Tückische Technik bei der Bahn: "Wir haben einen Fasan in der Bremszuleitung"

Getty ImagesOhrenbetäubend laut, aber pfeilschnell: In den Dreißigern stellte der Schienenzeppelin auf deutschen Gleisen einen Weltrekord auf. Allerdings hatte das luftige Gefährt so einiges an Macken. Fast wie seine Nachfolger, die ICE, IC und TGV von heute, wie SPIEGEL-ONLINE-Leser berichten.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-859439.html
  1. #1

    Kruckenberg war nicht wegen irgendwelcher Konstruktionsmängel kein Erfolg beschieden, sondern weil man Schnellzüge mit 120 km/h und einen 200-km/h-Torpedo kaum auf den gleichen Strecken verkehren lassen kann. Insbesondere dann nicht, wenn man wegen vergleichsweise kleiner Triebwägen mit höherem Takt fahren müsste und dafür die Kommunikationsinfrastruktur wiederum zu langsam waren.

    Man darf nicht vergessen, dass die Auslastung der Schienenwege in den 30ern viel höher war als heute, weil's praktisch keine Individualmobilität gab. Auf dem Berliner S-Bahn-Ring sind die Züge zum Teil im Minutentakt gefahren. Auf den S-Bahn-Strecken rund um München, auf denen heute im 40-Minuten-Takt gefahren wird, Sind am Wochenende bis zu vier Züge in der Stunde gefahren. Das Streckennetz war doppelt so lang und musste hunderte Bimmelbahnen integrieren...

    Man hätte nichts weniger als einen kompletten Paradigmenwechseln diskutieren müssen und dafür/dazu war die Reichsbahn einfach nicht bereit. Die Weltwirtschaftskrise war kaum verdaut, der erste Weltkrieg erst 13 Jahre her... Das Ding war eine scharfe Konstruktion, eine interessante Idee - aber zur völlig falschen Zeit. Dass der rückwärts nur schleichen konnte und eben annähernd so laut war wie ein Flugzeug, spielt da keine wesentliche Rolle.

    Wahrscheinlich war auch ein Problem, dass sich der Traktionswechsel ankündigte - wenige Jahre später (Ende der 30er Jahre) stand mit der E19 eine E-Lok zur Verfügung, die mit einer Handvoll Schnellzugwagen noch für 200 km/h geplant war. Ich glaube, der Rekord einer speziellen E19 lag bei 230 km/h. Im Prinzip wusste man 1931 wohin die Reise geht.
  2. #2

    Einen hab ich auch:

    Vor vielen Jahren wollte ich die Photokina in Köln besuchen.
    Da freute ich mich doch über die Werbung der Bahn, dass der Interessierte die Bahnkarte zusammen mit dem Ticket für die Messe erwerben kann.
    Naiv wie ich war, ging ich zu meinem örtlichen Bahnhof und wollte dieses Kombiticket erwerben.
    Dort teilte man mir dann mit, dass ich dieses Angebot nur in Köln bekomme.
    Hurra, ich muss also nach Köln fahren, damit ich ein Bahnticket nach Köln zusammen mit der Eintrittskarte bekomme.
    Klar, ich bin dann gerne mit dem Auto zur Messe gefahren.
    :)
  3. #3

    Nachmachen!

    Zwar kein Witz sondern bissiger Spott, zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen:

    Vor ca 2 Jahren wurden in unseren S-Bahnen die Toiletten offensichtlich nicht mehr gewartet. Statt sie zur reparieren, so dass wenigstens ab und an eine benutzbare im Zug auffindbar war, ließ man einfach die gelben Standardzettel kleben schloß dauerhaft ab und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein.

    Das muß einen der Fahrgäste so erzürnt haben (auf den Bahnhöfen wird man dann mit 70 Cent abgezockt und gleichzeitig wird Jagd auf "Wildpinkler" gemacht), dass er eine wirklich gute Idee hatte:

    Er schrieb einfach das aktuelle Datum auf den Zettel. Die anderen Fahrgäste begriffen! Der Zettel war mit unterschiedlichsten Schreibern und Handschriften schön säuberlich untereinander eingetragen mit dem jeweiligen Datum versehen - bestimmt 20 Einträge die sich über etwa ein halbes Jahr erstreckten.

    So wird jedem Fahrgast der an der Toilettentüre vorbeigeht klar, dass die Bahn vorsätzlich handelt.

    Die Bahn hat das Problem inzwischen auf ihre unnachahmliche Art aus der Welt geschafft: Die neuesten S-Bahn-Züge haben keine Toiletten mehr!
  4. #4

    Viel erstaunlicher finde ich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ohrenbetäubend laut, aber pfeilschnell: In den Dreißigern stellte der Schienenzeppelin auf deutschen Gleisen einen Weltrekord auf. Allerdings hatte das luftige Gefährt so einiges an Macken. Fast wie seine Nachfolger, die ICE, IC und TGV von heute, wie SPIEGEL-ONLINE-Leser berichten.

    Auszug aus Sorry-Buch: Tücken der Technik - SPIEGEL ONLINE
    dass die Bahn heute, trotz moderner Technik, anscheinend unzuverlässiger ist als zu Zeiten der Dampflok und manueller Stellwerke.
    Auskunftsservice? Fehlanzeige. Wenn die Bahn steht, weil irgendein Defekt vorliegt? Sie sind verloren und verkauft, bekommen aber evtl. 80 Euro, wenn sie am gleichen Tag ihr Ziel überhaupt nicht erreichen - lächerlich.

    Die Verantwortlichen in den oberen Etagen der Bahn sollten grundsätzlich gezwungen werden mit ihrem eigenen Verkehrsmittel zu reisen, eine schlimmere Strafe kann ich mir kaum vorstellen.
  5. #5

    hab auch noch einen

    Vor einigen Jahren blieb mein Zug spätabends mitten auf offener Strecke stehen. Lange Zeit kam keine Durchsage. Erst als der Zug sich nach 20min in Bewegung setzte kam die Durchsage: "Meine Damen und Herren, wir mussten unsere Fahrt unterbrechen, da wir Probleme mit den Bremsen hatten. Inzwischen dürften sie wieder funktionieren, deshalb können wir nun unsere Fahrt fortsetzen." Das Konjunktiv dürfte nicht nur mir Angst gemacht haben...
  6. #6

    Flexibilität der Bahn

    RB Augsburg nach Kempten. Nachdem das WC Defekt war wurde kurzerhand auf mein Nachfragen der Zug gestoppt. Ich wurde an den Waldrand beordert, die Insassen schauten verwundert aus dem Fenster. Indianerüberfall? Nein. Es war das WC Defekt. Vielen Dank liebe Bahn, das war einfach OK.
  7. #7

    Alles halb so schlimm

    Ich habe am Mittwoch bei der Heimfahrt von Leipzig nach Berlin glatte 90 Minuten Verspätung gehabt... aber halb so schlimm, die Bahn hat in weiser Voraussicht den Leipziger Hauptbahnhof in ein wunderbares Einkaufszentrum umgewandelt, so bin ich endlich mal wieder zum Shoppen gekommen und mit neuen Schuhen, einigen Leckereien und der neuesten Doro-CD etwas später als erwartet in Berlin eingetroffen.

    Man könnte natürlich auf den Gedanken kommen, dass die Bahn das gar nicht so schlecht findet... möchte wissen, ob in Leipzig besonders häufig Verspätungen vorkommen?
  8. #8

    Köln - Aachen

    Weihnachten 2010:

    Offensichtlich war der Zugbegleiter zuvor bei der Bundeswehr gewesen:

    Auuusstiiieg in Faaahrtrichtung REEEEEECHTS!!!
    Auuusstiiieg in Faaahrtrichtung LIIIIIIIKS!!!
    Auuusstiiieg in Faaahrtrichtung REEEEEECHTS!!!
    Usw.
    So ging das an jeder Haltstelle in straffestem Befehlston!
    Die Passagiere stiegen so zackig als möglich aus.
  9. #9

    Zitat von horstwende Beitrag anzeigen
    dass die Bahn heute, trotz moderner Technik, anscheinend unzuverlässiger ist als zu Zeiten der Dampflok und manueller Stellwerke.
    Auskunftsservice? Fehlanzeige. Wenn die Bahn steht, weil irgendein Defekt vorliegt? Sie sind verloren und verkauft, bekommen aber evtl. 80 Euro, wenn sie am gleichen Tag ihr Ziel überhaupt nicht erreichen - lächerlich.
    Ich weiß nicht, von welcher Bahn Sie hier sprechen, aber Auskünfte sind so einfach einzuholen wie nie zuvor - Internet, APPS, Personal.

    Zumal wäre es nett zu wissen, von welcher Bahn sie sprechen, denn es gibt in Deutschland im Personenverkehr mittlerweile mehr als 300.

    @Vorposter: Toiletten in S-Bahnen werden vom Zweckverband mitbestellt, das ist nicht unbedingt eine Einsparung, die die entsprechende Bahn verlangt - gefahren wird, was der Verkehrsverbund bestellt.