DDR-Zwangsarbeit: Ikeas späte Reue

REUTERSEs war ein schwerer Gang für Peter Betzel: Der Deutschland-Chef von Ikea musste einräumen, dass politische Gefangene in der DDR für das schwedische Unternehmen Möbel herstellten. Hinweise auf Zwangsarbeit in Ostdeutschland hatte Ikea schon vor mehr als 30 Jahren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-867720.html
  1. #20

    Damals...

    Was soll man denn da nun diskutieren und Reue zeigen! Damals war eine andere Zeit. Die Verantwortlichen waren andere! Es ist traurig genug, dass sowas passiert ist, aber wir leben inzwischen im Jahr 2012!
  2. #21

    Nicht schlecht...

    §0 Jahre um etwas zuzugeben was bekannt war. Ich habe keine Ahnung woher die Information kam. Aber das IKEA Möbel von Knackis gebaut wurden war bekannt. Das Land wurde dabei nicht thematisiert, hat aber gereicht damit einige Bekannte und mich eingeschlossen damals keine Ikea Möbel gekauft haben. Spermüll und Haushalts-Auflösungwar auch damals schon genug. Und dagür taugen die Ikea Sachen ja weniger, was zusätzlich Unwohlsein verursachte...
  3. #22

    In diesem Zusammenhang ...

    wäre es ebenfalls sinnvoll, die aktuelle Wirtschaftsweise des Unternehmens genauer zu betrachten. Mich würde beispielsweise interessieren, welche Waldflächen nun wirklich in der Taiga für unseren Anspruch, regelmäßig neue Möbel zu Spottpreisen zu kaufen, vernichtet werden. Neben den tropischen Regenwäldern handelt es sich meines Wissens bei diesen Waldgebieten um den zweitwichtigsten Sauerstofflieferanten weltweit. In der Vergangenheit hat Ikea sich bei diesem Thema oftmals nebulös geäußert. Und das, obwohl sie doch auch dazu eine eigene Studie finanziert haben ?
  4. #23

    Die DDR war kein Rechtsstaat...

    ..., keine Frage. Allerdings wird der begriff Zwangsarbeit nicht korrekt verwendet. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland: ->> Artikel 12 GG, (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
  5. #24

    Viel L

    Ich verstehe die Aufregung nicht.

    Unternehmen aus (demokratischem) Staat A vergibt Aufträge an Unternehmen in (diktatorischem) Staat B. Wer dann tatsächlich diese Auträge ausführt, ist weitgehend unbekannt. Das liegt in der Natur der Sache.

    Schön ist das nicht! Aber ich kenne wenige Leute, die z.B. Waren "Made in China" konsequent boykottieren. Und die werden teilweise unter Bedingungen hergestellt, die wahrscheinlich noch übler sind als die, unter denen Strafgefangene in der DDR zu arbeiten hatten. Und ob die Strafgefanenen "politisch" sind oder nicht, weiß hierzulande kein Schwein.
  6. #25

    Die können doch froh sein ...

    Zitat von analogos Beitrag anzeigen
    Was soll daran verwerflich gewesen sein?
    Die können doch froh sein, dass sie was Vernünftiges zu tun gehabt haben.
    Sagen Sie mal AnalOgos, Anteil an Vernunft nehmen Sie nicht viel, oder?
    Bei Zwangsarbeit von "die können doch froh sein ..." zu faseln, das ist schon starker Tobak. Oder ist mir hier ein doppelter Salto der bösen Ironie entgangen?

    Zwangsarbeit in Gefängnissen ist ein dreifaches Verbrechen:
    1. An den Menschen, denn sie ist uralte & moderne Sklaverei.
    2. Ein Staatsverbrechen, denn der Staat macht die Gesetze so, dass die Gefängnisse voll sind.
    3. Ein Firmenverbrechen, derer die daran partizipieren und hemmungslos profitieren.

    Die Sache mit Ikea und der DDR war schon in den 80ern bekannt!
    Und heute lassen die gleichen Profit-Gester in China produzieren. In China ist Zwangsarbeit im Strafvollzug an der Tagesordnung.
  7. #26

    Nicht nur da, sondern auch hier

    Zitat von der_narr Beitrag anzeigen
    Es wird angenommen, dass Strafgefangene in Nordkorea Regale für IKEA bauen. Außerdem kommt jede Menge Holz aus geschützten Waldgebieten z. Bsp. aus Sibirien. Denk dran: Der Preis, den Du für ein IKEA Regal zahlst, ist nicht der richtige Preis. Den Rest zahlt die Natur oder irgendwelche Dissidenten in fernen Ländern.

    Das wird Dich und abermillionen anderer aber nicht davon abhalten, trotzdem fleißig dort einzukaufen. So what...that`s how it goes
    zahlen wir bei IKEA Preise, die ausserhalb ethischer Vorstellungen sind.

    Nicht nur, dass Strafgefangene und Kinder damals wie heute für IKEA arbeiten und die natürliche Ressourcen gnadenlos mit den Füssen getreten werden (Raubbau in den Wäldern Russlands), auch bei den Löhnen der eigenen Mitarbeiter und den Steuern kennt die Krake keine Ethik.

    Steuern, nein danke. Wir haben die "legalen" Konstrukte, um hier kaum Steuern zu zahlen.
    Löhne, nein danke. Warum bietet der Staat die Subvention "Aufstocken" an.

    Aber nach außen immer das Image des so coolen Betriebs, mit "DU" und anderen PR-Mitteln.

    Verlierer sind die Arbeiter, die zu miesesten Bedingungen für IKEA arbeiten und die Natur, also unsere Gesellschaft.

    Wir lassen mit jedem Kauf bei IKEA zu, dass es so bleibt. Nebenbei, dem Konkurrenten von IKEA, der hier keine Möglichkeit hat so gnadenlos seiner Steuerpflicht zu entkommen wie IKEA, ist auch der Verlierer.

    Hoffentlich haben viele Käufer den letzten Bericht von MONITOR gesehen. Es gehört bei den Marktkraken wie APPLE, AMAZON, EBAY u.a. zum guten Ton, jegliche Infrastruktur und alle Möglichkeiten von Subventionen zu nutzen, aber keine Steuern zu zahlen.

    Siehe: DasErste.de - Monitor - Google, Starbucks & Co.: Milliardengewinne fast steuerfrei

    Sehr interessant ist auch Interview mit dem Chef von Möbel-Höffner, nach IKEA zweitgrößtes Möbelhandelsunternehmen in Deutschland, Herrn Kurt Krieger:

    Möbel Höffner : Möbel-Millionär Krieger sieht Reiche in der Pflicht - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT

    insbesonders folgender Teil:

    " Die Welt: Herr Krieger, jetzt bitte nicht das Klagelied über die hohe Steuerbelastung.

    Krieger: Keine Angst, das werden Sie von mir nicht hören. So bin ich nicht gestrickt. Ich zahle hier in Deutschland meine Steuer. Aber ich erlaube mir den Hinweis, dass unser lieber Konkurrent Ikea in Holland pauschal nur acht Prozent Steuern entrichtet. Das ist für uns ein Wettbewerbsnachteil. Mir ist schon klar: Wer soll denn die Steuern zahlen, wenn nicht deutsche Unternehmer? Und wenn es zur Sanierung der öffentlichen Haushalte etwas mehr sein sollte, dann bin ich auch dabei. "

    Es liegt bei uns selbst, mit unserer Entscheidung, derartige Machenschaften unterstützen oder nicht.
  8. #27

    Ich frage mich gerade ...

    Zitat von joshuaschneebaum Beitrag anzeigen
    Sagen Sie mal AnalOgos, Anteil an Vernunft nehmen Sie nicht viel, oder?
    Bei Zwangsarbeit von "die können doch froh sein ..." zu faseln, das ist schon starker Tobak. Oder ist mir hier ein doppelter Salto der bösen Ironie entgangen?

    Zwangsarbeit in Gefängnissen ist ein dreifaches Verbrechen:
    1. An den Menschen, denn sie ist uralte & moderne Sklaverei.
    2. Ein Staatsverbrechen, denn der Staat macht die Gesetze so, dass die Gefängnisse voll sind.
    3. Ein Firmenverbrechen, derer die daran partizipieren und hemmungslos profitieren.

    Die Sache mit Ikea und der DDR war schon in den 80ern bekannt!
    Und heute lassen die gleichen Profit-Gester in China produzieren. In China ist Zwangsarbeit im Strafvollzug an der Tagesordnung.
    ..., was denn wohl in den aktuellen bundesrepublikanischen Gefängnissen so alles von Häftlingen hergestellt wird - und vor allen Dingen, wer denn diese Waren boykottiert.
  9. #28

    ???

    Zitat von silenced Beitrag anzeigen
    Ein Großteil der 'westlichen' und auch 'westdeutschen' Industrie hat im Osten der Republik billig produzieren lassen.

    Betriebe wie "VEB Sachsendruck Plauen" zum Beispiel, die druckten sehr viele englische Kinderbücher für den UK-Markt auf der Insel. Die "Sachsenwerke Zwickau" stellten Teile für VW her.

    Die Liste ließe sich endlos weiterführen.

    Wann sich 'der Westen' mal DIESER Geschichte stellt, darauf bin ich wirklich gespannt. Das wurde die letzten zwei Jahrzehnte sehr effektiv totgeschwiegen.
    Und genau deshalb verstehe ich die aktuelle Empörung nicht. Viele namhafte Unternehmen haben in der DDR fertigen lassen. Vom Trafo-wickeln bis zum fertigen Produkt wurde in DDR-Gefängnissen für Westeuropa gegen Devisen gearbeitet. Und der Auftraggeber hatte keine Möglichkeit zu erfahren, ob es sich bei den Gefängnisinsassen um Politische oder schlicht um kriminelle Strafgefangene handelte (ja, auch die gab es in der DDR).

    Quelle, OTTO, VW, Bosch, Neckermann und noch etliche andere Unternehmen bezogen ihre Waren aus DDR-Produktion. Meisst war es dem Auftraggebenden völlig gleichgültig, in welchem «Kombinat» seine Aufträge abgeleistet wurden.

    Ausserdem: Auch in Gefängnissen der Bundesrepublik arbeiten die Knackis: Für einen Hungerlohn!
  10. #29

    Totaler Blödsinn, Herr Schneebaum

    Zitat von joshuaschneebaum Beitrag anzeigen
    Sagen Sie mal AnalOgos, Anteil an Vernunft nehmen Sie nicht viel, oder?
    Bei Zwangsarbeit von "die können doch froh sein ..." zu faseln, das ist schon starker Tobak. Oder ist mir hier ein doppelter Salto der bösen Ironie entgangen?
    Zwangsarbeit? Im Gegensatz zu Ihnen war ich dabei und kann Ihnen versichern, daß alle wochenlang darauf gewartet haben, endlich was zu tun zu haben. Die Leute waren ja nicht zufällig dort, sondern aus ganz konkreten Gründen und wußten, was läuft. Es war einfach Beschäftigung mit Sozialkontakten, mehr nicht. Das ist in jedem Knast so, sogar in freiheitlich-demokratischen.
    Und gefoltert worden ist auch niemand, das nur mal so nebenbei.