Niedrige Zinsen, unzufriedene Kunden: Der schleichende Tod der Lebensversicherung

DPAMillionen Menschen sorgen mit Lebensversicherungen fürs Alter vor, doch die Lieblingsanlageform der Deutschen ist in Verruf geraten. Die Zinsen sinken, die Kosten bleiben hoch. Die Politik hilft vor allem den Konzernen - und lässt die Kunden im Stich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-866386.html
  1. #1

    War es nicht das LG oder sogar OLG Hamburg, welches Kapitallebensversicherungen in einem Verfahren als "legalen Betrug" wertete?
  2. #2

    Von A-Z

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen Menschen sorgen mit Lebensversicherungen fürs Alter vor, doch die Lieblingsanlageform der Deutschen ist in Verruf geraten. Die Zinsen sinken, die Kosten bleiben hoch. Die Politik hilft vor allem den Konzernen - und lässt die Kunden im Stich.

    Niedrige Zinsen, unzufriedene Kunden: Die Lebensversicherung in Not - SPIEGEL ONLINE
    Eine einzige Abzocke von A bis Z.
    Am Ende wird man das erst richtig bewußt, wenn es ans auzahlen geht.
  3. #3

    Der Untertitel solte vielleicht anders heissen.

    Millionen glaubten, dass mn mit einer KLV fuers Alter vorsorgn kann. Wenn die LVs ohnehin nur Staatsanleihen kaufen, warum machen das die Buerger nicht selbst? RLV abschliessen nd das restliche Geld selbst anlegen. Damit dauernde Zugriffsmoeglichkiten aufdas eigenE Geld, wesentlich hohere Rendite (keine Druecker und Verwaltngskosten) warum sollte also heute noch jemand diese Art von Produkten kaufen?
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen Menschen sorgen mit Lebensversicherungen fürs Alter vor, doch die Lieblingsanlageform der Deutschen ist in Verruf geraten. Die Zinsen sinken, die Kosten bleiben hoch. Die Politik hilft vor allem den Konzernen - und lässt die Kunden im Stich.

    Niedrige Zinsen, unzufriedene Kunden: Die Lebensversicherung in Not - SPIEGEL ONLINE
    Die nächsten Rettungspakete stehen vor der Tür. Danke, Du Mischung aus Finanzaasgeiern und willfährigen Politik-Kaspern. Was tut man nicht alles für einen späteren Versorgungsposten bei der Finanz"industrie"...

    Auf die Idiotie weist der Autor versteckt hin:
    Der weitaus größte Teil der LV-Einzahlungen wird in Staatsanleihen angelegt, in D natürlich vornehmlich die deutschen Anleihen. Also hofft der Anleger, dass seine Rente aus den Steuergeldern der Zukunft (Zinsen auf die Staatsschulden) bezahlt wird. Zusätzlich zu einer immensen Abschöpfung durch die Finanznichtleister. Wenn also die "Altersvorsorge" angeblich so unsicher ist, d.h. es angeblich nicht finanzierbar wäre die Renetenlasten zu tragen, wieso ist es dann angeblich finanzierbar, dass die zukünftigen Generationen die Steuerlasten tragen, die aus den Zinsverpflichtungen für die Staatsanleihen entstehen? Was ein Irrsinn!!

    Und auf den Autor zu kommen. Wer kauft die Aktien der Alterssparer, wenn die Demographische Bombe (Schwachsinn!) explodiert? Offene Immobilienfonds? Ich lach mich schlapp. Wer kauft die Immobilien dann später?

    Mackenroth gilt. Immer!

    Einziger Weg ist die Rückabwicklung der ganzen Privatisierungs-Idiotie.
  5. #5

    Die Probleme sind gewollt

    Ich hatte vor ein paar Jahren die Gelegenheit, mir den Telefonvertrieb eines Versicherers ein Jahr lang von innen anzuschauen. Mein erstes "Projekt" war es, Sterbegeldversicherungen an Menschen ab 75 zu verkaufen. Was man wissen muss: für solche Projekte gibt es "Kennzahlen", deren wichtigste der Jahresbeitrag pro Call ist. Den muss man matchen. Was die Versicherung weiss: an die 70 Prozent der Verträge werden vor Ablauf gekündigt. Und damit das so bleibt, gibt es diesen "Jahresbeitrag pro Call." Es wird ja niemand behaupten wollen, die Statistiker der Versicherung wüßten nicht genau, wie hoch man die Versicherungssumme und damit den Beitrag treiben muss, damit die Mehrzahl der Versicherten nicht auf die Idee kommt, bis zum Ablauf der Beitragspflicht zu bezahlen. Im Ergebnis: alle Kosten gedeckt und ein sattes Geschäft. Und genau so ist das auch geplant.
  6. #6

    es ist im Grunde genommen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen Menschen sorgen mit Lebensversicherungen fürs Alter vor, doch die Lieblingsanlageform der Deutschen ist in Verruf geraten. Die Zinsen sinken, die Kosten bleiben hoch. Die Politik hilft vor allem den Konzernen - und lässt die Kunden im Stich.

    Niedrige Zinsen, unzufriedene Kunden: Die Lebensversicherung in Not - SPIEGEL ONLINE
    mittlerweile fast völlig egal, auf welche Art und Weise der Bürger versucht, fürs Alter vorzusorgen. Wenn es der Bürger trotz sinkender Realeinkomen schaffen sollte, etwas fürs Alter zurückzulegen, gibt es in jeder Hinsicht eine Institution - sein es der Gesetzgeber, Versicherungen, Banken - bei dem dieses Polster Begehrlichkeiten weckt, die es abzuschöpfen gilt. Jeder redet von der Rentenlücke, die es zu schliessen gilt. Aber wie, wenn einem - egal was man tut - alles abgenommen wird?
  7. #7

    Kapitalvernichtende Lebensversicherung

    Eine "Kapitalbildende" oder präziser Kapitalvernichtende LV ist staatlich deduldeter Betrug an den Kunden.

    Das Fatale hier ist, dass Allianz und Co. und der Staat Hand in Hand arbeiten, da beide von diesem Produkt profitieren. Der Staat bekommt mit LV frisches Geld in Form von Staatsanleihen in die maroden Kassen, die Gesellschaften profitieren durch Provisionen.

    Nicht unmsonst spricht man bei Lebensversicherungen von der "Deppensteuer".

    Die Problematik, wonach eine Währungsreform mit Staatsbankrott ansteht, die laufende Inflation überhalb dem Garantiezins lasse ich mal außen vor, da dies auch bei allen anderen Sparformen zutrifft.

    Ich habe selbst Erfahrungen, damals jung und dumm, ohne Erfahrung, in den 90ern mit zwei Lebensversicherungen für eine Darlehenstilgung (Baufinanzierung) noch zu Zeiten, als bei einer Mindestdauer von 12 Jahren die Erträge noch steuerfrei waren. Heute ist es auch noch zu versteuern. Eine Sparkasse hatte mir damals zweimal eine LV von der ihr angeschlossenen Versicherung aufgeschwatzt, um die Abschlussprovision zu kassieren.

    Die versprochenen Überschüsse sind ein Gnadenakt, es besteht kein Rechtsanspruch. Selbst bei 12 Jahren Laufdauer hatten die versprochenen Überschüsse mit den dann tatsächlichen nur wenig gemeinsam. Den fehlenden Restbetrag zur Tilgung musste ich aus eigener Tasche dazu zahlen.

    Und 1994 waren die Zeiten vergleichsweise sicher gegenüber heute, wo man gar nicht weiß, ob morgen der Euro überhaupt noch existiert. Selbst die 12 Jahre Dauer haben sich als elend lange herausgestellt und nur mit Mühe habe ich durchgehalten. Wer heute sich für 20, 30 Jahre bindet, der muss viel Gottvertrauen haben.

    Die Randbedingungen können vom Staat, z. B. nach der nächsten Wahl geändert und wohl verschlechtert werden. Ich z. B. wollte damals den Jahresbeitrag durch das Weihnachtsgeld im öffentlich Dienst bezahlen. Anfang des Jahrtausends wurde es kurzerhand gestrichen. So schnell ändern sich die Bedingungen.

    Das Wort "Überschuss" sollte man in diesen Zeiten gar nicht mehr in den Mund nehmen, viel besser wäre "Verlust".

    Man braucht nur im Internet unter "Lebensversicherung, legaler Betrug" suchen.

    Das Internet gibt es heute Gott sei Dank. Noch lässt der deutsche Staat wenigstens die Information dort zu.
    Es kann heute niemand sagen, man habe ihn vor der LV nicht gewarnt.

    Im Übrigen gelten die Aussagen zur LV genauso zu Riesterprodukten.

    Allerdings fragt man sich, wann der Staat ein Zwang für den Abschluss von LV und Riesterverträgen einführt. Der Staat weiß, was ihm nützt.

    Das Schlimme ist, dass man immer erst "Lehrgeld" zahlen muss, ehe man den Betrug erkennt.
  8. #8

    Schlechte Geldanlage

    Eine wirklich gute Geldanlage war die Kapitallebensversicherung noch nie. Sie ist halt bequem, aber das ist auch ihr einziger Vorteil, vor allem nachdem nun die Steuervorteile fast weg sind (die sich für Normalverdiener sowieso nicht wirklich gelohnt haben).

    Wer seine Familie absichern will schließt eine (billige) Risikolebensversicherung ab - und legt das gesparte Geld (Differenz zwischen Kosten für Risikolebensversicherung und Kosten für Kapitallebensversicherung = Sparanteil) anders (Fonds, Aktien, Bausparvertrag etc.) an. Rentenfonds sind derzeit leider auch nicht zu empfehlen, weil sie aufgrund des niedrigen Zinsniveaus kaum eine Verzinsung ausweisen können.
  9. #9

    ...in Zeiten der Not...

    ...kann man immer gut Gesetze machen. "Bisher mussten die Kunden an den Kursgewinnen beteiligt werden. Dies wird nun eingeschränkt." - Diese Regelung wird uns bestimmt erhalten bleiben.