Jugendliche ohne Ausbildungsplatz: Bewerben, warten, weiter warten

DPADoppelte Abi-Jahrgänge und weniger Stellen: Mehr Jugendliche als im Vorjahr suchen erfolglos einen Ausbildungsplatz. Viele landen in Fördermaßnahmen und in Praktika - sie sollen jetzt mehr Hilfe bekommen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-865430.html
  1. #1

    Ein Wort

    Fachkräftemangel!
  2. #2

    ...

    Was da so von den Schulen kommt ist schon heftig. Eine Bekannte von mir betreut Jugendliche in der Warteschleife. Teilweise können die nicht richtig lesen und schreiben, von den Rechenkünsten fange ich gar nicht erst an. Kein Wunder, dass diese Jugendlichen keine Lehrstelle finden. Sozialverhalten, Ordnung, Pünktlichkeit, nicht vorhanden. Das wird dann versucht, in den Fördermaßnahmen mühsam einzuüben.

    Den ganzen Kram könnte man sich sparen, wenn man mehr Lehrer und Sozialarbeiter an den Schulen einstellt und schon vor der Pupertät eingreift und die Kinder ordentlich betreut.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Doppelte Abi-Jahrgänge und weniger Stellen: Mehr Jugendliche als im Vorjahr suchen erfolglos einen Ausbildungsplatz. Viele landen in Fördermaßnahmen und in Praktika - sie sollen jetzt mehr Hilfe bekommen.
    Im Artikel selber steht doch, dass Stellen offen sind:
    Zitat von Artikel
    2,8 Prozent der Bewerber blieben zum 30. September ohne Stelle und 33.300 Ausbildungsplätze unbesetzt. Damit ist ihre Zahl der offenen Stellen höher als die der Bewerber - der Überhang liegt bei 17.600 Stellen. In vielen Branchen und Regionen haben die Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden.
    .
    Also: Bewerben!
    .
    Ebenso hier:
    144·000 offene Lehrstellen: Tausende deutsche Betriebe suchen noch Azubis - Berufsausbildung - FOCUS Online - Nachrichten
    Die Lage für angehende Auszubildende ist noch nie so gut gewesen wie 2012. Für jeden Bewerber steht eine Stelle zur Verfügung – doch nicht immer ist es der Traumberuf.[...]Auf 500 000 Ausbildungsstellen kommen etwa 481 000 Bewerber – so eine hohe Quote hat es noch nie gegeben.
    .
    Beim drohenden Fachkräftemangel (s. Bundesregierung will in Fernost um Fachkräfte werben - SPIEGEL ONLINE) dürfte doch jeder versorgt werden, oder nicht?
  4. #4

    Geld

    Zitat von Annika Hansen Beitrag anzeigen
    Was da so von den Schulen kommt ist schon heftig. Eine Bekannte von mir betreut Jugendliche in der Warteschleife. Teilweise können die nicht richtig lesen und schreiben, von den Rechenkünsten fange ich gar nicht erst an. Kein Wunder, dass diese Jugendlichen keine Lehrstelle finden. Sozialverhalten, Ordnung, Pünktlichkeit, nicht vorhanden. Das wird dann versucht, in den Fördermaßnahmen mühsam einzuüben.

    Den ganzen Kram könnte man sich sparen, wenn man mehr Lehrer und Sozialarbeiter an den Schulen einstellt und schon vor der Pupertät eingreift und die Kinder ordentlich betreut.
    dazu müsste der Staat und/oder die Unternehmen ja Geld in die Hand nehmen und an die Zukunft denken, aber es interessiert ja nur das nächste Quartal. Unser Schulsystem ist eh Vorsintflutlich und eigentlich sollten wir eine Bildungsnation sein - seit dem ist aber nichts passiert. (Wir haben ja bekanntlich keien Öl oder Gold reserven daher sind die Menschen und ihre Ideen unser wichtigstes Gut)
  5. #5

    Zitat von Annika Hansen Beitrag anzeigen
    Den ganzen Kram könnte man sich sparen, wenn man mehr Lehrer und Sozialarbeiter an den Schulen einstellt und schon vor der Pupertät eingreift und die Kinder ordentlich betreut.
    Ich erkenne den Kern des von Ihnen geschilderten Problems. Ich empfinde als Ursache aber dafür die Eltern, die nur peripher an der Erziehung und Bildung ihrer Kinder / ihres Kindes interessiert sind. Zu viel Verantwortung wird an den Staat bzw. an die Schule abgewälzt. Schule hat primär die Aufgabe der Bildung, nicht der Erziehung. Ob das Problem nun mit antiautoritärer Erziehung zu tun hat, sei dahingestellt. Wenn ich durch die Stadt laufe und sehe, was Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen, fasse ich mir manchmal an den Kopf... nein, ich bin nicht für Züchtigung, sondern für das Aufzeigen von Grenzen.
  6. #6

    Komisch...

    Hier in NRW habe ich noch in diesem Frühjahr einen Zeitungsartikel über zwei Betriebe geschrieben, die händeringend Azubis suchen und so wenige Bewerbe wie seit Jahren nicht mehr haben. Widerspricht sich irgendwie alles...
  7. #7

    der zustand unserer schulabgänger

    hat seine ursache vielleicht auch aber nicht nur in der schule. ich hatte auch nicht nur tolle lehrer und tolle klassenkameraden. was eltern in den ersten 10 jahren versaut haben können lehrer nicht mehr im klassenverband ausbügeln. das gilt übrigens für alle schulformen. gymnasiasten sind mittlerweile auch nur eine katastrophe auf höherem niveau.
  8. #8

    Ich bin selbst Ausbilder

    und bilde Büroleute aus und das in einer strukturschwachen Region. Eine Bewerberin ist auf dem Weg, vor ein paar Jahren, von der Arbeitsagentur zu mir (ca. 12 km) spurlos verschwunden. Sie kam nie an, trotz telefonischer Zusage. Ein anderer Bewerber schickte mir netterweise einen leeren Umschlag. Das AA hat mir mal 15 Vorschläge zuschickt, zwei haben sich gemeldet, eine hat nach drei Jahren (Ausgangsbasis 3,7 in der 12. Klasse Gymnasium) die Prüfungen mit sehr gut bestanden. Ich muß fairerweise schreiben, daß ich bei der Bewerberin von Anfang an ein gutes Gefühl hatte.
    Die jetztige Azubine ist ebenfalls nur die Auswahl aus rund 20 Vorschlägen des AA, von denen sich nur zwei bewarben. Bei der Auswahl hat das AA, die Kreisverwaltung, IHK und AOK sich ganz strikt an unsere Vorstellungen gehalten und trotzdem waren die meisten zu faul, zu sonstwas, sich überhaupt zu bewerben. Immerhin, die Azubine ist so gut (auch hier waren die Schulnoten nicht berauschend), daß sie von uns sehr gefördert wird.

    Nach meiner Ansicht versagen in vielen Fällen die Eltern bei der Erziehung der Kinder. Man kann nun mal nicht, zum Beispiel in einer Bank mit grün-blau-karierten Haaren, 50 Nasenringen u.ä. und zerrissenen Klamotten arbeiten, die Kunden dumm anquatschen und laufend Privatzeugs am Handy betreiben. Das geht, nebenbei bemerkt, auch in anderen Betrieben nicht.
  9. #9

    Bodensatz

    Was der Artikel hinter dem ganzen Zahlengeschwurbel versteckt ist der Bodensatz. Derzeit findet jeder junge Mensch wo passabel lesen , rechnen und sich benemen kann! Der Rest ist nun mal eben der Rest! Mit keinem Geld der Welt wird sich das ändern lassen.