Reiserecht: Ruhezeit der Crew ist kein Grund für Flugverspätung

Ausschlafen gilt nicht: Ein Ehepaar forderte eine Ausgleichszahlung, weil sich ihr Flug um vier Stunden verspätete. Die Airline weigerte sich zu zahlen. Als Begründung musste die Einhaltung der Crew-Ruhepausen herhalten - zu Unrecht.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-864897.html
  1. #1

    Idiotisches Recht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ausschlafen gilt nicht: Ein Ehepaar forderte eine Ausgleichszahlung, weil sich ihr Flug um vier Stunden verspätete. Die Airline weigerte sich zu zahlen. Als Begründung musste die Einhaltung der Crew-Ruhepausen herhalten - zu Unrecht.

    Gerichtsurteil: Ruhezeit der Crew ist kein Grund für Verspätung - SPIEGEL ONLINE
    Solche Urteile und auch solche Begründungen, sind eher in die Kategorie des "idiotischen Rechts " einzuordnen.
    Was wäre denn gewesen, die Crew hätte weitergearbeitet und der Flug wäre deswegen abgestürzt? Dann hätte der gleiche Richter von unhaltbaren Zuständen gesprochen und die Passagiere unter Umständen darüber geklagt, daß die Angestellten hätten zu lange arbeiten müssen.
    Was wollen die Richter? Was wollen die Kunden? Alles kann man nicht haben -entweder Sicherheit oder eben Schnelligkeit. Beides in Perfektion geht nicht. Das sollte auch ein Richter mal sich überlegen - als nur nach dem formalen Recht zu entscheiden.
    Man könnte als Anbieter ja dann auch keine Zeiten für den Abflug mehr angeben - mal sehen, wer dann wieder schreit.
  2. #2

    Übetrtrieben

    Früher dauerte eine Reise von Madrid nach Teneriffa mindestens 1 Woche wenn nicht 2.
    Heute haben wir die Möglichkeit, in Stunden an jeden Punkt der Welt zu kommen.
    Da sind 4 Stunden Verspätung doch nun wirklich ein "Klacks", den man lächelnd übergehen kann.
    Wir Menschen sind eben verschieden, der Eine nimmt's leicht und freut sich, daß er nicht zu Fuß und per Boot nach Teneriffa reisen muß, der Andere nutzt diese Verspätung (schamlos) aus, um eine Entschädigung rauszuschlagen. Mein vater sagte immer: Wenn's anfängt, dann im Kopf.....
  3. #3

    Artikel nicht gelesen?

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    Solche Urteile und auch solche Begründungen, sind eher in die Kategorie des "idiotischen Rechts " einzuordnen.
    Ganz im Gegenteil. Sehr gute Entscheidung.

    Was wäre denn gewesen, die Crew hätte weitergearbeitet und der Flug wäre deswegen abgestürzt?
    Sie sehen da was falsch. Das Gericht hat nicht gefordert, dass die Crew weiterarbeitet. Ganz im Gegenteil. Das Gericht hat nur festgestellt, dass die Airline eine andere Crew hätte rankarren müssen.
  4. #4

    Huch?

    Zitat von guayaquil Beitrag anzeigen
    Früher dauerte eine Reise von Madrid nach Teneriffa mindestens 1 Woche wenn nicht 2.
    Was ist für Sie "früher"? Zu Kaisers Zeiten?

    Da sind 4 Stunden Verspätung doch nun wirklich ein "Klacks", den man lächelnd übergehen kann.
    Eine Verspätung, die länger ist als die komplette Reisedauer (sogar fast doppelt so lang wie die Reisedauer), ist alles andere als ein Klacks.

    der Andere nutzt diese Verspätung (schamlos) aus, um eine Entschädigung rauszuschlagen. Mein vater sagte immer: Wenn's anfängt, dann im Kopf.....
    Wieso ist es eine "schamlose Ausnutzung" sein verbrieftes Recht, das glasklar in Form einer EU-Verordnung jedem Reisenden zugesichert wird, in Anspruch zu nehmen?
  5. #5

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    Solche Urteile und auch solche Begründungen, sind eher in die Kategorie des "idiotischen Rechts " einzuordnen.
    Was wäre denn gewesen, die Crew hätte weitergearbeitet und der Flug wäre deswegen abgestürzt? Dann hätte der gleiche Richter von unhaltbaren Zuständen gesprochen und die Passagiere unter Umständen darüber geklagt, daß die Angestellten hätten zu lange arbeiten müssen.
    Was wollen die Richter? Was wollen die Kunden? Alles kann man nicht haben -entweder Sicherheit oder eben Schnelligkeit. Beides in Perfektion geht nicht. Das sollte auch ein Richter mal sich überlegen - als nur nach dem formalen Recht zu entscheiden.
    Man könnte als Anbieter ja dann auch keine Zeiten für den Abflug mehr angeben - mal sehen, wer dann wieder schreit.
    JEDE Airline hält i.d.R. an allen Zielen in der Welt Ersatzcrews vor. Wenn es um einen Flug von Madrid nach Teneriffa geht, kann man sogar mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um eine spanische, in JEDEM Fall aber um eine europäische Fluggesellschaft handelt. Es wäre also in jedem Falle möglich gewesen, in der Zwischenzeit eine Ersatzcrew aufzutreiben, sie notfalls einfliegen zu lassen.

    DAS ist der Grund für das Urteil, und der ist durchaus nachvollziehbar. Denn Ailines lassen Ersatzcrews gerne weg, um Kosten zu sparen. Es muss sie also teurer kommen, KUnden Schadensersatz zu zahlen, als eine Ersatzcrew aufzutreiben.
  6. #6

    Zitat von guayaquil Beitrag anzeigen
    Früher dauerte eine Reise von Madrid nach Teneriffa mindestens 1 Woche wenn nicht 2.
    Heute haben wir die Möglichkeit, in Stunden an jeden Punkt der Welt zu kommen.
    Da sind 4 Stunden Verspätung doch nun wirklich ein "Klacks", den man lächelnd übergehen kann.
    Wir Menschen sind eben verschieden, der Eine nimmt's leicht und freut sich, daß er nicht zu Fuß und per Boot nach Teneriffa reisen muß, der Andere nutzt diese Verspätung (schamlos) aus, um eine Entschädigung rauszuschlagen. Mein vater sagte immer: Wenn's anfängt, dann im Kopf.....
    Die Airline ist aus freiem Willen die Verpflichtung eingegangen, Passagiere gegen Entge,d zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort zu bringen. Es ist überhaupt nicht einzusehen warum (vermutluch mehrnals 100 zahlende Kunden) das Unvermögen der Airline mit einem halben Arbeitstag ausgleichen sollen.

    Gleiches gilt auch für Ärzte (die grene schon Beginn Sprechstunde das Wartezimmer voll machen) oder irgendwelche Hotlines.
  7. #7

    Den Geiz stoppen!

    Zitat von ruediger Beitrag anzeigen
    Die Airline ist aus freiem Willen die Verpflichtung eingegangen, Passagiere gegen Entge,d zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort zu bringen. Es ist überhaupt nicht einzusehen warum (vermutluch mehrnals 100 zahlende Kunden) das Unvermögen der Airline mit einem halben Arbeitstag ausgleichen sollen.

    Gleiches gilt auch für Ärzte (die grene schon Beginn Sprechstunde das Wartezimmer voll machen) oder irgendwelche Hotlines.
    Eine Fluggesellschaft kann auf zwei Wegen Folgeverspätungen zu vermeiden. Entweder man verlängert die wendezeiten so, daß die Crew über die Mindestruhezeit hinaus mehr Zeitreserve hat, oder man gewährleistet das Vorhandensein einer Reserve-Crew.

    Dazu war sogar (noch in der DDR, aber nicht mehr heute) die S-bahn in Berlin in der Lage. Da gab es 5 besetzte Reservezüge und mehrere Standorte mit Reserve-Fahrern.
  8. #8

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    Solche Urteile und auch solche Begründungen, sind eher in die Kategorie des "idiotischen Rechts " einzuordnen.
    Was wäre denn gewesen, die Crew hätte weitergearbeitet und der Flug wäre deswegen abgestürzt?
    Es geht nicht darum, der Crew ihre Ruhezeiten zu nehmen, es ging darum, keinen Versuch, eine andere Crew einzusetzen, getaetigt zu haben.
    Aber das haetten sie im Bericht erlesen koennen!
    Schonmal eine Flugline erlebt, die nicht in der Lage waere, ihre Crew's auf andere Fluege umzuleiten, wenn andere Crew's ausfallen? Das wird immer klappen, nur wird der Mehraufwand in der Verwaltung oft gescheut. Gut das es Ersatz fuer solche Flugverspaetungen gibt. Damit koennte ein grosser Teil der Gaeste dieses Fluges umsonst geflogen sein!
  9. #9

    Zitat von guayaquil Beitrag anzeigen
    Früher dauerte eine Reise von Madrid nach Teneriffa mindestens 1 Woche wenn nicht 2.
    Heute haben wir die Möglichkeit, in Stunden an jeden Punkt der Welt zu kommen.
    Da sind 4 Stunden Verspätung doch nun wirklich ein "Klacks", den man lächelnd übergehen kann.
    Haetten sie frueher eine Verdopplung der Reisezeit akzeptiert? Ohne zu murren? Weil darauf lief es in diesem Fall wohl hinaus, doppelte Reisezeit und vermutlich wenig bis gar keine Unterstuetzung fuer die Reisenden, es reicht: Delayed!