Lokaljournalismus: Meine Straße, mein Zuhause, mein Blog - zwei Jahre später

Die "Frankfurter Rundschau" ist insolvent, auch andere Regionalzeitungen haben zu kämpfen. Trotzdem wollen wir wissen, was in unserem Viertel passiert. Lokaljournalismus-Projekte im Internet versuchen seit Jahren, die sich auftuende Lücke zu schließen - doch das ist schwer.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/m...-a-867399.html
  1. #1

    Wozu neu erfinden?

    Längst kennt das Internet Lokaljournalismus! Jeder Verein, jede freiwillige Feuerwehr, jede Schule die etwas veröffentlicht sehen will muss längst nicht mehr hoffen, dass der Lokalreporter zum Tag der Offenen Tür vorbeikommt, sondern publiziert selbst. Im Internet. Bei Facebook. Im Blog.

    Mit durchwachsener Qualität, klar - aber wer sich nicht bemüht, der geht ja auch irgendwie zurecht in der Masse unter.
  2. #2

    In Sachsen...

    Für die hyperlokalen Onlineangebote ist es sicherlich schwer sich durch Werbung zu refinanzieren, da die Reichweite sehr begrenzt ist und auch die potentiellen lokalen Werbekunden (in der Regel Händler) den Mehrwert von Onlinewerbung im lokalen Bereich verstehen müssen. In Sachsen gibt es ein Projekt, welches versucht die lokalen Inhalte zu bündeln und unter dem Dach diesachsen.de einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen. Im angemeldeten Zustand bekommt man die Nachrichten aus dem jeweiligen Wohnort und unangemeldet die aus ganz Sachsen. Das dürfte dann auch für Werbekunden etwas attraktiver sein. Die Inhalte (sogenannte Nunas - Nutzernachrichten) kommen von Nutzern des Portals. Der Autor mit den meistgelesenen Artikeln bekommt pro Monat einen Preis(diesachsen.de/deine-chance). Hier kann man gut erkennen, welche Modelle auch denkbar sind. Es gibt ja sehr viele Blogger und andere Schreibtalente, die bereits lokal berichten. Bei der Plattform diesachsen.de könnten sich diese verbünden...
  3. #3

    Internet = langfristig

    Ich glaube schon, dass sich Lokaljournalismus ebenfalls irgendwann finanziell tragen kann. Nicht unbedingt heute, aber morgen und übermorgen. Weil er ja mit den gleichen Anfangs- und Verwertungsproblemen wie sämtliche andere Onlinemedien zu kämpfen hat. Das Internet ist überhaupt ein riesiges Ding, das immer noch im Aufbau ist - und der gerade deswegen so lange dauert, weil es nunmal so ein Riesending ist.
    Ich glaube auch, dass das Internet in den lokalen Sphären auch noch garnicht so weit und breit angekommen ist, dass sich dort bereits heute ökonomisch tragfähiger Lokaljournalismus mit ihm entwickeln ließe. Das Internet und die Darstellung im Internet müssen sich also auch bei den sogenannten "kleinen Krautern", den sämtlichen kleinen Gewerbetreibenden auch erst weiter etablieren - bis sich sowas wie breite lokale Internetszenen und Plattformen eben dafür herausbilden. Diese Grundlagen müssen also vom Lokaljournalismus selbst erstmal hartnäckig aufgebaut und entwickelt werden. Wozu es sicher vor allem hartnäckige Ansprache und Sammlung der kleinen und größeren Gewerbetreibenden und Organisationen vor Ort braucht.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die "Frankfurter Rundschau" ist insolvent, auch andere Regionalzeitungen haben zu kämpfen. Trotzdem wollen wir wissen, was in unserem Viertel passiert. Lokaljournalismus-Projekte im Internet versuchen seit Jahren, die sich auftuende Lücke zu schließen - doch das ist schwer.

    Meine Straße, mein Zuhause, mein Blog - zwei Jahre später - SPIEGEL ONLINE
    Vielleicht auch ein Generationsproblem. Gerade die junge, vernetzte Generation Internet ist wenig an Lokalnachrichten interessiert.

    Bei den älteren dagegen ist der Gebrauch des Internets noch nicht so selbstverständlich.
  5. #5

    Junges Regionalportal fürs Ruhrgebiet

    "Vielleicht auch ein Generationsproblem. Gerade die junge, vernetzte Generation Internet ist wenig an Lokalnachrichten interessiert." Ich glaube nicht, dass junge Leute nicht an lokalen Themen interessiert sind, ganz im Gegenteil gerade die Welt von jugendlichen spielt sich ja im Regionalen und Lokalen ab. Nur interessiert die vielleicht weniger der Polizeibericht und der Kaninchenverein, sondern eher die Kulturszene. Der Stadtschwarm ist z.B.ein schönes nicht ganz so "Hyper"lokales, sondern eher Regionales Projekt für junge Leute aus dem Raum Ruhrgebiet. Bis jetzt allerdings auch völlig Einnahmefrei: http://www.coolibri.de/blogs/stadtschwarm/
    http://www.coolibri.de/blogs/stadtschwarm/