Renaissance des Cargobikes: Lastesel zum Treten

Amac Garbe / DLRWendig, schnell und voller Technik: Transporträder erleben ein überraschendes Comeback. In staugeplagten, notorisch zugeparkten Innenstädten ersetzen die neuen Cargobikes Lieferwagen und den Familien-Van.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...-a-865412.html
  1. #1

    Da würden sich die Chinesen wundern

    Ein großer Teil des innerstädtischen Verteilverkehrs läuft in China über Lastenelektroroller. Vorne wie ein Roller, hinten 2 Räder und eine große Ladeplattform. Bis 600 kg Ladekapazität hat so ein Lastenelektroroller.

    Für einen Chinesen ist Deutschland ein Kulturschock. Das beginnt mit laut knatternden und stinkenden 2 Takt Mopeds. Sind in China längst nicht mehr zulassungsfähig.

    Hier ein Video, welches eine typische Straßenszene in China zeigt.
  2. #2

    Alter Wein ....

    ... in neuen Schläuchen. Der Bericht deutet es bereits an: Lastenfahrräder - auch dreirädrig - gibt es seit über 100 Jahren. Motorisierte Lastendreiräder - wie der von founder angeführte E-Roller - auch. Seit 1969 im Angebot von Piaggio: die APE 50 für einen Straßenpreis um die 4000,- Euro. Ein kleiner, wendiger Laster par excellence, der als zulassungsfreies Kleinkraftrad auch Zweiradparkplätze ansteuern darf. Was kostet nochmal so ein Pedelec-Lastenrad? Wetten dass der APE-Preis nicht ausreicht? Die APE ist von der Firma Pirm sogar als E-Version im Angebot. Und schon vergessen? Den guten alten Fahradanhänger. Gibt es in brauchbarer Ausführung mit ca. 50 kg Zuladung schon ab 40 Euro und in unkapputbarer Schwerlast-Version um die 300,- Euronen. Und der lässt sich sogar als Handkarren nutzen und bleibt daheim, wenn man nur radeln will. Ganz verwegene Nutzen einen Elektro-Schubanhänger oder - noch verwegener, weil ineiner totalen rechtlichen Grauzone - der Phantomanhänger für Fahrräder. Der unterstützt per Regelelektronok immer nur so stark, dass er sein Gewicht und seine Reibung kompensiert und der Radler somit so "frei" radelt, als hätte er gar keine Last am Rad hängen. Klar, dass die Ramsauer-Gang zu träge ist, hierfür einen ordentlichen Rahmen zu schaffen. Ebenso wie die zu dämlich sind, Pedelecs ordtenlich zu forcieren.
  3. #3

    Super Sache...

    ...nur leider viel zu teuer. Ich würde so ein Rad bei uns in der Firma jederzeit einsetzen, wenn sich Kosten/Nutzen rechnen würden. Letzlich ist es eine Investition die sich nicht rechnet...leider.
  4. #4

    Cargo-Erweiterung für Fahrräder

    Ahh ja, den Link zum Schub- bzw. Phantom-Anhänger als flexible und universelle Cargo-Alternative wäre ich ja noch schuldig:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schubanhänger

    http://www.bobtec.de/schubanhaenger.html

    Jaja, wofür die Ramsauer-Gang so ihre Förder-Mittel bereitstellt. Ansonsten empfehle ich allen nicht gefürderten Cargo-Radlern einen stabilen Hänger chinesischer Produktion aus der Bucht. Läßt sich mit einfachsten Hausmittelchen noch gewaltig aufpeppen. Wiegt um die 11 kg und kann locker 70 kg ab. Ich belasten meinen auch mal bis zu 100 kg. Sollte also für ein paar Aktenordner, Blumensträusse und ne Kiste Bier reichen ....

    Und nun Arsch hoch und Auto stehen lassen :-)
  5. #5

    Alles zwar schön und gut.

    Aber wenn ich mir vorstelle, was das Ziel all dieser Fahrradlobbyisten wie ADFC und Konsorten ist - die Fahrradgesellschaft mit gesetzlich verbriefter Bevorzugung der Zweiräder in jedem Bereich -, dann erscheint vor meinem inneren Auge doch ein anderes Bild als diese anpreisen.

    Da denke ich dann weniger an tolle hippe Großstädter, die bei Sonnenschein (Pendel zu weit entfernten Arbeitsplätzen, Transportkapazitäten über Koffervolumen hinaus, Regen, Schneematch und Eis, etc. kommen ja in diesem Fahrradparadies nie vor) mit der Familie durch die Innenstädte radeln.

    Ich denke dann sofort an Dritte Welt, Deutschland in den 1950er Jahren - kurz an Rückstand. Gesellschaftiche Teilhabe an brauchbarer Mobilität ist dort auf wenige elitäre Kreise, die durch ihre finaziellen Mittel sich bessere Alternativen zur Verfügung haben, beschränkt.

    Und auch die derzeitigen Kampfradler würden sich in einem solchen Szenario nicht wohlfühlen. Rebellisch genen die Stinkekisten zu sein mag ja bei dem einen oder anderen Selbstbestätigung und Bewunderung Anderer erzeugen, in dieser nivellierten Radl-Gesellchaft würden sie für so ein egoistisches Rowdytum - denn das ist es, nicht Rebellion - gnadenlos von der mitradelden Mehrheitsmasse abgestraft werden.
  6. #6

    Schnell...

    ...durch Verkehrswirdrigkeit? Zwischen geparkten und stehenden Autos durchdrängeln, über den Bürgersteig und Zebrastreifen brettern! Wenn da mal einer angefahren wird! Es geht auch ruhiger und ohne Ordnungswidrigkeiten.
  7. #7

    Meckermecker ...

    ... musste ja kommen, dass einer wie der santo.inocente ganz unschuldig vom Leder zieht und vorurteilsbeladen ins Blaue ballert. Radler = Verbrecher. Asoziale Verkehrsteilnehmer gibt es in der Tat. Aus allen Lagern. Es ist jedoch per se noch lange nicht verkehrswidrig zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße zu fahren. Auch Bürgersteige sind nicht selten für Radler frei oder gar per blauem Schild als Gebotsradweg verbindlich zu benutzen. Auch ist Radfahrern in der StVO ausdrücklich erlaubt an Ampeln nach vorne zu fahren. Wer das nicht verkraftet sollte sich nach einer politischen Mehrheit umschauen und versuchen die Gesetze zu ändern. Oder auch mal die Klappe halten. Oder mal das Hirn anknipsen. Gell?
  8. #8

    In einer 20 km/h Zone

    Zitat von santo.inocente Beitrag anzeigen
    ...durch Verkehrswirdrigkeit? Zwischen geparkten und stehenden Autos durchdrängeln, über den Bürgersteig und Zebrastreifen brettern! Wenn da mal einer angefahren wird! Es geht auch ruhiger und ohne Ordnungswidrigkeiten.
    Fahre mit den erlaubten 20 in einer 20 km/h beschränkten Straße.

    Etwa 20 m vor mir beginnen einige Fußgänger die Straße zu überqueren. Ich beginne zu bremsen.

    Plötzlich weichen die Fußgänger hastig zurück. Warum?
    Zwei Radfahrer überholen mich.

    Fußgänger wissen genau, Autofahrer bremsen, Radfahrer niemals.

    Liegt an der begrenztheit der Muskelkraft. Aus 25 km/h zu bremsen und dann wieder beschelunigen ist ja wie das Rad in den 1. Stock tragen. Solche Anstrengungen spart Radfharer gern ein. Auf diese Sparsamkeit beruhen viele Radfahrunfälle.
  9. #9

    Die ewig Gestrigen!

    Zitat von doitwithsed Beitrag anzeigen
    Alles zwar schön und gut.

    Aber wenn ich mir vorstelle, was das Ziel all dieser Fahrradlobbyisten wie ADFC und Konsorten ist - die Fahrradgesellschaft mit gesetzlich verbriefter Bevorzugung der Zweiräder in jedem Bereich -, dann erscheint vor meinem inneren Auge doch ein anderes Bild als diese anpreisen.

    Da denke ich dann weniger an tolle hippe Großstädter, die bei Sonnenschein (Pendel zu weit entfernten Arbeitsplätzen, Transportkapazitäten über Koffervolumen hinaus, Regen, Schneematch und Eis, etc. kommen ja in diesem Fahrradparadies nie vor) mit der Familie durch die Innenstädte radeln.

    Ich denke dann sofort an Dritte Welt, Deutschland in den 1950er Jahren - kurz an Rückstand. Gesellschaftiche Teilhabe an brauchbarer Mobilität ist dort auf wenige elitäre Kreise, die durch ihre finaziellen Mittel sich bessere Alternativen zur Verfügung haben, beschränkt.

    Und auch die derzeitigen Kampfradler würden sich in einem solchen Szenario nicht wohlfühlen. Rebellisch genen die Stinkekisten zu sein mag ja bei dem einen oder anderen Selbstbestätigung und Bewunderung Anderer erzeugen, in dieser nivellierten Radl-Gesellchaft würden sie für so ein egoistisches Rowdytum - denn das ist es, nicht Rebellion - gnadenlos von der mitradelden Mehrheitsmasse abgestraft werden.
    Nicht stinkend und laut, dafür wenig Platzbedarf. Das ist die Antwort, die ich Ihnen gebe. Das Bild stört mich überhaupt nicht. Es ist recht friedlich und sehr ökologisch und vor allem leise. Aus der Sicht der Radfahrer sind Autofahrer oft eine ernstzunehmende Bedrohung, weil Ihre Rücksichtlosigkeit das radfahrende Leben bedroht. Ich behaupte mal, dass sich im "Rowdytum" die beiden Verkehrsteilnehmergruppen nicht viel nehmen. Wogegen die Autofahrer wohl eindeutig mehr Leib und Leben gefährden. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn es regnet,....nun ja, da wird man möglicherweise nass. Aber auch dafür gibt es Lösungen. Irgendwann wird der Sprit 5 € pro Liter kosten, da löst sich das Problem von selbst. Ich sehe optimistisch in die Zukunft. Fast nur noch Elektromobile und Fahrräder. Das wird zwangsläufig so kommen.
    Die kraftstrozende "Weg da Mentalität" geht mittelfristig dem Ende entgegen.