Lasche Zensuren: Wissenschaftsrat fordert Ende der Kuschelnoten

DPAGut und sehr gut, mit diesen Noten schließen 80 Prozent der Absolventen in Deutschland ihr Studium ab. Der Wissenschaftsrat bemängelt die Kuschelbenotung - und fordert jetzt einheitliche Prüfungsstandards. Eine Zentralprüfung in allen Fächern will das wichtige Beratergremium aber nicht.

Wissenschaftsrat will einheitliche Standards bei Notenvergabe - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    ich frage mich wo das problem daran ist ? einfach ein zentrales abitur und fertig. ok, man kann nicht mehr prahlen a la bayrisches abi vs. hessisches abi, aber das interessiert 2 jahre danach eh niemanden mehr. in anderen ländern geht es doch auch und diese werden immer als vorbilder zitiert.
  2. #2

    Das

    habe ich schon seit Jahren festgestellt. Ich war nur in der Hauptschule und später in der Handelsschule. Aber wenn ich jeden Tag knapp 2 Std. mit meinen Hausaufgaben beschäftigt war, davon kann nur jeder heutige Schüler nur noch träumen. Übrigens ich bin Jahrgang 1950.
    Vielleicht liegt es heute daran, dass mit den besten Zeugnissen Akademiker in den Beruf wechseln und dann ausser Charts erstellen können und Meetings halten, nichts von ihrem wirklichem Arbeitsgebiet verstehen.
  3. #3

    Vielleicht liegt's aber auch daran ...

    ... das die Studenten, die in ihrem Fach nicht mindestens "gut" sind, lieber das Fach wechseln...
  4. #4

    hä?

    Zentrales Abi? Es geht in dem Artikel mit keinem Wort ums Abitur!
  5. #5

    Wen wundert denn diese Erkenntnis?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut und sehr gut, mit diesen Noten schließen 80 Prozent der Absolventen in Deutschland ihr Studium ab. Der Wissenschaftsrat bemängelt die Kuschelbenotung - und fordert jetzt einheitliche Prüfungsstandards. Eine Zentralprüfung in allen Fächern will das wichtige Beratergremium aber nicht.

    Wissenschaftsrat will einheitliche Standards bei Notenvergabe - SPIEGEL ONLINE
    An den Unis setzt sich doch einfach nur der Kuschelkurs vor, der an den Schulen der meisten Bundesländer vorherrscht. Mit Ausnahme von Rechtswissenschaften, Medizin und ein paar anderen ausgewählten Studiengängen sind doch fast alle vergebenen Noten zumindest anzweifelbar. Folge der 68er Wischwaschi-Mentalität...
  6. #6

    Alter Hut!

    Die Diskussion gab es schon zu meinen Studienzeiten in den 1970-ern, vor allem in sozialpolitisch kontroversen Fächern wie Psychologie, Soziologie, Pädagogik. Wer "links" dachte und beispielsweise an der dunkelroten Uni Bremen studierte, bekam fast sicher auch bei Fast-Null-Leistung mindestens im Examen ein Gut, wer nicht so dachte, kam selbst bei Bestleistungen nicht über ein Befriedigend hinaus. Ein Sehr gut aus Bremen wurde in BY und BW bei Bewerbungen mit einem Ausreichend von Absolventen ihrer landeseigenen Unis gleichgesetzt.

    Außerdem fängt das Notenkuscheln schon in unseren gymnasialen Mittel- und Oberstufen an, und dies allzu oft auf quasi Befehl des Schulleiters. Er ist darauf fixiert, möglichst viele Schüler zu halten und ihnen Abiturzeugnisse auszuhändigen, das bedeutet positives Image für seine Schule und damit auch für ihn. Durchfaller sieht er als Negativwerbung, ein Abi mit 3,9 ist heute auf dem Arbeitsmarkt anspruchsvollerer Berufe weitgehend wertlos, berechtigt aber zum Studieren. Die Selektion des Nichtskönners schieben damit die Schulen auf die Unis und FHs ab. Diese wiederum sind überfüllt und können mit 50 % Studienabbrechern in den ersten Semestern sehr gut leben.
  7. #7

    Die Abschlussnoten sagen erst mal wenig aus

    Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass in den Fächern Physik und Mathematik in den ersten Semestern ein gnadenloses Aussieben herrscht. Die Zahl der Studierenden reduziert sich dabei typischerweise um ca. 80%.
    Nach dem Aussieben bleiben nur die guten Leute übrig. Wieso sollen dann diese keine guten Noten erhalten?

    Zu den anderen Studienfächern kann ich natürlich nichts sagen.
  8. #8

    Zitat von acitapple Beitrag anzeigen
    ich frage mich wo das problem daran ist ? einfach ein zentrales abitur und fertig.
    prinzipiell finde ich ein zentrales Abitur auch gut, es ist halt die Frage wie lange es dauert bis bundesweit die Lehrpläne vereinheitlich werden können - teilweise sind manche Bundesländer anderen ein ganzes Jahr voraus (siehe z.B. auch SPIEGEL 25/2012, "Die unreife Prüfung", dort am Beispiel Latein, aber gerne kolportiert wird ja auch Mathematik).
  9. #9

    Wo ist der Gewinn,....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut und sehr gut, mit diesen Noten schließen 80 Prozent der Absolventen in Deutschland ihr Studium ab. Der Wissenschaftsrat bemängelt die Kuschelbenotung - und fordert jetzt einheitliche Prüfungsstandards. Eine Zentralprüfung in allen Fächern will das wichtige Beratergremium aber nicht.

    Wissenschaftsrat will einheitliche Standards bei Notenvergabe - SPIEGEL ONLINE
    ...wenn die Zwei zukünftig eine Drei oder eine Vier ist? Haben dann die Absolventen ein größeres Vertrauen in ihre "Blödheit"? Oder die Hochschullehrer die Erkenntnis, dass sie miese Lehrveranstaltungen machen? Oder die Arbeitgeber die Einsicht, dass sie auch Leute mit solchen Noten trotzdem brauchen? Es ist schon kurios: Deutschland hat einen eklatanten Fachkräftemangel und diskutiert über die Noten, um jenen damit zu beheben. Als ob der mit einer stärkeren Notendifferenzierung zu beheben wäre. Alles Pillepalle.