Streit um obersten Hochschulchef: Zoff der Rektoren

dapdSie werfen ihm Intransparenz vor, Alleingänge und bezeichnen seine Wahl als Fehler: Viele Uni-Rektoren fühlen sich vom neuen Präsidenten ihres Verbandes vor den Kopf gestoßen, berichtet das Hochschulmagazin "duz". Werden sie den Aufstand gegen Horst Hippler wagen?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-862256.html
  1. #1

    der linke Mainstream schlägt zurück

    wenn jemand den von Pädagogen, Sozio- und Politologen propagierten Bologna-Prozess kritisiert, dazu noch ein Vertreter einer renommierten MINT-Uni ist, dann muss er mit verklausuliertem Widerstand rechnen. Glücklicherweise stehen die kritisierenden UNI-Rektoren nicht gerade für Elite-Unis.
  2. #2

    Zitat von gruenbonz Beitrag anzeigen
    wenn jemand den von Pädagogen, Sozio- und Politologen propagierten Bologna-Prozess kritisiert, dazu noch ein Vertreter einer renommierten MINT-Uni ist, dann muss er mit verklausuliertem Widerstand rechnen. Glücklicherweise stehen die kritisierenden UNI-Rektoren nicht gerade für Elite-Unis.
    Außerdem trägt er keine Fliege und Akademikerbart. Sowas ist schon suspekt. Er kann niemals ein Vertreter der "reinen" Lehre sein.
  3. #3

    Hippler hat erlebt wie Bologna aussieht, Frau Schavan nicht. Die hat sich das nur immer schön ausgeträumt.
    Ist ja klar, dass sie hofft, dass Hipplers Meinung keinen großen Rückhalt hat.

    Aber jeder der sich ein wenig mit der Materie beschäftigt, weiss doch dass Hippler recht hat.
  4. #4

    Besser!

    Was die Hochschulen brauchen, sind klare, gerade, und oft auch SEHR kritische Worte - viel besser als das wachsweiche Politik-Gelaber seiner Vorgängerin. Hoffentlich kann Herr Hippler seine gelassene Haltung bewahren!
  5. #5

    Ich habe selbst ...

    ... nicht Informatik studiert, aber ich liebe und erlebe die politische Mündigkeit und demokratie-notwendige "Frechheit" der deutschen Akademiker, derzeit besonders wichtig, der Informatiker.
    Das ist nicht unwichtig in dieser Zeit. Ich meine, diese Frechheit kommt von Allgemeinbildung, u.a. der Nebenfachplicht.
    Scheuklappen-Engstirn-Effizienz-Bachelors, die ein "Schein"-Studium durchknallen müssen, ohne jemals akademische Freiheit gehabt zu haben oder auch nur einen Hauch von Ahnung davon, warum seine Berufsschule UNIversität heißt, sind gefährlich in einer Zeit, in der Konzerne und Politiker Grundrechte der Bürger bekämpfen und beschädigen als wären es Staatsfeinde.

    Wie der Umgang der sogen. Konservativen mit den zahlreichen Pseudo-Doktoren in der CDU/CSU zeigt, gibt es dort eher kein Verständnis für eine echte akademische Ausbildung. Es wird dort offenbar so gehalten, wie Guttenberg es über seine eigenen Doktorarbeit gesagt hat: Das ist Blödsinn. Oder so, wie Merkel es propagiert: unwichtig.
  6. #6

    Über die Umgangsformen

    kann man vielleicht streiten, aber in der Sache hat Herr Hippler vollkommen Recht. Ob er die Rektoren dabei gegen sich aufbringt ist zweitrangig. Wichtig ist, dass er die Mehrheit der Studenten und Forscher hinter sich hat. Es geht an den Universitäten doch gerade um sie, oder etwa nicht?
  7. #7

    Gute Ansätze, schlechter Stil

    Bologna abschaffen, keine Gleichstellung von Universität und FH (wann käme sonst die Forderung des Promotionsrechts für Realschulen ?) gute Ansätze. Nichts gegen die FH, ein wertvoller Teil der Vielfalt Deutscher Bildung, aber jeder Institution sollte Ihre Identität erhalten bleiben. ABER: Vertreter der Deutschen Wissenschaftseinrichtungen bei Wahlen ausschließen: indiskutabel.
  8. #8

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen...

    Ich verstehe die Kritik von Herrn Hippler am Bolognaprozess nicht. Keine einzige Bolognavorgabe hat die Hochschulen dazu gezwungen, sich von Humboldt abzuwenden und den Studienbetrieb als Sekundarstufe 3 zu organisieren. Vorreiter dieser Bewegung sind ausgerechnet die Ingenieure, allen voran die TU9! Bildung statt Ausbildung ist schon jetzt möglich, wenn sich die Hochschulen nur mal mit mehr Neugierde den klugen Zielen zuwenden würde, nämlich die Studiengänge wirklich in Module zu gliedern, statt nur in einzelne Lehrveranstaltungen und die Module konsequent lernziel- und kompetenzorientiert ausgestalten. Da die Hochschulen mittlerweile alle sehr viel autonomer sind also noch vor 20 Jahren, sind Sie für diesen Prozess selbst verantwortlich. Allen voran natürlich die Präsidentinnen, Präsidenten, Rektorinnen und Rektoren.
  9. #9

    In welchen Fakultäten gab es die Plagiatsvorwürfe?

    Meist in den Diskussionswissenschaften. Und ausgerechent deren Vertreter (Studienräte, Theologen, Politologen) sind die Verfechter des Bologna-Prozesses und des missglückten Bachelors. Man sollte sich mehr an den UNI-Chefs orientieren, an deren Einrichtungen Spitzenforschung betrieben wird. Insofern ist Hippler der richtige Mann.