Streit um "Affirmative Action": US-Unis dürfen Bonus für Hautfarbe geben

APOb ein Bewerber schwarz oder weiß ist, durfte bisher an Hochschulen im US-Bundesstaat Michigan keine Rolle spielen. Doch nun entschied ein Gericht: Die Unis dürfen Minderheiten gezielt fördern. Das Urteil ist umstritten, denn das eigene Volk hatte 2006 gegen "Affirmative Action" gestimmt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-867694.html
  1. #1

    Typischer Quotenmist

    Egal ob bei der Zulassung zum Studium, bei Berufungen von Professoren, Benennung von Aufsichtsräten ...... Quotenregelungen sind Mist. Sie benachteiligen Individuen, die für ihre Abstammung, ihr Geschlecht ja nichts können. Auch wenn die Formulierung lautet "Bevorzugung bei gleicher Qualifikation", wird jemand automatisch durch das Gesetz benachteiligt anders etwa als bei "Auslosung bei gleicher Qualifikation". Geradezu grotesk wird die Sache, wenn bei Nichteinhaltung einer Quote Sanktionen drohen wie jetzt z.B. bei den Aufsichtsräten.

    Man sollte sich klar machen, dass mit Quotenregelungen versucht wird, am Ende einer Kette vorher erfolgten Fehlentwicklungen gegenzusteuern. Im Falle der USA heißt das, die Bildungseinrichtungen und die gezielte Förderung sozial schwacher Minderheiten müssten gestärkt werden, dass die leistungsfähigen Kinder, Jugendlichen dieser Minderheiten die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten zu zeigen und dann mittels erbrachter Leistung ihren Platz an der Universität zu erhalten. Selbstverständlich dürfen dann die so gerne nachgefragten soft skills, die die Privilegierteren sich privat leicht aneignen können, nicht mehr gewertet werden. Allerdings wird bei der Staatsverdrossenheit der US-Amerikaner und deren pathologischer Kombination von Steuerparanoia und Sparwahn für ein solches Programm wohl keine Chance bestehen.
  2. #2

    Krasse Fehlentscheidung

    Das kann nur als krasse Fehlentscheidung gewertet werden.

    Jeder Mensch egal welcher Hautfarbe muss die gleiche Chance bekommen. Das ist des Menschen Geburtsrecht und der einzige Garant für Frieden.Es müssen die gleichen Regeln für alle Menschen gelten und die Befähigung und Leistung allein muss die Grundlage für die Aufnahme an einer Uni sein.
  3. #3

    Nachdem in Teilen der USA die umgekehrte Vorgehensweise

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob ein Bewerber schwarz oder weiß ist, durfte bisher an Hochschulen im US-Bundesstaat Michigan keine Rolle spielen. Doch nun entschied ein Gericht: Die Unis dürfen Minderheiten gezielt fördern. Das Urteil ist umstritten, denn das eigene Volk hatte 2006 gegen "Affirmative Action" gestimmt.

    Affirmative Action an Universitäten: Gericht in Michigan kippt Verbot - SPIEGEL ONLINE
    in den vergangenen 140 Jahren Usus war, ist das nichts anderes als OK.
  4. #4

    Diskriminierung

    Ich dachte, dass die Diskriminierung mittlerweile verboten ist. Menschen wegen ihrer Hautfarbe zu benachteiligen, entspricht jedoch genau dem Tatbestand der Diskriminierung.
  5. #5

    Der Rassismus kehrt zurück!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob ein Bewerber schwarz oder weiß ist, durfte bisher an Hochschulen im US-Bundesstaat Michigan keine Rolle spielen. Doch nun entschied ein Gericht: Die Unis dürfen Minderheiten gezielt fördern. Das Urteil ist umstritten, denn das eigene Volk hatte 2006 gegen "Affirmative Action" gestimmt.

    Affirmative Action an Universitäten: Gericht in Michigan kippt Verbot - SPIEGEL ONLINE
    Der Rassismus kehrt zurück! Wenn auch unter inverser Gestalt. Vorsicht vor allen biologistischen Kriterien (Hautfarbe, Geschlecht (Quote))!
  6. #6

    Zitat von herr_kowalski Beitrag anzeigen
    Nachdem in Teilen der USA die umgekehrte Vorgehensweise in den vergangenen 140 Jahren Usus war, ist das nichts anderes als OK.
    Nope. Man kann Unrechte nicht gegeneinander aufwiegen.

    Schon gar nicht, wenn das Individuum, welches erstes Unrecht begangen hat, nicht das Individuum ist, an welchem das zweite Unrecht begangen wurde.

    Ein weißer amerikanischer Mann, der heute lebt, ist genauso wenig schuld an der Sklaverei wie ein gleichaltriger schwarzer Mann.
  7. #7

    Diskriminierung heute

    Was drüber die keiner "racial minority" angehörenden Menschen durch die "affirmative action" diskriminiert ist bei uns die "Quotenregelung" und ist das gleiche in Grün.

    "Alle Menschen sind gleich und niemand darf wegen seiner Hautfarbe, Geschlecht usw. benachteiligt werden" heißt es so schön u.a. in unserem Grundgesetz.

    Hüben wir drüben sieht die gesellschaftliche Realität in den Reichen der Gutmenschen leider anders aus.
  8. #8

    Es funktioniert halt nur so

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Ein weißer amerikanischer Mann, der heute lebt, ist genauso wenig schuld an der Sklaverei wie ein gleichaltriger schwarzer Mann.
    Es geht nicht um Schuld. Es geht um Ungleichbehandlung aufgrund Geschlecht und Hautfarbe die heute in den USA besteht. Dieser weisse Mann wurde bereits sein ganzes Leben aufgrund seiner Erscheinung, wenigstens statistisch betrachtet, bevorzugt, war das etwa in Ordnung? Da man es offenkundig auch trotz der theoretischen, rechtlichen Gleichheit nicht schafft diese auch tatsächlich gesellschaftlich zu realisieren muss man zu solchen Mitteln greifen.
  9. #9

    Für welche Studiengänge?

    Zitat von Ulrich Vissering Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um Schuld. Es geht um Ungleichbehandlung aufgrund Geschlecht und Hautfarbe die heute in den USA besteht. Dieser weisse Mann wurde bereits sein ganzes Leben aufgrund seiner Erscheinung, wenigstens statistisch betrachtet, bevorzugt, war das etwa in Ordnung? Da man es offenkundig auch trotz der theoretischen, rechtlichen Gleichheit nicht schafft diese auch tatsächlich gesellschaftlich zu realisieren muss man zu solchen Mitteln greifen.
    Ich möchte, dass beispielsweise der Statiker, der eine Brücke durchrechnet, auch dazu fähig ist. Und die Hautfarbe, Geschlecht, persönliche Geschichte oder Geschichte seiner Vorfahren haben dabei keine Rolle zu spielen.

    Und "wenigstens statistisch betrachtet" offenbart den ganzen Unfug: um Individuen geht es nicht so sehr, mehr um Kollektivschuld, Sippenhaft und, trotz Ihrer einleitenden Worte, Rache ... Aber von Unfairness zur nächsten Unfairness zu gehen, quasi als Ausgleich, führt halt nie zu einer Gesellschaft mit mehr Fairness / Gleichbehandlung.

    Und sollte man das gar nicht anstreben?