TV-Talks zu Jugendgewalt : "Lass das!"

dapdWas tun gegen jugendliche Gewalttäter? Soll man sie wegsperren, therapieren, ihnen "das Böse" austreiben? Maybritt Illner und Reinhold Beckmann ließen in ihren TV-Talks den Einbruch des Entsetzlichen in unseren Alltag diskutieren. Fazit: Gegen sinnlose Brutalität hilft eigentlich - gar nichts.

Jugendgewalt: Diskussion in TV-Talks von Illner und Beckmann - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    .........

    Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer sehr lieblosen Elternwelt auf und Verbote gibt es zu Hause schon seit zu vielen Jahren nicht mehr.

    Wenn ich sehe mit wie viel Gleichgültigkeit Elternpaare miteinander umgehen frage ich mich wo Kinder sich einen liebevollen, Menschenachtenden Umgang abschauen sollen.

    Dazu paßt auch, dass heute in Minuten berechnet wird wie lange sich Paare miteinander unterhalten. Jeder macht sein, Interesse für den nächsten Menschen in einer Gemeinschaft ist doch nicht mehr vorhanden.

    Und ja- dazu paßt leider auch Freundschaften auf Facebook zu führen.

    Ich kenne sehr viele tolle Kinder und Jugendliche, alle wirklich alle kommen aus Familien in denen sich miteinander beschäftigt wird und umeinander bemüht wird.

    Fangt alle zu Hause an nach Fehlverhalten zu suchen. Macht nicht EINE Gesellschaft für alles verantwortlich, denn die Gesellschaft seid Ihr alle.
  2. #2

    Das Böse?

    Ist nur das Gute, das man - meist sich selber -auf Kosten anderer tut...
    Gesellschaften, die noch "Clan"-orientiert sind, berücksichtigen die Bedürfnisse von anderen ausserhalb der eigenen Famlie deutlich weniger. Kommt eine Religion hinzu, die andere Religionen, Nichtgläubige oder Frauen als zumindest weniger wertvoll betrachtet, verstärkt das ein empathiefreies Verhalten. Nationalismus führt ganz religionsfrei in dieselbe Richtung.

    Ändern kann man daran etwas, wenn man Jugendlichen vermittelt, das auch die Bedürfnisse anderer wichtig sind. Wird das in der Familie nicht getan, kann Gesellschaft und Schule kaum noch gegensteuern. Dann hilft nur noch die Strafe bzw. der Schutz der nächsten Opfer durch wegsperren.

    Berkel hat übrigens Recht - EINE der Grundlagen des Gewaltmonopols ist die, das der Staat die Gerechtigkeit herstellt. Er übernimmt den Ausgleich zwischen Opfer und Täter.
    Wird er dieser Rolle nicht mehr gerecht, entfällt auch eine Basis der Akzeptanz dieses Gewaltmonopols. Wenn Tat und Bestrafung nicht mehr in einem moralisch akzeptablen Zusammenhang stehen (z.B. Sozialstunden für Totschlag, wobei Tottreten eher Mord ist), verliert das Gewaltmonopol das Fundament.
    "Rache" wird im Rechtsstaat durch "Gerechtigkeit" ersetzt. Dabei müssen die Belange der Opfer aber berücksichtigt werden, "Gerechtigkeit" ist nicht automatisch, was im Gesetz steht. Das Hauptziel der Justiz darf nicht die Rehabilitation der Täter sein.
  3. #3

    Schon mal daran gedacht, dass das andauernde Predigen von gutmenschlicher Friedlichkeit ziemlich aggressiv ist?
  4. #4

    Spiegelbild der Gesellschaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was tun gegen jugendliche Gewalttäter? Soll man sie wegsperren, therapieren, ihnen "das Böse" austreiben?
    Man sollte zuerst mal an einer gerechteren Gesellschaft arbeiten, die möglichst vielen eine Chance bietet, in der gegenseitige Unterstützung ein wichtiger Wert ist und in der es nicht nur darum geht, wer gerade wen ausbeuten kann.

    Ich bin der Ansicht, dass die Zunahme solcher Exzesse das Spiegelbild einer strukturell gewalttätigen Gesellschaft ist. Was mit der persönlichen Verantwortung für eine solche Tat nichts zu tun.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was tun gegen jugendliche Gewalttäter? Soll man sie wegsperren, therapieren, ihnen "das Böse" austreiben? Maybritt Illner und Reinhold Beckmann ließen in ihren TV-Talks den Einbruch des Entsetzlichen in unseren Alltag diskutieren. Fazit: Gegen sinnlose Brutalität hilft eigentlich - gar nichts.

    Jugendgewalt: Diskussion in TV-Talks von Illner und Beckmann - SPIEGEL ONLINE
    Es mag therapeutisch, rituell und immunologisch sinnvoll sein, stundenlang über "sinnlose" Gewalt und die Lücken in unserer zivilisatorischen Abwehrkette zu reden. Wahrscheinlich aber gibt es nichts, was wir dagegen tun können. Es wird wieder vorkommen. Natürlich.
    Kann man nichts machen, alles ganz natürlich.

    Gilt das auch für Vergewaltigungen?

    Deutlicher hätte man das Desinteresse dieser Gesellschaft für die Probleme junger Männer nicht ausdrücken können.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was tun gegen jugendliche Gewalttäter? Soll man sie wegsperren, therapieren, ihnen "das Böse" austreiben? Maybritt Illner und Reinhold Beckmann ließen in ihren TV-Talks den Einbruch des Entsetzlichen in unseren Alltag diskutieren. Fazit: Gegen sinnlose Brutalität hilft eigentlich - gar nichts.

    Jugendgewalt: Diskussion in TV-Talks von Illner und Beckmann - SPIEGEL ONLINE
    Schuld haben die Eltern!
    Eine straffe Erziehung, Wertevermittlung, wenn das nicht stattfindet, dann hat man zum Größtenteil solche Jugendlichen.
    Dieses setzt natürlich auch eine gewisse Intelligenz der Eltern voraus.
  7. #7

    Hinsehen und Ergründen: WARUM

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was tun gegen jugendliche Gewalttäter? Soll man sie wegsperren, therapieren, ihnen "das Böse" austreiben? Maybritt Illner und Reinhold Beckmann ließen in ihren TV-Talks den Einbruch des Entsetzlichen in unseren Alltag diskutieren. Fazit: Gegen sinnlose Brutalität hilft eigentlich - gar nichts.

    Jugendgewalt: Diskussion in TV-Talks von Illner und Beckmann - SPIEGEL ONLINE
    So lange die Erwachsenen deren eigenen Traumata verneinen, wegschieben und verdrängen, werden die Kinder IMMER so werden wie sie …
    So lange, wie vor allem auch die Therapeuten und Fachleute die Realität in der Psychologie nicht sehen wollen, so lange werden Kinder zu "Monstern" verklärt …

    Seit Freud ist immer das Kind schuld, und heute beruhen eigentlich alle Psychothesen auf den Neurosen des Herrn Freud - unbefragt, nicht hinterfragt und unkritisch übernommen …
    So schaut unsere Wissenschaft überall aus …*deshalb kommen wir nie zu einem Ergebnis sondern doktern immer nur an Symptomen herum anstatt den Ursachen nachzugehen …*auch wenn das unangenehm ist und zu Schmerzen führen wird (nicht kann) … und zwar für den Einzelnen und für die Gesellschaft …
    Zum Thema Kindheit, Prägung und Traumatisierung bitte u.A. bei Alice Miller in ihren Büchern und ihren Web-Posts nachlesen: ( Alice Miller - Kindesmisshandlung Kindesmissbrauch - Alice Miller )
    … oder bei Frau Dr. Anke Diehlmann ( Gemeinschaftspraxis Dr. W. und A. Diehlmann - Home )

    oder auch dort:
    https://www.amazon.de/gp/pdp/profile...8&ref_=sv_ys_5
  8. #8

    Es ist natürlich nicht wahr,...

    ... dass "nichts" gegen Gewalt hilft. In der deutschen Geschichte gab es stets Zeiten, in welchen Gewalt vermehrt auftrat und andere, die weitaus weniger Gewalt aufwiesen. Man sollte ohne die derzeit "modische" Psycho-Ideologie einfach mal die Historie analysieren und erhielte wohl Überraschungen.
  9. #9

    Kranke Gesellschaft

    Zunächst leben wir in den industrialisierten Ländern in einer Zeit, die wesentlich gewaltfreier ist als frühere Zeiten, lediglich durch die Medeinresonanz, die in einem grotesken Missverhältnis zu der Häufigkeit solcher Fälle steht, entsteht der gegenteilige Eindruck. Was aber wahrscheinlich zugenommen hat, ist eine diffuse spontane Gewaltanwendung ohne konkreten Grund sowie Amokläufe von Jugendlichen. Als Grund sehe ich eine vulgärmaterialistische, religionsfreie und zunehmend ungerechte Gesellschaft, in der die traditionelle Familie ausgedient hat. Wenn ein zweistelliger Prozentsatz der Kinder mit Ritalin behandelt werden, dann lautet für mich die Diagnose: Diese Gesellschaft ist krank! Und die neue Forem der diffusen Gewalt ist eines der Symptome!