Neues Organspendegesetz: Sieben Gründe für einen Spendeausweis

dapdHeute tritt die neue Regelung für die Organspende in Kraft: Jeder Versicherte wird von seiner Krankenkasse aufgefordert, einen Spendeausweis auszufüllen. Sieben subjektive Argumente, warum man es tun sollte.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-864546.html
  1. #650

    und acht dagegen

    ein zentrales register in dem spender und empfäger aufgeführt werden hätte die moglichkeit den kreis dieser diskussionen zu schliessen.
    menschen denen es wichtig ist tragen sich in dieses register ein(aktiv)
    und werden so zum spender/empfänger unter aktzeptierung der spendevorraussetzung.
    es gäbe keine not menschen zu irgentetwas zu überreden, keinen druck auf unbeteiligte, keine not fragwürdige gesetze zu formulieren ebenso bliebe die selbstbestimmung erhalten.
    die jetzige regelung ist mehr als mangelhaft und reicht in diesem forum deswegen auch zu 650 beiträgen in denen niemand (so habe ich es verstanden) gegen organspende ist sondern eben die aktuelle umsetzung kritisiert.
  2. #651

    Bravo, das war bis jetzt der ausgewogenste Bericht zu diesem Thema. Es wird sehr deutlich, dass TP-Mediziner - selbst wenn man ausschließlich gute Absicht unterstellt - Angehörige nicht objektiv beraten können und das auch gar nicht wollen. Es wird außerdem deutlich, warum man ziemlich willkürlich den "Hirntot" als entscheidendes Kritierium für den Zeitpunkt heranzieht, ab wann man den Spender als Patienten aufgeben und nur noch als Organlager behandeln darf. Am perversesten finde ich, dass das die vom Gesetzgeber als Berater hinzugezogenen Mediziner ganz genau wissen und auch klipp und klar gesagt haben - und trotzdem wird immer noch so getan, als sei der "Hirntot" eine medizinisch einwandfreie Todesdefinition. Dass noch dazu die Diagnose selbst einen mit dem Tod ringenden Patienten endgültig den Rest geben oder zumindest bleibende Schäden verursachen kann, ist noch das I-Tüpfelchen.

    Jedenfalls: Wer jetzt noch nicht versteht, warum viele Bauchschmerzen beim Thema OS bekommen, der will es einfach nur nicht kapieren. Es lebe der Fortschritt, hier juristisch ermöglicht durch Propaganda und selbstgewählte Ignoranz.
  3. #652

    Wohl jeder möchte gern Leben retten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Heute tritt die neue Regelung für die Organspende in Kraft: Jeder Versicherte wird von seiner Krankenkasse aufgefordert, einen Spendeausweis auszufüllen. Sieben subjektive Argumente, warum man es tun sollte.

    Organspendeausweis ausfüllen: Transplantationsgesetz in Kraft - SPIEGEL ONLINE
    Noch dazu wenn es ihm nicht mal was kostet.
    Mafiose Strukturen unterstützen möchten dagegen die Wenigsten.
    Erst wenn hundertprozentig klar ist, daß mit dieser Form der Lebensrettung kein Mißbrauch getrieben werden kann, sollte man wieder bei den Spendenwilligen anklopfen!
    Wohl nirgendwo ist Vertrauen wichtiger als hier.
  4. #653

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    ...
    In Deutschland ist die deutsche Hirntoddefinition unter Medizinern kaum umstritten. ...
    Ach so, gestorben wird wohl nur in D und überhaupt nur nach der deutschen Todesdefinition? Sorry, das konnte ich natürlich nicht wissen. Ich dachte, das wäre ein weltweit gültiger Teil menschlicher Existenz...

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Sie unterstellen einfach anderen Menschen Mord – ohne den geringsten Anlass dazu zu haben. Das ist unredlich.
    Unredlich ist es, ganz bewusst missliebige Fakten weg zu lassen: Wer hat denn immer behauptet, bei der TP von Organen gäbe es überhaupt keine Chance für Unregelmäßigkeiten? Gut, dass es so dermaßen simpel ist, hätte ich auch nicht gedacht, aber dass überall besch**en wird, wo Menschen beteiligt sind, sollte keine Überaschung sein. Wer selbst jetzt, wo diese Sauereien so langsam offenbar werden, immer noch behauptet, das seien ja alles nur Unterstellungen, der disqualifiziert sich selbst für jede vernünftige Diskussion.

    Außerdem habe ich niemand konkret beschuldigt sondern ich habe - ausdrücklich als Meinung und damit nicht als Tatsachenbehauptung - geäußert, dass ich bezweifle, ob man sich angesichts der inzwischen belegten Unregelmäßigkeiten bei der Organvergabe sicher sein könnte, dass nicht auch bei der Organgewinnung betrogen wird. Das allerdings halte ich in der Tat sowohl für möglich als auch für wahrscheinlich. Eine effektive Kontrolle darüber gibt es nicht und außerdem nützt es dem Patienten nichts, wenn dann hinterher festgestellt würde, dass er durchaus überleben hätte können, hätte man nur seine Organe nicht so dringend anderweitig verwenden wollen.

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Ob das aus "Gewinnsucht" geschehen ist, ist nicht erwiesen.
    Hören Sie doch auf: Diesen Betrügern pauschal nur die besten Absichten zu unterstellen ist schon mehr als naiv. Im Einzelfall vielleicht, aber nie und nimmer bei jedem Fall, indem Patienten durch bewusst falsche Bewertungen auf der Empfängerliste nach oben katapultiert wurden.

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    ...Ob es tatsächlich sich um eine Riesensauerei handelt, kann ich nicht sagen.
    Sie haben schon einen sehr merkwürdigen Moralbegriff: Sie haben das Nicht-Spenden-Wollen in anderen Threads vielfach als moralisch verfehlt gegeißelt, finden es aber offenbar nur eine lässliche Sünde, wenn auf der Empfängerseite ohne medizinische Gründe einzelne Patienten auf Kosten der übrigen bevorzugt werden. Geht es noch?

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    ...
    Wer akzeptiert es denn nicht? Es wird ja nicht "ständig in Frage gestellt", sondern es wird immer wieder "nachgefragt".
    Eben. Es wird immer wieder nachgefragt. Wer eine Antwort akzeptiert, muss nur einmal fragen. Wer es wiederholt tut, will eine neue Antwort haben. Simple Logik eigentlich...

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Das stimmt nun nicht. Ihnen bleibt frei, weiterhin "nein" oder "unentschieden" zu sagen, oder sich auszuschweigen.
    Jaja, und niemand hatte die Absicht eine Mauer zu bauen...
  5. #654

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Ach so, gestorben wird wohl nur in D und überhaupt nur nach der deutschen Todesdefinition?
    Das hat keiner behauptet. Aber hier ist das Thema Deutschland – nicht die Organbeschaffungspraktiken in z.B. China. Und in Deutschland dürfen nur Organe transplantiert werden, die von Spender stammen, die gemäß deutschen Kriterien als Hirntod diagnostiziert werden.

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Unredlich ist es, ganz bewusst missliebige Fakten weg zu lassen: Wer hat denn immer behauptet, bei der TP von Organen gäbe es überhaupt keine Chance für Unregelmäßigkeiten?
    Die "Unregelmäßigkeiten" bei der Organvergabe und bei der Spende haben nunmehr nichts miteinander zu tun.
    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Außerdem habe ich niemand konkret beschuldigt sondern ich habe - ausdrücklich als Meinung und damit nicht als Tatsachenbehauptung - geäußert, dass ich bezweifle, ob man sich angesichts der inzwischen belegten Unregelmäßigkeiten bei der Organvergabe sicher sein könnte, dass nicht auch bei der Organgewinnung betrogen wird.
    Wenn Sie schreiben, dass Sie was "glauben", ist das schon mal eine Beschuldigung:
    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass ich als Organspender im Zweifelsfall eher einen Hirntod "erleiden" könnte, wenn für eines meiner Organe gerade ein zahlungskräftiger Abnehmer da wäre.
    Also doch – ein Beschuldigung:
    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Das allerdings halte ich in der Tat sowohl für möglich als auch für wahrscheinlich…
    .
    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Sie haben schon einen sehr merkwürdigen Moralbegriff: Sie haben das Nicht-Spenden-Wollen in anderen Threads vielfach als moralisch verfehlt gegeißelt, finden es aber offenbar nur eine lässliche Sünde, wenn auf der Empfängerseite ohne medizinische Gründe einzelne Patienten auf Kosten der übrigen bevorzugt werden. Geht es noch?
    Wo habe ich gemeint, dass das "ohne medizinischen Gründen" wäre? Nirgends. Im Gegenteil, ich habe gemeint, dass es gerade aus medizinischen Gründen passiert sein könnte.
    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Eben. Es wird immer wieder nachgefragt. Wer eine Antwort akzeptiert, muss nur einmal fragen. Wer es wiederholt tut, will eine neue Antwort haben. Simple Logik eigentlich...
    Das Argument fällt flach – denn auch wenn Sie mit "ja" antworten, wird wieder verschickt. Und woher soll denn der "Versender" denn wissen, ob oder wie sie geantwortet haben. Ihre Antwort wird ja nirgends registriert.

    Das immer erneute Verschicken hat schon einen Sinn: es gibt viele Menschen, die aufgrund von Lebenserfahrungen Sachverhalte neu überdenken. Z.B., wenn man miterlebt, wie jemand aufgrund einer Organspende ein "neues" Leben führen kann, oder wenn man miterlebt, wie jemand auf ein neues Herz wartend stirbt, oder wenn man mitbekommt, wie ein Mensch sich über ein Jahrzehnt 3 x wöchentlich zur Dialyse quält, dann ist man vielleicht eher geneigt, ebenfalls zu spenden. (Und trotz alledem, bin ich mit dem neuen Gesetz nicht "glücklich" – nur halte ich Ihre Argumente dagegen für absurd.)
  6. #655

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    .
    Für die Ablehnenden konnte man das aber anhand etlicher Unkenntnis schon paarmal zeigen, dass Ihnen die Infos fehlen.
    Die Ablehnenden schleppen hier doch haufenweise seriöse Zeitungsartikel, Zitate, Berichte an. Auf die gehen Sie aber nicht ein, stattdessen wird von Ihnen unermüdlich das Mantra vom unumkehrbaren Hirntod heruntergebetet. So machen es halt auch die offiziellen Stellen, die ja über die Organspende aufklären sollen. Die klären aber leider nicht auf, negative Aspekte werden einfach nicht erwähnt. Ich war vor ein paar Monaten noch ohne Zögern bereit, meine Organe zu spenden weil ich den paar Sätzen, die man dazu so hier und da aufschnappt, geglaubt habe. Seit ich mich mit der Thematik befasse kommt für mich keine Organspende mehr in Frage.
  7. #656

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Ob das aus "Gewinnsucht" geschehen ist, ist nicht erwiesen. Es gibt kein Indiz dafür, dass die Patienten für die Manipulation bezahlt haben. Bekannt ist, dass (auch) die Akten von Kassenpatienten manipuliert wurden.
    Anmerkungen zur Organtransplantation: Ein guter Schnitt - taz.de

    Gral.de: Aktuell: Wertschöpfung aus der Organspende
  8. #657

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Das immer erneute Verschicken hat schon einen Sinn: es gibt viele Menschen, die aufgrund von Lebenserfahrungen Sachverhalte neu überdenken. Z.B., wenn man miterlebt, wie jemand aufgrund einer Organspende ein "neues" Leben führen kann, oder wenn man miterlebt, wie jemand auf ein neues Herz wartend stirbt, oder wenn man mitbekommt, wie ein Mensch sich über ein Jahrzehnt 3 x wöchentlich zur Dialyse quält, dann ist man vielleicht eher geneigt, ebenfalls zu spenden.
    Ja ich bin auch geneigt zu Spenden.

    Nämlich Seife. Damit lassen sich 15.000 Leben retten in D.. Das sind sogar 3.000 Menschenleben mehr als bei der Organspende gefährdet sind.
    Mangelnde Hygiene in Krankenhäusern - Tödliche Hände - Wissen - sueddeutsche.de
    Mangelnde Hygiene: Kliniken setzen das Leben der Patienten aufs Spiel - Nachrichten Gesundheit - DIE WELT
  9. #658

    zweifel

    Das immer erneute Verschicken hat schon einen Sinn: es gibt viele Menschen, die aufgrund von Lebenserfahrungen Sachverhalte neu überdenken. Z.B., wenn man miterlebt, wie jemand aufgrund einer Organspende ein "neues" Leben führen kann, oder wenn man miterlebt, wie jemand auf ein neues Herz wartend stirbt, oder wenn man mitbekommt, wie ein Mensch sich über ein Jahrzehnt 3 x wöchentlich zur Dialyse quält, dann ist man vielleicht eher geneigt, ebenfalls zu spenden. (Und trotz alledem, bin ich mit dem neuen Gesetz nicht "glücklich" – nur halte ich Ihre Argumente dagegen für absurd.)[/QUOTE]

    ich weis nicht wovon sie da schreiben aber scheinbar kennen sie diese vielen menschen die sich in diesen fragen gerne umentscheiden.
    aber apropos bekannte und fakten:
    "....In Deutschland ist die deutsche Hirntoddefinition unter Medizinern kaum umstritten. Die bekannten "Drs" die die Definition bestreiten, sind meistens keine Mediziner und wenn sie es sind, meist Anhänger tibetanischer Glauben...."
    abgesehen davon das mir egal ist wer sich bei enem solchen tehma beteilligt ob dr oder prof oder strassenkehrer würde ich nie auf den gedanken kommen ihre aussage nach ihrem geburtsland oder religion zu "wiegen".
    am ende muss sich jeder spender mit der frage auseinandersetzen ob der zustand nach hirntotdiagnostik der tot ist egal ob er medizin oder nix studiert hat denn es geht um ihn.
    dazu mal ein paar fakten:
    Bewegungen der Arme und Beine finden sich nach Angaben der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) „bei bis zu 75% aller Hirntoten“.8 „Hirntote“ Patienten liegen im Bett wie andere bewusstlose Patienten auch, das Herz schlägt und sie atmen mit technischer Unterstützung durch Beatmungsgeräte. Sie fühlen sich nicht wie Tote an, der Stoffwechsel funktioniert, „hirntote“ Frauen sind in der Lage zu gebären, „hirntote“ Männer können Erektionen haben. Todeszeichen wie die Totenflecken oder die Leichenstarre fehlen vollständig. Wunden können ausheilen. Eine Leiche wird nicht noch meh*rere Ta*ge gewaschen werden und es ist auch keinerlei Mundpflege mehr nötig. Die Haut*pflege, das Absaugen, sowie Lagerung und Medikamentengaben entfallen bei ei*ner Leiche. Keinerlei Kontrolle ir*gendwelcher lebensverlängernder Apparate wür*de notwendig sein. Eine Leiche kann man allenfalls „aufblasen“, aber nicht beatmen. In der Regel wird ein Leichnam innerhalb weniger Stunden in die Leichenhalle gebracht.

    da kommen keine zweifel auf?
    evtl könnten sie noch die namen der ihnen bekannten, bekannten tibetanischen ärtze posten .
  10. #659

    Der ehemalige Leiter des Transplantationszentrums Hannover, Prof. Rudolf Pichlmayr, aeusserte sich zur Organspende so: "Wenn wir die Gesellschaft ueber die Organspende aufklaeren, bekommen wir keine Organe mehr"
    Soviel zu den ach so uninformierten Transplantationsgegnern.