Wohnen in der Studentenverbindung: Freibier, aber kein Damenbesuch

DPA25 Quadratmeter, 180 Euro, Uni-Nähe, das klingt für viele Studenten zu gut, um wahr zu sein. Doch es gibt die supergünstigen Angebote wirklich. Nur sind die Vermieter nicht jedermanns Sache: Verbindungen, die sich als normale WGs ausgeben, um Nachwuchs zu rekrutieren.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-864094.html
  1. #1

    optional

    Bei uns in der Studentenverbindung (Landsmannschaft 80er JAhre) war es so, dass Freundinnen natürlich übernachteten, obwohl es offiziell "verboten" war. Diese Verbote resultierte aus einer Zeit, als es noch den Kuppeleiparagrafen gab und wurden dann oft beibehalten, um dafür zu sorgen, dass die Freundinnen der Bundesbrüder nicht einfach ihren Lebensmittelpunkt auf das Verbindungshaus legen. Jeder, der auch mal in einer normalen "linken" WG gewohnt hat, weiß wie bescheuert es ist, mit Pärchen und womöglich ihrem WG-öffentlich ausgetragenen Beziehungsmüll zusammenzuwohnen. Das sind echte Vorteile von Männerbünden.
  2. #2

    Kann ich so nicht nachvollziehen

    Ich bin selbst Mitglied einer katholischen Verbindung, die ebenfalls hauptsächlich über günstige Mietangebote Neumitglieder wirbt. Jedoch kann ich nicht erkennen, dass eine "Wohlfühlatmosphäre" für neue Bewohner hergestellt werden soll. Es ist einfach so, dass das ganz "normale" Leben auf einem Verbindungshaus eben so aussieht, außer dass man bei uns, leider, für sein Bier selber bezahlen muss.
    Politische oder (sexual-) moralische Einflussnahme habe ich ebenfalls nicht erlebt. Politische Diskussionen werden sogar gefördert, z.B. durch Vorträge aus Politik und Gesellschaft, wobei durchaus darauf geachtet wird, unterschiedlichste Redner (von CDUlern bis zu Grünen ist alles dabei) einzuladen.
    Allerdings kann ich nur von meiner Verbindung schreiben und damit schließen, dass sich jeder genau anschauen sollte, wo er/sie einzieht und ob ihm die dortigen Umstände passen oder eben nicht.
  3. #3

    Unglaublich.....
    Mal abgesehen davon, dass hier alle Begrifflichkeiten vertauscht werden, ist die liebe Schwester der Autorin selber bei Verbindungen zu Besuch und hat sich anscheinend nie darüber beschwert....
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    25 Quadratmeter, 180 Euro, Uni-Nähe, das klingt für viele Studenten zu gut, um wahr zu sein. Doch es gibt die supergünstigen Angebote wirklich. Nur sind die Vermieter nicht jedermanns Sache: Verbindungen, die sich als normale WGs ausgeben, um Nachwuchs zu rekrutieren.

    Verbindungen versuchen mit günstigen Mieten Mitglieder zu ködern - SPIEGEL ONLINE
    Das halte ich für ein Gerücht. Die meisten Verbindungen laden höchstens mal zu einem geselligen Abend ein, wo der Interessent dann abgecheckt wird. Wenn er Mitglied werden will, muß er das aus eigenem Antrieb tun wollen, und die Anforderungen an den Notenschnitt, den der Student an der Uni erzielen soll, sind oft sehr hoch.
  5. #5

    Sinn...

    ...dieses dämlichen Artikels ist doch wohl nur, dass neben den DB-Buxen auch mal die anderen Verbände ihr Fett abgekommen, damit sich die geneigte und unwissende Kundschaft beim nächsten Mal, wenn sie an einem Haus mit bunter Fahne vorbeikommt, mit wohligem Schauer bestätigen kann, dass dort zwar nicht zwingend Nazis wohnen, aber mindestens mal obskure Katholenfundis, die was gegen Frauen haben und deswegen saufen müssen. Ach ja, was noch fehlt, sind die ganzen tollen Karriereoptionen, die man trotz fehlender Qualifizierung (siehe Saufen) durch seine Alten Herren bekommt.
    Mannmannmann, ich fahre jetzt mal nach Bonn aufs Haus, um die ganzen Freundinnen unserer Aktiven rauszuschmeissen, vergreife mich anschließend am Freibier und trinke mir Frau Peschkes Beitrag schön
  6. #6

    Hat die Taz diese Werbung bezahlt?

    Ui, da schießt sich die Hochschul-Redaktion des Spiegel online aber langsam auf Studentenverbindungen ein! Ich finde es echt schade, dass auf spon immer wieder Personen veröffentlichen, die anscheinend auch Bilder aus der schwarzvermummten Linksradikalenszene als passend zum Artikel erachten und damit auch noch Werbung für eine Konkurrenzzeitschrift machen. Außerdem weiß ich nicht, was das Selbstzitat über Burschenschaften mit den Katholikenvereinen zu tun haben soll. Vielleicht stellt nicht zuletzt der SPIEGEL solche Verknüpfungen künstlich her? Finde ich unseriös.
  7. #7

    Zitat von realkader Beitrag anzeigen
    Jeder, der auch mal in einer normalen "linken" WG gewohnt hat, weiß wie bescheuert es ist, mit Pärchen und womöglich ihrem WG-öffentlich ausgetragenen Beziehungsmüll zusammenzuwohnen. Das sind echte Vorteile von Männerbünden.
    Das ist natürlich Quatsch. Ich hab in einer normalen WG gewohnt und dort wurde kein "Beziehungsmüll" öffentlich ausgetragen. Das ist also kein "echter Vorteil" von Männerbünden. Vielleicht unvorstellbar für einige Burschenschaftler, aber es gibt Menschen die respektvoll miteinander umgehen, auch in einer Beziehung.
    Echte Nachteile seh ich dagegen wenn mir ein ultra-konservativer Fechtverein vorschreibt, wie ich mein Studentenalltag zu verbringen hab, wo saufen bis zum Erbrechen zum guten Ton gehört und wo Diskriminierung von Frauen (und in der Regel allen Andersdenkenden oder auch mal Nicht-Ariern) gepflegt wird. Aber viele junge Männer sind halt mit den Anforderungen der Unialltags so überfordert dass sie jemand suchen der ihnen sagt wo es langgeht. Bloss keine eigenen Entscheidungen treffen und sich wie ein Schaf mit der Herde treiben lassen. Für solche Leute sind Burschenschaften natürlich ideal.
  8. #8

    Zitat von realkader Beitrag anzeigen
    Bei uns in der Studentenverbindung (Landsmannschaft 80er JAhre) war es so, dass Freundinnen natürlich übernachteten, obwohl es offiziell "verboten" war. Diese Verbote resultierte aus einer Zeit, als es noch den Kuppeleiparagrafen gab.....
    Na ich wohne in einer WG mit einem Pärchen und einem weiteren Mitbewohner, die zoffen sich zwar regelmäßig aber wir halten uns dabei einfach raus und warten bis der Sturm vorübergezogen ist.
  9. #9

    optional

    Wenn die Lebensphilosophien nicht zusammen passen, so muss man halt getrennte Wege gehen. Damenbesuch tagsüber und bei öffentlichen Veranstaltungen ist in der Regel kein Problem. Sollte dieser "Besuch" sich aber als Daueraufenthalt darstellen, so ist es doch nur nachvollziehbar, dass die übrigen Bewohner des Hauses sich möglicherweise gestört fühlen. gegenseitige Rücksichtnahme ist eine Grundvoraussetzung für ein ruhiges Miteinander.