Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Shert Nebtis seltsame Ruhestätte

Czech Institute of Egyptology/ M. FrouzForscher rätseln über ein ägyptisches Grab: Wieso wurde Pharaonentochter Shert Nebti zwischen Hofbeamten beigesetzt und nicht bei der Königsfamilie? Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Mythen um Gehenkte, Erzaufbereitung im 14. Jahrhundert, Spuren der ersten Polynesier.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-866087.html
  1. #1

    Besserwissernachtrag

    Der "goldene Schnitt" wurde mit Sicherheit schon von den Ägyptern lange vor Euklid angewandt: Es sollte also vielleicht eher heissen, dass die älteste überlieferte Formulierung von Euklid stammt –*ähnlich wie es sich z.B. beim "Satz des Pythagoras" verhält, der den Babyloniern ebenfalls viel früher bekannt war.

    Und dann ist die Beschreibung des G.S. hier doch "etwas" mitlungen: Was wäre denn das "Ganze" einer Fläche, deren "grösserer" und "kleinerer" Teil? Da würde man doch wohl Flächenteile vermuten? Aber das ist natürlich falsch. Es ist die Proportionierung einer rechteckigen Fläche in der Weise, dass die Summe der Länge der langen und kurzen Seiten sich zur langen so verhält, wie die lange zur kurzen. Bestes Beispiel: unsere Papierformate A1,2,3,4,5 … Diese Teilung hat den Vorteil, dass die Halbierung der Fläche (z.B. das Falten das A4-Blattes) eine Fläche ergibt, die wiederum dem G.S. entspricht. Daraus abgeleitet wurden dann Maße genommen, die man z.B. bei der Proportionierung von gemalten menschlichen Figuren in ägypt. Gräbern wiederfinden kann.
  2. #2

    Besserwisserkorrektur

    Die Aussage "Polynesien wurde ... in einem engen Zeitfenster von nur 16 Jahren [besiedelt]" ist doppelt falsch. Zum Einen geht es lediglich um die Erstbesiedlung von Tonga und nicht von ganz Polynesien, wie suggeriert wird. Denn Polynesien reicht schließlich bis Hawaii, zur Osterinsel und nach Neuseeland. Zum Anderen beinhaltet das Zeitfenster von 16 Jahren nicht die gesamte Besiedlung von Tonga, lediglich der Zeitpunkt der Erstbesiedlung konnte auf die genannten 16 Jahre eingegrenzt werden.
    Die Erstbesiedlung aller polynesischen Gebiete erstreckte sich über zwei Jahrtausende.
  3. #3

    Messen, was man nicht sehen will

    Was der Mensch nicht versteht oder nicht verstehen will, das misst er. Zitat: "Goldenen Schnitt nutzten Künstler schon vor 15.000 Jahren" Der Goldene Schnitt wurde hier mit Sicherheit nicht bewusst eingesetzt. Es gibt in der Zeichnung jede Menge Linien, die nicht dem Goldenen Schnitt entsprechen. Man muss sich nur das Passende raussuchen. Viel wichtiger an dieser Zeichnung ist, dass es sich um die Darstellung einer Geburtsszene handelt (und nicht um mehrere "Motive") und, wie in den anderen Kulthöhlen der Altsteinzeit, damit Zeugnis abgelegt ist, dass hier die Urmutter verehrt wurde.
  4. #4

    ein Ahnungsloser...

    ... möchte hier zum goldenen Schnitt sagen, dass er die "bewusste
    Anwendung" arg bezweifelt und ein verbales Gitter namens
    "Zufall" um diese gewagte Theorie errichten möchte. Lange habe
    ich hingegen die Gravur des Pferdekopfes betrachtet und genossen.
    Da kam mir Picasso`s ungeheuer geschulte Sensomotorik der Hand
    im Hinblick auf seine Portrait-Zeichnungen, aus einer einzigen Linie
    bestehend und wie man berichtet: ohne den Stift oder die Feder
    abzusetzen, in den Sinn. - Hier waren Jäger am Werk. Gute
    Beobachter. Kindgleich das Typische überbetonend, Unwesentliches
    zurückdrängend. Wie schwer ist es doch, eine Gravur so sicher
    und dazu hochtypisch-prägnant nach der Natur auf den Stein
    zu bringen. Hier fällt mir der Begriff des "eidetischen Sehens"
    ein. Den viele Kinder besitzen und das im Übergang zum
    Erwachsenenalter bei den meisten Menschen verloren geht. Der
    Jäger und "Meister des Pferdekopfes" muss ein "Eidetiker" gewesen
    sein. Wie ich, der Graphiker, der sein Leben lang zeichnet. Das
    ist für mich die Botschaft dieser Felszeichnungen. Weder Euklid,
    noch der goldene Schnitt. Höchstens der Vergleich mit "Lascaux".
    Der Höhle der fantastischen Tierzeichnungen. Ich sehe große
    Übereinstimmungen. - Dankeschön für den spannenden Bericht.
  5. #5

    Besserwisser die Dritte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Forscher rätseln über ein ägyptisches Grab: Wieso wurde Pharaonentochter Shert Nebti zwischen Hofbeamten beigesetzt und nicht bei der Königsfamilie? Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Mythen um Gehenkte, Erzaufbereitung im 14. Jahrhundert, Spuren der ersten Polynesier.

    Neues aus der Archäologie: Grab von ägyptischer Prinzessin gefunden - SPIEGEL ONLINE
    Die Datierung 2838±8 BP im Originalartikel errechnet sich zu 888±8 v.Chr. für den Nachweis erster Polynesier. Die Zeitrechnung BP (before present) wird in der Wissenschaft nämlich per Konvention auf das Jahr 1950 bezogen und nicht jedes Jahr auf das Neue.
  6. #6

    Und außerdem ...

    Zitat von Grerd Beitrag anzeigen
    Die Aussage "Polynesien wurde ... in einem engen Zeitfenster von nur 16 Jahren [besiedelt]" ist doppelt falsch. Zum Einen geht es lediglich um die Erstbesiedlung von Tonga und nicht von ganz Polynesien, wie suggeriert wird. Denn Polynesien reicht schließlich bis Hawaii, zur Osterinsel und nach Neuseeland. Zum Anderen beinhaltet das Zeitfenster von 16 Jahren nicht die gesamte Besiedlung von Tonga, lediglich der Zeitpunkt der Erstbesiedlung konnte auf die genannten 16 Jahre eingegrenzt werden.
    Die Erstbesiedlung aller polynesischen Gebiete erstreckte sich über zwei Jahrtausende.
    Und außerdem ist die Zeitangabe im Artikel falsch. Die Quelle, auf die sich der SPIEGEL-ONLINE-Bericht bezieht, nennt als Erstbesiedelungszeitraum für Tonga "2838±8 BP", wobei "BP" zwar "before present" bedeutet, aber, weil sich das Datum der Gegenwart laufend ändert, "present" laut internationaler Übereinkunft sich auf den Bezugspunkt 1.1.1950, das Jahr der Nutzbarmachung der Radiokohlenstoffdatierung, bezieht.
    Tonga wurde also nicht erst zwischen 834 und 812 v. Chr. besiedelt, sondern schon zwischen 896 und 880 v. Chr.

    Just nitpicking. ;-)
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alexandra Güth vom Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution (MONREPOS) in Neuwied berichtet in der Oktoberausgabe des "Journal of Archaeological Science": "Unser Sinn für Ästhetik hat sich offenbar über fast 18.000 Jahre nicht verändert. Was wir heute als schön und harmonisch empfinden, wurde auch damals schon so beurteilt. Die Werke dieser Künstler haben sich durchgesetzt und zwar bis heute."
    Eine unreflektiertere (ungangssprachlich: "dümmlichere") Interpretation kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Wir wissen nicht, ob die Bildnisse damals als schön oder harmonisch oder sonstwie empfunden wurden. Und den Gipfel bildet die Behauptung "Die Werke dieser Künstler haben sich durchgesetzt und zwar bis heute." Tatsache ist, dass diese Werke übrig geblieben sind (bis heute). Vom "Durchsetzen" der "Werke" kann nicht einmal ansatzweise die Rede sein.

    Sollte die Frau Güth wirklich so ahnungslos sein, dass Sie noch nicht mitbekommen hat, dass Kunst aus der Steinzeit sich dadurch "durchsetzt", dass sie "überliefert" wird, wie es im archäologischen Sprachgebrauch heißt, also einfach und schlicht durch Zufall erhalten bleibt? Da ist kein Kustos, der bestimmte "Werke" auswaehlt und weitergibt.

    Die Qualität der Beiträge, die Frau Franz so zusammenträgt, ist schon immer wieder erstaunlich; dies dürfte eines der besten Beispiele dafür sein.
  8. #8

    Ägyptische Prinzessin

    Vielleicht ein Mysterium, vielleicht aber auch ganz banal ein eigener Lebensentwurf einer Prinzessin die eigene Vorstellungen über ihre letzte Ruhestätte hatte? Vielleicht war es einfach ihr Wunsch gemeinsam mit ihrem Ehemann an der Begräbnisstätte seiner Familie in die Ewigkeit zu gehen. Hätte sie etwas ernsthaftes verbrochen, hätten wir vielleicht nie von ihr erfahren weil sie ausgelöscht werden wäre.
  9. #9

    Wat'n Quatsch

    Es ist ganz normal und üblich, dass Königskinder zwischen Hofbeamten (typischerweise Verwandte) beigesetzt wurden.
    Hier versucht SPON eine Indiana Jones-Story zu schreiben.
    Ein einfaches Gespräch mit einem Ägyptologen hätte ausgereicht, um das zu recherchieren.