Berlins Ostpolitk: Niederlage der Nachsicht

REUTERSHelfen wir Moskau bei der Modernisierung der russischen Wirtschaft, führt das auch zu politischen Reformen: Mit dieser Hoffnung hat Berlin immer wieder die Spielregeln der Russen akzeptiert - bloß nicht die Herrscher im Kreml vergrätzen. Doch diese Politik ist kläglich gescheitert.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-867725.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Helfen wir Moskau bei der Modernisierung der russischen Wirtschaft, führt das auch zu politischen Reformen: Mit dieser Hoffnung hat Berlin immer wieder die Spielregeln der Russen akzeptiert - bloß nicht die Herrscher im Kreml vergrätzen. Doch diese Politik ist kläglich gescheitert.

    Deutschlands Ostpolitik ist gescheitert - SPIEGEL ONLINE
    Wer kommt eigentlich auf so eine bizarre Idee, dass Deutschland die Gestaltung der russischen Innenpolitik beeinflussen könnte/sollte.

    Wirtschaft kann nur in wenigen Fällen als politisches Druckmittel eingesetzt werden, und auch hier nur mit bescheidenem Erfolg (siehe Iran, Nordkorea), und mit mahnenden Worten wird man höchstens Spott ernten. Nein, die Reformen können nur die Russen selbst durchführen.

    Übrigens, nach der Perestroijka hat der Westen einmal seinen Einfluss geltend gemacht, und dies resultierte in der überhasteten Privatisierung der russischen Industrie - das Resultat sind Dutzende Supermilliardäre, Oligarchen, die das Land jetzt im Würgegriff halten und selbst dem Westen gefährlich werden.
  2. #2

    kein Titel

    Leider glänzt der Artikel mit der gleichen Unkenntnis, die er der deutschen Politik vorwirft. Wenn hier behauptet wird, dass Russland ein wirtschaftlicher Zwerg ist, dann sind Frankreich und Großbritannien ebenfalls Zwerge. Deren BIP liegt in der gleichen Größenordnung oder nach PPP sogar unterhalb dem BIP von Russland.

    Vielleicht sollte auch mal darüber nachgedacht werden, welches Recht und welche Legitimation Deutschland besitzen soll, auf Russlands Innenpolitik einzuwirken. Wir verkaufen Waffen zur Aufstandsbekämpfung an totalitäre Staaten, kreieren mit der EU ein Staatenbündnis welches sich der demokratischen Legitimation der Nationalstaaten und seiner Bürger zunehmend entzieht und stehen Staaten wie den USA, Israel, Frankreich und Großbritannien bei ihren zweifelhaften militärischen Abenteuern bei. Wenn Norwegen, Schweden, Finnland oder die Schweiz Russland kritisieren, mag das in Ordnung sein. Deutschland hat kein Recht dazu.
  3. #3

    Der Kluegere gibt nach. Solange, bis er der Dumme ist!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Helfen wir Moskau bei der Modernisierung der russischen Wirtschaft, führt das auch zu politischen Reformen: Mit dieser Hoffnung hat Berlin immer wieder die Spielregeln der Russen akzeptiert - bloß nicht die Herrscher im Kreml vergrätzen. Doch diese Politik ist kläglich gescheitert.

    Deutschlands Ostpolitik ist gescheitert - SPIEGEL ONLINE
    Der Kluegere gibt nach. Solange, bis er der Dumme ist!
  4. #4

    Der deutsche Schulmeister züchtigt

    "Nachsicht" klingt wie ein Begriff aus der Schule. Nachsicht hat der Lehrer vielleicht mit dem renitenten Schüler. In der Außenpolitik kann man so eine Einstellung nur als verhängnisvoll bezeichnen. Und beim Deutschen ist diese Einstellung pathologisch, zurückverfolgbar bis Kaiser Wilhelm. Deutschland will noch immer, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll.
  5. #5

    Warum fiel die Mauer?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Helfen wir Moskau bei der Modernisierung der russischen Wirtschaft, führt das auch zu politischen Reformen: Mit dieser Hoffnung hat Berlin immer wieder die Spielregeln der Russen akzeptiert - bloß nicht die Herrscher im Kreml vergrätzen. Doch diese Politik ist kläglich gescheitert.

    Deutschlands Ostpolitik ist gescheitert - SPIEGEL ONLINE
    Die Sowjetunion wurde nicht von den USA 'zu Tode' gerüstet, dh Reagan hat den Rüstungswettlauf verloren. Das Sowjetimperium fiel als das aufgebaute Feindbild im Westen verschwand. Und das Feindbild des Westens verschwand als die Deutschen die USA und die NATO wegen ihrer Politik und der Strategie der 'Vorneverteidigung' für gefährlicher hielten als die Armeen des Warschauer Paktes.
    Je mehr Deutschland glaubt öffentlich auftrumpfen zu müssen und den 'Russen' ihre Version der Demokratie beibringen wollen, desto halsstarriger werden nicht nur die russische Regierung sondern auch die russische Bevölkerung reagieren.
    Nachdem sich Merkel schon mit Cameron und Hollande in die Nesseln gesetzt hat, deutschfeindliche Demonstrationen in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien beinahe zur Tagesordnung gehören, die übrigen EU-Staaten vorsichtig auf Abstand gehen, muss man sich auch mit Russland verkrachen. Welchen schönen Orden gibt es denn diesmal von Onkel Obama für diese politische Isolation Deutschlands dessen Politik die EU an die Wand fährt aber sooo im Interesse Washingtons liegt.
  6. #6

    zu Stawrogin aus Berlin!

    Danke fuer ihren Beitrag! Damit haben sie 100% Recht und voll in das Schwarze getroffen! Dieser Artikel ist nichts andres als der Aufruf zum Kalten Krieg gegen Russland!
    Und so etwas aus Deutschland, einen Land das 25 Mill. Russen getoetet hat und die damalige Sowjetunion zur Haelfte zertsoert hatte! Unfassbar und Unbegreiflich mit welcher Arroganz in Deutschland gegenueber Russland aufgetreten wird!!! Ich schaeme mich das ich ein Deutscher bin, mit solchen Russophoben und Kalten Kriegern will ich ABSOLUT nichts zu tun haben!!
  7. #7

    Keine klare Linie in der Politik !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Helfen wir Moskau bei der Modernisierung der russischen Wirtschaft, führt das auch zu politischen Reformen: Mit dieser Hoffnung hat Berlin immer wieder die Spielregeln der Russen akzeptiert - bloß nicht die Herrscher im Kreml vergrätzen. Doch diese Politik ist kläglich gescheitert.

    Deutschlands Ostpolitik ist gescheitert - SPIEGEL ONLINE
    Es findet derzeit faktisch keine deutsche Aussenpolitik statt ! Unser Aussenminister ist derzeit so gut wie unsichtbar und unhörbar. Und die Kanzlerin macht Aussenpolitik à la Herlmut Kohl, soll heißen, die Dinge mehr oder weniger laufen lassen und aussitzen. Der Artikel schildert zutreffend die gemachten Fehler ! Nachsicht, wo sie eigentlich unangebracht ist, Zurückhaltung, wo sie nicht nötig wäre und Untätigkeit, wo man mehr machen könnte.
  8. #8

    Sorry, aber deutsche Politiker haben teilweise einen echten Kopfschuss !

    Wie kommt ein deutscher Politiker auf die Idee, dass er auch nur ein Quentchen an Macht hätte, dieses Riesenreich ernsthaft zu beeinflussen ? Die haben nämlich außer den überheblichen Gedanken der Möchtegerne eines Zwergenstaates namens BRD, ohne atomare Bewaffnung, ohne Rohstoffe, nur Gequake a la germany, alles. Geld, Rohstoffe, Atomwaffen, wollt ihr sonst noch was wissen. Nehmt doch diese Ex-DDR-Tusse und ihr Umfeld und jagt die ganzen überheblichen Spinner zum Teufel. Gleichzeitig zu ihrem Gequake nehmen sie hochrangie Wirtschaftsdelegationen mit, damit diese ihre Auftragsbücher füllen können. Das scheinheilige Gequake der Politik und ihrer Journalisten ist völlig überflüssig. Der Putin hat noch Geduld ohne Ende.
  9. #9

    Vorgeschichte

    Zitat von kannmanauchsosehen Beitrag anzeigen
    Wer kommt eigentlich auf so eine bizarre Idee, dass Deutschland die Gestaltung der russischen Innenpolitik beeinflussen könnte/sollte.

    Wirtschaft kann nur in wenigen Fällen als politisches Druckmittel eingesetzt werden, und auch hier nur mit bescheidenem Erfolg (siehe Iran, Nordkorea), und mit mahnenden Worten wird man höchstens Spott ernten. Nein, die Reformen können nur die Russen selbst durchführen.

    Übrigens, nach der Perestroijka hat der Westen einmal seinen Einfluss geltend gemacht, und dies resultierte in der überhasteten Privatisierung der russischen Industrie - das Resultat sind Dutzende Supermilliardäre, Oligarchen, die das Land jetzt im Würgegriff halten und selbst dem Westen gefährlich werden.
    Bizarr ist tatsächlich der treffende Ausdruck für diese Besserwisserei. Aber mit der machen wir uns ja auch in Resteuropa gerade unbeliebt. Jeder hat dafür Verständnis wenn Partner ihre Interessen vertreten. Alles andere wird zu Recht als Einmischung verstanden und das von einem Land, das sich leider schon zu oft und mit katastrophalen Folgen eingemischt hat. Kann man nicht versuchen mal aus der Geschichte zu lernen?