S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Nationalstolz ist albern

Deutschtümelei in der Kulturlandschaft: Was bei der WM 2006 begann, ist wieder dort angekommen, wo sich die Nationalen schon immer wohlfühlten - den Herrenreitern des Adels. Warum können sich die Deutschen nicht der Geschichte bewusst sein und dabei etwas Neues entstehen lassen?

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-867389.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschtümelei in der Kulturlandschaft: Was bei der WM 2006 begann, ist wieder dort angekommen, wo sich die Nationalen schon immer wohlfühlten - den Herrenreitern des Adels. Warum können sich die Deutschen nicht der Geschichte bewusst sein und dabei etwas Neues entstehen lassen?

    Sybille Berg über den Umgang der Deutschen mit ihrem Land - SPIEGEL ONLINE
    In der Schule stand in der Aufgabenbeschreibung immer: "Was wollte der Autor uns mit diesen Zeilen sagen?"
  2. #2

    Nationalstolz...

    Ist das albernste das es gibt. Wir können, auch ohne auf unsere Heimat stolz zu sein, großartige Gastgeber für die Welt sein. Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe ist doch nur Zufälligkeit, demnach ist auch der Stolz darauf unbegründbar. Wenn wir anfangen vom neuen dt. Nationlastolz zu sprechen, dann ist es bald soweit, dass nicht nur die verblendeten Nationalisten "Freiwild" etc. hören, sondern dass diese Bands gesamtgesellschaftlich akzeptiert werden. Wollen wir wirklich ein solches Land ?
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschtümelei in der Kulturlandschaft: Was bei der WM 2006 begann, ist wieder dort angekommen, wo sich die Nationalen schon immer wohlfühlten - den Herrenreitern des Adels. Warum können sich die Deutschen nicht der Geschichte bewusst sein und dabei etwas Neues entstehen lassen?

    Sybille Berg über den Umgang der Deutschen mit ihrem Land - SPIEGEL ONLINE
    ich halte es da mit volker pispers der sagte "ich bin mit meinem bisschen mensch sein derartig ausgelastet - zum deutsch sein komm' ich ganz selten " .
  4. #4

    zurück zur Natur

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschtümelei in der Kulturlandschaft: Was bei der WM 2006 begann, ist wieder dort angekommen, wo sich die Nationalen schon immer wohlfühlten - den Herrenreitern des Adels. Warum können sich die Deutschen nicht der Geschichte bewusst sein und dabei etwas Neues entstehen lassen?

    Sybille Berg über den Umgang der Deutschen mit ihrem Land - SPIEGEL ONLINE
    Nationalstolz ist weltweit etwas selbstverständliches.
    Deutschland ging die letzten Jahrzehnte einen Sonderweg und probierte es weitgehend ohne - jetzt reiht sich Deutschland langsam wieder in die Weltgemeinschaft ein und akzeptiert das Nationalbewusstsein wieder mehr und mehr.
    Das ist doch schön.

    Logischerweise bedient sich dieses auch der Deutschen Geschichte, Kultur und Traditionen.
  5. #5

    Vorbild USA

    Ich bewundere die US-Amerikaner, die herrlich unbefangen und ohne das Ganze zu hinterfragen mit ihrem Patriotismus umgehen.
    Würde jemand hierzulande die Formulierungen eines Barack Obama in seinen Reden benutzen, dann würden etliche gleich den Verfassungsschutz rufen. In den USA jedoch ist es völlig normal, dass durch alle Gesellschaftsschichten die Liebe zum eigenen Land und das Interesse an dessen Wohlergehen an allererster Stelle stehen.
    Dieses Selbstverständnis ist auch der Grund, warum Zuwanderung dort funktioniert. Man möchte sich als Zuwanderer nämlich eingliedern, um Teil eines großartigen Ganzen zu sein.
    Wer möchte sich schon in eine Gesellschaft integrieren, die sich selbst nicht mag? Und genau das ist es, was wir unseren Zuwanderern vorleben.
    Sobald wir mehr wie die USA werden, wird sich das Integrationsproblem von selber lösen.
    Vielleicht kommen dann irgendwann mal mehr Zuwanderer, die wenn man sie fragt sagen, "ich bin hier, weil Deutschland geil ist und weil ich ein Teil davon sein und mich einbringen möchte" und nicht "ich bin nicht gerne hier und mir ist das Land egal, aber zumindest geht's mir besser als da, von wo ich komme."
  6. #6

    wie wärs mal mit nachdenken?

    Zitat von harti1978 Beitrag anzeigen
    In der Schule stand in der Aufgabenbeschreibung immer: "Was wollte der Autor uns mit diesen Zeilen sagen?"
    Das mag ja sein. Möglicherweise gehörten Sie ja zu d e n Schülern, denen in solcher Hinsicht geholfen werden musste.
    Was uns aber die Autorin sagen will liegt doch auf der Hand, klar und deutlich, und bleibt (vermutlich auf alle Ewigkeit) nur den (aus Prinzip) Deutschtümelnden verschlossen.

    Guter Beitrag, der, Sibylle.
  7. #7

    Nationalstaaten sind von gestern und

    das Deutsche Volk von vorgestern, verkündet die Politik.
    Dann sind Nationalmannschaften und alles was damit zusammenhängt von vorvorgestern.
    Abschaffen.
    Die Politik traut sich offenbar nicht, diesen letzten Schritt zu gehen.
  8. #8

    Worauf stolz sein?

    Mir war es schon immer nicht schlüssig, worauf ich "stolz" sein sollte, weil ich zufällig in D-Lan geboren wurde.
    Worauf sollte ich auch stolz sein? Das 12 Millionen Deutsche das Dschungelcamp in der Glotze gucken? Oder soll ich stolz sein auf Ursula von der Leyen?
    Sicher, "wir" hatten auch Goethe, aber jede Nation hat herausragende Kulturschaffende.
    Vielleicht soll man ja stolz auf die logistische Meisterleistung sein, 6 Millionen Juden systematisch umgebracht zu haben?
  9. #9

    Deutschland

    Zitat von tsuggitschuggi Beitrag anzeigen
    Nationalstolz ist weltweit etwas selbstverständliches.
    Deutschland ging die letzten Jahrzehnte einen Sonderweg und probierte es weitgehend ohne - jetzt reiht sich Deutschland langsam wieder in die Weltgemeinschaft ein und akzeptiert das Nationalbewusstsein wieder mehr und mehr.
    Das ist doch schön.

    Logischerweise bedient sich dieses auch der Deutschen Geschichte, Kultur und Traditionen.
    Was sind denn deutsche Traditionen oder deutsche Kultur? Es ist doch viel einfacher von Europäern zu sprechen als von Deutschen. Denn die Kultur und die Traditionen eines Oberbayern sind nicht die eines Niedersachsen, noch nicht einmal die eines Franken.

    Einem wirklichen "Deutsch"-land (bezogen auf Sprache, Kultur und Historie), müssten andersherum gesprochen historisch die Westfranken (Franzosen), die Angelsachsen, die Niederländer, die Österreicher, die Deutsch-Schweizer, die Südtiroler, die Böhmen, die Schlesier, Luxembourg, Liechtenstein... auch zugehören.

    So ist das aber nicht. Und es wäre wie wir aus der Historie wissen, auch keine gute Idee, das zu fordern. Deutschland ist derzeit eine politische Republik aus Ländern und freien Städten. Auch wenn man es nicht hören will - Es ist wie die europäische Union, deren weitere politische Vergemeinschaftung nur eine Frage der Zeit ist, längst keine Frage mehr des "ob".

    Wenn es denn jedoch ein Wir-Gefühl zwischen Ostfriesland und Berchtesgaden geben soll(te), dann ist es zumindest logisch nicht nachvollziehbar, warum es genau an diesen Stellen endet. Nur weil die Grenzen Deutschlands seit 22 Jahren so sind wie heute?

    Die Herkunft eines Menschen - wenn man sich denn darauf beziehen möchte - liegt jedoch in einer Region, nicht in einer politischen Nation, Republik oder Union.