Homeschooling-Bewegung: Ex-Arbeitsminister Blüm geißelt "Schulregiment"

APSie würden ihre Kinder gern zu Hause unterrichten, statt sie zur Schule zu schicken: Die Aktivisten der umstrittenen Homeschooling-Bewegung wollen die Schulpflicht abschaffen, oft aus religiösen Motiven. Jetzt bekommen sie prominente Unterstützung von CDU- und FDP-Politikern.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/k...-a-864081.html
  1. #1

    Wichtig ist,

    was hinten rauskommt - soll mal ein besonders birnenförmiger politiker gesagt haben. warum kann man nicht einfach lehrpläne aufstellen und verpflichtende prüfungen abhalten? kann ja jedes bundesland seine inhalte festlegen, aber wie man die kenntnisse erwirbt, ist ja vielleicht zweitrangig. ähnlich dämlich ist die anwesenheitspflicht bei hochschulveranstaltungen. studenten sind (eigentlich) erwachsene, die selbst zusehen können, wie sie zu ihren kenntnissen kommen. bei kindern kann man es durchaus den eltern überlassen, sich darum zu kümmern, es müssen allerdings entsprechende angebote in genügender menge vorhanden sein. sprich es muß natürlich genug schulen geben, so daß nicht jemand gezwungen ist, seine kinder zu hause unterrichten.
  2. #2

    ...

    Zitat von santacatalina Beitrag anzeigen
    [Wichtig ist]was hinten rauskommt - soll mal ein besonders birnenförmiger politiker gesagt haben.
    Soziopathen, die bis zum Ende der Schulpflicht nicht gelernt haben, gleichberechtigt mit anderen Menschen ihres Alters umzugehen.

    Und ja, es ist ein Unterschied, ob man am Tag durchschnittlich ein paar Minuten mit den Kindern des von den Eltern ausgewählten Bekanntenkreises spielt oder mit Mitschülern, idealerweise von verschiedenen Kulturen, mit denen man zusammenwachsen muss, den Prüfungsstress, die Streiche usw. gemeinsam durchlebt.

    Schule soll eine Vorbereitung auf das reale Leben sein. Und in D ist das eben nicht der Familienclan oder die Sekte, der die Eltern grad angehören.
  3. #3

    ohne

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie würden ihre Kinder gern zu Hause unterrichten, statt sie zur Schule zu schicken: Die Aktivisten der umstrittenen Homeschooling-Bewegung wollen die Schulpflicht abschaffen, oft aus religiösen Motiven. Jetzt bekommen sie prominente Unterstützung von CDU- und FDP-Politikern.

    Kongress über Homeschooling: Blüm kritisiert Schulpolitik - SPIEGEL ONLINE
    Generell ist nichts dagegen zu sagen. Es kommt aber sehr auf die Umsetzung an. Wenn es erlaubt wird, zu Hause zu unterrichten, muss es einfach jedem erlaubt sein und nicht nur religiösen Kreisen. Und wer wird zu Hause unterrichten? Die bildungsnahe obere Mittelschicht. Hier wird zwar das Elternrecht gestärkt, aber eine Spaltung der Bevölkerung ist vorprogrammiert. Man kann aber sicher Zwischenformen finden, die mehrere Seiten zufriedenstellen.
  4. #4

    Eines der Menschenrechte...

    ...die quasi axiomatisch keiner weiteren Erklärung oder Rechtfertigung bedürfen, ist das Recht der Eltern, ihren Nachwuchs selbst zu erziehen.

    Nur in linken oder rechten Diktaturen - das haben wir in Deutschland beides gehabt - pocht der Staat auf einen - nur für ihn - selbstverständlichen Anspruch auf das Kind.

    Gute Gründe sprechen für eine Bildung in der Schule, der Staat muss es sich aber gefallen lassen, dass die Rechtfertigung für diesen schwerwiegenden Eingriff in Menschenrechte immer wieder in Frage gestellt wird. Wenn es auch - nachweislich - anders geht, muss er zurücktreten.

    Im Englischen gibt es einen Spruch: "When the reason for a law ceases, so does the law itself."

    Wird - nicht nur in diesem Fall - hier immer wieder vergessen...
  5. #5

    Abschaffung der Elternschaft

    "Mittlerweile dagegen beobachte er "eine totale Vereinnahmung durch den Schulbetrieb", der "imperialistische Züge" angenommen habe. Er sei "gegen die Monopolisierung der Erziehung durch den Staat und die faktische Abschaffung von Elternschaft"

    Das ist leider nicht die ganze Wahrheit, denn tatsächlich schaffen sich viele Eltern faktisch selbst ab oder sind nicht mehr in der Lage ihre Kinder zu erziehen. Die Zahl der Kinder, um die sich die Jugendämter kümmern müssen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Zudem sind manche Eltern immer stärker beruflich eingespannt, müssen mehrere Job annehmen, damit es zum Leben reicht. Die Einrichtung von Ganztagsschulen ist nur die Reaktion auf diese Probleme.
  6. #6

    Um meinen aggressiven Beitrag von oben zu präzisieren: ich habe aus zwei Gründen erhebliche Bedenken.

    1. befürchte ich, dass religiös motivierte Gruppierungen den Kindern unsere naturwissenschaftlich belegte Sicht der Dinge vorenthalten könnten. Wer jedoch eine qualifizierende Ausbildung abschließen möchte, etwa das Abitur oder den Quali, der kommt um diese Inhalte nicht herum.

    2. glaube ich, dass es Eltern geben wird, die angeben ihre Kinder selbst zu erziehen, sie aber in Wirklichkeit zum Betteln oder auf den Strich schicken. Ich weiß nicht, wie die Behörden das unterbinden sollen.
  7. #7

    Was gemeinsam?

    Was haben Benjamin Franklin, George Washington, John Adams, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt, Konrad Adenauer, Winston Churchill, Daniel Webster, Alexander der Große, Robert E. Lee, Albert Einstein, Michael Faraday, Blaise Pascal, Claude Monet, Leonardo da Vinci, William Carey, Jonathan Edwards, Philipp Melanchthon, Dwight L. Moody, John & Charles Wesley, Alexander Graham Bell, Thomas Edison, Felix Mendelssohn, Wolfgang Amadeus Mozart, Agatha Christie, Mark Twain, Charles Dickens, L. Ron Hubbard, C.S. Lewis, Louis Armstrong, Charlie Chaplin, Whoopi Goldberg, Jennifer Love Hewitt, Yehudi Menuhin, Andrew Carnegie, Bertrand Russell und Albert Schweitzer gemeinsam?

    Ganz einfach: Sie wurden zuhause unterrichtet.
  8. #8

    Soziopathen und Esotheriker

    Ich sehe die allgemeine Schulpflicht in staatlichen Schulen als unbedingt nötig für unsere Demokratie. Wo sonst als inder Schule sind Kinder gezwungen, sich auch mit Menschen auseinander zu setzten, die nicht dem selben Millieu entstammen, wie sie selbst. Wo sollen Kinder lernen, mit anderen Meinungen umzugehen? Auch, wenn in unserem Schulsystem nicht alles richtig läuft, so bietet es eine gewisse Möglichkeit für alle Kinder, die Grundlagen der heutigen Gesellschaft zu erlernen. Sie werden mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie z.B. der Evolution konfrontiert und lernen eben keine esotherisch oder religiös-fundamentalistischen Unwahrheiten.
    Natürlich lernt man durch andere Institutionen auch, aber man lernt das "Unverschwurbelte" kennen.
  9. #9

    Zitat von kumi-ori Beitrag anzeigen
    Um meinen aggressiven Beitrag von oben zu präzisieren: ich habe aus zwei Gründen erhebliche Bedenken.

    1. befürchte ich, dass religiös motivierte Gruppierungen den Kindern unsere naturwissenschaftlich belegte Sicht der Dinge vorenthalten könnten. Wer jedoch eine qualifizierende Ausbildung abschließen möchte, etwa das Abitur oder den Quali, der kommt um diese Inhalte nicht herum.

    2. glaube ich, dass es Eltern geben wird, die angeben ihre Kinder selbst zu erziehen, sie aber in Wirklichkeit zum Betteln oder auf den Strich schicken. Ich weiß nicht, wie die Behörden das unterbinden sollen.
    und nicht zu vergessen jene, welche ihren Kindern dann Rassenlehre eintrichtern werden.
    Zusammen mit den religiösen werden das wohl die Mehrheit sein, die Ihre Nachkommenschaft vor der "Verderbtheit" der Allgemeinen Schulbildung "schützen" möchten.