Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Kinderknochen erzählen von Maya-Tragödie

AFP / INAHIn Mexiko sind Archäologen auf die Spuren eines Dramas gestoßen: 47 Skelette aus der Maya-Zeit, die meisten stammen von stark unterernährten Kindern. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Uralte Kulturen um Zweistromland und die Ruinen eines verrufenen britischen Klosters.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-867607.html
  1. #1

    Maya Tragödie

    Das mag zwar richtig sein ist aber zu oberflächlich. Im Zuge ihrer Entwicklung haben die Mayas für landwirtschaftliche Kulturflächen die Wälder massiv gerodet gehabt. Abnehmende Bodenfruchtbarkeit, Kahlschlag und dann dadurch verursachte Trockenheit haben letztendlich die Krise ausgelöst. Montgomery hat dies im übrigen durch Pollenanalysen nachgewiesen (Dirt-The Erosion of Civilazation). J.Milz-Bolivien
  2. #2

    Versagen europäischer Kulturwerte

    Zitat von deutsch_er Beitrag anzeigen
    Würden wir hier in Deutschland solch eine Sichtweise auf Engländer und Amerikaner übertragen und gerecht sein, müssten wir jeden Tag über die Verbrechen an schwarzen Sklaven und an Massenmorden an Indianern in Nordamerika berichten. .
    Ja müssten wir. Immerhin finden die restlichen Überlebenden der nordamerikanischen Ureinohner heute wieder etwas mehr zu ihrem Selbstbewusstsein zurück und setzen ihre Rechte mehr und mehr durch. Jedenfalls sehe ich in der gewaltsamen Eroberung Amerikas ein Versagen europäischer (Religions)Kultur in der frühen Neuzeit. Ähnlich wie bei der Hexenverfolgung wurden nichtmonotheistische Kulturwerte brutal zerstört.
  3. #3

    Zitat von deutsch_er Beitrag anzeigen
    Es ist doch immer das Gleiche. Kaum wird über die Maya oder die Inka berichtet werden die Spanier als die Bösen dargestellt. Unglaublich! Denen wird ja wirklich alles in die Schuhe geschoben. Würden wir hier in Deutschland solch eine Sichtweise auf Engländer und Amerikaner übertragen und gerecht sein, müssten wir jeden Tag über die Verbrechen an schwarzen Sklaven und an Massenmorden an Indianern in Nordamerika berichten. Wer sich wirklich mit Geschichte beschäftigt sollte auch das Edikt Philip des Zweiten von Spanien kennen, das den Indianern schon damals ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Identiät zusicherte und garantierte. Aber Geschichte schreiben die Sieger und nicht die Vernunft.
    Wo werden denn die Spanier als die Bösen dargestellt? Die Kultur der Maya war bei Ankunft der Spanier bereits im Untergang (wegen Dürren, Übernutzung der Böden,...). Aber natürlich hatten die Spanier auch ihren Anteil daran, nicht zuletzt wegen der Krankheiten, die sie mitbrachten, welche etwa 90% der indianischen Bevölkerung Amerikas auslöschte (s. Jared Diamond: Arm und Reich)
  4. #4

    Koloniales Desaster

    Natürlich haben die Spanier mit ihrem religiösen Messianismus, ihrem kolonialen Latifundiensystem sowie ihrer Ausbeutung der autochthonen Bevölkerung die indianischen Kulturen nachhaltig zerstört. Da helfen auch die wenigen europäischen Dekrete nicht, die vom König und einzelnen Kirchenhierarchen erlassen wurden, aber sich in der neuen Welt gar nicht auswirkten. Hier zählten letztlich nur die Gewinne, die man aus den Ressourcen herausholen konnte und die Indigenen waren nur als billige Arbeitskräfte gefragt. Was aus den Kolonien herausgepresst wurde, floss nach Spanien und ermöglichte es den Königen, ihre Religionskriege gegen ihre Nachbarn für die katholische Kirche zu führen. Wenn schon Geschichte, dann auch bitte im richtigen Zusammenhang darstellen!