Notfallmedizin: Vollbremsung gefährdet Babys im Rettungswagen

DPANeugeborene gehören zu den heikelsten Patienten im Rettungsdienst. Um sie zu transportieren, gibt es in speziellen Rettungswagen gewärmte Inkubatoren. Jetzt enthüllt eine Studie: Ausgerechnet in diesen Transportboxen lauert bei Vollbremsungen eine potenziell tödliche Gefahr für Säuglinge.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-866028.html
  1. #1

    Schau nach beim Fachhandel

    Wenn Eltern Ihre Neugeborenen abholen, bedienen Sie sich (hoffentlich) einer handelsüblichen Sitzschale.
    Vermutlich müsste man ein bisschen basteln, um ein ähnliches Rückhaltesystem (Schale mit Gurten) auch in einen "Inkubator" einzubauen - weshalb das aber nicht gehen soll bzw. nicht schon längst Standard ist, will mir nicht Recht einleuchten.
  2. #2

    das sicherste mittel...

    ...zur verhinderung von unfällen mit rettungsfahrzeugen ist die aufmerksamkeit der anderen verkehrsteilnehmer.

    einfach mal augen und ohren auf, rechts ranfahren und nicht versuchen noch schnell über die kreuzung zu kommen.
    leider muss ich in meinem arbeitsleben feststellen, dass eine wachsende anzahl an verkehrsteilnehmern mit zunehmender gleichgültigkeit auf alarmfahrten reagieren.
  3. #3

    Die beschriebene Gefahr...

    ist realistisch und ständig vorhanden. In herkömmlichen Transportinkubatoren liegt der Säugling lediglich auf einer Gelmatte und der Wärmewäsche. Er ist nicht fixiert oder anderweitig gesichert. Höchste Zeit für eine schnellste gesetzlich vorgeschriebene technische Änderung der Transportinkubatoren.
  4. #4

    Fehlen in dem Artikel vielleicht ein paar wichtige Worte ??

    Was ist denn in diesem Satz für eine Logik ???
    >>"Während auf den angegurteten Fahrer weit weniger
    Kraft einwirkt, ist der Körper bei einer Vollbremsung Belastungen wie bei einem Aufprall auf den Boden aus 80 Zentimetern Höhe ausgesetzt, erklärt Rücker."
  5. #5

    Schwenkbar?

    Man könnte einen solchen Inkubator natürlich auch schwenkfähig aufhängen, sodaß das Gerät bei einer Verzögerung in diese Richtung schwingt und der Körper in Richtung Liege beschleunigt wird (sprich, das im besten Falle gar nichts passiert). Natürlich bräuchte so eine Einrichtung entsprechende Dämpfer und für die Sicherheit des Arztes müsste auch gesorgt sein. Zumindest in Fahrtrichtung könnte so geholfen werden. Au weia, im Grunde beschreib' ich hier einen Schwenkgrill… ;-)
  6. #6

    ein Fall für die Luftrettung

    Wenn das tatsächlich ein so erhebliches Riskio ist, würde ich dafür plädieren Kleinkinder in Inkubatoren in Hubschraubern zu transportieren. (Wird bestimmt auch schon gemacht)
  7. #7

    Erstmal nachdenken ...

    Mir fehlt es generell ein bißchen an Logik in diesem Artikel. Zwar ist die Studie der Rostocker Forscher zu begrüßen, und der Hinweis, dass den Säuglingen durch den Mangel an Haltesystemen Gefahr droht, völlig richtig und wichtig. Aber: Die Neugeborenen reisen ja nicht aus beliebigen Gründen mit dem Rettungswagen - sondern in der Regel, weil sie sich in Lebensgefahr befinden. Also was ist denn die Lösung, wenn anschnallen nicht geht? Mit Schrittgeschwindigkeit fahren? Man darf wohl davon ausgehen, dass die Fahrer dieser Krankenwagen, speziell geschult sind und wissen, was sie tun. Es kommt also vor allem auf die anderen Verkehrsteilnehmer an. Und das gilt auch, wenn eine Lösung für ein geeignetes Rückhaltesystem gefunden ist.
  8. #8

    Zitat von dietmr Beitrag anzeigen
    Wenn Eltern Ihre Neugeborenen abholen, bedienen Sie sich (hoffentlich) einer handelsüblichen Sitzschale.
    Vermutlich müsste man ein bisschen basteln, um ein ähnliches Rückhaltesystem (Schale mit Gurten) auch in einen "Inkubator" einzubauen - weshalb das aber nicht gehen soll bzw. nicht schon längst Standard ist, will mir nicht Recht einleuchten.
    Hallo
    Inkubatoren sind bis heute keine Massenware und werden sehr lange benutzt- Neuerungen werden sich bei Anschaffungspreisen um die 100000 Euro nur langsam durchsetzen. Häufig werden diese auch im eigenen Haus zum Transport auf die Neonatologie eingesetzt.
    Die Benutzung eines Inkubators ist sicherlich nicht ohne Indikation gewählt- das Kind benötigt Wärme, angefeuchtete Luft, Zugänge, Beatmung und muss vor allem von allen Seiten zugänglich sein. Bei der im Bericht dargestellten Einbauweise ist dies schon mal nicht mehr möglich. Wie soll man an einem solchen Kind arbeiten- rausnehmen?- nicht möglich- eine zweite Hand?- nicht möglich. Übrigens eine Federung der Tragetische ist in fast 100% aller eingesetzten Rettungswagen eingebaut.
    Allein eine gebeugte Haltung wie in einer Sitzschale ist der Beatmung und Lungenbelüftung nicht wirklich sinnvoll. Außerdem ist bei Frühchen der Kreislauf sehr fragil, so dass eine aufgerichtete Haltung nicht immer möglich ist. Sicherlich ist eine Vergurtung wünschenswert aber wie wollen sie das lösen bei Größen zwischen 30-60cm ungefähr und Gewichten zwischen 300g und 5kg. Die Indikation für Transporte ist sicherlich eng zu stellen, dann aber nicht vermeidbar.Eine andere wichtige Vorraussetzung ist die vorsichtige Fahrweise des Fahrers.
    Grüße
    M.
  9. #9

    ...

    Zitat von jcbone Beitrag anzeigen
    Man könnte einen solchen Inkubator natürlich auch schwenkfähig aufhängen, sodaß das Gerät bei einer Verzögerung in diese Richtung schwingt und der Körper in Richtung Liege beschleunigt wird (sprich, das im besten Falle gar nichts passiert). Natürlich bräuchte so eine Einrichtung entsprechende Dämpfer und für die Sicherheit des Arztes müsste auch gesorgt sein. Zumindest in Fahrtrichtung könnte so geholfen werden. Au weia, im Grunde beschreib' ich hier einen Schwenkgrill… ;-)
    Sehe ich ähnlich. Mittels eines verstellbaren Pendels (Abhängig vom Gewicht des Kindes) könnte man die gesamte Box in eine beliebige Schräglage versetzen und auch so schnelle Kurvenfahrten und deren Zentrifugalkräfte verlagern. Nichts anderes tun Motorradfahrer in Kurven :p. Zum Bremsen würde es sich genauso eignen.