Sozialstaat - sind Alten-WGs die Lösung des sich abzeichnenden Pflegenotstands?

Immer mehr alte Menschen, aber keine wirklich neuen Konzepte, mit den Problemen des Alterns umzugehen. Teure Heimpflege und weniger Bereitschaft der Nachkommenschaft, sich um Eltern oder ältere Verwandte selbst zu kümmern, stellen den Staat und die Gesellschaft vor immense Herausforderungen. Sing Alten-Wohngemeinschaften die Lösung des sich abzeichnenden Pflegenotstands?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Immer mehr alte Menschen, aber keine wirklich neuen Konzepte, mit den Problemen des Alterns umzugehen. Teure Heimpflege und weniger Bereitschaft der Nachkommenschaft, sich um Eltern oder ältere Verwandte selbst zu kümmern, stellen den Staat und die Gesellschaft vor immense Herausforderungen. Sing Alten-Wohngemeinschaften die Lösung des sich abzeichnenden Pflegenotstands?
    Immer mehr alte Menschen sind nicht das Problem. Das Problem ist das die Altenpflege in Privatwirtschaftliche Hände gelegt wird. Da entsehen Unternehmen und Konzerne die.........nur den Profit im Auge haben.

    Das frühere Solidaritätsystem der gegenseitigen Hilfe die in jeder Familie zwangsweise gegeben hat, ist durch die morderne Nomadenarbeitsverhältnisse und Zerrissenheit (Scheidung) Zwangsaufgelöst worden.

    Um sich vor den Renditetotpfleger zu retten, bleibt den alternden Menschen nur noch eine Flucht in die privat organisierte Solidargemeinschaft. Das könnte so aussehen, das ab 60jährige in eine AltenWG oder Netzwerk einziehen, und die wo fitt sind pflegen die Bedürftigen und erwerben sich dadurch selbst den Anspruch für die Zeit in der sie selbst mal Pflege bedürfen.
  2. #2

    Nein Danke,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ....... Sing Alten-Wohngemeinschaften die Lösung des sich abzeichnenden Pflegenotstands?
    wenn man da singen muss.
  3. #3

    Sun-City-Family

    Zitat von soläuftdas? Beitrag anzeigen
    Immer mehr alte Menschen sind nicht das Problem. Das Problem ist das die Altenpflege in Privatwirtschaftliche Hände gelegt wird. Da entsehen Unternehmen und Konzerne die.........nur den Profit im Auge haben.
    Sind Sie sicher, dass es daran liegt?
    Sind es nicht vielleicht die Vorgaben und der damit verbundene Aufwand an Dokumentation?

    Das frühere Solidaritätsystem der gegenseitigen Hilfe die in jeder Familie zwangsweise gegeben hat, ist durch die morderne Nomadenarbeitsverhältnisse und Zerrissenheit (Scheidung) Zwangsaufgelöst worden.
    Wohl wahr, die Moderne holt uns ein. Vermeintlich genossene Freiheit verkehrt sich in Isolation und gesellschaftlichen Autimus.

    Um sich vor den Renditetotpfleger zu retten, bleibt den alternden Menschen nur noch eine Flucht in die privat organisierte Solidargemeinschaft. Das könnte so aussehen, das ab 60jährige in eine AltenWG oder Netzwerk einziehen, und die wo fitt sind pflegen die Bedürftigen und erwerben sich dadurch selbst den Anspruch für die Zeit in der sie selbst mal Pflege bedürfen.
    Mangel an Pflegebedürftigen sehe ich hier weniger, als an potentiellen jüngeren Mitgliedern einer solchen Einrichtung, die sich im Augenblick noch helfen können und gewollt das Thema für sich auf die lange Bank schieben.

    Genau hier könnte man sich aus dem Bereich der gesetzlichen Pflegeversicherung einmal Gedanken machen wie man ein sich selbst erneuerndes System mit einem "Starterpaket" ins Leben rufen könnte.
  4. #4

    Zitat von perlhuhn. Beitrag anzeigen
    Sind Sie sicher, dass es daran liegt?
    Sind es nicht vielleicht die Vorgaben und der damit verbundene Aufwand an Dokumentation?
    Welche Dokumentation, welcher Aufwand und Vorgaben?

    Herr/Frau XYZ ; Zugang 17.11.2005 ; Gestorben 17.11.2012

    7 x 12 x 3500 Euro = 294.000 Euro = Rendite 35%


    ?
  5. #5

    Jeder wie er es verdient

    Zitat von soläuftdas? Beitrag anzeigen
    Welche Dokumentation, welcher Aufwand und Vorgaben?

    Herr/Frau XYZ ; Zugang 17.11.2005 ; Gestorben 17.11.2012

    7 x 12 x 3500 Euro = 294.000 Euro = Rendite 35%


    ?
    Keine Frage, hier staunt der Leie. Fünfzehn Jahre zahlte ich monatlich solche Rechnungen. Verzichtete auf irgendwelche Zuschüsse, da ich mich als Tochter finanziell dazu in der Lage sah. Oft kam mir der Gedanke, dass ein gegenüberliegendes vier Sterne Hotel, das Ganze nicht hätte preiswerter hätte leisten können.
    Als ich dann noch sah, dass für Ergo-Therapie ein Betrag von über 400 € monatlich in Rechnung gestellt wurde, obwohl derartige Maßnahmen Bestandteil des Pflegevertrages waren, platzte auch mir mal der Kragen.
    Übrigens wurde die Ergotherapie in Gruppen ein mal wöchentlich durchgeführt und dauerte etwa 45 min. Das externe Intitut kassierte also in diesem Fall 6 x 400 € monatlich ab. damit hatten sich die Abzocker einen freundlichen Leserbrief in der Zeitung und die Heimorganisation eine Strafanzeige verdient.
    Das Pflegepersonal möchte ich bis auf Ausnahmen von meiner Kritik ausnehmen.
    Im Übrigen nahm das Heim einen Verbesserungsvorschlag meinerseits an und ließ den Pflegedienst von einer Verwaltungsmitarbeiterin begleiten, die sehr viel schneller und präziser die Dokumentationen fertigte und somit zwischen 6 und 10 Pflegekräfte von den aufwendigen Schreibarbeiten befreien konnte.
    Und jetzt noch was zur Subsidiarität; als meine Mutter verstorben war, kam ich nicht umhin, auch weiterhin nach den liebenswürdige Alten, die mit meiner Mutter zusammengelebt hatten, zu schauen und einwenig zu betreuen. Die hatten auch Kinder - alle ganz wichtig und beschäftigt - die konnten höchstens einmal im Jahr, vielleicht zu Weihnachten.

    Nie und nimmer wir uns gelingen mit Geld zu regeln, was mit dem Herzen geleistet werden muss.
  6. #6

    Warum denn nicht?

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    Zitat: Immer mehr alte Menschen, aber keine .. neuen Konzepte…. Teure Heimpflege und weniger Bereitschaft der Nachkommenschaft…immense Herausforderungen. Sind Alten-WG’s die Lösung des sich abzeichnenden Pflegenotstands?“
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    Diese Situation wird sich auch nicht ändern. Weder bei uns und auch nicht woanders. Das Zahlenverhältnis zeigt die zu erwartende Not. Die künftigen Rentenerwartungen werden die Not immens vergrößern. Da hilft nur: „ Alte helft euch selbst“. Warum denn auch nicht?.

    Von 50 Senioren werden in der Regel nur höchstens 7 längerfristig pflegebedürftig. Weitere 20 segnen nach nur 3 Monaten Pflege das Zeitliche. 15 ereilt das Schicksal innerhalb von 1-2 Monate und 8 machen überhaupt keine Probleme für die Nachwelt. Ein grobe Schätzung. Detailgetreu kann man berichtigen.

    Einer hat ein Haus und keine Erben. Er stellt es 50 anderen für eine Pflege-Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung. Die 50, unterstützt von Profis, betreuen „ihre Brüder“ im Schichtbetrieb. Die Arbeitsleistung beträgt dann für jeden ca. 1 Woche/Monat. Mit der Arbeitsleistung (= eine Art Versicherungszahlung) erwerben sie den Anspruch, im Fall eines Falles ebenfall betreut zu werden. Die Zahl der Teilnehmer ist beliebig und erweiterbar durch neue Jahrgänge. Am besten wären Gruppen von Vereinsmitglieder, die sich auch schon vorher kennen. Derjenige, der das Haus zur Verfügung stellt, hat nur die halbe Arbeitsleistung zu erfüllen.

    Vorteil: Das alte Sozialgefüge bleibt bestehen. Geldleistungen werden durch Arbeit ersetzt. Den Umbau zahlen anteilig alle. Bei vorzeitigem Ausscheiden ist kein Ersatz fällig. Und die „Langweiler“ haben alle eine sinnvolle Aufgabe. Erfolgt die Organisation in einer Stiftung, bleibt der Immobilienwert erhalten. Wer fängt mit diesem Projekt an?
  7. #7

    jaja

    Zitat von soläuftdas? Beitrag anzeigen
    Immer mehr alte Menschen sind nicht das Problem. Das Problem ist das die Altenpflege in Privatwirtschaftliche Hände gelegt wird. Da entsehen Unternehmen und Konzerne die.........nur den Profit im Auge haben.

    Das frühere Solidaritätsystem der gegenseitigen Hilfe die in jeder Familie zwangsweise gegeben hat, ist durch die morderne Nomadenarbeitsverhältnisse und Zerrissenheit (Scheidung) Zwangsaufgelöst worden.

    Um sich vor den Renditetotpfleger zu retten, bleibt den alternden Menschen nur noch eine Flucht in die privat organisierte Solidargemeinschaft. Das könnte so aussehen, das ab 60jährige in eine AltenWG oder Netzwerk einziehen, und die wo fitt sind pflegen die Bedürftigen und erwerben sich dadurch selbst den Anspruch für die Zeit in der sie selbst mal Pflege bedürfen.
    ........

    Das Problem sind aber auch die profitoptimierten Kleinfamilien, die Alterspflege und -begleitung gar nicht mehr leisten könnten.
    Sinnvoller als WGs für Senioren, bei denen notgedrungen Pflege und Begleitung im Mittelpunkt ständen, wären altersübergreifende WGs, in denen sich alt und jung gegenseitig noch Nütze wären.
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  8. #8

    Zitat von soläuftdas? Beitrag anzeigen
    Welche Dokumentation, welcher Aufwand und Vorgaben?

    Herr/Frau XYZ ; Zugang 17.11.2005 ; Gestorben 17.11.2012

    7 x 12 x 3500 Euro = 294.000 Euro = Rendite 35%


    ?
    Immer mehr alte Menschen sind nicht das Problem. Das Problem ist das die Altenpflege in Privatwirtschaftliche Hände gelegt wird.

    Sie haben das klar und deutlich auf den Punkt gebracht. Schon vor mehreren Jahren erlebte ich in einer Runde ein Gespräch, wo es um Investitionen im Immobilienbereich ging. Ganz oben auf der Skala Altenheime mit entsprechend hohen Renditeerwartungen. Da wurde ganz schnell hochgerechnet und man war begeistert! Bin für den freien Markt, aber nie und nimmer bei der Pflege, wo nur ein Bruchteil bei den Menschen wirklich ankommt!
  9. #9

    Das ist jetzt interessant zu lesen,

    Zitat von klmo Beitrag anzeigen
    Immer mehr alte Menschen sind nicht das Problem. Das Problem ist das die Altenpflege in Privatwirtschaftliche Hände gelegt wird.

    Sie haben das klar und deutlich auf den Punkt gebracht. Schon vor mehreren Jahren erlebte ich in einer Runde ein Gespräch, wo es um Investitionen im Immobilienbereich ging. Ganz oben auf der Skala Altenheime mit entsprechend hohen Renditeerwartungen. Da wurde ganz schnell hochgerechnet und man war begeistert! Bin für den freien Markt, aber nie und nimmer bei der Pflege, wo nur ein Bruchteil bei den Menschen wirklich ankommt!
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    denn jahrelang hat es etwas gegolten, wenn der Wintergarten so groß war, dass ein Zweifamilienhaus bequem dort hineingepasst hätte.
    Und die Stille dort.
    Auch schön Parkbuchten -für die lieben Kinder- mit weißem Marmor gefasst und halogen-beleuchtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solch Ding nicht über die Investition abgerechnet würde, wenn's dann später mit 60% sozialisiert wird? -Wer fragt schon danach?! Es gibt der Phantasien hierzu unzählbare aber das soll hier ja auch nicht angesprochen werden, stehen die Klienten/Kunden/nachfragende Personen doch vor schwerwiegenden Entscheidungen und die eigene Daseinsvorsorge rückt plötzlich etwas mehr in den Vordergrund (aus gegebenem Anlaß).

    Jahrzehntelang getrimmt auf Profit nimmt es nicht Wunder, wenn dam alten Vater der Gärtner für's Wochenendhäuschen vorgerechnet wird.
    Wie hat meine Mutter Ihrerzeit gesagt: "Wo Du nicht bist, Herr Josef Christ, da schweigen alle Flöten".
    Gute Ideen gibt es viele, gute Finanzierungsvorschläge nicht so viel.
    Woran das wohl liegen mag?!