Kulturschock in China: Im Gleichschritt über den Campus

Martin LinkohrLeise reden, dann überhört der Lehrer alle Fehler! Das hofften chinesische Studenten, denen Martin Linkohr Deutsch beibrachte. Was er in der Millionenstadt Hefei lernte: dass Studenten an der Uni marschieren üben und manche einen Diktator namens "Schitteler" bewundern.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-864240.html
  1. #10

    Ne, wirklich?!

    Zitat von xtbi Beitrag anzeigen
    Schitteler wird dort wohl niemand gesagt haben. Viel mehr 希特勒 (Xītèlè), die phonetische Übersetzung von Hitler, die man dann doch ein wenig anders ausspricht...
    Klar wird es anders ausgesprochen. Aber für deutsche Ohren klingt es genau so wie beschrieben. Ein ungeübter Europäer hört die unterschiedlichen Töne nicht raus!
  2. #11

    Oh, da weiß einer es wohl ganz genau, wie?

    Zitat von xtbi Beitrag anzeigen
    Schitteler wird dort wohl niemand gesagt haben. Viel mehr 希特勒 (Xītèlè), die phonetische Übersetzung von Hitler, die man dann doch ein wenig anders ausspricht...
    So, und wie hört sich das dann an? Wie Schitteler.
    Meine Güte, sie sind ja wirklich wissend, wie?

    "Fremdschäm!"
  3. #12

    Ich kann Herrn Linkohr sehr gut verstehen,

    wobei es mir ziemlich egal ist, wie die Chinesen unseren Gröfaz aussprechen.

    Ich bin aus beruflichen Gründen ebenfalls häufig in China und kann von keinen negativen Erfahrungen berichten: Ich habe es zwar immer mit älteren Menschen zu tun, sie sind aber immer sehr zuvorkommend und höflich.

    Leider gibt es doch eine Schattenseite: Bei offiziellen Einladungen zum Essen wird nicht getrunken, sondern gesoffen. Das stört mich doch etwas, aber ich habe jetzt den Trick gefunden, wie ich der Verpflichtung, als Gast alles mitzumachen, entfliehen kann.

    Ich bin auch des öfteren in Indien. Wenn ich zu wählen habe, dann gebe ich China immer den Vorzug.
  4. #13

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Sehr geehrter Herr Besserwisser,

    wie Sie ja vielleicht wissen, wird das chinesische "X" ähnlich wie das deutsche ch oder sch ausgesprochen (wenn man die beiden Töne übereinander liegt ist man schon bei ca. 95% der richtigen chinesischen Aussprache).

    Da die Chinesen laut der Tafel schon relativ gut Deutsch konnten, kann es ja sein, dass Sie eigentlich Hitler (am Ende mit -er) sagen wollte, aus Unsicherheit/ Nervösität den Anfang aber nach der chinesischen phonetischen Umschrift ausgesprochen hat, ergo Schitteler.

    Dem Autor zu unterstellen, dass er hier falsche Sachen wiedergibt, gehört ich einfach nicht, wenn Sie nicht selber dabei waren.
    Das haben Sie im Grunde recht, meine Formulierung war da auch etwas ungeschickt. In meinen Augen ist die Formulierung des Autos aber auch ungeschickt, (und das mag sich tatsächlich auf meine Augen beschränken) denn der Artikel vermittelt mir den Eindruck, dass die Dame den "richtigen" Namen einfach nicht kennt, was dann bei einem Teil der Leser den Eindruck verschafft, die Chinesen wüssten es einfach nicht besser. Ich denke sie bestreiten nicht, dass China-Bashing hier ja desöfteren zelebriert wird.

    Besserwisserei mag das ja sein, aber keine unbegründete.
  5. #14

    Leben in China

    Auch ich habe ähnliche Erfahrungen wie der Autor zur selben Zeit in der NNachbarstadt Nanjing gemacht, wo ich für InterContinental in ihrem örtlichen Hotel für sechs Monate gearbeitet habe. China ist einfach das spannenste Land der Welt und die kleinen Dinge des Altages sind so viel facettenreicher als das Leben in Deutschland. Bei vielen Deutschen herrscht einfach noch das Bild der linientreuen Maoisten vor. Die Energie und Ausstrahlung dieses Landes wird dabei oft übersehen. Mein Aufenthalt in Nanjing war so grossartig, dass ich gerne noch ein weiteres halbes Jahr verlängert habe und nun in Qingdao lebe. Sollte alles klappen, kann aus einem Jahr ruhig auch zehn Jahre oder mehr werden...
  6. #15

    China ist ein Paradies

    fuer Mitlaeufer, Duckmaeuser und Freunde von brutalen Diktaturen.
    Moderne Fassaden blenden manch einen. China ist KEINE Demokratie und achtet KEINE Menschenrechte (Tierrechte erst recht nicht), es verfolgt politisch andersdenkende mit absoluter Brutalitaet. In den letzten 24 Stunden haben sich 6 Tibeter aus Protest gegen die unrechtmaessige Besatzung und taegliche Diskriminierung und Unterdrueckung selbst verbrannt. So gross ist die Unmacht und Hilflosigkeit der Tibeter ...
  7. #16

    optional

    So schön beschaulich China hier auch beschrieben wird: Studenten dürfen, bevor sie zur Uni gehen, erst einmal einen kleinen Militärdienst samt Marschierübung absolvieren. Im Unterricht sprechen die Studenten so leise, weil sie Angst davor haben, etwas Falsches zu sagen und ihr bedeutsames Gesicht zu verlieren. Freies Denken wird nicht gefördert, Mitläufertum hingegen schon. Wir erregen uns wegen der unglaublichen Arbeits- und Lebensbedingungen, denen die Arbeiterschaft in China ausgesetzt wird, scheinbar kommen diese jedoch dem Bedürfnis der Chinesen sehr entgegen, nichts Neues zu machen, nicht aufzufallen und einfach nur das eigene Ding durchzuziehen.

    Ehrlich gesagt sind mir derartige Menschen nicht sonderlich sympathisch, so farbenfroh einem als Ausländer das Leben in diesem Land vorkommen muss.