Studie zum Schulwechsel: Ausgesiebt und abgestiegen

DPADeutsche Schulen produzieren doppelt so viele Absteiger wie Aufsteiger. Im Schuljahr 2010/2011 beispielsweise wurden 50.000 Schüler auf eine niedrigere Schulform geschickt, nur 23.000 auf eine höhere. Die Verlierer häufen sich in Bundesländern mit eher laschen Standards.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-864093.html
  1. #1

    der letzte Satz

    Der letzte Satz ist ein Schlag ins Gesicht jener,die mit einem hautp-oder realschulabschluss eine gute Arbeit und ein gutes Leben haben. Man braucht kein Abitur zum Glücklichsein und nicht jeder der mal vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt hat, ist ein Versager.
  2. #2

    16 Bundesländer = 16 Schulsysteme...

    Solange es keine BundesrichtlinienKOMPETENZ in Sachen Bildung gibt, und wir uns den Luxus leisten, mehr Schulbürokratie anstelle einer (klassenlosen) kindgerechten Schule --> gemeinsames Lernen bis zur 6. Klasse, einzuführen, so lange wird "ausgesiebt". Ausdrücklich gibt es natürlich auch Kinder, die durch ihre Eltern vermeintlich auf das Gymnasium geschickt werden. Doch ein Schulerfolg kann doch nicht davon abhängen, wo ein Kind in Deutschland zur Schule geht? Siehe Wechsel in ein anderes Bundesland, bis zu EIN Schuljahr Lernniveau Unterschied... Armes, reiches Deutschland! Ach so: Hamburg hat keine Daten? Macht nix - die Schulbehörde ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt...
  3. #3

    Gymnasialquote

    "Doch um eine nahe liegende Erkenntnis werden die Schulreformer kaum herumkommen: Es bringt nichts, im Namen sozialer Gerechtigkeit die formalen Anforderungen für den Besuch höherer Schulformen immer weiter abzusenken. Es bringt auch nichts, eine hohe Gymnasialquote als politisches Ziel auszurufen."

    Es wäre ein Segen, wenn die Reformer tatsächlich zu dieser Erkenntnis kommen würden. Allerdings kann ich nicht daran glauben.

    Sachsen-Anhalt hat doch bereits angekündigt, wie es das Problem der "Abschulung" wird: Durch ein Absenken der schulischen Anforderungen und eine Verbesserung der Noten. (Schüler sollen einfacher an gute Noten kommen | MDR.DE)
  4. #4

    Schon wieder ...

    ... dieses ewige Lamentieren vom "Aussortieren" und daß man gemeinsam in einem nicht-selektierenden System weiterkäme. Ist vielleicht mal jemandem aufgefallen, daß das genau dieses Selektieren die Grundstruktur einer marktwirtschaftlichen Gesellschaftsordnung ist? Überall findet es statt. Wer wenig Leistung bringt, steigt ab. Oder wurde schon mal irgendwo beobachtet, daß die Topmanager einer Firma die Leute aus der Hofkolonne ins Luxushotel der auf den Golfplatz einladen, damit die sich nicht ausgeschlossen fühlen? Wenn wir (wieder) Sozialismus wollen, sollte wir ihn auch so nennen.
  5. #5

    Falsche Schulwahl!?!

    Vielleicht liegt das gar nicht an den Lehrern, der Stofffülle oder anderen äußeren (Schul-)Faktoren, sondern ganz einfach daran, dass sich die Eltern und/oder Schüler einfach "verwählt" haben. Wenn Eltern ALLEIN entscheiden dürfen, auf welche weiterführende Schule der ach so hochbegabte, leider jedoch eher minderbemittelte Nachwuchs im nächsten Schuljahr gehen soll/darf, dann ist doch absehbar, dass der Spross eher ein Gymnasium besuchen wird und nicht die ungeliebte Haupt- bzw. Mittelschule. Ob der Junior jedoch den Anforderungen dieser Schulform genügen wird, was ja in den Übertrittszeugnissen steht, aber von einem "völlig ahnungslosen Pädagogen" formuliert wurde, ist den Eltern meist nicht geläufig. Auch dass man in einem Gymnasium oder einer Realschule nachmittags Hausaufgaben machen muss - auch wenn dies "nur" Lernen für den nächsten Tag beinhaltet, wird von vielen Eltern und auch Schülern eher als Zumutung empfunden denn als notwendiges Übel. Schulwechsel nach "unten" sind dann normal, da weder die Begabung noch die Arbeitseinstellung stimmt!!!
  6. #6

    Schulreform

    Der politische Wunsch, 50 % der Schüler zum Abitur zu führen ist nicht verhandelbar und darum muss das Niveau sinken.
    Jede Reform versteigt sich in immer abenteuerlichere Verschlimmbesserungen, so ist in Hamburg das ´´Sitzenbleiben´´ abgeschafft worden, die versprochene indivioduelle Förderung ist natürlich ein Witz bei den geringen Lehrerzahlen, hört sich aber gut an. Wann und wo sollte diese dann stattfinden ? Also gibt es dann ´´Fördergruppen´´ mit geringer Durchschlagskraft.
    Der Erfolg ist, dass diese Kinder in der 10ten Klasse dann ein 5 wer Zeugnis vorweisen und damit für sie ein echter Karriereknick zu erwarten ist da ihnen jetzt der weitere Schul-Werdegang versperrt ist..
    Wichtig war in der Vergangenheit die Durchlässigkeit der Systeme, da insbesondere im öffentlichen Dienst der ´´gehobene´´nur mit Abitur in Frage kam.
    Die Kinder selbst möchten nur mit Reformen in Ruhe gelassen werden und sich auf Ihre Aufgabe, das Lernen, konzentrieren.
    Wenn die Politiker, die z. B. das Abi in 12 Jahren durchgesetzt haben einsehen, dass dies ein Fehler war, wo sind diese Leute wenn es um die Rüchabwicklung dieser Entscheidung geht ?
  7. #7

    Zitat von abby_thur Beitrag anzeigen
    Der letzte Satz ist ein Schlag ins Gesicht jener,die mit einem hautp-oder realschulabschluss eine gute Arbeit und ein gutes Leben haben. Man braucht kein Abitur zum Glücklichsein und nicht jeder der mal vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt hat, ist ein Versager.
    Meinten Sie dieses:"Doch um eine nahe liegende Erkenntnis werden die Schulreformer kaum herumkommen: Es bringt nichts, im Namen sozialer Gerechtigkeit die formalen Anforderungen für den Besuch höherer Schulformen immer weiter abzusenken. Es bringt auch nichts, eine hohe Gymnasialquote als politisches Ziel auszurufen.

    Wer so handelt, erspart zwar Eltern und Grundschülern zunächst die Enttäuschung, es nicht aufs Gymnasium geschafft zu haben. Doch die Schmach kommt später, und sie fällt umso grausamer aus."?

    Aber genau das ist doch der Knackpunkt. Ich weiß aus eigener beruflichen Erfahrung, daß viele Eltern ihre Kinder mit Gewalt auf das Gymnasium bringen wollen, egal, wie gut diese Kinder sind. Und Dank der Abschaffung der Zugangsbeschränkungen in Form eines vernünftigen Notendurchschnittes in den meisten Bundesländern ist dies auch möglich. Da darf man sich allerdings nicht wundern, wenn viele damit überfordert sind. Und das hat nichts damit zu tun, daß man auch ohne Abi glücklich sein kann.
  8. #8

    Linke Bildungsideologien

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Schulen produzieren doppelt so viele Absteiger wie Aufsteiger. Im Schuljahr 2010/2011 beispielsweise wurden 50.000 Schüler auf eine niedrigere Schulform geschickt, nur 23.000 auf eine höhere. Die Verlierer häufen sich in Bundesländern mit eher laschen Standards.

    Neue Bertelsmann-Studie zum Schulwechsel - SPIEGEL ONLINE
    "Es bringt nichts, im Namen sozialer Gerechtigkeit die formalen Anforderungen für den Besuch höherer Schulformen immer weiter abzusenken. Es bringt auch nichts, eine hohe Gymnasialquote als politisches Ziel auszurufen."

    Diese Erkenntnis sollten sich alle linken Bildungsideologen hinter die Ohren schreiben.

    Leider geht es häufig in die andere Richtung. Bestes bzw. schlechtestes Beispiel: Baden-Württemberg. Dort wird seit letztem Jahr von einer Kultusministerin aus Nordrhein-Westfalen rote (linke) Bildungspolitik betrieben.
    Man muss befürchten, dass auch das Bildungsniveau in Baden-Württemberg bald das Niveau von NRW erreicht haben wird.
  9. #9

    Im Grunde wird es eigendlich Zeit,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Schulen produzieren doppelt so viele Absteiger wie Aufsteiger. Im Schuljahr 2010/2011 beispielsweise wurden 50.000 Schüler auf eine niedrigere Schulform geschickt, nur 23.000 auf eine höhere. Die Verlierer häufen sich in Bundesländern mit eher laschen Standards.

    Neue Bertelsmann-Studie zum Schulwechsel - SPIEGEL ONLINE
    daß wir die Politiker die das zu Verantworten haben Aussortieren und das bitte Nachhaltig! Die Kinder können nichts dafür, daß Erwachsene ihre eigene Dummheit damit Kaschieren, daß der Nachwuchs darunter zu leiden hat. Ich halte diese Verantwortungslosigkeit unserer Politiker schon für Kriminell, denn das jemand der vom Volk in sein Amt gewählt wird und das eigene Land inklusieve Bildungs und Gesundheitswesen
    derart vor die Hunde gehen lässt, verletzt mehr als nur einmal seinen geleisteten Amtseid. Und derjenige, oder diejenigen die das hintertreiben haben in unserer Politik nichts verloren. Es wird sich um jedes und jeden gekümmert von Seitens unserer Regierung, nur nicht um das was wichtig wäre für unser Land. Nähmlich,da? wir eine Gesunde und Gebildete nächste Generation heranwachsen lassen.Der größte Schatz den ein Land haben kann, sind nicht Rohstoffe oder
    Edelmetalle, der größte Schatz eines Landes sind seine gesunden und
    gebildeteten Bewohner denn ohne die geht nichts.Was nutzt einem Ungebildeten Menschen ein Packen Geld in der Hand, wenn er das Geld nicht zählen kann?
    schönen Tag noch,