Institutionen und Internet-Zukunft: Hä? Hä? Hä?

Mächtige Institutionen in Deutschland verweigern sich konsequent der Internet-Zukunft. Für den normalen Bürger ist das nicht verständlich, immer häufiger fragt man sich "Hä?". Die Grundlagen für unsere neue Lebenswelt schaffen derzeit andere.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-866906.html
  1. #1

    Vorausschauend?

    Vielleicht sind die Institutionen ja auch nur vorausschauend und wissen das Strom und damit auch das Internet zum Luxusgut wird, welches sich in Deutschland ohnehin bald nur noch wenige leisten können. Warum also in eine sterbende Technologie investieren?
  2. #2

    "
    Wenn institutionelle Regelungen existieren, die dem Alltagsempfinden nach widersinnige bis aberwitzige Effekte haben. Wenn der Laternenumzug eines Kindergartens Gema-pflichtig ist: Hä?
    Wenn das erfolgreichste YouTube-Video der Welt, "Gangnam Style" des koreanischen Rappers Psy, im Original überall zu sehen ist außer in Deutschland: Hä?
    Wenn das Einstellen eines selbstgeschossenen Fotos des Eiffelturms bei Nacht eine abmahnfähige Urheberrechtsverletzung darstellt: Hä?
    Wenn mit der sogenannten Vorratsdatenspeicherung der elektronische Datenverkehr sämtlicher Bürger überwacht werden, weil sie ja irgendwann ein Verbrechen begehen könnten: Hä?
    Wenn die schon teuer bezahlten Inhalte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten depubliziert werden müssen und nicht mehr zugänglich sind: Hä?"
    Es gibt da ja wenigstens eine politische Partei in Deutschland, die sich um solche Punkte kümmern will, aber derzeit ists ja nichtmal sicher das sie nächstes Jahr in den Bundestag kommen.
    Schade, sind zwar nur kleinigkeiten gegenüber anderen Problemen , aber man sollte sich trotzdem mal drum kümmern.
  3. #3

    Cloud- alles gut?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mächtige Institutionen in Deutschland verweigern sich konsequent der Internet-Zukunft. Für den normalen Bürger ist das nicht verständlich, immer häufiger fragt man sich "Hä?". Die Grundlagen für unsere neue Lebenswelt schaffen derzeit andere.

    Sascha Lobo: Der Bürger versteht die Institutionen nicht mehr - SPIEGEL ONLINE
    Tja, wenn man den Artikel so liest, scheint ja alles gut zu sein, wenn man nur mit der Zeit geht. Ein großes Thema scheint ja das Thema der großzügigen vernetzung mit Datenvorhaltung außerhalb der Fa. zu sein. Aber wie sieht die Realität aus? Die meisten Anbieter kommen aus der USA. Leider ist der Datenschutz dort nicht wirklich eines der heraus gehobenen Schutzgüter. Sollte als der amerikanische Staat Informationen brauchen- schwups bekommt er sie. Egal welcher Art die Daten sind. Ich kann also nur raten, schnell neue technologien einsetzen, das lohnt sich bestimmt- hier für die amerikanische Wirtschaft. Nur weiter so!
  4. #4

    Will ich gar nicht lesen

    Denn diese angebliche digitale Realität ist etwas, was sich langsam mal beruhigen könnte und schlimmstenfalls als nervige Ergänzung der Werbemittelindustrie wahrgenommen wird (was sie ist) oder bestenfalls als Alltagskommunikationserweiterung, das viele Arbeitsplätze schafft. Der Rest ist irrelevant und überbewertet.

    Die kluge Partei ist ihrer Zeit voraus und setzt auf die sich anbahnende Retro-Welle!
  5. #5

    schade

    Da hat die Kollumne zuerst das interessante Welt Freiberuflichkeit 2012 aufgemacht.
    Und dann gehts doch nur ums Urheberrecht.

    Würde man die Sache politisch betrachten, man würde sofort erkennen, dass das Urheberrecht beim nächsten Regierungswechsel angegangen wird.

    Die Institutionen arbeiten halt nicht instantan als smarter Schwarm, sondern es sind Institutionen. Bevor sie tätig werden brauchen sie neue Gesetze, das dauert.
    Und dazu kommt noch das doppelte Mißverstädnis. Jeder einzelne bewertet eine Institution maßgeblich nach den eigenen Erfahrungen mit dieser. Aber diese Erfahrungen liegen oft in der Vergangenheit.
    Am Besten deutlich wird das beim Schulwesen. Hier werden Meinungen von hoher truthiness in der eigenen Schulzeit geprägt, stammen also oft aus den 70ern.
  6. #6

    Auf den Punkt gebracht

    Der Satz "Sie geben Antworten auf Fragen, die keiner mehr stellt." ist von einer Trivialität, das es weh tut - aber er beschreibt den Kern der Bundesdeutschen Institutionen exakt.

    Auch wenn Herr Lobor das Problem aus technisch/fortschrittlicher Sicht beschreibt trifft es die philosophisch moralische Grundlage genau so.:
    Während Parteien und Medien sprachlich irgendwo in den 80er oder 90er Jahren hängen geblieben sind debattieren die Interlektuellen doch noch, ob man es sich von so etwas technisch/diktatorischem wie einer Uhr Vorschreiben lassen will, dass der Jahreswechsel 1968/69 schon stattgefunden haben soll.
  7. #7

    Was die Gema und die Kindergärten angeht...

    Ganz so simpel (und böse, böse) ist das mit der Gema und den Kindergärten nicht.

    Dieser Blogbeitrag von Stefan Niggemeier bringt Licht ins Novemberdunkel:

    Der Kindergarten als rechtsfreier Raum « Stefan Niggemeier
  8. #8

    boah ist das gut!

    meistens find ich den roten Irokesen eher nervig und anstrengend und bemüht.

    aber das hier ist es wert, gelesen zu werden!
  9. #9

    die Zeit verpassen...

    ...darin ist die Gewerkschaft ja schon immer gut gewesen.
    Ich erinnere nur an den großen Streik der Drucker und Setzer Ende der 1970er Jahre.
    Die Gewerkschaft wollte damals einfach nicht wahr haben, dass eine zwangsläufige Veränderung diesen Berufszweig ereilen wird - ob sie nun wollte oder nicht. Und statt für zukunftssichernde Fortbildung der Setzer zu streiten, wurde Besitzstandswahrung erkämpft und dafür auch lange gestreikt.

    Was war das Ergebnis? Eine zeitlang konnte die Besitzstandswahrung erkämpft werden und danach wurden die ganzen Setzer der alten Schule arbeitslos, weil sie den neuen Produktionstechniken nicht mehr gewachsen waren (Weiterbildung wurde ja nicht erkämpft). Nach dem langen Streik hatten aber viele Zeitungsverleger die Erfahrung gemacht, mit wie wenig Leuten man eigentlich eine Zeitung eigentlich auch produzieren kann.

    Dieses Verharren in Rückständigkeit hat letztendlich viele den Job gekostet und überhaupt erst eine Rationalisierungswelle im Druckgewerbe möglich gemacht, die bei einer zukunftssichernden Herangehensweise zu verhinder bzw. abzumildern gewesen wäre.

    Aber für was ist Geschichte den auch gut - scheinbar nicht, um daraus zu lernen.
    Und zum Thema Frauenbeteiligung braucht man eigentlich nichts zu kommentieren - das spricht für sich selbst. Disqualifikation auf der ganzen Linie.