NS-Dokumentationszentrum München: "Museale Verpackung einer unbequemen Wahrheit"

Getty ImagesDas Münchner NS-Dokumentationszentrum droht zur Blamage zu geraten: Die Landeshauptstadt scheint sich ihrer Nazi-Vergangenheit nicht umfassend stellen zu wollen. Der besonderen Rolle Münchens als Aufstiegsort der NSDAP werde das Museum nicht gerecht, kritisieren Fachleute.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-867230.html
  1. #1

    optional

    Die Aufgabe, sich der Vergangenheit im Dritten Reich zu stellen, wird von allen Städten gern outgesourcet. Aller Dings hätte ich von einem Spiegel-Artikel etwas mehr Konkretes erwartet. Die Historikerin ist natürlich beleidigt, dass man ihre These "Die Bierkeller sin dschuld" nicht mit einem großen Museum umbauen möchte. Anderer Seits trafen sich die Gegner der Nazis auch in Bierkellern.

    Allgemein bekannt ist sicher der Hitler-Putsch aus dem Jahr 1923, bei dem Hitler erst einen Bierkeller gestürmt hat und dann mit einem wackren Häuflein Getreuer von der Rosenheimer Straße bis zur Ludwigstraße gezogen ist. Allerdings waren solche Aktionen in Deutschland zu dieser Zeit mehr oder weniger an der Tagesordnung. Ich bin kein Historiker und kenne die Zeit nur aus Romanen, aber lesen Sie bei Döblin oder Feuchtwanger, dann sehen Sie, dass sich München, Berlin und andere Städte nicht so wahnsinnig voneinander unterschieden haben, was ihre Rolle im Dritten Reich angeht.
  2. #2

    optional

    Ich habe zuvor etwas in dem Artikel übersehen. Wenn das ursprüngliche Konzept tatsächlich Informationen darüber bietet, welche Karriere die Funktionäre nach dem Krieg gemacht haben, und hier vor allem Namen und Beweise geliefert werden, denn wäre dies allerdings sehr interessant. Es ist bekannt, dass in München nach dem Krieg viele ehemalige NSDAP-Mitglieder wieder als Lehrer im Schul-Unterricht eingesetzt wurden. Es ist allerdings nie veröffentlicht worden, welche Lehrer dies jetzt waren und welche nicht. So eine Information fände ich extrem wichtig, wichtiger jedenfalls als die einhundertfünfzigste Betroffenheitsshow. Vielleicht kann ja die Historikerin ihre Erkenntnisse (einschließlich Beweisen) in Buchform veröffentlichen.
  3. #3

    Wozu ein Museum

    der Geist ist noch so lebendig in der Stadt und dem Land,da brauchst kein Museum.Die CSU bewahrt das Erbe aufs Feinste.
  4. #4

    In eigener Sache

    Ich bin ziemlich überrascht, dass ich hier zum Kronzeugen für die "aufklärerische Konzeption" von Frau Wojak gemacht werde. In einem mehr als einstündigen Gespräch mit Felix Bohr habe ich hingegen sehr deutlich gemacht, dass die jetzige Konzeption daran leidet, aus der Not der Eile geboren worden zu sein, weil Frau Wojak innerhalb von zweieinhalb Jahren überhaupt keine konkrete Konzeption für die Gestaltung des NS-Dokumentationszentrums vorgelegt hat, geschweige denn eine öffentliche und fachliche Debatte über die zentralen Fragen, denen dieses gewidmet sein sollte, initiiert hat. Das Papier, das sie kurz vor Ende ihrer Amtszeit vorgelegt hat, kam nicht nur nach meiner Einschätzung über allgemeine Grundsatzerwägungen kaum hinaus.

    Dr. Jürgen Zarusky
  5. #5

    Gute Idee und bitte verschont den

    Die Forschungsergebnisse in Buchform zu veröffentlichen, ist eine prima Idee. Selbstverständlich werde ich weiterforschen und mich durch unbequeme Wahrheiten, die es nun einmal gibt, nicht davon abbringen lassen, sie an anderer Stelle zu publizieren. Was die Qualität und Ausrichtung meines Konzepts betrifft, herrschen, wie ja dem Kommentar zu entnehmen ist, Uneinigkeit und gegensätzliche Ansichten. Nicht anders ist es übrigens mit meiner so geannnten "Entbindung", die wohl eher eine Abtreibung war. Doch das steht auf einem anderen Blatt. Ich wünsche dem unwillentlich ins Gestrüpp und zum "Kronzeugen" geratenen Dr. Zarusky jedenfalls, dass er verschont bleibt und mit dem großen Strom der Münchner Zeitgeschichte weiter mitschwimmen darf!