Uniklinik Heidelberg: Weltgrößte drehbare Strahlenkanone soll Krebs zerstören

SiemensEin Koloss, 670 Tonnen schwer, 120 Millionen Euro teuer, mit dem Stromverbrauch einer Kleinstadt - das ist die Gantry, die neue Strahlenkanone der Heidelberger Uniklinik. Sie ermöglicht eine nie zuvor erreichte Präzision in der Bestrahlung von Tumoren. Aber: Nützt das den Patienten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-863972.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Koloss, 670 Tonnen schwer, 120 Millionen Euro teuer, mit dem Stromverbrauch einer Kleinstadt - das ist die Gantry, die neue Strahlenkanone der Heidelberger Uniklinik. Sie ermöglicht eine nie zuvor erreichte Präzision in der Bestrahlung von Tumoren. Aber: Nützt das den Patienten?

    Gantry gegen Krebs: Strahlentherapie am Heidelberger HIT - SPIEGEL ONLINE
    Nützt das Patienten ? Nein

    Nützt das der Medizinindustrie ? Ja

    Nützt das der Finanzindustrie ? Ja

    Nützt das den Chefärzten ? Ja

    ---> Fazit:

    3x Ja, 1x Nein, also machen wir es.

    ---

    Es gibt zwar einige Psychoonkologen. Nur verdient man dabei relativ wenig. Ein millionenteure Medizin-Strahlungs-Maschine kann man einfach viel besser und teurer abrechnen.

    ---

    Viel Spass mit der Strahlenkanone.
  2. #2

    Natürlich wieder ein US-Amerikanisches Produkt

    Warum erfindet man solche tollen Apparate nicht auch mal bei uns? Dennoch ist es erfreulich, dass nun auch in Deutschland diese Technologie erstmals eingeführt wird.
  3. #3

    Witzige Frage in der Überschrift...

    ... nützt das dem Patienten...
    Die Gesundheitsindustrie ist eben eine Industrie, hier geht es um Geld. Der Patient ist der Kunde, so wie Apple und co ständig neue Gadgets rausbringen müssen damit der Kunde sein Geld da läßt muss die Gesundheitsindustrie ständig neue Medis und Strahlenkanonen entwickeln...
    Wolte man dem Patienten wirklich nützen müsste man mehr in die Vermeidung von Krankheiten investieren... das bringt aber kein Geld in die Kassen!
  4. #4

    Zitat von dunnhaupt Beitrag anzeigen
    Warum erfindet man solche tollen Apparate nicht auch mal bei uns? Dennoch ist es erfreulich, dass nun auch in Deutschland diese Technologie erstmals eingeführt wird.
    Stellen Sie sich die Frage, wieviele Käufer es für solche Anlagen gibt und wieviel Gewinn der Anbieter erwirtschaftet. Ggf. kommen Sie zu folgendem Ergebnis:
    Siemens stellt kommerzielle Partikeltherapie ein 14.09.2011 | Nachricht | finanzen.net

    Nicht alles, was machbar ist, ist ökonomisch sinnvoll.
  5. #5

    hessisch?

    "...Weil die Forscher viel Eigenleistung beisteuerten und die Uniklinik Bauträger und Betreiber ist, blieb der hessischen Strahlentherapie-Einheit das Schicksal vergleichbarer Einheiten in Kiel, München und unlängst in Marburg erspart...." Denke Heidelberg liegt doch wohl eher in Baden-Württemberg.
  6. #6

    Zitat von dunnhaupt Beitrag anzeigen
    Warum erfindet man solche tollen Apparate nicht auch mal bei uns? Dennoch ist es erfreulich, dass nun auch in Deutschland diese Technologie erstmals eingeführt wird.
    Dieser Apparat wurde in Deutschland entwickelt, wie im Text erwähnt. Ein großer Teil der Grundlagenforschung wurde außerdem am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt durchgeführt.
  7. #7

    Studien müssen die Wirksamkeit belegen

    Zitat von jos777 Beitrag anzeigen
    Nützt das Patienten ? Nein

    Nützt das der Medizinindustrie ? Ja

    Nützt das der Finanzindustrie ? Ja

    Nützt das den Chefärzten ? Ja

    ---> Fazit:

    3x Ja, 1x Nein, also machen wir es.

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    Es gibt zwar einige Psychoonkologen. Nur verdient man dabei relativ wenig. Ein millionenteure Medizin-Strahlungs-Maschine kann man einfach viel besser und teurer abrechnen.

    ---

    Viel Spass mit der Strahlenkanone.
    Kommentare wie Ihrer treiben mir die Tränen in die Augen.

    Die Technologie hat Potential, ob sie am Ende wirklich signifikant bessere Ergebnisse als eine konventionelle Strahlenterapie hat das kann man eben nur in Studien zeigen.
    Und ohne die Maschine geht das eben nicht!

    120 Mio. klingt viel, aber mir ist es lieber wenn das Steuergeld (wobei hier nicht das ganze Geld aus Steuermitteln kam sondern auch aus Drittmitteln) in sinnvoller Forschung landet als in Brücken die keiner braucht oder irgendwelchen vollkommen sinnfreien Bauprojekten, von denen es in Deutschland leider viel zu viele gibt.

    Aber das werden Sie nicht verstehen, wahrscheinlich sitzt hinter dem PC irgendein verkappter Linksaußen, der bei allem Hass auf die Finanzwelt vergessen hat, dass man Geld auch sinnvoll verwenden kann.
    Nachdenken wäre toll
  8. #8

    Immer erst mal dagegen!

    Zitat von jos777 Beitrag anzeigen
    Nützt das Patienten ? Nein
    Woher wissen Sie das? Bisher sind die Heilungschancen ganz hervorragend. Da bisher allerdings vor allem Patienten testweise bestrahlt (und geheilt!) wurden, die anders nicht therapierbar waren, ist die Aussagekraft noch nicht ganz zweifelsfrei - von einem wissenschaftlichen Standpunkt. Und diese Frage muss man klären. Da man aber in der Wissenschaft (und besondere der Medizin!) sehr genau gucken muss, bis man einen Zusammenhang genau verstanden hat, glaubt der Durchschnittsbürger zunächst mal nur das, was er persönlich glauben will - und ist erst mal dagegen. Nur an Psychoonkologie oder Homöopathie glaubt es sich offenbar aus irgendwelchen Gründen leichter, obwohl es keinen Nachweis für die Wirksamkeit dieser Methoden gibt. (Die psychotherapeutische Begleit-(!)Therapie von Krebspatienten ist freilich u.U. sinnvoll.)

    Die Heidelberger Anlage ist vermutlich etwas überdimensioniert; der jetzt in Betrieb genommene Gantry war aber für keine andere Einrichtung dieser Art vorgesehen. Dass solche Projekte (es gibt ja auch die Protonentherapie) in Deutschland/Europa so selten sind, mag daran liegen, dass sich i.d.R. einzelne Krankenhäuser so ein Gerät nicht leisten können. Und da ist dem Onkologen sein eigenes Klinik-Röntgen-Bestrahlungsgerät oft näher als eine überregionale Anlage.
  9. #9

    Zitat von pmeister Beitrag anzeigen
    "...Weil die Forscher viel Eigenleistung beisteuerten und die Uniklinik Bauträger und Betreiber ist, blieb der hessischen Strahlentherapie-Einheit das Schicksal vergleichbarer Einheiten in Kiel, München und unlängst in Marburg erspart...." Denke Heidelberg liegt doch wohl eher in Baden-Württemberg.
    Die Bestrahlungsanlage wurde an der GSI in Darmstadt/Wixhausen entwickelt, in Zusammenarbeit mit dem DKFZ in Heidelberg. Darmstadt liegt in Hessen.