Digitale Schüler-Überwachung: SMS gegen Schwänzer

DPAErwischt! Wer zu spät kommt oder schwänzt, dessen Eltern sollen automatisch eine SMS bekommen. So will Berlin gegen Schulverweigerer vorgehen, drei Schulen testen die neue Software. Droht die digitale Gängelung der Jugend? Und was, wenn die Daten in falschen Händen landen?

http://www.spiegel.de/schulspiegel/s...-a-864584.html
  1. #1

    1984

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erwischt! Wer zu spät kommt oder schwänzt, dessen Eltern sollen automatisch eine SMS bekommen. So will Berlin gegen Schulverweigerer vorgehen, drei Schulen testen die neue Software. Droht die digitale Gängelung der Jugend? Und was, wenn die Daten in falschen Händen landen?

    Schülerdatei und Klassenbuch: Berliner Schulen schicken Schwänzern SMS - SPIEGEL ONLINE
    1984 war gestern! Pure Bankendiktatur und Gängelung der Bevölkerung.
  2. #2

    Titel:Schulverweigerer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erwischt! Wer zu spät kommt oder schwänzt, dessen Eltern sollen automatisch eine SMS bekommen. So will Berlin gegen Schulverweigerer vorgehen, drei Schulen testen die neue Software. Droht die digitale Gängelung der Jugend? Und was, wenn die Daten in falschen Händen landen?

    Schülerdatei und Klassenbuch: Berliner Schulen schicken Schwänzern SMS - SPIEGEL ONLINE
    Hallo,

    komische logik! Also wenn weiter per post benachrichtigt wird ist alles OK oder was? Ja sorry die zeit geht nach vorne und eine SMS ist eine neue art der mitteilung wie es einst auch der brief war. Auch bei einem brief können die daten in falsche hände geraten. Also der artikel ist voll daneben und altmodisch.
  3. #3

    B-Trifft

    Das Problem liegt nicht bei den Schülern, sondern bei den Eltern. Deshalb wird das in der Praxis deshalb nicht funktionieren, da die, die es betrifft entweder a) ständig wechselnde Handy Nummern haben oder b) ihre Handy-Nummer nicht angeben oder c) schlicht nicht erreichbar sein wollen.
  4. #4

    Kirche im Dorf lassen

    Wenn Konsumenten sich von der Bank per SMS eine neue TAN für eine Überweisung senden lassen oder eine Airline per SMS über Verspätung am Gate informiert funktioniert das doch auch.
    Ich könnte mir eher vorstellen, dass viele Eltern überhaupt keine Lust haben, sich ständig um das Gebaren ihres Nachwuchs kümmern zu müssen.
  5. #5

    kein Schwänzen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer schwänzt oder zu spät kommt, erhält einen Eintrag ins Klassenbuch, so war das früher und so ist es vielerorts noch immer.
    Ins Klassenbuch wird nur die Abwesenheit eines Schülers eingetragen. Ob er geschwänzt hat, geht daraus nicht hervor. Im übrigen: Auch Tadel wegen sonstigen Fehlverhaltens dürfen seit vielen Jahren nicht mehr ins Klassenbuch eingetragen werden - aus datenrechtlichen Gründen.

    Eine Schule kann nicht feststellen, ob ein Schüler schwänzt. Sie kann nur feststellen, ob ein Schüler abwesend ist und ob dafür eine Entschuldigung vorliegt. Die Feststellung eines unentschuldigten Fernbleibens bedeutet nicht, dass der Schüler schwänzt. Es kann auch einfach nur bedeuten, dass die Erziehungsberechtigten keine Entschuldigung geschrieben haben. Daher kann es auch keine Datenbankeinträge über "Schwänzen" geben.
  6. #6

    Auch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erwischt! Wer zu spät kommt oder schwänzt, dessen Eltern sollen automatisch eine SMS bekommen. So will Berlin gegen Schulverweigerer vorgehen, drei Schulen testen die neue Software. Droht die digitale Gängelung der Jugend? Und was, wenn die Daten in falschen Händen landen?

    Schülerdatei und Klassenbuch: Berliner Schulen schicken Schwänzern SMS - SPIEGEL ONLINE
    heute schon rufen (sollten sie zumindest) Lehrer bei Verdacht auf Schulschwänzerei das Elternhaus an. Ebenfalls werden SMS verschickt, obwohl das direkte Gespräch vorzuziehen ist. Kontakte zwischen Eltern und Lehrern sollten immer wieder auf persönlicher Ebene im Gespräch statt finden.
  7. #7

    In anderen Ländern

    ist das schon Gang und Gäbe. Hier in Irland z.B. wird morgens die Anwesenheit kontrolliert. Fehlt jemand, gibt's ne SMS an die Eltern: "Your son / daughter was absent....etc."
    Das ist zur Info an die Eltern, Namen werden in der SMS nicht erwähnt. Als Elternteil weiss ich dann recht schnell ob mein Kind in der Schule war oder nicht. Dann kann ich auch gleich fragen warum nicht und erfahre das nicht erst Wochen oder Monate später bei einem Blick auf die unentschuldigten Fehltage.
  8. #8

    Um Himmels Willen...

    "Sehr geehrte Frau Mustermann, Ihr Sohn Max ist heute nicht
    zum Unterricht erschienen..." Oh mein Gott, man stelle sich nur
    vor, solch sensible Daten würden in falsche Hände, also z.B. auf
    dem Handy von Onkel Herbert landen... das wäre eine nationale
    Katastrophe. Ironie off!

    Also, wenn das schlimm ist, dann müssen wir jegliche Form der Kommunikation
    abschaffen. Dann muss wirklich der Lehrer nach der Schule persönlich
    vorbei fahren und im abhörsicheren Lehrerauto die Mutter über
    den Fehltag unterrichten.

    Ich halte so ein Vorhaben für richtig. Jedoch würde ich es nicht sofort bei allen
    Schülern anwenden. Auch im Beruf kommt jeder mal zu spät. Einsetzen würde ich
    es bei Schülern, die häufig fehlen. Auch wenn Kommentar #1 das schon wieder als
    Gängelung und Diktatur auffasst - Kronische Schulschwänzer werden nach dem sie
    die Hauptschule nicht geschafft haben rummotzen, dass sie ja nie eine Chance hatten
    und aufgrund ihrer bildungsschwachen Eltern diskriminiert wurden usw. Denn für
    eigenes Versagen ist man ja mittlerweile nicht mehr selbst verantwortlich. Die
    Schuld wird auf die Gesellschaft geschoben und diese kann sich durch solche
    Maßnahmen wehren. Denn einen guten Schulabschluss ohne in die Schule zu gehen,
    weil man halt mal keinen Bock hat, gibt es nicht.

    Dass Eltern die Noten ihre Kinder einsehen können, halte ich jedoch für falsch.
  9. #9

    Die Abwesenheit von Schülern zentral und langfristig digital zu speichern erscheint mir fragwürdig.

    Das mit den SMS ist allerdings eine gute Idee, schon aus Gründen der Sicherheit, für den Fall das dem Schüler unterwegs etwas zugestossen ist oder er sich ohne Wissen der Eltern sonstwo herumtreibt. Ansosnten dauert es ja oft wesentlich länger bis die Eltern über die Abwesenheit benachrichtigt werden.