Nach Skandal: Anlaufstelle für Unregelmäßigkeiten bei Organspenden geschaffen

DSO/ Johannes Rey Eine neu geschaffene Anlaufstelle soll helfen, Unregelmäßigkeiten bei der Organspende in Zukunft früher zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der unabhängigen Vertrauensstelle "Transplantationsmedizin" kann jeder - auch anonym - Auffälligkeiten und mögliche Verstöße melden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-865453.html
  1. #1

    Ärzteschaft, Krankenhausträger und Kassen

    wollen eine "unabhängige" Vertrauensstelle schaffen?
    Welche dieser drei Instanzen hat sich denn bei der Aufklärung der aktuellen Skandale verdient gemacht?
    Interessant auch, dass man unabhängig von den Strafverfolgungsbehörden arbeiten will.
    Wie soll man sich eine Aufklärung in dieser Konstellation denn vorstellen?
    Da wird der Bock zum Gärtner gemacht.
  2. #2

    Brilliant! Sowas brauchen wir auch für Unregelmäßigkeiten beim Betrieb von Kernkraftwerken. Oder für Unregelmäßigkeiten bei Aktionen des Verfassungsschutzes...
  3. #3

    Organspende auch trotz Ablehnung lebensverlängernder Maßnahmen möglich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine neu geschaffene Anlaufstelle soll helfen, Unregelmäßigkeiten bei der Organspende in Zukunft früher zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der unabhängigen Vertrauensstelle "Transplantationsmedizin" kann jeder - auch anonym - Auffälligkeiten und mögliche Verstöße melden.[/url]
    Ich begrüße die Anlaufstelle sehr. Nach langem Zögern und früherer Vernichtung eines Organspendeausweises stehe ich jetzt wieder zur Organspende.

    Man kann damit trotz aller Skandale Leben retten. Der Grundgedanke, mit Organspenden Leben zu retten, ist und bleibt richtig.

    Man kann übrigens auch Organspende erlauben, obwohl man sich in einer Patientenverfügung gegen lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen hat. Besser als der zitierte Fachmann von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) kann ich den Sachverhalt nicht ausdrücken:

    "Die Zustimmung zur Organspende steht nicht im Widerspruch zu einer Patientenverfügung“, betont Professor Dr. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der DSO. Für eine Organentnahme nach Eintreten des Todes müssen intensivmedizinische Maßnahmen beibehalten werden. „Dies darf jedoch nicht mit einer lebensverlängernden Maßnahme verwechselt werden,“ so Kirste weiter. Die medizinische Voraussetzung für eine Organentnahme in Deutschland ist der eindeutig nachgewiesene Hirntod, also der vollständige und irreversible Ausfall aller Gehirnfunktionen. Zur Vorbereitung der Organentnahme wird der Kreislauf des verstorbenen Spenders kurzfristig durch Maschinen künstlich aufrechterhalten, um die Organe zu schützen. „Diese Maßnahme dient lediglich der Aufrechterhaltung der Funktionen der Organe und bedeutet keine Lebensverlängerung“, erläutert der Mediziner. Dementsprechend sollte in der Patientenverfügung der Organspende Vorrang vor dem Abbruch der intensivmedizinischen Maßnahmen eingeräumt werden. Das Bundesministerium für Justiz schlägt beispielsweise in seiner Broschüre zur Patientenverfügung konkrete Formulierungen vor, mit denen die persönliche Entscheidung zur Organspende hinreichend dokumentiert werden kann.“

    Um Unsicherheiten und Missverständnissen vorzubeugen, wirbt die die DSO für eindeutige Formulierungen in die Patientenverfügung. Vorschläge dazu gibt es beispielsweise vom Bundesjustizministerium. Kirste empfiehlt die Formulierung des Deutschen Ärztetages, in der auch die christliche Patientenverfügung enthalten ist: "Denn das ist einfach und für jeden verständlich formuliert."

    "Grundsätzlich bin ich zur Spende meiner Organe und Gewebe bereit. Es ist mir bewusst, dass Organe nur nach Feststellung des Hirntodes bei aufrechterhaltenem Kreislauf entnommen werden können. Deshalb gestatte ich ausnahmsweise für den Fall, dass bei mir eine Organspende medizinisch in Frage kommt, die kurzfristige (Stunden bis höchstens wenige Tage umfassende) Durchführung intensivmedizinischer Maßnahmen zur Bestimmung des Hirntodes nach den Richtlinien der Bundesärztekammer und zur anschließenden Entnahme der Organe."

    Selbstverständlich kann man in der Verfügung auch eindeutig eine Organspende ablehnen.
  4. #4

    Wer von denen war nochmal an den Manipulationen beteiligt ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine neu geschaffene Anlaufstelle soll helfen, Unregelmäßigkeiten bei der Organspende in Zukunft früher zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der unabhängigen Vertrauensstelle "Transplantationsmedizin" kann jeder - auch anonym - Auffälligkeiten und mögliche Verstöße melden.

    Organspenden: Anlaufstelle für Unregelmäßigkeiten geschaffen - SPIEGEL ONLINE
    Ärzteschaft, Krankenhausträger und Kassen....

    Na dann ist ja alles gut.
    So ähnlich wie die freiwillige Selbstverpflichtung der Mafia in Sizilien.
  5. #5

    Die Logik des Geldes

    Die TK saniert sich. Macht Kampagne. Sucht Organe. Von ehrenamtlichen Spendern. Rasch und kostenlos. (Vermutlich nach Hirntod mit Spendenquittung absetzbar.) Die Gesundheit ist Profit orientiert. Es herrscht Abhängigkeitskrieg zwischen Pharmaindustrie, Ärzte und eigene KK-Verwaltung. „Wer kann die anderen am besten überrumpeln?“ Deshalb ist diese neue „Organspende Anlaufstelle“ nur ein zusätzlicher Ort für mögliche Korruption. Wetten dass?...
  6. #6

    Eine Anlaufstelle für Unregelmäßigkeiten? Für wann? Wenn Opa schon blau angelaufen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine neu geschaffene Anlaufstelle soll helfen, Unregelmäßigkeiten bei der Organspende in Zukunft früher zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der unabhängigen Vertrauensstelle "Transplantationsmedizin" kann jeder - auch anonym - Auffälligkeiten und mögliche Verstöße melden.

    Organspenden: Anlaufstelle für Unregelmäßigkeiten geschaffen - SPIEGEL ONLINE
    ist, aber sein Herz immer noch regelmäßig schlägt? Und obwohl seine Vitalzeichen noch ein 'Thumbs up' gegeben haben --- er also eigentlich noch putzmunter ist und ihm seine Nierenentnahme OHNE NARKOSE NACHWEISBAR trotzdem noch (NERVLICHE) SCHMERZEN bereitet? In was für einem Horrorfilm befinde ich mich eigentlich? Sind wir komplett verrückt geworden, oder was?
  7. #7

    Eine reine Alibiveranstaltung...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine neu geschaffene Anlaufstelle soll helfen, Unregelmäßigkeiten bei der Organspende in Zukunft früher zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der unabhängigen Vertrauensstelle "Transplantationsmedizin" kann jeder - auch anonym - Auffälligkeiten und mögliche Verstöße melden.

    Organspenden: Anlaufstelle für Unregelmäßigkeiten geschaffen - SPIEGEL ONLINE

    ...ist das. Typische Alibiveranstaltung der involvierten Gruppen (Ärzteschaft, Krankenhäuser, Krankenkassen).

    Das System Organspende muss komplett neu aufgestellt werden, in wirklich neutrale Hände gegeben werden, wenn die Bürger wieder Vertrauen in die Vergabepraxis gewinnen sollen.
  8. #8

    ich werde ........

    Zitat von herr_kowalski Beitrag anzeigen
    Ärzteschaft, Krankenhausträger und Kassen....

    Na dann ist ja alles gut.
    So ähnlich wie die freiwillige Selbstverpflichtung der Mafia in Sizilien.
    ich werde sicherlich nicht spenden. warum die ohnehin reichen aerzte noch reicher machen.
  9. #9

    Anlaufstelle? "Kreiselstelle?"

    Politik zum Wohle des Kapitals, die Profiteure kontrollieren sich selbst!
    Irgendwie peinlich, wieder einmal werden Posten geschaffen.
    Es ist leider wie immer, hektischer Aktionismus ohne erkennbaren Nutzen, dafür neue unnütze Kosten die woanders besser investiert wären.
    Warum reicht es nicht, wenn jede vorgebrachte Beschwerde bei den KK, der Ärztekammer etc. geprüft und ernsthaft untersucht werden muss?

    Abgesehen davon bleibe ich persönlich dabei, so lange Gesundheit ein Profitfaktor ist, so lange es in diesem Land Menschen ohne KK gibt, der Staat sich an der Entsorgung via Gesetzgebung beteiligt (Altersarmut, Streichung oder Ablehnung von genau dieser Sozialleistung und dazu gleichzeitig Kriminalisierung Betroffener, da Versicherungspflicht) werde ich mich vehement gegen Organspenden aussprechen.
    Ich habe noch von keinem auf eine Spende wartenden erlebt, dass er sich für eine medizinische Grundversorgung aller Bürger ohne Einschränkung einsetzt. Im Gegenteil, oft fehlt zuvor die geistige Reife um zu verstehen das Organspenden recht schnell ins Blickfeld kommen können z.B. durch einen Unfall, den man nicht mal verschulden muss.
    #Nachgedacht