a-866897.html
  1. #1

    liebevolle Erziehung muss paradoxe Momente aushalten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein schreiendes Kind auf dem Supermarkt-Boden? Schlecht erzogen, meinen Außenstehende. Doch so sehr der tägliche Ausnahmezustand Eltern nervt - Wüten ist für das Kind unverzichtbar.

    Trotzphase: Wütende Kinder stellen Eltern auf Geduldsprobe - SPIEGEL ONLINE
    Quatsch, Eltern machen doch auch so oft, was s i e wollen - warum bekommt das Kind nicht auch seinen Willen? : die Ballerinas anziehen, aber die Filzstiefel im Rucksack mitnehmen. Nach 10 Minuten sind die Füße kalt, aha, wir haben ein kleines Praktikum über Wintertemperaturen gemacht und ziehen jetzt freiillig im Supermarkt die Stiefel um. Ohne Geschrei. Auch mit der Schokolade geht es so. Zuerst Schokolade und dann "für die Zähne" ein Stück Babybel hinterher. Meistens schreien nur die Kinder, die sich auch zu Hause ständig nach den Eltern richten müssen, anstatt liebevoll ausprobierend in dieses Leben hereingeführt zu werden. - Ich weiß wovon ich rede: Mein Kind hat viele seiner Wünsche bekommen, auch genug Taschengeld. Jetzt im Studium setzt der Sättigungseffekt von "ich habe genug bekommen" ein: f r e i w i l l i g kommt es mit dem Bafög-Satzt aus und weist höhere Geldzahlungen zurück! Langfristig die erfolgreichere Methode, mündig-verantwortliche und zufriedene Menschen zu erziehen..
  2. #2

    Geld im Ueberfluss?

    Nun ja, wenn man mit dem Pfennig keinen Kupferdraht machen muss, kann man ja vielleicht die Ballerinas im Schneematsch ruinieren oder genuegend Taschengeld geben. Wir konnten das nicht und Schokolade gabs zu Weihnachten und zum Geburtstag - mehr war nicht drin. Mit dem Taschengeld kam dann auch die Verantwortung fuer gewisse Ausgaben. Wir hatten ja auch kein Geld zum verpulvern. Und wenns dann ans Kicken oder Schlagen kam, hab ich den Fuss oder die Hand geschnappt und gesagt ich kann weder Fuss noch Hand verstehen, das Kind muss schon mit mir reden. Das ging dann auch ganz schnell, den ich konnte nur ein Kind verstehen, das ganz ruhig mit mir sprach. Im Uebrigen, Vorbild sein hilft ganz enorm. Komisch, meine sind auch verantwortungbewusste Menschen geworden, die die gleiche Methode bei ihren Kindern genauso erfolgreich anwenden.
  3. #3

    Wirklich eine...

    sehr realistische Idee.
    Ich zeige meinem Kind seine "Wutecke" oder seinen
    Mülleimer in den es schreien darf...
    "Nein, schrei' nicht mich an, schreie bitte in deinen Eimer"
    Klappt bestimmt 1A, während die Ratio gerade auf der
    Strecke bleibt.
    Sowas kann auch nur von Erziehungstheoretikern kommen.
  4. #4

    Temperamentsfrage

    Zitat von kalumeth Beitrag anzeigen
    Quatsch, Eltern machen doch auch so oft, was s i e wollen - warum bekommt das Kind nicht auch seinen Willen? : die Ballerinas anziehen, aber die Filzstiefel im Rucksack mitnehmen. Nach 10 Minuten sind die Füße kalt, aha, wir haben ein kleines Praktikum über Wintertemperaturen gemacht und ziehen jetzt freiillig im Supermarkt die Stiefel um. Ohne Geschrei. Auch mit der Schokolade geht es so. Zuerst Schokolade und dann "für die Zähne" ein Stück Babybel hinterher. Meistens schreien nur die Kinder, die sich auch zu Hause ständig nach den Eltern richten müssen, anstatt liebevoll ausprobierend in dieses Leben hereingeführt zu werden. - Ich weiß wovon ich rede: Mein Kind hat viele seiner Wünsche bekommen, auch genug Taschengeld. Jetzt im Studium setzt der Sättigungseffekt von "ich habe genug bekommen" ein: f r e i w i l l i g kommt es mit dem Bafög-Satzt aus und weist höhere Geldzahlungen zurück! Langfristig die erfolgreichere Methode, mündig-verantwortliche und zufriedene Menschen zu erziehen..
    Leider ist das Verhalten von Kindern zum Teil unabhängig von den Bemühungen der Eltern. Trotz der Tatsache, dass wir eher weniger verbieten und eben auch mal die dünne Jacke anziehen lassen und die dicke mitnehmen, hat sich unser Sohn in seiner Trotzphase alle 10 Minuten schreiend auf den Boden geschmissen. Einfach nur, weil irgendetwas nicht passte oder schnell genug ging. Jetzt mit 4 Jahren hat sich das Gott sei Dank ausgewachsen. Aber man sollte immer daran denken, dass man auch als Eltern nicht alles beeinflussen kann. Was bei dem einen funktioniert, muss bei dem anderen noch lange nicht klappen.
  5. #5

    ..

    Zitat von pixie48 Beitrag anzeigen
    Nun ja, wenn man mit dem Pfennig keinen Kupferdraht machen muss, kann man ja vielleicht die Ballerinas im Schneematsch ruinieren oder genuegend Taschengeld geben. Wir konnten das nicht und Schokolade gabs zu Weihnachten und zum Geburtstag - mehr war nicht drin. .
    Ja sicher, früher. Man kann nur das teilen, was übrig ist. Mehr geht nicht. Früher (und auch heute) hatten viele nichts. Wer aber was hat, z.B. Haus, dickes Auto, schicke Möbel, usw. sollte sich klar werden, dass auch Kleinkinder das bereits spüren und eben ihren "gerechten Anteil" wollen. Familien"sozialismus" eben.
    Zitat von pixie48 Beitrag anzeigen
    Im Uebrigen, Vorbild sein hilft ganz enorm.
    Ja.
  6. #6

    Zitat von kalumeth Beitrag anzeigen
    Quatsch, Eltern machen doch auch so oft, was s i e wollen - warum bekommt das Kind nicht auch seinen Willen? : die Ballerinas anziehen, aber die Filzstiefel im Rucksack mitnehmen. Nach 10 Minuten sind die Füße kalt, aha, wir haben ein kleines Praktikum über Wintertemperaturen gemacht und ziehen jetzt freiillig im Supermarkt die Stiefel um. Ohne Geschrei. [...]
    Zeige mir 30 Eltern und Pädagogen und du hast 60 verschiedene Meinungen zur Erziehung und wie man es "richtig" macht. :-)
    Ich finde den Ansatz von Kalumeth super, absolut ohne Frage aber ich vermute auch mal, kalumeth als Person taugt zu diesem Erziehungsstil.
    Letzten endes gibt es kein absolutes "richtig oder falsch" sonder nur ein "authentisch und konsequent", klar grundlegende Dinge wie schlagen, schreien, mobben, etc das tut man einem Kind nicht an, das sowas vollkommen falsch ist, weiss eigentlich jeder. :-)
    Aber ansonsten sind die Methoden so vielfältig, wie nur was. In der "Trotzphase", ob ich da das Kind nun ablenke mit neuen Reizen, ob ich dann die Schuhe mitnehme und später wechsle oder ob ich konsequent das schreien aushalte - für alle Dinge lasen sich für und widerargumente finden. Die absolute Wahrheit gibt es nicht, denn wie jeder mensch, jedes Kind vollkommen individuell ist, so sollte es auch jede Erziehung und jeder Umgang mit einem Kind sein. Und oftmals ist es auch so, dass Kinder, obwohl sie die selbe Erziehung genießen, sich vollkommen unterschiedlich entwickeln. Schon alleine das zeigt doch, es gibt keine "Patentrezepte" für DIE Erziehungsmethode. Es gibt nur ein spüren der Bedürfnisse, ein Einfühlen und ein selbstreflektierter Erziehungsstil. Ein bewusst machen: Wer bin ich als Eltern überhaupt, wie bin ich, wie kann ich mich dauerhaft und konsequent meinem Kind gegenüber zeigen. Und dann sich auch die Frage stellen: Wer ist mein Kind, wie ist es angelegt und was braucht es? Denn eine Beziehung ob nun zwischen Erwachsenen oder Erwachsenen und Kindern ist immer eine Dyade oder Triade und bedarf immerzu ein austarieren der einzelnen Standpunkte zueinander, immer ein schauen: wie kann es möglichst harmonisch, gut und für alle bestmöglich funktionieren.
  7. #7

    Quatsch

    Schreien, weinen, sich auf den Boden werfen: Die meisten Eltern von Kleinkindern kennen solche Szenen.

    Das ist absoluter Quatsch und durch nichts zu belegen.

    Richtig ist, dass in der gängigen Ratgeberliteratur solch ein Unsinn vertreten und auflagenstark verbreitete wird. Das funktioniert dann nach dem Prinzip der self fulfilling prophecy, der sich selbst erfüllenden Prophezeiung mit dem Ergebnis, dass Eltern ihr normales Kind für unnormal halten, weil es sich nie auf den Boden wirft ... und auch in bisher harmonisch zusammenlebenden Familien der herbeigeredete Familienkrieg ausbricht. Falsche Ausgangsthesen können keine richtigen Ergebnisse liefern.
  8. #8

    verschiedenste Temperamente

    Zitat von judas-adolf Beitrag anzeigen
    Leider ist das Verhalten von Kindern zum Teil unabhängig von den Bemühungen der Eltern. Trotz der Tatsache, dass wir eher weniger verbieten und eben auch mal die dünne Jacke anziehen lassen und die dicke mitnehmen, hat sich unser Sohn in seiner Trotzphase alle 10 Minuten schreiend auf den Boden geschmissen. ..Was bei dem einen funktioniert, muss bei dem anderen noch lange nicht klappen.
    In der Tat gibt es nun mal die verschiedensten Temperamente und somit auch kein pädagogisch-allgemeingültiges Rezept zur Erziehung der eigenen Kinder. (Mir selbst verhalf immer mal wieder ein Blick ins Kinderhoroskop, um die Unterschiedlichkeit meines Sprößlings zu begreifen - wenn ich's schon nicht direkt kapierte)
  9. #9

    so wie pixie haben wir es auch gemacht

    kommentar der gymnasiallehrer: ihre beiden söhne fallen auf wegen ihrer sozialen kompetenz; ausuferndes trotzen ist immer folge inkompetenter eltern;

    außerdem wichtig: kinder früh in's bett stecken, dann wachen sie morgens fröhlich ohne wecker auf; unausgeschlafene kinder sind unglücklich, launisch, und trotzen dauernd, sind unausstehlich, die haben keine übersicht, verstehen gar nichts mehr, die kann man auch nicht mehr vernünftig ansprechen, müde kinder haben keine stresstoleranz

    ruhig und bestimmt mit den kindern umgehen - führen!!! und viel kuscheln