Arbeit im Hospiz: Freiwillig bei den Sterbenden

Arnd ZickgrafJeden Tag sieht sie Menschen, die bald sterben werden. Sophia Üffing, 19, hat sich das so ausgesucht: Sie arbeitet als Freiwillige in einem Hospiz. Ihr gefällt es, anderen zu helfen - auch wenn der Tod sie manchmal überrumpelt.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...-a-864807.html
  1. #1

    schon

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jeden Tag sieht sie Menschen, die bald sterben werden. <i>Sophia Üffing</i>, 19, hat sich das so ausgesucht: Sie arbeitet als Freiwillige in einem Hospiz. Ihr gefällt es, anderen zu helfen - auch wenn der Tod sie manchmal überrumpelt.

    Freiwilligendienst im Hospiz: Bufdi betreut Sterbende und Kranke - SPIEGEL ONLINE
    interessant, 1 jahr nachdem deutsche männer nichtmehr gezwungen werden entweder das töten zu lernen oder beim sterben im altersheim zuzuschauen, werden frauen, die das machen als helden gefeiert....
  2. #2

    respekt

    Respekt vor den Menschen, welche Sterbenden auf dem letzten Weg begleiten, nicht aus Gier, aus Profilierungsneurosen oder anderen gesellschaftlich anerkannten Motiven. Einfach aus einer Menschlichkeit heraus.
    Es sind nicht die grossen Dinge, die uns zu Menschen werden ließen, es sind die vermeintlich kleinen Dinge, der Umgang mit uns selbst, krank oder sterbend, wie gehen wir mit uns Menschen um.
    Sicher hat dafür die Wirtschaft oder gar die Politik keine Antenne, fehlt doch die Wertschöpfung.
  3. #3

    Na ja

    Zitat von martin-z. Beitrag anzeigen
    interessant, 1 jahr nachdem deutsche männer nichtmehr gezwungen werden entweder das töten zu lernen oder beim sterben im altersheim zuzuschauen, werden frauen, die das machen als helden gefeiert....
    Deutsche Männer waren nicht gezwungen in ein Hospiz zu gehen. Ich hab' Hochachtung vor jedem/r der sich dieser Aufgabe stellt. Ich könnte es nicht weil ich sicher bin da physisch dauerhaft drunter zu leiden. Sich tagtäglich mit dem Sterben und der damit verbundenen Hoffnungslosigkeit auseinanderzusetzen würde mir als nicht Gläubigem de Hoffnung nehmen.
  4. #4

    Respekt, und Unverständnis

    Höchsten Respekt -
    davor, dass jemand diese Arbeit machen will.

    Unverständnis -
    dass man dafür nicht bezahlt werden will.

    Erschüttert -
    dass man die Gutmüdigkeit dieser Frau derart unverschämt ausnutzt.
  5. #5

    Zitat von wire-less Beitrag anzeigen
    Deutsche Männer waren nicht gezwungen in ein Hospiz zu gehen.
    Sie blenden offenbar den Kern der Aussage des Vorkommentators aus.
    Nebenbei: wer verweigert hat und innerhalb kürzester Zeit keine Zivi-Stelle gefunden hatte, dem hat das Bundesamt für den Zivildienst eine Stelle zugeteilt - diese konnte auch in einem Hospiz sein.
    .
    Ob als Wehr- oder Ersatzdienstleistender hatte man ähnliche Erfahrungen zu machen. Ein damaliger Zivi-Kollege sollte auf einer Station (Allgemeinchirurgie) seinen Dienst leisten und durfte an seinem ersten Arbeitstag eine Patientin aus der Onkologie in die Pathologie bringen. Was er bis dahin nicht wusste: die Patientin war erst 9 Jahre alt und und lag unter einer Abdeckung regungslos auf einem Kinderbett - sie war tot. Da hat ihn niemand als Held gefeiert oder einen Artikel über ihn verfasst.
    Was ich damit sagen möchte: wer in einem Hospiz anfängt (ob als Beruf oder auf Freiwilligenbasis) weiß, was sie/ihn erwartet. Wer als Zivi "normalen" Stationsdienst machen soll und plötzlich eine Kinderleiche durchs Krankenhaus schieben soll, den trifft es unerwartet.
  6. #6

    Feinheiten

    Zitat von martin-z. Beitrag anzeigen
    interessant, 1 jahr nachdem deutsche männer nichtmehr gezwungen werden entweder das töten zu lernen oder beim sterben im altersheim zuzuschauen, werden frauen, die das machen als helden gefeiert....
    Töten kann jeder, man muss nur lange genug abstumpfen.
    Im Altersheim Alten Leuten den Arsch zu putzen, ist nur eine Frage der Zeit.
    Aber sterbenskranke Leute, damit sind auch Kinder und Jugendliche gemeint, bis zu ihrem Tod zu "begleiten" das grenzt an maximaler Belastbarkeit einer Psyche eines jungen Menschens.
    Ich schätze ersteres und zweiteres situationsbedingt zu bewerkstelligen. Aber sterbende Kinder betreuen - nein.
  7. #7

    Zitat von rabka_uhalla Beitrag anzeigen
    (...). Aber sterbende Kinder betreuen - nein.
    Na toll! Und warum nicht? Brauchen sterbende Kinder etwa keine Betreuung?
  8. #8

    Ist immer dasselbe

    Wie in vielen sozialen berufen. Ich pfeif auf Anerkennung Respekt und Wertschätzung, die auf dem Argument "weil ich könnte das nicht" fußen. Damit wird die Achtung wertlos, denn es zeigt, wie wenig der, der das so toll findet, verstanden hat was für Aufgaben in solchen berufen oder Tätigkeiten liegen und was wirklich getan wird. Wie wäre es mit "weil du den sterbenden Menschen würde gibst" oder "weil du kranke heilst und gesund erhältst" ? Egal welche Art von Pflegerin/Pfleger schätzt so eine Würdigung ihrer/seiner Tätigkeit sehr ;)
  9. #9

    optional

    Erstmal Respekt dafür so etwas freiwillig zu machen (und das für den "Lohn"), aber wie hier schon geschrieben wurde, kaum machen Frauen so etwas ist das direkt einen Beitrag wert. Als die tausenden Zivis und Wehrdienstleistenden vom Staat dazu "aufgefordert" wurden dem Staat für x Monate zu dienen war das keine Randnotiz wert. Wenn es Nachrichten (insbesondere über den Bund) waren, dann doch meist Horrornachrichten wie "Rekruten müssen rohe Schweineleber essen; Ausbilder lässt auf imaginäre schwarze Mitbürger (nett gesagt) schießen".
    Ich durfte selber meine Zeit beim Bund absitzen und habe auch viele Freunde gehabt die Zivildienst geleistet haben, aber wenn in der Runde mit Fremden aufkam was man grad so macht, gab es nur ein müdes lächeln mit der Bemerkung warum man sich nicht hat ausmustern lassen... Respekt oder Anerkennung für die Leute die für 1€/h die Drecksjobs im Krankenhaus/Kaserne etc. machen konnte man vergeblich suchen (auch wenn man das nicht wirklich erwartet oder verlangt hätte).