Zum Ende des Stadtmagazins "Prinz": Die Spaß-Krake

DPADeutschland ohne "Prinz": Ausgehwütige Menschen irren ziellos durch die Städte, auf der Suche nach den coolsten Party-Locations? Wohl kaum. Denn die "Mutter aller Stadtmagazine" war eigentlich schon immer nutzlos. Ihr Verschwinden ist eine Chance für echte, verwurzelte Regionalhefte.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-867073.html
  1. #1

    failed globalization ?!?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    [...] die "Mutter aller Stadtmagazine" war eigentlich schon immer nutzlos. Ihr Verschwinden ist eine Chance für echte, verwurzelte Regionalhefte.
    "Prinz" war die globalisierung in klein: einheitliche bars & cafés, teilweise international verankert (bsp. "Hardrock-C."), für den genormten preisoptimierten einheits-spass, unabhängig von lokalen besonderheiten, egal ob an der waterkant oder im alpenvorland, dafür jedoch mit denglish und dem lebensgefühl, überall auf der welt zuhause zu sein.

    dieser 'internationalismus' ist nicht nutzlos.
    (was auch immer man davon halten magin bezug auf eliten und ressourcen.)

    "regionalhefte" wird es allerdings auch nicht geben:
    der Prinz ist nicht an seiner nutzlosigkeit eingegangen. Er geht ein, weil verschlafene redaktionen und verleger mit der überheblichkeit der jahrhundertealten printmedien-traditionen weder die möglichkeiten, noch die mechanismen der sog. "neuen medien" begriffen haben, geschweige denn für sich nutzen konnten.
  2. #2

    "TIP" und "ZITTY" immer um Längen besser

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland ohne "Prinz": Ausgehwütige Menschen irren ziellos durch die Städte, auf der Suche nach den coolsten Party-Locations? Wohl kaum. Denn die "Mutter aller Stadtmagazine" war eigentlich schon immer nutzlos. Ihr Verschwinden ist eine Chance für echte, verwurzelte Regionalhefte.

    Nachruf auf das eingestellte Stadtmagazin "Prinz" - SPIEGEL ONLINE
    "Prinz" hatte in Berlin nie eine Chance-gottseidank. Sowohl "TIP" wie "ZITTY" waren um Längen besser, kultiger und informativer.

    Ciao
    DerDemokrator
  3. #3

    schade ...

    ... steht da nicht wegen des beschriebenen Prinz-Untergangs. Sondern weil leider just gerade zumindest in Mannheim/Heidelberg bewiesen wurde, dass die Kernthese ausgesprochen wackelig ist. Wird mit dem Dezemberheft doch auch das seit 26-Jahren erscheinende Stadtmagazin "Meier" eingestellt. Trotz kaum zu bezweifelnder "lokaler Wurzeln". Schade ... aber voll an der hiesigen Realität vorbeianalysiert.
  4. #4

    Später Sieg der

    Mit Prinz veränderte sich die Sicht auf die Stadt. Anstatt seine eigene Hilflosigkeit dauernd zu bejammern, brachte Prinz das lebens bejahende Momentum einer Generation zum Ausdruck, die Spaß am Ausgehen, Flirten und Stadtleben hatte. Die Professionalisierung von Prinz ist in der Tat von Anfang misstrauisch und eben mit Neid begleitet worden von all denen, die ihre Glaubwürdigkeit an ihrer Trostlosigkeit ausmachten und ihr Motto gefährdet sahen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, aber Prinz war zur rechten Zeit das Facebook einer fröhlichen Gemeinschaft, die nun tatsächlich auch im Internet angekommen ist.
  5. #5

    Welche Professionalisierung?

    .. Infantilisierung wäre wohl passender. Im Text steht die Auflage von 150.000, aber auch die hatte mit der Realität wohl wenig zu tun. Tatsächlich wurden am Kiosk im letzten Quartal nicht einmal 20.000 Hefte in 13 Städten verkauft - das ist unter jeder Wahrnehmungsgrenze (Quelle: IVW). Die oben genante Auflage umfasst auch Bordexemplare, Freiexemplare, sonstige Verkäufe und andere Tresenaktiuonen, die offensichtlich notwendig wurden, um die Anzeigenpreise zu halten. Doch die harte Währung ist der Kisk und dort zeigte sich in der Tat: Dieses Blatt braucht keiner!
  6. #6

    Und PRINZ war seit Anbeginn schlicht oberflächlicher Schund. Mein Gedanke seit der ersten Ausgabe: Hat genausoviel Buchstaben wie "STERN". Jetzt ist Ruh'.

    Das Guckloch wurde übrigens nicht 1986 in Bochum gegründet, sondern deutlich früher irgendwo. Einfach die Marcinowski-Brüder fragen. Die wissen das. Die Redaktion war jahrelang in der Schäferstraße 13 in Herne.
  7. #7

    ach ja..

    Dazu sag ich nur: Marabo
  8. #8

    Stadtmagazin meier

    Das Stadtmagazin meier in MA/HD wird auch eingestellt zum Dezember und das war gut! - Komisch, alles zeitgleich....und alle glauben online wirds besser....ich glaube nicht, dass gute Infos und Geschichten auf Dauer kostenlos zu haben sind! und ich wünsche mir, dass das gedruckte Heft bestehen bleibt. Man kann nur sagen, nie an einen Konzern verkaufen, denn da gehts nur um den Gewinn und nicht um Mitarbeiter, Kultur oder Leser!
  9. #9

    Stadtaffenillustrierten

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    "Prinz" hatte in Berlin nie eine Chance-gottseidank. Sowohl "TIP" wie "ZITTY" waren um Längen besser, kultiger und informativer.

    Ciao
    DerDemokrator
    Die "Zitty" bot schon immer den selben Veranstaltungshinweiseinheitsbrei wie der Prinz oder das 030. Die "Zitty" überlebt nur wegen ihrer publizistischen Ambitionen ein "Stadtmagazin" sein zu wollen und nicht nur ein Partyhinweislister. Und kultig an der Zitty sind allenfalls die "Wanted"-Kolummne oder die Didi und Stulle-Prolocartoons von Fil.
    Der Tip hingegen ist auch nicht besser, erspart sich zumindest jedoch das ambitioniert publizistische Stadtmagazin-Getue.

    Der Prinz wiederum war völlig anspruchsfrei, hier ging es nur um Party. Wer den Prinz aufschlug wollte eh nichts anderes.