PID: Kabinett ebnet Weg für Gentests an Embryonen

DPAWie Ärzte künftig Gentests an künstlich erzeugten Embryonen durchführen dürfen, hat das Bundeskabinett mit einer umstrittenen Verordnung entschieden. Nur spezialisierte Zentren dürfen demnach die Präimplantationsdiagnostik anbieten, Ethikkommissionen wachen über die Entscheidungen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-867200.html
  1. #1

    ich fürchte

    es läuft wieder einmal auf eine typisch deutsche Lösung hinaus: Die PID wird grundsätzlich Verboten, aber in Ausnahmefällen erlaubt, aber diese Ausnahmefälle werden nur nach Durchlaufen eines extrem teuren, zeitaufwändigen und hochbürokratischen Genehmigungsverfahrens anerkannt.

    Die Betroffenen werden sich das nicht freiwillig antun, zumal sie sowieso schon Unsummen für die Kinderwunschbehandlung ausgegeben haben, in einer schwierigen emotionalen Situation sind und sich vor dem Verlust ihrer Lebensperspektive ängstigen.

    Zum Glück ist außerhalb der deutschen Grenzen mehr Rationalität und Verständnis vorhanden.
  2. #2

    Und wer kümmert sich um die Menschenrechte

    der Asylanten, H4-er, unserer Ärmsten? Tucholsky sagte:
    "Für mich sorgen sie alle: Kirche, Staat, Ärzte und Richter.
    Neun Monate lang.
    ....
    Fünfzig Lebensjahre wird sich niemand um mich kümmern, niemand. Da muß ich mir selbst helfen."
    Er kannte nichteinmal die menschenfeindliche "Residenzpflicht".
    Gibt es keine Ethikkommission für Asylanten, unsere Ärmsten?
  3. #3

    GATTACA lässt grüssen

    Wir dürfen auf eine schönere, neuere Welt hoffen. Juhu!
  4. #4

    unverständlich

    Für mich ist und bleibt es völlig unverständlich, wieso die PID überhaupt verboten worden ist. Mir fällt kein einziges ernstzunehmendes Argument ein, welches dagegen spricht, schwere Erbkrankheiten vor dem Einpflanzen eines Embryos auszusortieren.
  5. #5

    Selbst betroffen und hoffend

    Ich kann doch immer wieder nur den Kopf schütteln über so manchen Kommentar (siehe ehr "Gattaca lässt grüssen"). Es geht doch betroffenen Paaren weiß Gott nicht darum, ein perfektes Kind künstlich zu erzeugen. Mein Mann und ich haben bereits 2 Kinder aufgrund einer Erbkrankheit verloren. Unser erstes Kind starb einen Tag nach seiner Geburt, unser 2. Kind war wieder erkrankt, was durch eine Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden konnte. Wir haben uns dann für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden, da die Lebenserwartung der Kinder mit dieser Krankheit gleich Null ist. Es ist doch absurd, dass uns bei der Möglichkeit einer PID in Deutschland der ohnehin schon steinige Weg noch schwerer gemacht wird. Wir wünschen uns einfach nur ein Kind, dass nicht von dieser schlimmen Erbkrankheit betroffen ist, was durch die PID festgestellt werden könnte.
  6. #6

    Zitat von ehf Beitrag anzeigen
    Gattaca lässt grüßen
    Wer Gattaca für einen intelligenten Film hält, der hält auch Piloten mit Herzfehlern für wünschenswert. Und hat sich damit auf Lebenszeit für jede Bioethik- und Sicherheitsdiskussion disqualifiziert.
  7. #7

    Zitat von ehf Beitrag anzeigen
    GATTACA lässt grüssen
    Wieder ein Beispiel wie Hollywood die Leute verdummt.

    Früher gab's die "natürliche Auslese", da sind rein wegen den Umständen viele auf der Strecke geblieben. Die Menschheit hat sich weiter entwickelt und dadurch überleben mehr. Das ist erst einmal gut. Durch die PID werden noch mehr überleben. Das ist doch zu begrüßen. Manch eine Familie würde wahrscheinlich gar keine Kinder mehr bekommen wollen, wenn es die PID nicht gibt.

    Ich hab nicht einmal was dagegen, dass sogar das Geschlecht bestimmt wird, wenn z.B. eine Familie schon zwei Söhne hat und dann ein Mädchen will.
  8. #8

    Es ist mir rätselhaft warum der Staat bzw. eine Ethikkommission eine Bevormundung der Eltern für gerechtfertigt hielt.
    Immerhin müssen die Eltern sich im Zweifelsfall Jahrzehnte um ein behindertes Kind kümmern.
    Meiner Meinung nach wäre es gerechtfertigt, wenn diese Entscheidung die Mutter trifft.
    Ich verstehe auch überhaupt nicht wo das Problem liegt.
    Durch diese Perverse Regelung war es möglich, dass Paare sich immer wieder neu künstlich befruchten ließen und dann bei einem positiven Krankheitsbefund abtreiben konnten oder mussten.
    Bei einer PID wäre direkt eine gesunde Keimzelle eingesetzt worden und viel Zeit/Geld erspart worden.
    Mein Dank geht an die Ethiker, die eine Abtreibung von alten Föten für besser hielten, als das nicht verwenden von einem kleinen Zellhaufen.