Referate an der Uni: Sie reden, wir leiden

CorbisHättet ihr geschwiegen! An der Uni nervt kaum etwas so wie schlechte Referate von Angebern, Hektikern, Verpeilern. Dennoch quälen sich jedes Semester Menschen durch Vorträge, denen niemand zuhören will. Eine Typologie der schlimmsten Redner.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-867538.html
  1. #30

    Keine Referate...

    Manch ein Prof. kam mir so vor, als hätte er auch sein Leben lang keine Referate geübt. Manch einem habe ich nach erstem Schock geraten, doch mal seine Vorlesung aufzunehmen und sich der Gefahr auszusetzen, sie sich anzuhören... Erstaunlich, manch einer antwortete, manch einem hat es geholfen... Wer aber keine Referate haten möchte, sollte wissen, dass man beim Tellerwaschen auch singen kann, sonst aber...
  2. #31

    Sinnvoll

    Ich finde Referate sinnvoll; dass es einige besser und andere schlechter können ... tja, cest la vie. Natürlich sollten dann die Noten entsprechend vergeben werden. Seminare sollten ja, im unterschied zu Vorlesungen, im idealfall Orte der Begegnung und der Diskussion sein und natürlich muss sich dann auch jeder einmal einbringen und vortragen, Dozent sowie Student.
  3. #32

    Gab's nicht mal eine Zeit...

    ...in der hochwertiger Journalismus nicht daraus bestand, Menschen pauschal in irgendwelche abgestandene, an den Haaren herbei gezogene Klischees zu unterteilen, als würde dem Leser das auf interessante Weise die Welt erklären? Ist einfach keine Zeit mehr um ordentlich zu recherchieren und interessantes Material auf die Beine zu stellen, sodass Artikel jetzt anhand von schwammigen, überspitzten Pseudo-Erfahrungen der Autoren zusammen geklaubt werden müssen? Sehr Schade.
  4. #33

    Bei mir im Studium waren in vielen Veranstaltungen Referate Pflicht, um an einen Teilnahmenachweis zu kommen. Blöd wurde es allerdings in Kursen mit 70 Teilnehmern - da musste man sich entweder ein Semester lang Referate anhören oder die Dozenten haben sich etwas anderes ausgedacht.
    Expertengruppen sind meiner Ansicht nach eigentlich die beste Alternative zu Referaten. Dabei bereiten sich einige Studierende besonders gut auf das Thema vor, sammeln zusätzliche Informationen und bereiten Diskussionsfragen vor. So entsteht dann im besten Fall ein lebendiges Gespräch, an dem sich viele beteiligen.
  5. #34

    Zitat von axwagner Beitrag anzeigen
    Werter blackpfo,
    Was Sie da schreiben klingt ja ganz toll, aber ich habe während meines Studiums oft, und mit oft meine ich mehrere Seminare pro Semester, erlebt, dass der Dozent bzw. die Dozentin 90-minütige Referate verteilt hat, die ganze Stunde rumsaß und am Ende irgendeine Standard-Note verteilt hat, meist zwischen 1,7 und 2,3. Ich hatte sogar mal Dozenten, die hatten JEDEM Referat dieselbe Note gegeben. Und da wollen Sie mir erzählen das diene nicht zum Abwälzen von Arbeit? Vielleicht arbeiten Sie ja anders, aber ich habe mehrfach erlebt dass Referate missbraucht werden um dem Dozenten Arbeit zu ersparen.

    Und dass jedes Referat bewertet werden muss stimmt nicht. An der Universität Münster musste ich mehrere Referate in Seminaren halten für insgesamt 2 Leistungspunkte, welche aber NICHT bewertet werden, weil es Noten erst ab 3 LP gibt. Und dann soll so ein Referat 90 Minuten dauern, und der Dozent braucht es nichtmal zu bewerten. Tut mir leid, aber zumindest aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Referate zu oft benutzt werden. Als letztes Semester eine Studentin sagte, sie benötigt als Leistung aber eine Klausur, verdrehte der Dozent nur die Augen und erwähnte, dass ihm ein Referat weniger Arbeit machen würde.
    ich würde mal behaupten, dass die von Ihnen persönlich durchlebten Dramen bei Referaten rein zahlenmäßig zu wenig sind, um darauf irgend eine allgemeingültige Aussage zu formulieren. Ich möchte nicht behaupten, dass dich von Ihnen geschilderten Abläufe nicht vorkommen, ich denke aber auch, dass die Mehrheit der Dozenten Vorträgen zuhören (müssen) und sie auch zu bewerten haben. Vor allem auch wenn es darum geht Rückmeldung zu geben. Das macht nicht immer Spaß.

    Ich finde, ehrlich gesagt, die Kernaussagen des Artikels zu stark vereinfacht und ohne jeglichen quantitativen Beleg. In meinem Umfeld gehen Dozenten mit Referaten sehr viel differenzierter um, als hier beschrieben wird.
  6. #35

    Zitat von cara_mia Beitrag anzeigen
    Am schlimmsten sind dabei diejenigen Dozenten, die sich als Begründung auch nichts neues mehr einfallen lassen können, als "Das machen wir, damit ihr lernt, wie das geht." Danke, aber nach 4 Semestern und 17 Referaten habe ich das Prinzip verstanden. Tatsächlich Wissen angeeignet habe ich mir in solchen Kursen nicht.

    Wenn, wie hier manche Dozenten schreiben, der Arbeitsaufwand auf beiden Seiten so enorm ist, dann muss ich mich doch fragen, warum man dennoch mit solcher Festigkeit an einem Lehrsystem festhält, wohl wissend, dass der Lerneffekt bei den Teilnehmenden gegen Null tendiert.

    Mag sein, dass die Kursorganisation in Referaten keine Abwälzung des Aufwands vom Dozenten auf den Studenten ist; es ist aber zweifelsohne eine Abwälzung der Lernstoffvermittlung auf Personen (= vortragsunbegabte Kursteilnehmer), die hierzu nicht über die Befähigung und den Enthusiasmus verfügen, und beides in vielen Fällen auch gar nicht haben müssen, da sie per Definition Schüler, nicht Lehrer sind. Man mag das ganze interaktives Lernen nennen oder sonstige schön klingende Namen vergeben; letztendlich läuft alles darauf hinaus, dass der Dozent kein Wissensvermittler, sondern lediglich eine Aufsichtsperson, ein Notenvergeber, und damit ein willkürlich austauschbarer Teil des Systems ist.
    Vielleicht haben Sie das auch falsch verstanden - der Wissensgewinn liegt zum Großteil beim Vortragenden und nicht bei den Zuhörern. Soweit ich weiss ist es durchaus eine didaktisch wirksame Methode den studierenden in die Rolle des Lehrenden zu versetzen. Das hat nichts damit zu tun, dass Arbeit abgewälzt werden soll. Die Diskussion ist mir an dieser Stelle viel zu wenig sachlich sondern eine Aneinanderreihung von Fallbeispielen, bei den der Eigenanteil der Studierenden an weniger erfreulichen Lernsituationen nicht berücksichtigt wird.
  7. #36

    Zitat von enforca Beitrag anzeigen
    @blackpfo
    Lassen Sie doch einfach die veradmmten Referate weg. Keiner will sie halten, und keiner will sie hören! Die Profs sind schlichtweg zu faul ihre Seminare selber zu gestalten. Jeden Semesteranfang die selbe Prozedur:
    "So, jetzt verteilen wir erstmal alle Referate...Warum meldet sich denn keiner...Sie müssen schon ein wenig Initiatve zeigen..blabla" Zum Ko..en.
    vielleicht sind auch die Studierenden zu faul die gestellten Aufgaben gewissenhaft zu bearbeiten. Vielleicht sind es die Studierenden, denen es an Engagement fehlt selbst ein besseres Referat zu halten und somit ihren Kommilitonen einen greifbaren Nutzen zu bieten. Diejenigen, die sich über die Referate anderen beschweren halten oft selbst Referate, die keinen Deut besser sind.
  8. #37

    Zitat von Barath Beitrag anzeigen
    Nicht unbedingt. Es gibt (je nach Studiengang) ja nicht nur Vorlesungen sondern auch Seminare.
    äähh - und was machen Studierende in einem Seminar ? Referate halten, oder ?
  9. #38

    Probier's mal mit Pecha Kucha

    Viele Studierende haben Probleme einen Vortrag auf die Essenz zu reduzieren. Eine Methode diese Reduktion zu erzwingen besteht darin einmal eine "Pecha Kucha" Vortragsrunde durchzuführen. Dieses Format stammt aus Japan. Ein Pecha Kucha Vortrag besteht aus 20 Folien, die jeweils für 20 Sekunden gezeigt werden. Ein Vortrag dauert also genau 6 Minuten und 40 Sekunden. Dadurch muss ich mir als Vortragender gut Gedanken darüber machen, was meine Kernaussage ist und die auch rüberbringen. Bei einer Vortragsdauer von 6min 40 sek kann kaum Langeweile aufkommen und passt auch in eine mittlere Aufmerksamkeitsspanne unserer Studenten rein.
  10. #39

    Alles lesen

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Dabei bereiten sich einige Studierende besonders gut auf das Thema vor....
    Ist das nicht verpflichtend für alle Studierenden?

    Jaja, schon gut, ich habe auch nur zehn Prozent von dem gelesen, was ich hätte lesen müssen :-)