Ex-Minister in Yale: Doktoranden zürnen Guttenberg

Malte Lierl Darf ein überführter Plagiator an einer Elite-Uni sprechen? Nein, finden deutsche Doktoranden in Yale und protestierten gegen einen Auftritt von Ex-Verteidigungsminister Guttenberg. Manche Kommilitonen halten den demonstrativen Groll allerdings für übertrieben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-866165.html
  1. #1

    Einfach nur beschämend...

    ...das Guttenberg immer noch nicht in der Lage ist aus seinen Fehlern zu lernen und die akademische Welt in Ruhe zu lassen.
  2. #2

    Gute Aktion...

    ...erst einmal von Herrn zu Guttenberg, mal wieder an einer Uni quasi explizit auf seinen akademischen Betrug hinzuweisen und den Studenten zu ermöglichen, daraufhin demonstrativ die Veranstaltung zu verlassen.

    Und gut von den Studenten, dass sie diese Gelegenheit auch wahrgenommen haben...
  3. #3

    Ich finde den Groll verständlich. Da kommt einer, der ohne besondere Eignung und durch Betrug mehr erreicht hat, als die meisten der Doktoranden jemals erreichen werden. Was sollte mehr Zorn heraufbeschwören, als solch eine Selbstüberschätzung?

    Hätte Guttenberg in seinem Leben irgendetwas geleistet, würde ich mich auf seine Seite stellen. Aber er ist nur ein Emporkömmling mit einer Menge Vitamin B, also genau ein Mann jenes Schlages, die allerorten schöne Worte und miserable Lösungen hinterlassen... siehe Bundeswehr"reform".
  4. #4

    Doktorenzwang?

    Seit wann braucht man einen Dr.-Titel, um an einer Uni eine Rede halten zu duerfen?

    Er ist zwar nachgewiesenermassen kein Doktor, aber sein gesamtes Berufsleben besteht doch nicht nur aus der betruegerischen Doktorarbeit.

    Er war womoeglich auch kein toller Minister, aber er hat sich tatsaechlich ueber Jahre mit Aussenpolitik und den transatlantischen Beziehungen beschaeftigt. Insofern finde ich es jetzt nicht voellig abwegig, dass er zu so einem Thema spricht.
  5. #5

    Vorsatz ist kein "Fehler"

    "Aber ich finde es nicht angemessen, dass er wieder einmal eine Universität benutzt, um sich zu profilieren." Für Wissenschaftler an der Yale University habe akademische Integrität einen hohen Stellenwert.
    Dem ist nichts hinzuzufügen. Zu Guttenberg hat doch alles verhöhnt, was Wissenschaftlern im Speziellen und moralisch integren Menschen wichtig ist. Wenn er jetzt wieder einsteigen darf, dann kann die Lehre daraus nur sein: "Rules are for fools".

    Guttenberg habe gesagt, er wisse, dass er Fehler gemacht habe. Er habe die akademische Welt betrogen und deshalb das Gefühl, ihr etwas zurückgeben zu wollen.
    Diese Darstellung bezweifle ich, und wäre auf ein wörtliches Zitat von zu Guttenberg gespannt. Denn den Betrug, also die vorsätzliche Tat, hat er ja bisher immer geleugnet, und von "Fehlern" gesprochen, und ich bin ziemlich sicher, dass er bei dieser Version bleibt.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Darf ein überführter Plagiator an einer Elite-Uni sprechen? Nein, finden deutsche Doktoranden in Yale und protestierten gegen einen Auftritt von Ex-Verteidigungsminister Guttenberg. Manche Kommilitonen halten den demonstrativen Groll allerdings für übertrieben.

    Guttenberg in Yale: Doktoranden protestieren wegen Plagiatsaffäre - SPIEGEL ONLINE
    Guttenberg wartet doch nur auf seine Chance, wieder in den Ring zu dürfen. Gut das es in Deutschland (bis jetzt) noch nicht wieder geklappt hat. Und auch gut, das die Studenten in Yale so deutlich protestiert haben. Denn ich nehme ihm nicht ab, das er wirklich geläutert ist. Eher hat er sich halt formal entschuldigt um endlich wieder regieren zu dürfen.
  7. #7

    Amerika

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Darf ein überführter Plagiator an einer Elite-Uni sprechen? Nein, finden deutsche Doktoranden in Yale und protestierten gegen einen Auftritt von Ex-Verteidigungsminister Guttenberg. Manche Kommilitonen halten den demonstrativen Groll allerdings für übertrieben.
    Die Amerikaner haben eben ein grundlegend anderes Verständnis von Schuld und Sühne. Dieses typisch deutsche Verhalten , das jemand nach einem Fehltritt auf immer und ewig untragbar obwohl er für diesen Fehler bezahlt hat , gibt es dort nicht.
  8. #8

    Endlich ein Abgesang auf den Adel in Deutschland?

    Mein Kompliment an die protestierenden Studenten!
    Solche Bürger braucht eine wehrhafte Demokratie, ein freier Rechtsstaat.

    Guttenberg weiß aus jahrhundertealter Tradition, dass das Volk gehätschelt, getäuscht und beschwafelt sein will. Und jeder Marketingfachmann weiß: Steter Tropfen höhlt den Stein, schalten sie nicht eine Anzeige, schalten sie in Serie! Und das macht Guttenberg, er macht "in Serie".

    (Moment. Ein kurzer Schluck aus meinem Sektglas. Der "Fürst Metternich" geht runter, wie ... Öl.)

    Belabern, unterdrücken, manipulieren: Das sind seit Jahrhunderten die üblichen Mittel des sogenannten Adels, um nicht selbst arbeiten zu müssen. Nicht etwa echte, geschweige denn eigene Leistung.
    Sie verachteten sogar ganz offen die langsam aufkommenden bürgerliche Werte, wie das Leistungsdenken. Sogar eine Universität zu besuchen, galt um 1930 noch als "unfein", als bloß "bürgerlich". In seinen Kreisen gilt sein "Delikt" als bloßer faux-pas, wie man auch den adeligen Herren gern mal das eine oder andere uneheliche Kind nachsah. "Er musste sich halt die Hörner abstoßen ...", grummelte das dumpfe, streng obrigheitshörige, streng katholisch-protestantische Landvolk.

    In der Kutsche roch es "sozial", bemerkte die Prinzessin.

    Neulich war ich an der Uni. Mit Krawatte. Anzug. Aber ich musste nur aus einem Buch kopieren. Ein Student an einem anderen der zahlreichen Kopierer grüßte mich aufdringlich freundlich-schleimig, nachdem er lange den Blickkontakt gesucht hatte.
    Ich hätte kotzen können: Er rechnete wohl damit, dass ich Dozent etc. hätte sein können. Solche Studenten braucht Deutschland nicht.

    Mir erzählte ein alter Friseur lässig-nebenbei, seine Tochter habe Informatik studiert. Ich war stolz auf Deutschland.
  9. #9

    Aha - böser CSU-Politiker, aber

    wenn unser Gaspromschröder dann am Ende seiner Amtszeit zum festen Mitwirkenden des Speichellecker-Stabs eines russischen Diktators und Kriegsverbrechers wird, dann hin und wieder aber hierherkommt und große Reden zu seinen großartigen "Reformen" schwingt, dann geht natürlich niemand auf die Barrikaden. Mir geht dieses dümmliche auf die "böse CDU-CSU-und-FDP-Gehaue" des Spiegels sowas von auf den Geist! Gleichzeitig sind für den Spiegel die Grünen und die SPD zum festen Inventar des journalistischen Streichelzoos gehörend, was man auch an der wirklich überaus einseitigen und nicht selten ins Kleinkarierte gehenden Berichterstattung sehen kann.
    Sicher ist Guttenberg ein Schaumschläger, aber immerhin einer der seinen Hut genommen hat während andere gewisse ehemalige Grünen-Vorsitzende jetzt mit Professoren-Titel den großen Intellektuellen in Amerika mimen, obwohl sie nicht einmal ein Abi haben. Aber soweit reicht´s natürlich den Spiegel-Reportern nicht, das auch mal zu sehen...