Tyler Brûlé auf Heimatbesuch: Toronto darf nicht sterben

APHübsche Cafés und plumpe Hochhaustürme, blitzsaubere Straßen und triste Viertel: Für Tyler Brûlé hat Toronto viele Reize, orientiert sich aber zu stark an US-Vorbildern. Der Vielflieger ringt um einen Zukunftsplan für seine kanadische Heimatstadt.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...-a-864312.html
  1. #1

    Ich bin in Toronto geboren und kehre alle 5 Jahre dahin zurück um zu sehen wie sich die Stadt entwickelt. Ich kann dem Autor nur recht geben. Toronto hatte Hippi Tendenzen, ein china town, North york mit diesen kleinen englischen Häusern. Das alles hatte Seele und so langsam werden diese Viertel platt gemacht und weichen diesen Seelenlosen langweiligen Vorstadthäusern oder Appartmenthochhäusern. Toronto ist eine Stadt, bei der man beobachten kann was passiert wenn die Stadt ihr eigenes Wachstum nicht verkraftet. Wenn dort aus irgendeinem Grund die Bevöllkerung zurückgehen sollte, wird es wirken wie ein Wüste aus Vorstadthäusern ohne Kern
  2. #2

    Spannende Stadt

    Ich lebe seit etwas ueber zwei Jahren in Toronto und arbeite hier als Architekt.
    Alles in allem ist das ein sehr zutreffender und guter Artikel. Toronto ist eine sehr spannende und beeindruckende Stadt mit einer Vielfalt wunderschoener und unterschiedlicher Viertel, einer einzigartigen Skyline und einer teilweise sehr schoenen Waterfront, wo vor allem die Toronto Islands hervorzuheben sind. Die Stadt gilt als eine der multikulturellsten der Welt und erlebt derzeit einen in der westlichen Welt einzigartigen Bauboom. Tyler B. hat voellig recht mit der Einschaetzung, dass Toronto derzeit versucht seinen Platz zu finden. Man orientiert sich an NYC und Chicago, wobei die Unterschiede doch noch sehr offensichtlich sind und Toronto im Vergleich noch ziemlich beschaulich und gemuetlich ist. In Kanda selber steht Toronto oft im Schatten des charmanten Montreals und des durch seine einzigartige natuerliche Lage wunderschoene Vancouver. Toronto wird innerhalb Kanadas oft veraechtlich als ein Emporkoemling behandelt, die Stadt des Big Business. Meistens steckt allerdings nichts anderes als Neid dahinter, weil Toronto alle anderen knadischen Staedte bei weitem abgehaengt hat.
    In einem Punkt kann ich dem Autor nicht ganz Recht geben: viele Apartmenttuerme sind tatsaechlich haesslich, aber einige sind auch wirklich gut gelungen. Ausserdem tragen sie dazu bei, dass die Stadt sich in manchen Bereichen sehr verdichtet, was ihr sehr gut tut, da sie in weiten Bereichen ein Paradebeispiel fuer Urban Sprawl ist.
    Der beeindruckende Boom hat allerdings auch seine Schattenseiten, die Infrastruktur, vor allem das oeffentliche Verkehrsnetz hinkt der Entwicklung der Stadt gute 30 Jahre hinterher.
    Es gibt uebrigens eine Instanz um mittelmaessige Architektur zu verhindern, das Design Review Panel, durch das groessere Projekte durch muessen.
    Ich kann jedem nur sehr empfehlen einmal Toronto zu besuchen, ausserdem sind die Niagara Faelle (auch fuer europaeische Verhaeltnisse) nur eine kurze Autofahrt entfernt.
  3. #3

    Aber wir haben doch Rob Ford als Grossvisionaer

    Mit Rob, und ohne eine GTA uebergreifende Verwaltung, kann doch gar nichts schiefgehen.
  4. #4

    Ganz recht

    Ich war gerade vor 14 Tagen mit der ganzen Familie dort - nach ca. 25 Jahren Abstinenz. Ich erkannte außer dem CN-Tower fast nichts mehr. Die Stadtsilhouette passte nicht zu der vagen Erinnerung.
    Da wir direkt vorher Washington und New York besucht hatten, wurden zwangsläufig Vergleiche gezogen. Es war ein gefühlter Abstieg. Umso mehr, da ich selbst nicht viel Zeit hatte, die fensterlosen Konferenzräume meines schön am See gelegenen Hotels zu verlassen. Meine sehr mit Architektur- und Bauwesen betraute Frau konnte dem gleichförmigen Verglasungsstil nicht viel abgewinnen.
    Ich rate jedem, diese Reise in umgekehrte Richtung zu unternehmen.
  5. #5

    deutsche Architeketn in Toronto

    Zitat von jazzland-arcadia Beitrag anzeigen
    Ich lebe seit etwas ueber zwei Jahren in Toronto und arbeite hier als Architekt.
    .
    Hallo jazzland-arcadia,
    da ich überlege selbst nach Toronto zu gehen, als Innenenarchitektin, und erstmal für ein Jahr, würde ich dich gerne fragen, ob wie du die Chancen einschätzt, daß man dort als Deutsche und ohne 'local experience`einen Job findet? Für deine Antwort schon mal vielen Dank im Voraus!