Schulden-Debatte bei Illner: Peter Zwegat, Retter in letzter Sekunde

Getty ImagesEs geht um Zahlen, Prozente, Raten, Kredite und Steuern: Maybrit Illners Talk über Schulden kommt größtenteils ziemlich planlos daher. Gebeutelte Unternehmer und Politiker liefern sich eine Zahlenschlacht, ehe Peter Zwegat sich zum Retter der Sendung aufschwingt - allerdings reichlich spät.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/pete...-a-867568.html
  1. #1

    Gratulationen

    An Kroak und Boeddinghaus, beide waren klar und treffend.
    Herr Zwegat hat übersehen, daß auch die Banken an der wilden Kreditvergabe Schuld sind, und zwar überall in der EU.
  2. #2

    Warum

    bringt der Frau Illner niemand benehmen bei? Man zeigt nicht mit ausgestrecktem Finger auf seine Gesprächspartner und als Moderatorin fällt man auch nicht den Gästen permanent ins Wort.
  3. #3

    sommer09

    "die Leute kaufen mit Geld, das sie nicht haben, Dinge, die sie nicht brauchen, um damit Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen."

    Das ist sinngemäß ein Zitat aus dem Film Fight Club.
  4. #4

    Lug und Betrug

    Entgegen der Mentalität der Deutschen hat sich die Verteilung des Erwirtschafteten im Lande stark zu Gunsten der Superreichen, den Eigentümern der Oligopole, verschoben. Den Superreichen gehören die grossen Unternehmen, die ihre Zulieferer zu oft schlecht bezahlen. Dadurch können die Zulieferer immer weniger an ihre Arbeitnehmer abgeben. Die meisten Mittelständler und Kleinunternehmer können sich nicht wehren. Es gilt, friss oder stirb. Wenn die Superreichen nicht einen beträchtlichen Teil ihres immensen Reichtums abgeben, gerät unsere Gesellschft in Gefahr.
    Dass Superreiche seit langem ihnen wohl gesonnene Politiker finanziell unterstützen, dürfte allgemein bekannt sein. Nur ein Multimilliardär ist durchaus in der Lage, jedem Bundestagsabgeordneten eine Million für die Durchsetzung seiner Interessen zu geben. Und dann?
  5. #5

    Zwegat

    Zwegat rezitiert Fight Club, dafür allein sollte er den Fernsehpreis bekommen;)

    "Zwegat kann angesichts solcher Zahlen nur wieder seinen liebevoll tadelnden Sorgeblick aufsetzen und den schönsten Satz zum Thema aufsagen: "Tja, die Leute kaufen mit Geld, das sie nicht haben, Dinge, die sie nicht brauchen, um damit Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen." "
  6. #6

    Das ist eine Folge der Marktkonformität unserer plutokratischen Demokratiesimulation!

    Der "Stern"-Journalist empfiehlt sich mit seinem Buch "Die Asozialen" derzeit für geschätzt jede zweite Talkshow, hat aber auch eine gute Geschichte zu erzählen. Außerdem kennt er die Zahlen vor dem Komma.

    Seine These: Asozial sind die ganz oben und die ganz unten. Also alle diejenigen, die nicht von leistungsabhängigen Einkommen leben. Sondern von Hartz IV in der Unterschicht und von Vermögen in der Oberschicht.
    Er hat allerdings die größte asoziale Schicht vergessen: Die Politiker, welche mit allen Mitteln ihr Recht verteidigen, sich nach Herzenslust durch geldwerte Zuwendungen beeinflussen zu lassen. (Die UNO und die Rechtsstaaten, die diese Bezeichnung verdienen, nennen das übrigens Bestechung, bzw. Bestechlichkeit!)

    Genau diese Käuflichkeit politischer Interessenvertretung sorgt schließlich dafür, dass die sogenannte Volksvertretung vor allem die Interessen derjenigen vertritt, die sich dafür erkenntlich zeigen können. Und dass sind nun einmal „die ganz oben“, den denen stehen naturgemäß besonders viel von den Argumenten zur Verfügung, welche käufliche Zeitgenossen am besten zu überzeugen vermögen!

    Und „die da unten“? Ein nicht unerheblicher Anteil davon geht inzwischen einer Vollzeitarbeit nach, deren Bezahlung nicht zu Leben ausreicht. Ist es tatsächlich asozial, wenn sie sich das Geld zum Überleben anschließend von dem Staat holen, der mit allen Mitteln sicherstellt, dass es für jede Lohnuntergrenze einen legalen Weg gibt, sie zu umgehen?

    Oder sind es doch eher diejenigen, die sich vom Staat die Arbeitsleistung subventionieren lassen, deren Erträge sie privatisieren, und diejenigen, die als deren politischer Arm in den Parlamenten sicherstellen, dass das so bleiben kann?
  7. #7

    Es war grauenvoll

    ...bis zu Zwegat habe ich es nicht mehr geschafft. Schon die mimischen Entgleisungen von Frau Illner beim Gespräch mit den beiden Gästen waren so ablenkend, dass ich schon gar nicht mehr weiß, was deren Problem war. - und dann die typischen Politiker-Phrasen. Dafür braucht man keine Talksendung, da reicht ne Pressemitteilung der Parteien aus - was allerdings zu erwarten war.

    Was ich nicht erwartet hätte, war die miese Auswahl der Gäste: die Mehrheit der Mittelschicht hat nicht das Problem, dass ihr der Staat für ihr Mini-Business zu viele Ketten anlegt. Die Mehrheit der Mittelschicht ist Gehaltsempfänger, nicht -Geber und hat das Problem, dass sie den Lebensstil ihrer Eltern übertreffen wollen, dabei aber immer weniger verdienen bzw. ihr Gehalt immer weniger Wert ist und dass ihnen niemand beigebracht hat, dass Kredite für Konsumgüter aufzunehmen keine Investition sondern der erste Schritt zum finanziellen Ruin ist. - die eigene Immobilie im sterbenden Dorf gehört da mit dazu.

    Gerald Hörhan und Dirk Müller hatten wohl grade einen volleren Terminkalender als Peter Zwegat. Dazu noch jemand aus der PR-Abteilung von der Deutschen Bank, der sich für die aktuellen Radiospots rechtfertigt, in denen für Konsumkredite geworben wird. Das wäre die Sendung gewesen, die ich bei dem Titel erwartet bzw. mir gewünscht hätte.
  8. #8

    Stimmt:

    "Asozial sind die ganz oben und die ganz unten. Also alle diejenigen, die nicht von leistungsabhängigen Einkommen leben".

    Denn die (nicht beamtete) Mittelschicht der Arbeitnehmer wird -von ausnahmslos allen politischen Parteien- ausgepresst, um die da unten und die da oben zu finanzieren.
  9. #9

    CDU und Steuergerechtigkeit

    Wenn Herr Fuchs der Meinung ist, dass das Steuerabkommen, welches der Finanzminister mit der Schweiz ausgehandelt hat gerecht ist, dann hat er etwas wichtiges nicht kappiert.
    Die Steuerflüchlinge müssten zukünftig eine pauschale Steuer auf ihre Zinserträge zahlen. Die hinterzugenen Einkommensteuer müssen sie aber nicht mehr nachzahlen. Die Einkommensteuer ist aber der größere Anteil an der Steuer.

    Beispiel:
    A Legt 10000 Euro Schwarzgeld in der Schweiz an und zahlt auf die 2% Zinserträge 25% Steuern. Die ergibt einen Steuerbetrag von 50 Euro.

    B Legt 10000 Euro erhrlich versteuertes Geld in der Schweiz an und zahlt auf die 2% Zinserträge 25% Steuern. Die ergibt einen Steuerbetrag von 50 Euro.

    Wo liegt der Unterschied?
    B Zahlt auch Einkommensteuer und Sozialabgaben.
    Mehr als 50%. Er zahlt also ca. 5000 Euro!!!!
    Ups, er hat ja nun gar keine 10000 Euro mehr, die er in der Schweiz anlegen kann...
    Es zahlt im ersten Jahr mehr als 5000 Euro!!!!!

    So ein geringer Unterschied ist für Herrn Fuchs von der CDU also vernachlässigbar.....