Umzug in anderes Bundesland: Lehrer sollen leichter wechseln können

DPAStaatsexamen in Bayern, Master in Berlin: Die Lehrerausbildung ist ein Potpourri aus Regeln und Modulen, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Jetzt kündigten die Kultusminister "uneingeschränkte Mobilität" für künftige Pädagogen an - aber einen Staatsvertrag lehnen sie ab.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...-a-867727.html
  1. #1

    Europa

    Wie will man denn eine Vereinheitlichung oder wenigstens eine gegenseitige Anerkennung der Studienabschlüsse in Europa erreichen, wenn man dazu nicht einmal innerhalb der Bundesrepublik Deutschland in der Lage ist.
  2. #2

    feiner Unterschied

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Wie will man denn eine Vereinheitlichung oder wenigstens eine gegenseitige Anerkennung der Studienabschlüsse in Europa erreichen, wenn man dazu nicht einmal innerhalb der Bundesrepublik Deutschland in der Lage ist.
    Die Abschlüsse werden ja anerkannt, nur das erste Staatsexamen ist kein Abschluss.

    Die Schaltstelle ist ja die Einstellung in den Vorbereitungsdienst. Wenn hier ausgeschrieben würde "Erstes Staatsexamen" oder "M.Ed." oder vergleichbare Abschlüsse, dann wäre es egal.

    Der nächste Schritt ist dann die Übernahme in eine Eingangsstelle. Es gibt in jedem Bundesland zig "Lehrämter", bundesweit steigt die Zahl dann exponential. Und an dieser Stelle müsste tatsächlich einmal aufgeräumt werden.
  3. #3

    Föderalismus forever

    Bitte, bitte, bloß nichts ändern!!! Dieses System ermöglicht tausenden Nachwuchspolitikern eine Karriere. In 10 Jahren können (auch ohne vorzeitige Neuwahlen) in Deutschland über 40 neue Bildungsminister und die gleiche Zahl an Staatssekretären introniert werden (mit den entsprechenden Pensionsansprüchen). Und all diese Provinzfürsten haben dann eine Duftmarke hinterlassen, dass es schon zum Himmel stinkt. Der Steuerzahler freut sich über den Bildungsmurks in Deutschland - wir sind ja Bildungs-Weltspitze. Wer Kinder hat, kann nicht Umziehen, Lehrer haben keine Freizügigkeit. Und die 'Bildungsfürsten' erteilen sich gegenseitig 'Kooperationsverbote' - armes Deutschland, reiche Eliten - wie im 19. Jahrhundert.
  4. #4

    Vorsicht

    Zitat von neinsoetwas Beitrag anzeigen
    Bitte, bitte, bloß nichts ändern!!! Dieses System ermöglicht tausenden Nachwuchspolitikern eine Karriere. In 10 Jahren können (auch ohne vorzeitige Neuwahlen) in Deutschland über 40 neue Bildungsminister und die gleiche Zahl an Staatssekretären introniert werden (mit den entsprechenden Pensionsansprüchen). Und all diese Provinzfürsten haben dann eine Duftmarke hinterlassen, dass es schon zum Himmel stinkt. Der Steuerzahler freut sich über den Bildungsmurks in Deutschland - wir sind ja Bildungs-Weltspitze. Wer Kinder hat, kann nicht Umziehen, Lehrer haben keine Freizügigkeit. Und die 'Bildungsfürsten' erteilen sich gegenseitig 'Kooperationsverbote' - armes Deutschland, reiche Eliten - wie im 19. Jahrhundert.
    Veränderungen gehen ins Geld!

    Gibt es nur noch 2 oder 3 Lehrämter (Primarstufe, SekI und SekI+II) da wird es für die Länder teuer. Alle lehrer haben einen Hochschulabschluss (Masterstudiengang) und ein "Zweites Staatsexamen". Das ist nach BBesG die Voraussetzung zur Übernahme in den "Höheren Dienst"; Eingangsbesoldung A13 oder für Angestellte Anfangsgehalt E13/Stufe II.

    Abwarten, wann der erste Master-Absolvent mit Lehramt für die SeKI gegen die Eingruppierung klagt.
  5. #5

    .

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Veränderungen gehen ins Geld!

    Gibt es nur noch 2 oder 3 Lehrämter (Primarstufe, SekI und SekI+II) da wird es für die Länder teuer. Alle lehrer haben einen Hochschulabschluss (Masterstudiengang) und ein "Zweites Staatsexamen". Das ist nach BBesG die Voraussetzung zur Übernahme in den "Höheren Dienst"; Eingangsbesoldung A13 oder für Angestellte Anfangsgehalt E13/Stufe II.

    Abwarten, wann der erste Master-Absolvent mit Lehramt für die SeKI gegen die Eingruppierung klagt.
    Eine solche Klage ist erfolglos. Denn eine Voraussetzung für eine Eingruppierung bedeutet nicht, dass jeder, der diese Voraussetzung erfüllt, entsprechend eingruppiert wird.

    Sonst könnte ich ja auch eine W2-Besoldung durchsetzen. Die Voraussetzungen erfülle ich alle.
  6. #6

    Gleichheitsgrundsatz

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Eine solche Klage ist erfolglos. Denn eine Voraussetzung für eine Eingruppierung bedeutet nicht, dass jeder, der diese Voraussetzung erfüllt, entsprechend eingruppiert wird.

    Sonst könnte ich ja auch eine W2-Besoldung durchsetzen. Die Voraussetzungen erfülle ich alle.
    Sie unterliegfen der W-Besoldung, die automatisch dem höheren Dienst ebenso wie die Richterbesoldung angehört, aber nicht dem allgemeinen Besoldungssystem zugeordnet ist.

    Bei lehrern erfolgt die Eingruppierung etwas willkürlicher, da entscheidet nämlich die Schulform über die Besoldungsgruppe. Das ist in etwa so, als ob Beamte der "Unteren Wasserbehörde" nur dem mittleren Dienst zugeordnet würden, während die der "Oberen Wasserbehörde" (Staatliche Umweltverwaltung) dem gehobenen und höheren Dienst zugewiesen würden.

    Die Tätigkeit ist das Eingruppierungsmerkmal und nicht die Dienststelle oder gibt es Eingruppierungsunterschiede zwischen Fachhochschulen und Hochschulen/Universitäten dahingehend, dass FH-Professoren dem mittleren und Uni-Professoren dem höheren Dienst zugerechnet werden?

    Tatsache es fehlt an einer Eingruppierungsordnung für Lehrkräfte. Es gibt in NRW z.B. keine Kriterien, um die Leistungszulage zu verteilen. Folglich bekommt jeder gehaltsabhängig eine "allgemeine Leistungszulage" - und zwar jeder innerhalb einer Entgeltgruppe den gleichen Betrag.

    Einstellungsvoraussetzung für den gehobenen Dienst ist der "Bachelor" oder ein "Diplom (FH)"; Lehramt kann aber weder mit einem B.A. noch mit einem FH-Diplom abgeschlossen werden.

    Der Staat kann diesem Dilemma nur entgehen, wenn er wie bei den Hochschullehrern ein eigenes Entgeltsystem für Lehrer (L-Besoldung) festsetzt oder alle lehrer in das Eingangsamt A12 einstuft. Weitere Beförderungen gibt es dann - wie derzeit auch - nur bei Übernahme einer Funktionsstelle. Die grundlegende Frage ist doch, warum werden ein Studienrat und ein Lehrer für die gleichen Fächer und bei gleichem Unterrichtseinsatz in der SekI unterschiedlich bezahlt?