Arbeit im Hospiz: Freiwillig bei den Sterbenden

Arnd ZickgrafJeden Tag sieht sie Menschen, die bald sterben werden. Sophia Üffing, 19, hat sich das so ausgesucht: Sie arbeitet als Freiwillige in einem Hospiz. Ihr gefällt es, anderen zu helfen - auch wenn der Tod sie manchmal überrumpelt.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...-a-864807.html
  1. #10

    Soziale Berufe

    Zitat von rattentier@gmx.de Beitrag anzeigen
    Wie in vielen sozialen berufen. Ich pfeif auf Anerkennung Respekt und Wertschätzung, die auf dem Argument "weil ich könnte das nicht" fußen. Damit wird die Achtung wertlos, denn es zeigt, wie wenig der, der das so toll findet, verstanden hat was für Aufgaben in solchen berufen oder Tätigkeiten liegen und was wirklich getan wird. Wie wäre es mit "weil du den sterbenden Menschen würde gibst" oder "weil du kranke heilst und gesund erhältst" ? Egal welche Art von Pflegerin/Pfleger schätzt so eine Würdigung ihrer/seiner Tätigkeit sehr ;)
    Wie gut das es noch Menschen gibt die sich so etwas annehmen, leider steht das in unserer Gesellschaft nicht hoch im Kurs, sonst würde man das auch anders vergüten.
    HR
  2. #11

    interessant

    Zitat von martin-z. Beitrag anzeigen
    interessant, 1 jahr nachdem deutsche männer nichtmehr gezwungen werden entweder das töten zu lernen oder beim sterben im altersheim zuzuschauen, werden frauen, die das machen als helden gefeiert....
    wie man eine Kernaussage eines Artikels heraus arbeiten kann, die nichts mit dem Artikel zu tun hat.
  3. #12

    Kaum machen Frauen so etwas?

    Zitat von spon-facebook-10000056703 Beitrag anzeigen
    Erstmal Respekt dafür so etwas freiwillig zu machen (und das für den "Lohn"), aber wie hier schon geschrieben wurde, kaum machen Frauen so etwas ist das direkt einen Beitrag wert.
    Vielleicht sollten Sie sich mal in die Geschichte der Hospizbewegung einlesen. Dann würden Sie feststellen, daß Fauen da schon immer dabei waren ...

    Und auch als es noch keine Hospize im heutigen Sinne gab, waren es in der Regel Frauen, die sich um die Sterbenden kümmerten. Da hatte man noch nicht einmal eine Ahnung davon, daß es so etwas wie Zivildienst jemals geben würde.
  4. #13

    Leider ist das Thema Sterben in unserer Gesellschaft mit einem noch größeren Tabu behaftet, als der Tod an sich. Ziemlich blöde, da es irgendwann jeden trifft.
    Sterbende sind genauso Menschen wie alle anderen auch. Wenn man aufhören würde Sterbende so zu behandeln als hätten sie eine furchtbar ansteckende Krankheit wäre vielen schon eine große Last genommen.

    Was mich immer an dem Bild von Sterbenden in Medien stört, ist, dass Sterbende fast immer als nette, freundliche Menschen dargestellt werden. Das sind sie aber eben nicht immer. Nur weil man stirbt wird man nicht zum Heiligen und nicht jeder geht "zufrieden und ruhig".
  5. #14

    Zitat von spon-facebook-10000056703 Beitrag anzeigen
    Erstmal Respekt dafür so etwas freiwillig zu machen (und das für den "Lohn"), aber wie hier schon geschrieben wurde, kaum machen Frauen so etwas ist das direkt einen Beitrag wert. Als die tausenden Zivis und Wehrdienstleistenden vom Staat dazu "aufgefordert" wurden dem Staat für x Monate zu......
    So oft lesen Sie nicht, oder? Es gibt durchaus ausgeglichene Beiträge über die Bundeswehr (auch im SPIEGEL) und über den Zivi findet/fand man auch immer mal was. Das die Themen nun nicht täglich in den 20-Uhr-Nachrichten auftauchen dürfte nicht überraschen, hoffe ich.
    Ich belächel die Leute, die sich grundlos haben ausmustern lassen. Meine Zivi-Zeit möcht ich nicht missen, war wertvoll in mehrfacher Hinsicht.
  6. #15

    ...

    Zitat "interessant, 1 jahr nachdem deutsche männer nichtmehr gezwungen werden entweder das töten zu lernen oder beim sterben im altersheim zuzuschauen, werden frauen, die das machen als helden gefeiert...."

    Es wird in dem Artikel überhaupt nicht herausgehoben, dass es sich dabei um eine Frau handelt. Es geht einfach um den Dienst ansich. Ich finde es toll, wenn junge Menschen so etwas freiwillig tun, egal welches Geschlecht. Dass Zivildienst nie ein Thema in den Medien war, halte ich auch für ein Gerücht. Etwas mehr Selbstbewusstsein würde einigen Kommentatoren hier jedenfalls gut tun. Dieses ewige Rumgeheule und ach die schlimmen Frauen geht langsam auf die Nerven und ist mehr als unsexy ;-)
  7. #16

    Je früher man sich mit dem eigenen Tod beschäftigt,

    desto bewusster kann man leben, denke ich. Wenn man den Tod verdrängt und ein nahestehender Mensch oder man selbst bekommt eines Tages unerwartet die Diagnose gestellt, dass er/sie/man selbst eine unheilbare, zum Tod führende Krankheit hat, ist die Verzweiflung gross und man hat nur noch wenig Zeit sein Leben zu ändern und sich mehr Zeit für einander oder sich selbst zu nehmen. Ich kenne genug Leute, die ihr richtiges Leben auf den Ruhestand verlegen wollten und dann feststellen mussten, dass sie diesen nie erleben werden. Wichtig ist eine gesunde Balance zu finden zwischen Beruf/Karriere und Lebensqualität. Es gibt vielleicht workaholics, die in ihrem Beruf völlig aufgehen, aber für die meisten Menschen trifft dies nicht zu, weil sie sich nicht auf einer ganz so schmalen Spur bewegen wollen.
  8. #17

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es gibt Leute, die sagen, dass sie sterben wollen, weil sie nicht mehr leiden möchten", sagt Sophia. Bei solchen Sätzen fühle sie sich überrumpelt und unwohl, weil sie nichts tun kann.
    Stuhl nehmen, sich hinsetzen,
    "Ich kann nicht nachvollziehen wie sie sich fühlen und sie haben alles Recht der Welt keine Lust mehr zu haben. Aber sie müssen nicht leiden. Wenn sie mir sagen was ihr Problem ist, können wir vllt. was dagegen tun. Haben Sie Schmerzen, Luftnot? Liegen Sie bequem? Grübeln sie über etwas?...".
    Wichtig ist vor allem den Patienten ernst zu nehmen, und solche Sätze nicht gleich als Aufforderung zur Sterbehilfe zu sehen, sondern eher als Hilferuf. Sei es auch nur ein Hilferuf um Aufmerksamkeit.

    Wenn ein Patient sehr starke Schmerzen hat, dann darf man Morphin geben bis Unterkante Oberlippe. Ein Arzt ist verpflichtet Schmerzen zu bekämpfen, selbst wenn der Patient an der Therapie stirbt. Ein Arzt der nicht genügend Morphin anordnet, aus Angst der Patient stirbt daran, macht sich strafbar im Sinne der unterlassenen Hilfeleistung.
  9. #18

    Zitat von wire-less Beitrag anzeigen
    Ich hab' Hochachtung vor jedem/r der sich dieser Aufgabe stellt. Ich könnte es nicht weil ich sicher bin da physisch dauerhaft drunter zu leiden.
    Ich kann es auch nicht (mehr)

    Ich hatte in den letzten Jahren 4 Todesfälle in der Familie, alle zwischen 80 bis 99. Meine Schwester wurde von der Gemeinde teil-entmündigt, da sie kaum gehen konnte und einen Herzschrittmacher hatte. Ansonsten war sie gesund. Im Pflegeheim ist sie nach 6 Wochen an einer Bettlungenentzündung gestorben, wahrscheinlich hat die Putzfrau beim 3-Minutenjob im Januar das Fenster offen gelassen.

    Die Schiegermutter ist mit 91 Tabletten süchtig, kauft das Zeug als Kiloware (hier rezeptfrei) und gerät nach dem Schlucken Dutzender Pillen in Rage. Dann schlägt sie wild mit der Stahlkrücke um sich.
    Jetzt ist sie im Pflegheim ohne Ausgang und einigermaßen erträglich. Da sie eine Mischung aus Englisch-Deutsch-Holländisch spricht, die keine der spanischen Pflegekräfte versteht, lebt sie wie auf einerneinsamen Insel mitten im Pazifik.

    Solange man das Gerede alter Menschen bei sich ständig reduzierender Gehirnleistung als nicht beteiligt an sich abrinnen lassen kann, solange ist es zu ertragen. Aber 125 Mal das Geammer anzuhören, dass die Schwester das schöne blaue Kleid mit der weißen Schleife beim ersten Kirchgang vor 85 Jahren mit Saft vollgeschüttert, das kocht jeden weich.
  10. #19

    Zitat.

    Wie herablassend kann man denn sein? Jemand der von alten Menschen so spricht und die Arbeit, die wir Altenpfleger tun auf "Arsch abputzen" reduziert sollte seine unqualifizierte Meinung besser für sich behalten.