Kinderarbeit-Film "Der Verdingbub": Der Berg droht

Ascot EliteSchläge mit dem Gürtel, Schuften bis zum Umfallen: Der Schweizer Film "Der Verdingbub" erzählt vom Schicksal Tausender Kinder, die noch bis 1950 Zwangsarbeit in der Landwirtschaft leisten mussten und wie Sklaven gehalten wurden - wuchtiges und cleveres Heimatkino der anderen Art.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/sc...-a-862851.html
  1. #1

    Den Film gabs schon. Hab vergessen wie er heisst.
  2. #2

    Zitat von Marshmallowmann Beitrag anzeigen
    Den Film gabs schon. Hab vergessen wie er heisst.
    Schwabenkinder?
  3. #3

    Nur bis 1950?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schläge mit dem Gürtel, Schuften bis zum Umfallen: Der Schweizer Film "Der Verdingbub" erzählt vom Schicksal Tausender Kinder, die noch bis 1950 Zwangsarbeit in der Landwirtschaft leisten mussten und wie Sklaven gehalten wurden - wuchtiges und cleveres Heimatkino der anderen Art.

    Schweizer Kinofilm "Der Verdingbub" zeigt Zwangsarbeit von Kindern - SPIEGEL ONLINE
    Ich ging mit Verdingkindern zur Schule. Geboren wurde ich 1950! Das Verding(un)wesen dauerte im Kanton Bern bis Ende der 70er-Jahre.

    Einfach mal die Suchmaschinen benutzen "Verdingkinder Schweiz" eingeben.

    Ich hoffe sehr, dass den noch Lebenden Gerechtigkeit widerfährt!
  4. #4

    Zu den Kommentaren 1 und 2:
    Schwabenkinder beschreibt eine völlig andere Situation. Die sog. Schwabenkinder zogen jedes Jahr über die Alpen um sich als Saisonarbeiter anzubieten. Die Verdingkinder wurden von Amts wegen an die schweizer Bauern vermittelt, was in meinen Augen einem staatlich organisierten Menschenhandel gleichkommt.
  5. #5

    Zitat von A.R. Beitrag anzeigen
    Zu den Kommentaren 1 und 2:
    Schwabenkinder beschreibt eine völlig andere Situation. Die sog. Schwabenkinder zogen jedes Jahr über die Alpen um sich als Saisonarbeiter anzubieten.
    Die Situation war ein andere, aber um Missverständnisse zu vermeiden: die Schwabenkinder - meist zwischen 6 und 14 Jahre alt - waren keinesfalls Saisonarbeiter im heutigen Sinne.
    Nicht über den Film, sondern über die tatsächlichen Verhältnisse informiert diese Seite: Die Schwabenkinder
  6. #6

    Schwabenkinder sind wohl eher das deutsche Pendant zu den Tessiner "schwarzen Brüder" und so, auch wenn natürlich beides grausam war, nicht mit den Verdingkindern zu verwechseln. Ein weiteres dunkles Kapitel in der jüngeren Schweizer Geschichte muss in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden: Das sogenannte "Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse" der (heute noch existierenden) Organisation Pro Juventute, welches Fahrenden mit behördlichem Segen (und staatlicher Finanzierung) die Kinder wegnahm und unter anderem als Verdingkinder "vermittelte". Auch dieses Gebaren endete erst nach einem Artikel der Zeitschrift "Beobachter" und daraus entstehendem öffentlichen Druck - im Jahr 1973!

    "Der Verdingbub" ist auf jeden Fall ein sehr starker, eindringlicher Film, der zumindest für Schweizer Pflichtstoff sein sollte. Wunder nehmen würde mich, wie er in deutschen Kinos gezeigt wird - unsägliche "Schweizer-Hochdeutsch-Synchro" oder Dialekt?
  7. #7

    Ich habe den Film gesehen und kann ihn wirklich weiterempfehlen.
  8. #8

    optional

    @ buchl: vielen Dank für den Link. Sie haben natürlich Recht mit der Aussage, das es sich nicht um Saisonarbeit in heutigem Sinne handelte. Mir war nur wichtig, das es einen großen Unterschied zwischen den Schwabenkindern und den Verdingkindern gab.
  9. #9

    100.000

    Einhunderttausend Kinder in 150 Jahren? Sicher, dass die Zahlen stimmen?