Job-Portal für Rentner: Suche Arbeit, biete Können, will viel Kohle

DPADie Enkel hüten und Rasen mähen? Das war gestern! Auf der Online-Plattform Rent a Rentner bietet eine äußerst selbstbewusste Ruheständler-Generation ihre Dienste an. Viele lassen keinen Zweifel: Sie wollen Cash sehen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-863545.html
  1. #1

    Wieso haben die Leute so ein riesen Problem damit, zu sagen, dass sie Geld verdienen möchten?

    >>"Bisher machen wir das vor allem aus Freude und aus dem Glauben daran, dass die Idee funktioniert", sagt Reese. Er selbst verdient sein Geld als Journalist, sein Partner als IT-Berater. Es gebe aber Überlegungen, ob man etwa durch Werbung oder Sponsoren die Kosten decken könnte.
  2. #2

    Warum nicht?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Enkel hüten und Rasen mähen? Das war gestern! Auf der Online-Plattform Rent a Rentner bietet eine äußerst selbstbewusste Ruheständler-Generation ihre Dienste an. Viele lassen keinen Zweifel: Sie wollen Cash sehen.

    Internetportal Rent a Rentner bietet Jobvermittlung im Ruhestand - SPIEGEL ONLINE
    Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt. Und wenn es Leute gibt, die diese angebotenen Dienstleistungen wünschen, sollen sie auch zahlen. An Tankstelle kann ich auch nicht gratis tanken.
  3. #3

    Altersvorsorge - oder Im Alter selbst für die Rente sorgen?

    Noch habe ich ein paar Jährchen. Als Mathematiklehrer an der Oberstufe einer Freien Schule habe ich nach 30 Jahren Aussicht auf ca. 800€ monatlich.
    Rentenvorsorge? A la Riester? Als Mathelehrer kann ich doch selber rechnen und weiss, dass ich damit wieder nur im Augenblick Versicherungsgesellschaften ( und deren Topmanager) oder Persönlichkeiten wie Dr. Maschmeyer den Geldbeutel füllen.
    Nein! Lieber Sorge ich mit meiner Kompetenz als Nachhilfelehrer oder Kleingruppenlehrer weiterhin für das Vorankommen von Jugendlichen und auch dafür, dass ich nicht einroste!
    Aber natürlich ist das Einkommen dafür neben meiner Rente nicht verzichtbar. Im Artikel wird ein Stundenpreis von 30 - 80€ als Anspruchsvoller Lohn deklariert; und ein wenig Raffgier nahegelegt. In Zürich erhält ein Stundent für Nachhilfe 40.-CHF; also gut 35€. Und nun ein Akademiker, ein Vollprofi? Da bitte ich doch, dass ich für eine gute Arbeit als Rentner später ( auf heutigen Niveau) für excellente Voraussetzungen und Erfahrungen gut meine 50€ verlangen kann. In Gruppen zu 2. oder zu dritt ist das dann doch verträglich.
    Also nochmals abschliessend: Ich kann den Unterton des Artikels nicht verstehen, angesichts der Rentenproblematik und drohender Altersarmut, von der wochenlang die Rede ist. Auf keinen Fall sollten wir auf unsere gutbezahlten Abgeeordneten rechnen, die zwar ihr Schäfchen im Trockenen haben und sonst wissen sehr wenige, wie es im unteren Segment und mittlerweile auch im Akademikersegment tatsächlich aussieht. Da investiert man doch auch viel mehr Zeit, die Höhe teils horrender Einkünfte plausibel zu machen, als in die Richtungen zu denken und zu handeln, in der uns gerade das komplette Geldwesen zusammenbricht.
  4. #4

    Kopie

    Korrektur: Die Geschäftsidee kommt aus der Schweiz. Die haben dort vor zirka 4 Jahren gestartet und sind sehr erfolgreich. Statt .de also .ch! Idee wurde 1:1 kopiert.
  5. #5

    Gute Arbeit wird gut bezahlt

    Interessante Idee, nur warum wird das mit dem Geld so betont.

    Ich bin selbst in der Altersklasse, war aber noch nie auf die Idee gekommen, mich als "Rentner" zu vermarkten.

    Für das Schreiben von iPhone-Apps verlange ich 75 Euro pro Stunde, und die Kunden sollen selbst entscheiden, ob sie das für 40 Jahre Programmiererfahrung zahlen oder lieber einen Anfänger nehmen, der gerade sein Schmalspur-Studium als Bachelor in IT fertig hat und bereit ist, für magere 30 Euro zu arbeiten.
  6. #6

    Zitat von ka.briz Beitrag anzeigen
    In Zürich erhält ein Stundent für Nachhilfe 40.-CHF; also gut 35€. Und nun ein Akademiker, ein Vollprofi? Da bitte ich doch, dass ich für eine gute Arbeit als Rentner später ( auf heutigen Niveau) für excellente Voraussetzungen und Erfahrungen gut meine 50€ verlangen kann. In Gruppen zu 2. oder zu dritt ist das dann doch verträglich.
    In Zürich - vielleicht...
    Im Rest der Welt werden sie ein gewaltiges Problem haben, jemanden zu finden, der für die Nachhilfe runde 20€ pro Kind und Stunde hinlegen wird...

    Stundenten und pensionierte Lehrer, die den Job für deutlich weniger als 15€ die Stunde machen und dabei 5, 6 bis 10 Kinder betreuen finden sie hingegen wie Sand am Meer...
    Selbt für Einzel-Nachhilfe-Stunden sind 20 Euro schon hoch gepokert... Auch als Akademiker...
  7. #7

    Ursache und Wirkung

    Hätten die heutigen Rentner mal lieber für ein bisschen mehr Kindersegen in Deutschland gesorgt, als sie körperlich dazu noch in der Lage waren. Dann wäre eine auskömmliche Rente heute für sie mehr als ein hohles Versprechen, weil die Sozialsysteme noch eine natürliche Basis hätten.
  8. #8

    Bestätigung von Vorurteilen

    Zitat von ka.briz Beitrag anzeigen
    Und nun ein Akademiker, ein Vollprofi? Da bitte ich doch, dass ich für eine gute Arbeit als Rentner später für excellente Voraussetzungen und Erfahrungen gut meine 50€ verlangen kann.
    Diese Meinungsäußerung bestätigt, warum viele Arbeitgeber (zu Recht) Vorbehalte haben gegen "ältere Semester": Die Oldies stammen aus einer anderen Zeit, haben die Regeln und den Takt der Gegenwart nicht begriffen.

    Sich hinzustellen und zu proklamieren, man "könne verlangen" zeugt von Naivität, die nicht verstanden hat, dass es heute ausschließlich Marktgesetze sind, die die Höhe von Entgelten bestimmen, und nicht so etwas wie "Gerechtigkeit" oder "Angemessenheit".

    Und sich auf Erfahrungen zu berufen scheint mir noch um eine Stufe naiver: Ich kenne (fast) keinen Beruf, in dem nicht die Technik und die darauf aufbauenden geforderten Skills sich dermaßen schnell wandeln, dass *aktuelles* Wissen von überragender Bedeutung ist. Das ist hart und schwer zu akzeptieren, aber es ist die Welt, in der wir leben.
  9. #9

    Independencia

    Zitat von Der Emigrant Beitrag anzeigen
    Interessante Idee, nur warum wird das mit dem Geld so betont.
    Die Betonung des Geldes hat mich auch irritiert.

    Ich arbeite auch nicht unter 50 € / h und es hat sich noch niemand beklagt. Wem das zu teuer ist, der darf gern verzichten.

    Das Bedürfnis, gebraucht zu werden, kenne ich allerdings nicht. Wenn ich gebraucht werde, sehe ich das am Honorar, und gut. Die Rente ist ein Stück Unabhängigkeit, wenn man nicht aufgrund Kapitalvermögens zum Spass arbeitet.