Aus Wuhan nach Duisburg: "Ich liebe Deutschland"

Simone UtlerDrei Wochen, zwei Nationen, eine Unmenge Erfahrungen: Dong Bo ist zum ersten Mal in Deutschland. Der Koffer ist noch nicht ausgepackt, schon fühlt er sich wie Zuhause. Das liegt an den Menschen, denen er begegnet, an der Musik. Und an viel Fleisch.

Austausch zwischen China und Deutschland: Von Wuhan nach München - SPIEGEL ONLINE
  1. #60

    China ist nicht Südostasiaten

    Zitat von hxk Beitrag anzeigen
    ??? Fremdenhass gegen Chinesen? Wie gaga ist denn das! Südostasiaten sind als Einwanderer eine echte Bereicherung! Gibt's das im Netz zu sehen?
    China geht rauf in den Norden bis zu Rußland und beiden Koreas und in den Süden runter bis Vietnam.
    Und ja: Fremdendhaß oder zumindest Mißtrauen gegen die Verquickung chinesischer staatlicher Wirtschaftsbetriebe mit einheimischen Firmen gibt es; sogar das chinesische Engagement in Afrika weckt durch die Unterstützung despotischer Präsidenten Mißtrauen. Die chinesische Führuing ist nicht demoktratisch und im Land selbst gibt es jede Menge Verstöße gegen Menschenrechte.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass früher die Chinesen alls Nichtchinesen als Barbaren bezeichneten.

    Allerdings gibt es keinen Grund einem normalen chinesischen Bürger, das anzuhängen, was seine nichtgewählte Führung verbockt.
  2. #61

    Liebe Frau Utler, ein "Ferientag" in D-Land ist ja ganz schön

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Drei Wochen, zwei Nationen, eine Unmenge Erfahrungen: Dong Bo ist zum ersten Mal in Deutschland. Der Koffer ist noch nicht ausgepackt, schon fühlt er sich wie Zuhause. Das liegt an den Menschen, denen er begegnet, an der Musik. Und an viel Fleisch.

    Austausch zwischen China und Deutschland: - SPIEGEL ONLINE
    aber sicher nicht bezeichnend für das Leben in Deutschland.
    Wenn Ihr Gast hier Urlaub macht, ist das okay.
    Trotzdem sollte er schon länger bleiben; Deutschland besteht ja nicht nur aus Kneipen und Clubs in München.
  3. #62

    ...

    Zitat von Xangod Beitrag anzeigen
    Ich kenne das mit Besuch aus Kuba. Deutschland ist nicht so uncool, wie wir immer denken. Das "ich liebe Deutschland" kenne ich auch. Und ich bin auch immer erstaunt, wie gut Königsberger Klopse, Schnitzel, Freakadellen, Eisbein und Bratwurst ankommen. Eigentlich fühlt man sich ja als Deutscher immer, wie in einem kulinarischen Entwicklungsland. Wir sind da manchmal nicht selbstbewußt genug, Deutschland ist schon schön.
    "Freakadellen" - da stimmt doch was nicht ...
  4. #63

    lieber lieben....

    Zitat von wayne_intressierz Beitrag anzeigen
    Was spricht dagegen, darauf stolz zu sein?
    finde das wort mögen bzw. lieben besser. stolz finde ich etwas überhöht. ich selbst sehe mich als patriot, bin allerdings eher progressiv veranlagt.

    ich finde es toll, dass deutschland ein land ist, welches sich offensiv mit seiner geschichte auseinandergesetzt hat u. dies immer noch tut (welches land der welt hat in der hauptstadt mitten in der innenstadt ein riesiges mahnmal, in dem man sich zu seiner schuld bekennt und den opfern gedenkt).
    wir sind auch eine soziale gesellschaft u. um ehrlich zu sein:
    ich finde, sogar dieses ständige gemotze, diese ständige brutalstmögliche selbstgeißelung, die penetrante fehlersuche bei egal was und sei es noch so gut, hat schon irgendwie etwas sympathisches, unterhaltsames und auch, ja, etwas komödiantisches.

    stolz klingt für mich zu sehr nach eigenlob. gerade im wirtschaftlichen bereich klingt bei einigen neoliberalen dieser stolz oftmals sehr deutlich durch (im sinne von: ich habe das ALLES GANZ ALLEIN gechafft. bei einigen besonders fehlgeleiteten charakteren noch verbunden mit abwertendem verhalten gegenüber monetär schwächeren).

    ausgeblendet wird dabei, dass die gerühmte leistung ziemlich viel mit glück zu tun hat, im richtigen land geboren zu sein, in dem man seine fähigkeiten und ideen umsetzen kann (u. bspw. nicht in liberia, kongo oder zimbabwe. dort dürfte die ganze anstrengung u. kreativität eher einen sehr überschaubaren ertrag bringen, jedenfalls wenn man dies auf ehrliche weise versucht).
    und dann natürlich der umstand, dass wir einen intakten staat haben (bildung, infrastruktur, gesundheitswesen, förderung) und unsere systemvorteile (verhandlungsposition) gegenüber anderen ländern und insbesondere gegenüber 2. u. 3. welt ländern ausspielen können. natürlich profitieren wir davon, dass wir günstige waren/rohstoffe beziehen können, andernorts menschen deswegen um ihr leben arbeiten müssen.
    diese menschen tragen auch zu unserem wohlstand bei. deswegen ist der begriff stolz nicht ganz zutreffend, da er von einer reiner eigenleistung (einer gruppe, in diesem fall bevölkerung deutschland) ausgeht, die so nicht besteht.

    aber deutschland lieben ist vollkommen in ordnung ;-)

    p.s.: finde meinen beitrag in der nachbetrachtung auch schon wieder ziemlich deutsch.....lol
  5. #64

    Zitat von Niederbayer Beitrag anzeigen
    Doch, sogar das darf man sagen. Genauso wie die Franzosen stolz sind Franzosen zu sein oder die Engländer es toll finden Engländer zu sein.

    Schwierig wird es wenn man anfängt sich einzubilden man sei etwas besseres weil man Deutscher ist.
    Oh, das glauben die Franzosen und Engländer aber auch.

    Schlimm wirds erst, wenn man meint die anderen im Krieg vernichten zu müssen.
  6. #65

    Zitat von snowbow Beitrag anzeigen
    "Freakadellen" - da stimmt doch was nicht ...
    Na ja, ich hatte auch schon überlegt, was das ist - vielleicht sind das irgendwelche Freaks mit Dellen? Soweit, dass da Freaks zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden, wird ja hoffentlich keiner gehen. Vielleicht handelt es sich bei der deutschen Vorliebe für Anglizismen aber auch nur um die eingeenglischte Form von Frikadellen?
  7. #66

    Es kann auch nur in Deutschland passieren, dass aus so einer netten Austauschgeschichte, an der die Teilnehmer Spass haben und darueber berichten eine Diskussion ueber Nationalismus und Patriotismus wird.... Schade!
  8. #67

    Zitat von notty Beitrag anzeigen
    Das beruehmte deutsche Bier findet in China so gut wie NICHT statt,
    da haben die Deutschen echt gepennt. Stattdessen sind ausgerechnet die Amerikaner hier flaechendeckend und gross im Geschaeft.
    Die beiden bekannten Muenchner Firmen fallen hier nur durch unverschaemte Preise in ihren Gasthaeusern auf, die teurer sind als auf dem Oktoberfest in Muenchen...

    Was die Deutschen mit "Soulfood" meinen koennten, kann wohl nur mit dem Zeigen des erhobenen Zeigefinger bezeichnet werden...(?)
    Apropos amerikanisches Bier: als ich vor ca. 20 Jahren das erste davon trank, entfuhr es mir - wohl zum allerersten und auch wohl zum letzten mal in meinem Leben: Jetzt bin ich doch stolz, ein Deutscher zu sein. ;-)))
  9. #68

    Boooaah,....

    ....habe ich jetzt Hunger bekommen bei den Bildern und Beschreibungen. ich liebe asiatisch und exotisch, egal, was es ist! Lecker! Und da ich der chinesischen Sprache nicht mächtig bin, lasse ich gerne meine(n) Gastgeber bestellen und frage auch nicht, was es ist, sondern probiere es.
    Bis auf ganz wenige Ausnahmen war es immer supergut, lecker, perfekt zubereitet und bekömmlich. Einzig der Skorpion ist nicht so mein Ding. In so einer Gemeinschaft und Umgebung wird´s dann schwierig, abzulehnen. Aber sonst..... **magenknurr**


    As always
  10. #69

    Danke.

    Liebend gern würde ich mehr über die Abenteuer von Simone und DongBo lesen. Eine bezaubernd interessante Geschichte, hervorragend geschrieben mit Witz und Einfühlungsvermögen. Und das schönste daran ist, es ist wahr und so geschehen wie beschrieben. DongBo und Simone sind meine neuen Helden der Völkerfreundschaft. Sie haben gezeigt, dass man unterschiedlichen Ansichten und Gewohnheiten mit einem Augenzwinkern sehr schöne Aspekte abgewinnen kann. Dieses "Tagebuch" hat meine Sicht auf Chinesen nachhaltig zum positiven verändert. Dafür bin ich sehr dankbar.