Streit ums Geld: Psychiater fürchten Einschnitte bei Behandlung

CorbisÄrzte warnen vor Kürzungen in psychiatrischen Kliniken: Das Geld für die Therapie soll neu verteilt werden. Die geplante Regelung könne dazu führen, dass Patienten künftig zu früh entlassen werden, fürchten die Mediziner.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-866697.html
  1. #1

    Blödeste Idee seit Erfindung des Kapitalismus

    Was eine zu frühe Entlassung aus einer stationären psychiatrischen Behandlung bedeutet, kann wohl nur wirklich jemand erahnen, der am eigenen Leib z.B. schwere Depressionen zu spüren bekommen hat. Und weil das so ist, sollten sich die Vertreter der Krankenkassen und auch unsere "lieben" Gesundheitspolitiker mit ihren "Sparvorschlägen" mal schön bedeckt halten.

    Eigentlich wünsche ich ja niemandem so schwer zu erkranken. Aber manchmal kommt einem diese Idee dann doch, denn manche Diskussion wäre schlagartig zuende.
  2. #2

    Im Gegenteil, es müsste noch mehr Geld dafür her

    Man denke alleine an all die offenbar geistig gestörten Politiker, die sich in diesem kritischen Bereich für "Einschnitte" engagieren. Die müssten auch dringend ein Therapieangebot erhalten.
  3. #3

    Wieso darf man im Gesundheitswesen nicht über Effizienz reden?

    Zitat von zaphod1965 Beitrag anzeigen
    Was eine zu frühe Entlassung aus einer stationären psychiatrischen Behandlung bedeutet, kann wohl nur wirklich jemand erahnen, der am eigenen Leib z.B. schwere Depressionen zu spüren bekommen hat. Und weil das so ist, sollten sich die Vertreter der....
    Was ist falsch daran im Gesundheitswesen effizient zu agieren. Der Vorschlag bezieht sich nur auf die Erfahrung, dass je länger ein Patient in einer Klinik liegt die Kosten pro Tag geringer werden. Eigentlich einleuchtend.
  4. #4

    falsche Beispiele

    laufend wird das Bsp. einer "schweren Depression" synonym für eine lange ehandlungsdauer gebracht. Wenn nach 5 wöchiger Behandlungsdauer weiterhin eine starke Eigengefährdung vorliegt, kann der Patient übrigens auch hier keinesfalls entlassen werden.

    Viel gravierender fallen jedoch IMO die Psychosen(1-2% d.ges.Bev.) ins Gewicht. Liegt beispielsweise eine ausgeprägte Fremdgefährdung beim Patienten vor, kann der Arzt ihn allein schon aus rechtlichen Gründen nicht nach 5 Wochen entlassen. Häufig müssen solche Pat. gegen ihren Willen und somit durch einen Richter zwangsuntergebracht werden(PsychKG od. BG). Die durchschnittliche Unterbringungsdauer solcher Pat. beträgt 6-10 Wo, wobei diese Dauer häufig noch mehrmals verlängert werden muss.

    Einerseits wird in der Gesellschafft nach Straftaten durch psychisch Kranke gern "wegsperren" in die geschlossene Psychiatrie gerufen. Wenn es aber dann um die Begleichung der Kosten geht, wird dann weniger laut gerufen.
  5. #5

    ...........

    Zitat von zaphod1965 Beitrag anzeigen
    Was eine zu frühe Entlassung aus einer stationären psychiatrischen Behandlung bedeutet, kann wohl nur wirklich jemand erahnen, der am eigenen Leib z.B. schwere Depressionen zu spüren bekommen hat. Und weil das so ist, sollten sich die Vertreter der Krankenkassen und auch unsere "lieben" Gesundheitspolitiker mit ihren "Sparvorschlägen" mal schön bedeckt halten.

    Eigentlich wünsche ich ja niemandem so schwer zu erkranken. Aber manchmal kommt einem diese Idee dann doch, denn manche Diskussion wäre schlagartig zuende.

    Diese Regelung ist eine Katastrophe, aber !!! ich kenne Menschen die in stationärer Behandlung waren und diese hat nix, wirklich nix gebracht. Ich zweifle also auch an den Behandlungsmethoden-
  6. #6

    Psychotherapeuten?

    Es gibt nicht 'die Psychiater' und die 'Psychotherapeuten ' sondern den Facharzt für Psychiatrie UND Psychotherapie sowie den Facharzt für Psychosomatik und psychoth. Medizin . Letztere sind fuer das Gesetz weil für sie gleichbleibende Sätze unabhängig von der Liegezeit weiterhin gelten - was dieser Artikel verschweigt. Was das nach sich zieht kann sich jeder ausmalen. Eine zwei Klassenmedizin, die 'gute psychosomatische Patienten ' (meistens leichtere Faelle) und 'Schlechte akutpsychiatrische Patienten' fuer die weniger bezahlt wird-obwohl sie meistens schwerer krank sind) unterscheidet. Fuer den einzelnen Patienten eine Diskriminierung sondergleichen. Den Psychosomatiker gibt es übrigens so nur in Deutschland, in den USA z.B ist er unbekannt.
  7. #7

    Psychotherapeuten vs. Psychiater

    Zur Begriffsverwirrung: In Text geht es grob gesagt um die beiden Streitparteien Psychiater (Ärzte) einerseits und Psychotherapeutdn (Psychologen), vertreten durch deren Interessenvertretung, die Bundespsychotherapeutenkammer, andererseits.

    Ausgespart habe ich, dass es Ärzte mit psychotherapeutischer Ausbildung gibt. Der meiner Wahrnehmung nach weniger entscheidende Gegensatz zwischen Psychiatern und psychosomatikern fehlt im Text ebenfalls bewusst.
  8. #8

    Effizienz

    Zitat von carolane Beitrag anzeigen
    Was ist falsch daran im Gesundheitswesen effizient zu agieren. Der Vorschlag bezieht sich nur auf die Erfahrung, dass je länger ein Patient in einer Klinik liegt die Kosten pro Tag geringer werden. Eigentlich einleuchtend.
    Im Prinzip haben Sie nicht Unrecht.
    Bei körperlichen Erkrankungen gibt es Richtwerte, wie lange z.B. die Aufenthaltsdauer bei einer Phymose-OP oder einem komplizierten Beinbruch ist. Überschreitet die Klinik dieses Aufenthaltsdauer und wird dieser Fall durch den MDK überprüft und angezweifelt, dann muss das Krankenhaus begründen, warum hier ein längerer Aufenthalt als üblicherweise erforderlich war. Kann dieser Nachweis nicht schlüssig erbracht werden (z.B. unvorhergesehene Blutungen) wird durch die Kasse nur der Richtwert erstattet. Früher hatte man ja den Krankenhäusern oft vorgeworfen, sie würden Behandlungsaufenthalte künstlich in die Länge ziehen um mehr abrechnen zu können. Das funktioniert seit der DRG-Einführung so nicht mehr.

    Natürlich ist es ungleich schwieriger bis fast unmöglich bei psychischen Erkrankungen einen genauen und einheitlichen Zeitpunkt der Entlassungsfähigkeit des psychiatrischen Patienten festzustellen. Eine Prognose, ob der Patient nach Entlassung für sich selber sorgen kann oder ob er anderweitig betreut oder aufgenommen werden muss ist sehr schwierig. Es setzt zumindest voraus, dass eine wesentlich umfangreichere Begutachtung von Psychiatrie-Patienten durch die Ärzte erfolgt und dass eine gute und sichere Nachbetreuung gewährleistet ist. Bekommen die Krankenhäuser dafür mehr Personal? Wohl kaum!
  9. #9

    Milchmädchenrechnung

    Zitat von carolane Beitrag anzeigen
    Was ist falsch daran im Gesundheitswesen effizient zu agieren. Der Vorschlag bezieht sich nur auf die Erfahrung, dass je länger ein Patient in einer Klinik liegt die Kosten pro Tag geringer werden. Eigentlich einleuchtend.
    Nicht nur bei Menschen mit psychischen Erkrankungen ist dies aber eine Milchmädchenrechnung.

    Die richtige medikamentöse Einstellung dauert oft Wochen, so sie überhaupt möglich ist.
    Während dieser Zeit müssen Patienten, die oft mit entsetzlichen Nebenwirkungen zu kämpfen haben, zusätzlich intensiv betreut werden.
    Dazu kommen Verhaltenstherapie oder Analyse etc., je nach Krankheitsbild.

    Die junge Generation (die ja auch mit jedem Tag älter wird) muss sich einfach überlegen:
    Sind wir bereit, Menschen, die nicht der „Norm“ entsprechen, ärztlich zu Versorgen und mitzutragen?

    Wenn dazu keine Bereitschaft besteht, dann bleibt letztendlich nur so etwas Ähnliches, wie den kranken Menschen einen (begleiteten?) Selbst-Mord nahe zu legen.

    Bei meiner besten Freundin habe ich erlebt, dass ihr Sohn schwerst psychisch erkrankt war.
    Hat die Familie und uns Freunde an den Rand des Zusammenbruchs gebracht, trotz sehr guter Krankenhausversorgung.
    Und eines Tages, nach sehr, sehr langer Zeit, war der junge Mann gesund und belastbar.
    Er hat eine Firma aufgebaut, mit mittlerweile 174 bei ihm angestellten Menschen.
    Er hat der Gesellschaft, also uns allen, mit Sicherheit hundertfach zurückgegeben, was er von der Gesellschaft in seinen schweren Zeiten erhalten hat.

    Aber nicht immer gehen solche Erkrankungen so gut aus. Manche Menschen bleiben ein Lebenslang gezeichnet.
    Und keiner kann irgendeinem Menschen garantieren, dass es ihn nicht trifft. Oder seine Kinder.

    Zitat von kobmicha Beitrag anzeigen
    ...so,so ..bangen um die Patienten.
    Habe mir gar nicht die Mühe gemacht den Artikel zu lesen.
    Allein die Überschrift spricht Bände.
    DIE bangen um IHRE Pfründe und sonnst gar nichts,der Patient ist nur Mittel zum Zweck!
    Heuchler und Schmarotzer dieses Pack.
    Wenn Dummheit Früchte tragen würden, dann gäbe es in manch einem Garten Obstbäume, deren Früchte würden den Bedarf einer ganzen Gemeinde decken.