Holzhotels zwischen Hamburg und Tirol: Ich glaub, ich lieg im Wald

Klaus FrahmFassaden aus Fichte, die Lobby aus Lärche: Immer mehr Hotels setzen beim Bau neuer Häuser auf ökologisch unbedenkliche Materialien und zimmern ganze Gebäude aus Holz. Auch in Hamburg eröffnet nun eine Öko-Bleibe.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...-a-864569.html
  1. #20

    Zitat von MrStoneStupid Beitrag anzeigen
    Es ist ein Unterschied, ob sich ein Stück Holz in einem großen Holzhaus oder in einem aus Stahlbeton befindet. Es spielt auch eine Rolle, ob mehrere Holzhäuser zusammenstehen. Wird das gebührend berücksichtigt oder müssen die Brandschutzvorschriften für größere Holzhäuser dringend verschärft werden? Maßnahmen können auch verbesserte Frühwarnsysteme und die Bereithaltung wirksamer Löschmittel und Fluchthilfen (Gasmasken, feuerfeste Umhänge, Abseileinrichtungen) sein. (imho)
    Für Gebäude dieser Kategorie muss in aller Regel ein Brandschutzkonzept erstellt werden, dass diese Punkte berücksichtigt. Anderfalls bekommen sie das Gebäude nie für die Nutzung frei.
  2. #21

    Zitat von gekabe Beitrag anzeigen
    Und: Wie lange soll ein Haus eigentlich stehen bleiben, bis es sinnvollerweise recycelt wird? 100 Jahre? 200 Jahre? 300 Jahre?
    Es geht hier um ein Hotel, das ist nach einigen Jahrzehnten abgeschrieben und wird dann typischerweise abgerissen und neu gebaut — egal ob es in Holz- oder Stahbetonbauweise errichtet wurde. Über Sinn oder Unsinn dieser Vorgehensweise könnte man natürlich trefflich diskutieren, das ist hier aber nicht das Thema.

    Zitat von gekabe Beitrag anzeigen
    Die massiv gebauten Gründerzeithäuser werden wohl mühelos 200 Jahre und mehr erreichen. In Paris wird wohl auch keiner daran denken, die Haussmannschen Altbauten in den nächsten 100 Jahren abzureißen.
    Warum sollte man ein Holzhaus nicht so lange stehen bleiben? Holz hält seine Stabilität auch über Jahrhunderte. Wenn man richtig damit umgeht, wie bei jedem anderen Baustoff auch. Die der Witterung ausgesetzten Teile müssen natürlich früher erneuert werden, aber der Putz an Ihrem Gründerzeithaus ist ja auch nicht mehr der originale…

    Übrigens machen Gründerzeitvillen nur einen Bruchteil der damalis gebauten Wohnhäuser aus. Die „normalen“ Häuschen der Arbeiterklasse und des ärmeren Bürgertums stehen schon lange nicht mehr, weil die Bausubstanz verbraucht war. Es ist also durchaus normal nur für eine, zwei oder drei Generationen zu bauen. Ihre Ansprüche an die Holzbauweise erfüllt die „klassische“ Bauweise genauso wenig.
  3. #22

    Zitat von gekabe Beitrag anzeigen
    Wie lange soll ein Haus eigentlich stehen bleiben, bis es sinnvollerweise recycelt wird? 100 Jahre? 200 Jahre? 300 Jahre?
    Hab im Frühjahr in einem Holzhaus in der Schweiz übernachtet. Da stand über der Eingangstür irgendwas mit 15xx. War wahrscheinlich die Hausnummer...

    Aber wenn man keine Ahnung hat, kann man immer noch dumm daherschwatzen.
  4. #23

    Wahnsinn...

    Wie hier die ganzen Laien angelaufen kommen und über ein Thema schreiben, über das sie offensichtlich null Ahnung haben.
    Man muss nur ein paar wenige baukonstruktive Regeln beachten, und schon hält ein unbehandelte Aussenholzfassade genauso lang wie jedes andere Gebäude.
    Das selbe gilt für Pilzbefall usw.
    mit simplen Techniken lassen sich auch die Feuerfestigkeit eines Gebäudes sichern, Feuerfeste Gipskartonplatten im Innenbereich und schon ist der Brandschutz gewährleistet.
    Diese Häuser wurden in Deutschland gebaut, und in Deutschland gelten extrem strenge Brandschutzregeln welche von allen Architekten eingehalten werden müssen, speziell für öffentliche Gebäude und Hotels....

    aber diverse Forenteilnehmer hier scheinen ja dennoch alles besser zu wissen.
  5. #24

    Zitat von cune Beitrag anzeigen
    Wenn man sich die Holzhäuser in den USA nach dem Sturm so anschaut.. Eine ganz tolle Idee so zu bauen... (Augenroll)
    ..und ein toller Zeitpunkt, so ein Werbeartikel zu bringen..
    Ein Riesen Unterschied zwischen Deutschland und USA den sie ignorieren, Deutschland ist nicht grad für seine Hurricans und Tornados bekannt. Gebäude werden in Deutschland immer gemessen an den Umweltfaktoren geplant und gebaut. (bei guten Architekten).
    Und die Papphäuser in den USA würden hier in Deutschland niemals genehmigt werden, bautechnisch gesehen.
  6. #25

    Holzhäuser...

    Ist schon interessant wie wenig Ahnung die Debattierenden über Holzhäuser haben.

    In Skandinavien sind fast 50% aller Häuser aus Holz gebaut anstatt aus Stein. Erstens sind die Dämmeigenschaften einer 30cm starken Blockhaus-Wand im Vergleich zu Steinhäusern verdammt gut, und zweitens kann Holz im gegensatz zu Stein arbeiten und somit Temperaturschwankungen besser ausgleichen.

    Und zum Brandschutz... ein gut abgelagerter Holzbalken, welcher u.U. mit Lehmfarbe oder sonstigen Naturfarben gestrichen wurde, der braucht schon ziemlich lange um zu brennen.

    Ich selbst wohne in einem fast 100 Jahre alten Holzhaus, welches ich modernisiert habe (neue Stückholz-Heizanlage, neue Fenster, Dämmung erneuert). Die Heizkosten belaufen sich bei 120m² auf €400-500 im Jahr, und das in Finnland wohlgemerkt!
    Das Haus bietet zudem ein super Klima, dadurch das die Feuchtigkeit sich nicht staut - Holz kann atmen im Gegensatz zu Steinwänden.

    Erst informieren, dann drüber nachdenken, dann auf "Antworten" klicken.
  7. #26

    Diese Öko bleibe bekommt erst noch zig Umweltpreise !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fassaden aus Fichte, die Lobby aus Lärche: Immer mehr Hotels setzen beim Bau neuer Häuser auf ökologisch unbedenkliche Materialien und zimmern ganze Gebäude aus Holz. Auch in Hamburg eröffnet nun eine Öko-Bleibe.

    Hotel aus Holz: In Hamburg eröffnet das "Wälderhaus" - SPIEGEL ONLINE
    Da werden die Grünen immer wieder Probewohnen und das Hotel wird sicher noch mit Unmengen an Steuergelder unterstützt.

    Ich möchte mal gerne die Brandschutzauflagen sehen.
    Die Fluchtwege wenn diese Holzhütte abfackelt.

    Der Ökowahn nimmt schon irre Züge an.
  8. #27

    Unbehandeltes Holz?

    Wie lange soll das denn dem Wetter standhalten? Hiltze, Kaelte, Wind, evtl. Sand und Salz, jede Menge Insekten etc. Da wird's gar nicht solange dauern, bis geschreddert werden muss!
  9. #28

    Holzhotels sind zwar nicht...

    ...total neu aber schön wenn es mehr werden. Hier ein schönes Beispiel von der Symbiose von alt und neu. Natürlich aus Holz. http://natur-hotel-tannerhof.de/bildergalerie/tuerme#&panel1-3
  10. #29

    Brandschutz und Holzschutz

    Wer in Deutschland ein Haus baut, muss sich über den Brandschutz Gedanken machen - ganz egal, ob er in Holz oder in Stein und Beton baut. Ein Brandschutzkonzept ist zwingend vorgeschrieben, deren Umsetzung wird von unabhängigen Prüfern mit aller bürokratischen Konsequenz überwacht. Holz ist zwar ein brennbares Baumaterial, hält aber als Fläche einem Brand viel länger stand als z.B. eine Betonwand oder Decke. Beton bröselt und reißt bei Hitze, während Holz lange nur vor sich hin kokelt. Die Materialprüfanstalten haben dazu eindrucksvolle Versuche gemacht, auch Feuerwehrleute wissen darüber Bescheid und können in Holzhäusern unter Umständen sogar länger evakuieren als in Steinhäusern. Die Strategie beim baulichen Brandschutz ist es nicht, Brände gänzlich zu verhindern, sondern deren Schäden lokal zu begrenzen. Im Familienhotel Weimar haben wir dafür eine Brandmeldeanlage mit Aufschaltung zur Feuerwehr eingebaut, haben überall Brand- und Rauschschutztüren eingesetzt und alle Leitungswege peinlich genau mit Brandschutzmaterial in Abschnitte aufgeteilt. Das Treppenhaus ist zudem aus Stahlbeton gebaut und hat eine Rauchdruckanlage, die im Brandfalle den Rauch draußen hält. Stahlbeton ist ein tolles Material, aber Holz eben auch.

    Zum Thema Holzschutz: Unsere Wände sind gänzlich unbehandelt, da kann also nichts ausgasen oder sonstwie schädlich sein. Auf den Außenseiten ist auf einem Gebäudeteil (wie in Hamburg) unbehandeltes Lärchenholz, das kennt man aus den Alpen von den uralten, silbergrau verwitterten Schuppen auf der Alm. Auf dem anderen Gebäudeteil (siehe Bild 15) ist ein Kalkputz, auch der schützt das unbehandelte Holz darunter. Wir werden sehen, was länger hält, 30 Jahre werden es mindestens sein, dann wird renoviert wie in jedem Steinhaus auch. Unsere Außenwände haben zusätzlich eine Wandheizung, die einerseits besonders energieeffizient die Wohnungen wärmt und andererseits Wärmebrücken und damit Schimmel vermeidet. Deshalb gehen wir bei unserem Haus davon aus, dass es durchaus viele Jahrhunderte überdauern kann.

    Anselm Graubner
    Familienhotel Weimar